Ich habe noch eine Stimme – aber mir fehlen die Worte

22.Juni 2009
Autor: Der Roger

Ich war nie ein politischer Mensch. Aufgewachsen bin ich in dem Glauben, dass es keinen Unterschied macht, wer an der Macht sitzt. Macht dient nur denen, die sie haben. Also gleich, welche Parteien oder Koalitionen gerade versuchen Deutschland zu regieren, das Endergebnis ist immer das gleiche. Politiker machen, was sie wollen, der Bürger büßt. Das ist natürlich eine sehr negative Einstellung und führt über kurz oder lang zur berühmten Politikverdrossenheit. “Was soll ich schon wählen, ist doch eh alles egal. Wogegen soll ich protestieren? Wofür soll ich kämpfen?” Alles gleich.

Politik, das war etwas, das andere machten. Worauf ich nur alle vier Jahre Einfluss hatte, indem ich ein Kreuz bei Rot, Schwarz, Gelb oder Grün setzte. Ich hatte eine Stimme und doch blieb ich stumm. Nun, da ich meine Stimme wieder gefunden habe, fehlen mir allerdings die Worte. Fassungslos bin ich, was die derzeitige Bundesregierung, die Politiker, die auch ich gewählt habe, am 18.Juni 2009 beschlossen haben. So ohne Worte, dass andere es viel besser beschreiben können. Zum Beispiel Anke Gröner. Oder Torben Friedrich, ehemaliges Mitglied der SPD seit dem Beschluss des Gesetztes zur Internet-Sperre. (Übrigens nicht der einzige SPD-Politiker, der nach der Abstimmung die Partei verließ) Auch die faz und das Handelsblatt-Blog haben recht lesenswerte Artikel über das neue Gesetz geschrieben.

Mag sein, dass das Geschrei nur im Netz so laut ist (die Generation C-64, die quasi digital aufgewachsen ist). Mag auch sein, dass auch hier wieder viel Polemik und Paranoia mit im Spiel ist (Nein, Deutschland ist nicht China – noch nicht). Fakt ist allerdings auch, dass sich die derzeitige Bundesregierung mit Sicherheit keinen Gefallen getan hat. Man hat Artikel 5 des Grundgesetzes zu Grabe getragen (Zensur findet ab sofort doch statt). Man hat  über 135000 Wählerstimme einfach ignoriert (es war die erfolgreichste Petition ever). Man ist dabei, die Gewaltenteilung, die ein Merkmal unserer Demokratie war, zu zerschlagen. Und dann ist man auch noch so arrogant und blind und tut so, als sei das zum Wohle aller.

Mir fehlen wirklich die Worte. Aber – ich habe meine Stimme noch. Und diese werde ich nutzen. Ab sofort werde ich nicht mehr denken, ich könne nichts ändern, ich werde nicht mehr still da sitzen und irgendjemanden an die Macht kommen lassen. Ich bin mir sicher, dass ich nicht alleine bin. Viele andere haben ihre Stimme ebenfalls wieder gefunden. Und ich muss der derzeitigen Bundesregierung dafür sogar meinen Dank aussprechen. Sie hat mich daran erinnert, dass ich etwas tun muss und etwas tun kann. Wir alle werden unsere Stimme nutzen.

Artikel5

Hier kann übrigens überprüft werden, wie welcher Abgeordnete gestimmt hat. Bildet euch eure Meinung und dann – nutzt eure Stimme.

Neulich las ich übrigens ein sehr schönes Zitat: “Am anderen Ende der Stadt gibt es einen kleinen Laden, der Kinderpornos verkauft. Die Polizei hat die Straßen dorthin gesperrt, der Laden ist aber noch immer geöffnet.”

