Schutzlos dem Wort ausgeliefert

buecher

Menschen werden abgeschlachtet. In allen geschmacklosen Details. Folter, Häutungen, Horror. Glücklicherweise muss man es nicht sehen. Man liest es, baut sich die dazugehörenden Bilder im Kopf zusammen, wo sie dadurch länger haften bleiben als bei Film und Foto. Die Phantasie kann grausam sein wie kein anderes Medium. Befeuert wird sie durch Worte. Worte, die in Büchern stehen, in Büchereien geliehen werden können, in Handlungen gekauft, online bestellt. Auch von Jugendlichen. Ungeschützt.

Amerika kriegt sich nicht mehr ein, wen sie Nippel sehen. Deutschland kriegt sich nicht mehr ein, wenn in einem Computerspiel eine Waffe benutzt wird. Niemand kriegt sich ein, wenn im Fernsehen die Grenzen der Grausamkeit und Geschmacklosigkeit überschritten werden. Doch in Büchern scheint alles erlaubt und ist jedem zugänglich. Worte scheinen keine Macht mehr zu haben, unvermögend, Gewalt darzustellen.

Welche Bigotterie.

Auch Apple-Jünger werden älter

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Seit ich Apple-Fan bin, habe ich mir den zweifelhaften Ruf erarbeitet, missionarisch für Macbooks, iPhones, iPads und Co. zu kämpfen. Kaum eine Gelegenheit wurde ausgelassen, auf die Vorteile dieses Ökosystems hinzuweisen, bei Fragen und Hilfestellungen war man bei mir stets an der richtigen Adresse. Nicht zuletzt überzeugte ich Familie und Freunde davon, sich ebenfalls Apple-Produkte anzuschaffen. Der Eifer ging so weit, dass ich vehement argumentierte, wenn mir ein Gesprächspartner weiß machen wollte, meine geliebten Gadgets seien unpraktische, eingeschränkte Blender, Apple sei das Böse schlechthin und ich sei ein Fanatiker, der alles persönlich nähme.

In wie weit das stimmte, vermag ich heute nicht zu beantworten. Fakt ist, dass ICH im Apple Ökosystem genau das fand, was ich gesucht hatte. Und ich betone das ICH hier absichtlich. Denn mittlerweile ist es mir vollkommen schnurz, was andere sagen und denken. Die Kritiker und Motzer kommen noch immer zu mir, klagen, beschweren sich und versuchen mich weiter von allen Nachteilen der Apple Produkte zu überzeugen. Und ich… gebe Ihnen Recht. Denn bloß weil ich glücklich damit bin, müssen es die anderen ja nicht auch sein. So mag doch bitte jeder sich sein Android Smartphone holen, sein WindowsPhone-Tablet oder seinen Windows 8-Rechner. Warum auch nicht? Das sind alles ausgereifte Systeme, die eine Menge Vorteile haben und mit Sicherheit wunderbar zu jedem anderen passen. Nur nicht zu mir.

Über die Nachteile, die man sich mit Apple Produkten erkauft, sollte man sich von vornherein im Klaren sein. Ich kann mir keinen Smart kaufen und mich dann beschweren, dass der Kofferraum so klein ist. iOS und OSX sind zwei eigenständige Systeme, die zunächst mit anderen Systemen nichts zu tun haben. Wozu auch? Wieso sollte ich mich also beschweren, dass Windows Software nicht darauf läuft, oder die Geräte anders zu bedienen sind? Wer ein Windows-Gerät möchte, möge sich doch bitte eins holen. Wo ist das Problem? Das iPhone und iPad ist zu eingeschränkt, bietet zu wenige Möglichkeiten, mit Dateien tun, was man will und die Geräte lassen sich nicht aufrüsten? Nun, das ist hinlänglich bekannt. Warum also nicht sein Glück bei Android suchen? Oftmals stelle ich fest, wie enttäuscht Menschen reagieren, die sich von ihrem iPhone den Himmel auf Erden versprachen und feststellen mussten, dass es Makel und Fehler hat. Nun, da funktionierte offenbar das Marketing sehr gut bei einem Leichtgläubigen – kein System ist perfekt. Kein Apple Produkt ist ein Heilsbringer und macht alles automatisch und von alleine. Und Steve Jobs war kein Gott.

Ich missioniere niemanden. Ich sage nur, dass ich im Zusammenspiel meines MacBooks, meines iPads, meines iPhones und meiner Time Capsule genau das fand, was ich in anderen Systemen vermisst hatte. Was andere als Unzulänglichkeiten oder Gängelung sehen, brauche ich höchstwahrscheinlich nicht oder ich fand dafür eine Lösung. Mir kam bislang bis auf eine Ausnahme noch kein Fall unter, der mich ein Windows-System hätte vermissen lassen. Und dieser eine Fall betraf eine Steuer-Software, die es mittlerweile auch für den Mac gibt. Natürlich ärgere auch ich mich hin und wieder leise über die umständliche Synchronisierung meines iPads oder darüber, wie eingeschränkt der Finder in OSX ist (übrigens beides Punkte, die mit den nächsten großen Updates behoben sein könnten). Aber zu Windows zurück? Niemals. Oder zu Linux? Been there, done that.

Ich war vielleicht ein Jünger, jetzt bin ich älter. Jedem das System, das zu ihm passt. Und diese Freiheit möge man auch mir lassen. Auf Diskussionen lasse ich mich nicht mehr ein, ich bin glücklich mit der Technik. Hoffentlich werden es alle anderen auch mit ihrer Technik.

Ordnung halten in iTunes

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Vermutlich ist die Chance bei einer Musikbibliothek jenseits von 4000 Titeln groß, dass einige Songs einfach über den Rand rutschen, nie wieder gehört werden, in Vergessenheit geraten. Hinzu kommt, dass sich im Laufe der Zeit auch der persönliche Musikgeschmack ändern dürfte. Gedanken wie “DAS mochtest Du mal? Herrje.” dürften aufkommen.

iTunes macht es einem einfach, solche Stücke zu finden. Mit einer intelligenten Wiedergabeliste und folgenden Einstellungen:

  • Medienart ist Musik
  • zuletzt gespielt nicht innerhalb der letzten 36 Monate

Schon listet iTunes alle Songs in der Bibliothek auf, die man in den letzten drei Jahren nicht einmal angehört hat. Und dabei kann man sich dann fragen, weshalb man sie nicht mehr hören wollte oder konnte. Schnell werden dabei die Songs gefunden, die man eigentlich gar nicht mehr hören möchte.

In meinem Fall musste ich – und jetzt wird es peinlich – doch so manchem Robbie Williams oder Kate Ryan Stück mit dem Löschbutton Auf Nimmerwiedersehen sagen. Ja, früher fand ich die Songs stark. Heute bin ich froh, wenn sie nicht doch plötzlich wieder auftauchen und mich zum überspringen zwingen.

Eine aufgeräumte Musikbibliothek beruhigt mich, ebenso wie aufgeräumte Ordner, Mail-Accounts und Bild-Datenbanken. iTunes macht es einem hier sehr leicht. Ich wünschte, eine solche intelligente Liste gäbe es auch für Apps.

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