iPhoto, die Datenbank und die Gesichtserkennung

iPhoto ist langsam, träge, stellt Bilder oder Miniaturen nicht korrekt dar? Beim Sync mit anderen Geräten werden falsche Fotos übertragen oder die Ausrichtung vergessen? Nun, iPhoto ist eine Bilder-Datenbank und wie jede andere ihrer Art benötigt sie hin und wieder ein klein wenig Wartung. Am einfachsten lässt sich das auf folgende Weise bewerkstelligen: Beim Start von iPhoto hält man die Apfel- und Wahltaste gedrückt (Alt und CMD) und kurz darauf erscheint ein kleines Wartungsmenü. Hier können Zugriffsrechte repariert, Miniaturen neu berechnet oder fehlende Verknüpfungen aus einem Backup wieder eingespielt werden. Für den Normalgebrauch sollte das helfen. Stellt man aber immer noch fest, dass die Datenbank eigenartig reagiert, führt kaum etwas um einen kompletten Neuaufbau herum.

Hilfreich ist hier der iPhoto Library Manager von FatCat Software. Nicht nur, dass diese App die Handhabung mehrerer Datenbanken erleichtert, sie bietet auch die Option, Problemverursachende, fehlerhafte Fotos zu extrahieren oder gar die Datenbank komplett neu aufzubauen. Je nach Größe der Datenbank kann dies mehrere Stunden dauern und ist im Grunde nichts anderes als ein Start bei Null und der Import aller vorhandenen Fotos in eine neue Datenbank. Der Library Manager übernimmt dabei alles aus der alten Datenbank und im besten Falle hat man am Ende eine gesunde, frische, womöglich um einige Gigabyte geschrumpfte Foto-Library, die wieder schnell reagiert und Spaß macht.

Gestern war auch für mein iPhoto wieder die Zeit der Regeneration gekommen (zum zweiten Mal erst), allerdings lief es diesmal nicht so reibungslos wie sonst. Kurz vor Ende des Datenankaufbaus brach der Library Manager ab. Alles war vorhanden, doch die korrekten Foto-Ausrichtungen, einige Vorschaubilder und die komplette Gesichtserkennung waren nicht übertragen worden. Die ersten beiden Mißstände konnten schnell und unkompliziert mit obigem Tipp behoben werden. Die Gesichtserkennung allerdings bedurfte einem kompletten Neustart.

Nun kann man von der Gesichtserkennung halten was man möchte. Auch ich würde sie letztlich nur als nette Spielerei betrachten. Aber wie das mit Spielen ist: sie machen Spaß. Und so ließ ich all meine Lieben scannen. Schnell bekam ich den Eindruck, dass die Trefferquote merklich gestiegen war. Kurz darauf stellte ich allerdings fest, dass iPhoto noch immer die gleichen drolligen Fehler macht, wie seit je her. Während ich die Vorschläge durch ging, Namen eintippte und Fragen beantwortete, erwischte ich mich immer wieder bei den selben Gedanken.

  1. Nein, diese Palme (Flasche, Hauswand, Tasche, Welle, Tasse, Tüte, Katze, Hecke, Wolke) ist kein Gesicht und ich kenne sie daher nicht.
  2. Nein, das ist meine Oma, und selbst wenn ich ihr Enkel bin, sehe ich doch wirklich nicht so aus, oder?
  3. Nein, SO hässlich bin ich tatsächlich nicht. Ich bitte dich. (Hab ich ein Glück)
  4. All die Menschen, die irgendwo im Hintergrund zu sehen sind, kenne ich nicht, du musst mir also nicht alle Oktoberfest-Besucher vorschlagen.
  5. All die Menschen im Hintergrund machen teilweise sehr eigenartige Gesichter. Wie lustig.
  6. Nein, diese Person kannte ich einmal und ich möchte das Foto zwar nicht löschen, aber auch den Namen der Person nicht auf meiner Korkwand verewigt haben (na wenigstens sind alle Fotos diverser Ex-Freundinnen gelöscht)
  7. Selbst wenn diese Person direkt neben mir steht, habe ich nicht die leiseste Ahnung, wer sie ist oder wie sie heißt. Und ja, ich weiß, wie traurig das ist. (Ansonsten Punkt 6.)
  8. Ich kann kaum glauben, wie viele Fotos ich von dieser Person habe.
  9. Ich kann kaum glauben, wie viele Fotos ich von mir selbst habe (und das, wo ich doch meist selbst die Kamera bediene).
  10. DAS ist irgendjemand auf einem Plakat.

Welche Erfahrung habt ihr mit iPhoto gemacht? Nutzt ihr die Gesichtserkennung von iPhoto (oder auch Picasa)? Und wenn ja, wofür?

Patente Patente

Man stelle sich einmal vor, kurz nach der Erfindung des Automobils hätte jemand ein Patent für die Form des Lenkrades angemeldet. Wie würden wir unsere Fahrzeuge heute steuern? Hätten andere Hersteller das Design übernommen und Lizenzgebühren bezahlt, versucht, etwas Neues zu erfinden oder das übliche runde Lenkrad einfach abgekupfert und sich auf rechtliche Schritte eingestellt?