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iPhone OS3.0 und iPhone 3GS

20.Juni 2009
Autor: Der Roger

Apple veröffentlichte diese Woche nicht nur das “neue” iPhone, sondern auch die neueste Version des iPhone-Betriebssystems. In diesem OS 3.0 stecken weit über 100 Neuerungen und Verbesserungen. Manche offensichtlich, andere eher versteckt, für die meisten nicht zu erkennen oder zu spüren. Außerdem wurden etliche Sicherheitslücken geschlossen. Pünktlich um 19 Uhr am 18.Juni ging der Run los, die Download-Server glühten und der Aktivierungsprozess kam ins Stocken. Dennoch hatte ich das Update schnell auf meinem iPhone. Datenbackup verlief flott ohne nennenswerte Probleme. Datenverluste, ewig langer Prozess und Bugs sind bei mir bisher nicht aufgetreten. Auch die Unkenrufe, das iPhone sei mit OS3.0 langsamer geworden, kann ich so nicht bestätigen. Ich bin sehr zufrieden. Alle Neuerungen aufzuzählen, wäre allerdings etwas zu viel an dieser Stelle. Die wichtigsten hat Apple hier selbst veröffentlicht. Weitere werden beispielsweise hier besprochen oder hier. Und selbst einige undokumentierte Features kamen zum Vorschein. Mit diesem Update ist das iPhone nun beinahe das geworden, was es bei der Erstveröffentlichung bereits hätte sein sollen. Und es ist wieder einmal wegweisend. Außerdem machen die ganzen neuen Features mein iPhone quasi zu einem 3Gs, mit einem ganz kleinen S.

Denn kommen wir zum neuen iPhone 3GS. Das S steht für Speed und wie ich in mehreren Vergleichsvideos erleben durfte, ist das neue iPhone wirklich schnell. Neue Hardware und mehr Speicher werkeln im alten Gehäuse und sollen die Geschwindigkeit des Systems und der Apps verdoppeln. Bei vielen Anwendungen ist das auch deutlich zu spüren. Außerdem wurde dem 3GS eine 3 Megapixel-Kamera spendiert, die nun auch Videos aufnehmen kann (und im iPhone selbst rudimentär bearbeitet werden können). In ebenfalls ganz ansprechender Qualität. Für Youtube-Videos mehr als ausreichend. Weitere Gimmicks, wie ein eingebauter Kompass und die Sprachsteuerung kommen dazu. Außerdem soll das neue iPhone eine neue, weniger schmutzempfindliche Oberfläche bekommen haben. Alles in allem vielleicht nur ein dezentes Update und nicht die erwartete Revolution. Aber es rockt. Und lockt.

Ich wurde mehr als einmal gefragt, ob ich mir das neue iPhone holen werde. Und sage aus jetziger Sicht erstmal deutlich Nein. Durch das OS3.0 bin ich mit meinem 3G nicht gar so weit hinter dem neuen Modell. Hier eine kleine Übersicht der verschiedenen Features und der Unterschiede zwischen den drei Modellen. Natürlich fände ich die neue Kamera und Videofunktion wunderbar (der Autofokus gefällt mir sehr). Auf den Kompass könnte ich verzichten und die Sprachsteuerung scheint mir auch mehr Spielerei zu sein. Der Geschwindigkeitszuwachs ist sicherlich ein schlagendes Argument. Doch die Überlegung, ob ich nur für eine bessere Kamera und mehr Speed, T-Mobiles Forderungen akzeptiere, lassen mich zweifeln. Zumal ich mein iPhone noch nicht einmal volle 12 Monate besitze. Für die Restmonate wäre eine Ablöse von 25€ vonnöten, also insgesamt 300€, um dann das neue 3GS kaufen zu können und einen neuen (schlechteren) Zwei-Jahres-Vertrag zu bekommen (siehe auch hier).

Das klingt weniger attraktiv und so reizvoll das neue iPhone 3GS auch sein mag – durch OS3.0 habe ich fast alles bekommen, was ich in meinem “alten” iPhone haben wollte. Ich bin zufrieden und bleibe auch fürs erste dabei. Aber ihr kennt mich. Sowas kann sich schnell ändern.

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Meine Dusche – das unbekannte Wesen

14.Juni 2009
Autor: Der Roger

Früher, als ich im schönen Süden wohnte, machte ich mir nicht viele Gedanken darüber, woher das Wasser aus meinem Duschkopf kam, wie es aufbereitet und wo es erhitzt wurde. Es war einfach da, auf Knopfdruck quasi, beziehungsweise bei Betätigung der Armatur. Ich konnte jede von mir gewünschte Strahlstärke einstellen und die Temperatur regeln. Im Nachkommstellenbereich wie es schien. Duschen war schön. Damals.

