Lauf Lester, lauf!

Vor etwa 7 oder 17 Jahren erwarb ich ein Paar Laufschuhe, die mir damals mit 300€ Verkaufspreis (kann auch umgerechnet sein) äußerst überteuert vorkamen. Die Chance, dass ich Couchkartoffel nur durch den bloßen Kauf silberfarbener Jogging-Schuhe zur Sportskanone mutieren sollte, standen bei Null. Und die Zeit gab mir Recht. Also nicht die Laufzeit, sondern die Zeit, die verstrich und meine teuren Schuhe einstauben ließ.

Vor einigen Monaten packte es mich aber doch. Seitdem laufe ich regelmäßiger. Länger. Motivierter. Und der teuere Kauf von damals schien sich endlich bezahlt zu machen. Aus schlappen 3 Kilometern wurden 6. Aus anstrengenden 8 Kilometern wurden bald 12. Ich fand meinen Rhythmus und den Spaß am Laufen. Und so kann ich auch stolz verkünden, meinen ersten offiziellen Lauf in einer für mich passablen Zeit absolviert zu haben. Der Grundstein ist gelegt und weitere Läufe werden folgen.

Während der noch immer anhaltenden Anfangsphase habe ich immer ein Vorbild vor Augen. Und das ist nicht etwa Forrest Gump. Nicht Dustin Hoffmann als Marathon-Mann. Ich sehe keine Szene aus Chariots of Fire und höre Vangelis im Geiste. Jedesmal wenn ich verschwitzt die Straße hinunter renne und lieber tot umfallen würde, sehe ich Lester Burnham vor mir – großartig gespielt von Kevin Spacey in American Beauty – der versucht, mit seinen schwulen Nachbarn mitzuhalten, die ihn zum Laufen animieren. Ich stelle mir vor, wie er, dem Herzinfarkt nahe, zu keuchen und zu stolpern. Und dann spule ich vor und sehe Lester kurz vor seinem Ende, wie er die Kilometer frisst, seinen Rhythmus hat, nicht einmal mehr schwer atmen muss und mit sich und der Welt zufrieden ist.

Und ich denke, Lauf Lester, lauf und laufe selbst und laufe und laufe und bin in einer Stunde wieder da.

Classic Tweets – 2010

Was von der ersten Liebe übrig blieb

Blutjung, blond, mit Mecki-Frisur und in Kniestrümpfen traf ich sie zum ersten Mal im Konfirmationsunterricht im örtlichen Gemeindehaus. Und offenbar wollte Gott, dass ich mich in sie verliebe. Oder „gut fand“, wie man damals sagte. Die kleine Sabine Fischer, mit ihren braunen glatten Haaren und den niedlichen Sandalen. Mit der ich mehr als nur die Konfirmationsunterrichte verbrachte. Für die ich in jenem Sommer mehrmals täglich zum Bäcker lief, um uns ein Mini-Milk-Eis für jeweils 30 Pfennig zu holen.

Wie oft lagen wir im Schatten eines Kirschbaums in Fischers Garten, Eis essend, Micky Maus Hefte lesend. Sie besaß Exemplare, die meiner überaus großen Sammlung noch fehlten. Kniestrümpfe und Sandalen ruhten neben der Decke und wenn das Eis aufgegessen war und die Holzstäbchen im Gras steckten, kletterten wir auf den Kirschbaum um uns an den Früchten satt zu essen.

Noch bevor der Sommer zu Ende und ich konfirmiert war, hatte sie schon mein Herz gebrochen. Meine Frage, ob sie mit mir gehen wollte, hatte sie deutlich verneint und sich stattdessen für den coolen Michael entschieden. Michael, den Fußballspieler auf dem Bonanza-Rad, der ihr keine Mini-Milks aus dem Bäcker brachte, sondern Sabine schickte, um „Brauner Bär“ für die beiden zu holen. Ich lernte meine Lektion. Und als ich mir von meinem Konfirmationsgeld meine erste eigene Stereoanlage von Aiwa kaufte, hörte ich alleine traurige 80er Musik, die ich auf Kassetten aufgenommen hatte.

Und ich las nie wieder in Sabines Micky-Maus-Heft, das in diesem Sommer irgendwie Teil meiner Sammlung wurde, die ich heute noch besitze. Ob Sabine das Heft wohl vermisst? Ob sie Michael am Ende heiratete und ihre Kinder nun unter dem Kirschbaum liegen? Ich schätze, ich habe jetzt Lust auf ein Eis.

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GIF-Art

Wunderschöne GIF-Animation von Cento Lodigiani, die er in seinem Tumblr präsentiert.

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Kung Fury in HD

Und ich dachte, bei „Mad Max: Fury Road“ hätte ich schon alles an Awesomeness für dieses Jahr gesehen. Weit gefehlt!

Classic Tweets – 2008