Egal wie, Patente dienen einem Unternehmen ihre Erfindungen, ihre Interessen und damit auch ihren Profit zu schützen. Denn eines bleibt immer gleich: ein Unternehmen ist nicht die Wohlfahrt und denkt nur daran, Geld zu verdienen. Mit allen Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen. Deshalb wird patentiert, lizensiert und zur Not auch verklagt, was das Zeug hält.

Als Apple Fan begibt man sich natürlich auf sehr dünnes Eis, wenn man dieses Thema anspricht. Früher noch Kult, polarisiert Apple mittlerweile sehr stark und die Patent-Querelen der letzten Monate warfen kein gutes Licht auf die Firma. Doch ist es Apples alleinige Schuld?

Wie bereits gesagt, jeder verklagt jeden und die Frage nach Ursachen und Anfängen ist die Frage nach der Henne und dem Ei: sinnlos. Ein Unternehmen entwickelt und schützt, damit kein anderer damit Geld verdienen kann. Egal, um welches Unternehmen oder um welche Erfindung es sich handelt. Nun waren und sind die Streitigkeiten insbesondere von Apple und Samsung teilweise mehr als lächerlich, aber die wahren Hintergründe kennen vermutlich nur die Patenanwälte. Wichtig für uns Konsumenten ist es lediglich, Emotionen außen vor zu lassen.

Was nicht sehr einfach ist. Apple wird schnell vorgeworfen, sich wie ein Platzhirsch zu verhalten und alles zu verklagen, das nicht bei drei auf den Bäumen ist. Außerdem, so hört man oft, würden durch übermässiges Patentieren Innovationen verhindert. Gut, es mutet eigenartig an, dass Apple sogenannte “Geschmacksmuster” patentieren lassen kann, die festlegen, wie ein Tablet auszusehen hat. Andererseits würde jeder andere Tablet-Hersteller diese Patente ebenfalls einreichen. Warum? Weil sie es könnten und Patentämter dem Recht gäben. Ein Tablet darf also keine flache Glasscheibe haben, keine abgerundeten Ecken und keine bunten Piktogramme, sonst wird damit ein Patent verletzt? Wie um Himmels Willen soll es denn dann aussehen?

Meiner Meinung nach verhindern Patente keine Innovationen, sondern fördern sie sogar. Wie im Beispiel mit dem Tablet kann man anderen Firmen doch nur zurufen: Lasst euch was einfallen, seid innovativ, überrascht uns und zeigt Apple, dass es auch anders geht.

Das tun sie leider nicht. Auch wenn Apple dafür bekannt ist, selbst in der Vergangenheit der Firmengeschichte sich oft hier und da bedient zu haben, so schafften sie es letztlich, all diese Ideen zu einem erfolgreichen Ganzen zu verbinden. So erfolgreich, dass es offenbar mehr denn je Erfolg versprechend für andere Unternehmen zu sein scheint, diese Errungenschaften ebenfalls zu kopieren.

In den letzten Monaten und Wochen haben diese Versuche haarsträubende Blüten getrieben, wie zum Beispiel in dem Tumblr-Blog “Inspired by Apple” fest gehalten wird. Auch Acer schreckt nicht mit einem Cloud-Service zurück oder HP mit einem MacBook-Klon. Was die “Erzfeinde” Apple und Samsung betrifft, so wird es bald ganz obskur. Ende letzten Jahres wurde ein Verkaufsstopp für Samsung-Tablets erwirkt, nun bringt Samsung das Galaxy Ace auf den Markt, das nicht nur ein wenig an Apples iPhone erinnert. Auch der Dock-Connector scheint für Samsung nicht anders gestaltet werden zu können. Und der Gipfel des Humoristischen ist die Abwerbung des kleinen Mädchens aus einem Apple-Werbespot um sie in einem Samsung-Werbespot noch einmal das Gleiche tun zu lassen.

Nein, dieser Artikel sollte nicht der Verteidigung Apples dienen, sondern aufzeigen, dass jegliches Unternehmen versuchen würde, seinen Erfolg zu schützen. Man kopiert immer bei den Erfolgreichen. Weder Apple, noch Samsung oder sonst ein Unternehmen ist hier der Böse. Das ist Business. Wenn man verurteilen möchte, dann allerhöchstens das System und die Gerichte, die derartige Patente zulassen. Auch die Anhänger der Idee, alle Erfindungen und Entwicklungen sollten für alle frei zugänglich und verwendbar sein haben Recht. Es wäre eine schönere und einfacherer Welt. Aber wäre sie wirklich innovativer? Oder wären dann nicht alle Lenkräder (bis auf eines) rund? Moment…

P.S. Trotz Windows Phone gefällt mir das Lumia 800 verdammt gut. Toll gemacht, Nokia.

Nie wieder ein Schnäppchen verpassen

Früher, da ging man zum Elektrohändler oder Plattenladen um die Ecke und zahlte den Preis, der auf das Produkt geklebt war. Dann, in Zeiten von Media-Markt und Saturn, konnte man zwar vergleichen, stellte aber schnell fest, dass die Preise doch verdammt ähnlich waren. Schnäppchen gab es nur zum Sommer- oder Winterschlussverkauf. Heute darf sogar um den Preis gefeilscht werden, wirklich günstige Angebote bekommt man aber letztlich nur im Netz. Wirklich?