Jetzt, in Nordrhein-Westfalen musste ich den Heißwasserboiler kennen lernen. Der hängt hässlich in Bad und Küche und ist dafür verantwortlich, Wasser zu erwärmen. Er hasst diese Arbeit offensichtlich, denn er ist nie gewillt, sie ordentlich zu verrichten. An meinem Boiler befindet sich ein Wahlrad und ein Drei-Stufen Schalter. Allerdings könnte ich wetten, dass beide im Innern des Gehäuses nur mit einem Bauteil verbunden sind, das ‘Klack’ macht. Sonst nichts. Auswirkungen haben verschiedene Schalterstellungen keine.

Meine Dusche kennt daher nur zwei Zustände für Wasser: kochend heiß und eiskalt. Je nachdem, was ich mir wünsche. Nun ist der Boiler zu blöd, schnell von einem Zustand zum nächsten zu wechseln. Das sind dann die Zeiten, in denen ich dusche. Beim Aufheizen und beim Abkühlen. Nur dann kann ein menschlicher Körper die Temperatur ertragen. So flitze ich ständig in der Dusche hin und her, warte beim Betätigen der Badewannenarmatur im Nanometerbereich darauf, dass der Boiler das Signal erkennt und auf Kalt umschaltet. Dann stehen mir 8 Sekunden zur Verfügung, um meinen Körper mit Wasser zu benetzen. Anders herum sieht es noch schlimmer aus. Ein Duschvorgang beginnt mit einem fünfminütigen Ritual, bis die Temperatur geregelt ist (weiß der Himmel wie viele Liter kostbarstes Trinkwasser dafür drauf gehen), nur um beim Besteigen der Wanne festzustellen, das alles für die Katz war. Der Boiler ist sogar frech genug, so lange zu warten, bis ich Schaum auf den Haaren habe. Das ist seine Chance, ein leises ‘Klack’ und er schaltet um auf 78 Grad Celsius. Ich schreie und fluche, die eine Hand sucht tastend den Hebel, während die andere Hand (wie es Jürgen von der Lippe so schön ausdrückte) versucht, den Sonnenkönig vor Verbrühungen zu beschützen. Man ahnt, was gleich darauf kommt. Die Eishölle ergießt sich über verbrannte Haut.

Vielleicht ist das ein Grund, weshalb ich viel mehr bade als früher. Und damit noch mehr Trinkwasser verschwende. Meine Dusche und ich, wir weden jedenfalls niemals Freunde. ‘Klack’

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Wordpress 2.8 Baker

11.Juni 2009
Autor: Der Roger

Nicht Boney M.s “Ma Baker” (Ma ma ma ma – Kids, das gab’s schon vor Lady Gaga), sondern Jazz-Legende Chet Baker stand Pate für den Namen der neuen Wordpress Version 2.8. Vieles ist neu, vieles wurde aktualisiert. Die Hauptänderungen und augenscheinlichsten Neuerungen betreffen die Möglichkeit, Themes wie Plugins direkt im Backend auszuwählen und zu installieren. Syntaxhighlighting und Drag&Drop im Admin-Menü. Die Sommer- und Winterzeit stellt sich nun endlich automatisch und ohne Plugin um. Und das Dashboard kann noch besser den Bedürfnissen angepasst werden.

Das Beste war allerdings der Update-Vorgang. Es war mein erster seit meinem Umstieg auf Wordpress. Und ich war wirklich erstaunt, wie einfach und reibungslos er vonstatten ging. Auf Automatik geklickt, einige Sekunden gewartet, fertig. Genau so muss das gehen in einem modernen System. Wunderbar. Hier ein kleiner Überblick:

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Hugh Laurie ist Engländer – wußtet ihr das?

11.Juni 2009
Autor: Der Roger

Der von mir hoch geschätzte Schauspieler Hugh Laurie (Dr.House für die Unwissenden unter euch) wird heute 50 Jahre alt, wie ich eben drüben beim Fernsehlexikon las. Ich finde den Kerl auf vielfältige Weise klasse und interessant. Und ich hätte mit Sicherheit viele Fragen an ihn, wenn ich ihn denn mal träfe. Offenbar weit mehr, als amerikanische Talk-Shows.

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Home

7.Juni 2009
Autor: Der Roger

Der Fotograf Yann Arthus-Bertrand ist dem einen oder anderen vielleicht ein Begriff. Seine Fotografien sind weltberühmt und zeichnen sich durch ein besonderes Merkmal aus. Bertrand fotografiert die Welt aus der Vogelperspektive, aus Hubschraubern und Flugzeugen und wurde letztlich mit den Bänden “Die Erde von oben” berühmt. Zum ersten Mal hat Bertrand nun die Fotokamera gegen eine Filmkamera getauscht, war 21 Monate mit drei Filmteams in der ganzen Welt unterwegs, sammelte dabei über 488 Stunden Bildmaterial und zauberte daraus einen beeindruckenden Spielfilm mit dem Namen “Home”.

Home zeigt nicht nur großartige Aufnahmen unserer Heimat, der Erde, sondern auch teils erschreckende Bilder. Wie wir Menschen sie behandeln und ausbeuten. Doch selbst dies geschieht stets mit einer unglaublichen Faszination, die beinahe wieder an Attraktivität grenzt. Bertrand möchte mit diesem Film aufzeigen, was wir gerade im Begriff sind zu zerstören. Er möchte aufrütteln und um dies zu erreichen, soll der Film größtmögliche Verbreitung finden. Weshalb er kostenlos bei Youtube zu sehen ist. Und auch bereits im TV lief. Wem die HD Version auf Youtube nicht genügt, findet sicherlich auch noch einige Vorstellung auf der großen Leinwand in ausgewählten Kinos.

Home ist ein wunderschöner Film, mit wunderschönen Bilder und einer sehr stimmigen Musik. Vorwerfen kann ich ihm nur, dass darin zu viel gesprochen wird, noch dazu mit einer unangenehmen Stimme und all zu erhobenem moralischem Finger. Wer die Bilder genießen möchte, sollte den Ton abstellen. Und sich dabei seine eigenen Gedanken machen, ob wir Menschen tatsächlich so weiter machen können.

Hier der offizielle Trailer als Vorgeschmack:

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Die Qual der Wahl

7.Juni 2009
Autor: Der Roger

Heute, am 7.Juni 2009, findet auch in Deutschland die Wahl zum Europaparlament statt. Die Europawahl 2009. Und als politikverdrossener Bürger fragt man sich zunächst, weshalb man jemanden in das Europäische Parlament wählen sollte, wenn noch nicht einmal in der eigenen Regierung fähige Leute sitzen. Was bringt Europa für Deutschland? Nun, so gesehen könnte man sich das bei jeder Wahl fragen. Weshalb überhaupt wählen? Es sind doch ohnehin immer die gleichen Verbrecher, die alles tun, nur nichts im Sinne des Bürgers. Egal, welche Farbe, egal ob nach links oder rechts tendierend, ihnen allen gemein ist doch das Fehlen von Kompetenz. Oder nicht?

Ich will ehrlich sein. Bis vor kurzem ging mir die Europawahl so richtig am A… vorbei. In den letzten Tagen hat sich das grundlegend geändert. Ja, ich habe eine Stimme. Und ich weiß auch genau, wie ich sie einsetzen werde. Denn noch nie zuvor wurde es mir so leicht gemacht, mich zu entscheiden. Nie zuvor war ich so motiviert, endlich ein kleines Zeichen zu setzen gegen Bevormundung, Schwachsinn und Ignoranz. Und ich kann auch hier nur nochmals dazu aufrufen: Nutzt eure Stimme. Zeigt Europa, dass auch bei uns Schluss ist mit Politikverdrossenheit und wir uns nicht mehr länger auf der Nase herum tanzen lassen von Politikern, die sich einen Dreck um den Willen der Bürger scheren. Es GIBT Alternativen. Ihr habt eine Stimme. Nutzt sie. Geht wählen.

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Du bist Terrorist

19.Mai 2009

Früher war ich noch Deutschland. Jetzt bin ich Terrorist.

Du bist Terrorist from lexela on Vimeo. via Stadt-Bremerhaven.de

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Star Trek

14.Mai 2009
Autor: Der Roger

Nach den Sequels und den Prequels und den Remakes hat Hollywood derzeit die Reboots lieb gewonnen. Ein Reboot ist eine Art Neuinterpretation eines erfolgreichen Films oder Themas. Oder schlicht der Versuch, noch einmal Geld mit einem Film zu machen. Batman hat einen erfolgreichen Reboot bekommen, James Bond ebenso. Allesamt großartig. Als ich vor Jahren las, dass kein Geringerer als Lost-Erfinder J.J.Abrams sich daran machen möchte, das mittlerweile tot gefahrene Star Trek Universum zu rebooten, wusste ich, das ist der Richtige für den Job.