Preissuchmaschinen machen es leicht, das im Moment günstigste Angebot zu finden. Wenn man ein konkretes Produkt sucht. Aber es gibt ja auch noch die Schnäppchenblogs. Hier wird im Minutentakt alles an Preissenkungen und Angeboten zusammen getragen und veröffentlicht. Hat man einige dieser Blogs abonniert, ist man nach wenigen Minuten darüber informiert, wo es Katzenfutter gerade im Sonderangebot gibt, wo Waschmaschinen und Glätteisen mit einem Coupon billiger abgegriffen werden können, welche DVDs von Amazon die nächsten fünf Minuten für zwei Euro weniger raus geschmissen werden, oder wo man einen Gutschein erhält, um ein dreiviertel Jahr später in Hamburg in einem Hotel für zwanzig Euro weniger ein Zimmer zu bekommen.

Schnäppchenblogs sind die Pest. Hatte ich selbst noch vor wenigen Monaten noch so gut wie alle abonniert, so musste ich doch feststellen, dass ich kaum eines dieser Angebote nutzte. Wenn ich letztlich jedes Schnäppchen kaufe und damit im Vergleich Geld spare, gebe ich doch unglaublich viel Geld für Dinge aus, die ich nicht brauche. Und mehr noch: durch das penetrante Bombardieren der Angebote ist man in ständiger Unruhe. Zeigte mein Feedreader an, dass ich hundert neue Artikel noch nicht gelesen hatte, bekam ich das ungute Gefühl, ein tolles Angebot verpasst zu haben.

Natürlich möchte ich auch sparen. Aber nicht um jeden Preis. Schnäppchneblogs sind bei mir mittlerweile völlig verbannt. Und auch wenn ich nun hin und wieder für ein Produkt villeicht zuviel bezahle, das gestern noch günstiger zu bekommen gewesen wäre, so fühle ich mich doch um so vieles erleichterter und beruhigter. Nicht mehr das Gefühl zu haben, etwas zu verpassen, lässt mich am Ende weniger Geld ausgeben, als für einen Artikel ein wenig mehr ausgegeben zu haben. Schnäppchenblogs sind wie Werbeflyer im Briefkasten und auch diese halten wir uns mit entsprechenden Verbotsaufklebern vom Halse.

Im Übrigen, das muss ich einfach zugeben, nutze ich auch Preissuchmaschinen nur noch in den seltensten Fällen, da Amazon nicht nur preislich immer recht weit vorne liegt, sondern auch im problemlosen Service. Natürlich haben andere Anbieter günstigere Angebote, rechnet man aber Porto, Nachnahme und etwaigen Ärger beim Umtausch hinzu, hat man nichts gewonnen. Und… ach, ich muss jetzt Schluss machen. Amazon hat eben meine Surroundkopfhörer geliefert. Günstig waren die. Ein echtes Schnäppchen.

Wie im Kindergarten

“Sind wir hier im Kindergarten?” Nein, da waren wir mal. Ist schon lange her und mittlerweile sind wir erwachsen. Wir können über unsere Probleme sprechen, über den Frust, den Ärger und besonders über die Konflikte, die wir mit den anderen Kinde… Erwachsenen haben. Erwachsene sprechen über Konflikte. Sie schmollen nicht, hauen nicht einfach ab oder legen den Telefonhörer auf. Erwachsene heulen nicht und vor allem schreien sie nicht. Als Erwachsener ist man gebildet und erfahren genug, Differenzen mit vernünftigen Worten zu lösen, in vernünftiger Lautstärke, vernünftig artikuliert.

So weit zur Theorie. Die Praxis sieht leider komplett anders aus. Erwachsene schreien, heulen, brüllen, schmollen und manchmal werfen sie sich sogar theatralisch auf den Boden wenn sie sich ungerecht behandelt fühlen. Und hin und wieder, vielleicht in zehn Prozent der Fälle, mag das sogar teilweise gerechtfertigt sein. Da WERDEN Erwachsene tatsächlich hochgradig ungerecht behandelt und nichts scheint scheint zu helfen, außer einer Reaktion aus dem Kindergartenzeitalter.

Doch in der restlichen Zeit sollte es anders gehen. Tut es aber nicht. Wir sprechen nicht über Kinder oder Erwachsene sondern über Menschen. Und Menschen reagieren immer ähnlich, versuchen immer mit den gleichen Tricks, ihren Nachteil auszumerzen oder ihren Vorteil zu bestärken. Erwachsene verhalten sich nicht wie Kinder? Unsinn. Der Sandkasten ist überall, die Schäufelchen rar gesät. Und auch als Kind kann man am Rande des Sandkastens stehen, tadelnd den Kopf schütteln und rufen: “Sind wir denn hier im Kindergarten?” Manche Erwachsene würden trotzdem mit einer Handvoll Sand nach einem werfen und dann flennend und schmollend abhauen. Wir sind im Kindergarten. Jeden Tag.

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