Und ich behielt Recht. Star Trek ist ein grandioser Film, der den alten Fans nicht vor den Kopf stößt und neue Fans gewinnen kann. Die Idee mit der alternativen Zeitlinie ist mehr als clever. Denn dies war meine größte Sorge: Zeitreisegeschichten werden immer dann genutzt, wenn keine besseren Ideen da sind. Zeitreisen gehen immer und wären auch keine Premiere bei Star Trek. In diesem Falle ändert das Zeitreise-Thema allerdings die Vorgeschichte so, dass fast alles gleich aber dennoch neu und spannend bleibt. Mehr als einmal war ich verblüfft und angenehm überrascht.

Die Schauspieler wurden perfekt gecastet. Man nimmt ihnen die jüngeren Versionen der alten Ikonen glaubhaft ab. (Und mit den leckeren Kerlen wird sogar den Science Fiction-abgeneigten Frauen etwas geboten). Pille hat die typische Gestik und auch Kirk gibt sich hin und wieder genau so, wie wir ihn bereits kennen. Die Action könnte knackiger kaum sein, es kracht und blitzt und scheppert in einem fort, teilweise wird man wie in einer Achterbahn von einem Event zum nächsten geschleudert. In Sachen Sound habe ich selten zuvor etwas besseres gehört. Die grafischen Effekte sind pures Eye-Candy, vielleicht hier und da mit zuviel Blend- und Leuchteffekten, aber nichts erinnert mehr an die Pappkulissen von früher. Wo es shiny und strahlend ist, sieht man das, wo es dunkel und schmutzig ist, ebenso. Story, Schauspieler, Effekte und Gags – hier wurde perfekt zusammen gemischt.

Natürlich fällt es schwer, diesen Film nicht mit der alten Serie und den alten Filmen zu vergleichen. Und natürlich wird einem hier und da das Herz schwer, besonders als altem, ehemaligem Trekkie (die jetzt offenbar Trekker heißen). Doch Abrams hat das einzig richtige gemacht. Alte Zöpfe abgeschnitten und einen kompletten Neuanfang, einen Reboot, gewagt. Im gleichen System, aber mit neuen Vorzeichen. Star Trek ist für mich eine absolute Empfehlung.

P.S.: Ich habe diesen Artikel absichtlich kurz zu halten. Eigentlich hätte ich gerne viel ausführlicher meiner Begeisterung Luft gemacht. Aber ich merke immer schnell, wie mich zu viel Text über einen Film abschreckt. Was dazu führt, dass ich viel zu selten über Filme schreibe. Dies war mein erster Versuch, meine Rezension knapp zu halten. Und dadurch auch wieder öfter über Filme zu schreiben. Dies hier ist nur meine kleine bescheidene Meinung. Wer längere Rezensionen sucht, findet diese in einschlägigen (Online)-Magazinen.

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Meine Haut ist eine blöde Kuh

13.Mai 2009
Autor: Der Roger

Als Teenager muss man sich meist damit abfinden, eine schlimme Haut zu haben. Besonders im Gesicht, also da, wo das inzwischen interessante andere Geschlecht es sofort sieht. Dummerweise hat man mehr Pickel im Gesicht, als am Arsch. Wenn man wirklich darunter leidet, eine böse Haut zu haben, versucht man alles mögliche, um gegen sie vorzugehen. Man fällt auf Clerasil-Werbung herein, geht zum Hautarzt, bekommt allerlei Mittelchen verschrieben und glaubt den Ammenmärchen, man solle keinen Senf, keine Schokolade und keine Chips mehr essen. Und wenn das alles nicht hilft, dann tröstet man sich mit dem Gedanken, bald älter zu werden und dieses Martyrium hinter sich lassen zu können.

Und dann steht man, mittlerweile über 30 Jahre alt, vor dem Spiegel und flucht. Weil die Haut noch immer nicht problemlos ist. Weil man noch immer spezielle Pflegeprodukte braucht. Seifen, Reiniger, Cremes etc. Bei jedem neu entdeckten Pickel ist man schlagartig wieder 15 Jahre alt. Und noch immer hat man mehr Pickel im Gesicht, als am Arsch.

Ich hatte schon immer Problemhaut. Was zusammen mit meiner Eitelkeit zu argen Differenzen führt. Kein Produkt, das ich noch nicht getestet habe. Keine Ernährungsumstellung, die ich noch nicht erwogen und versucht habe. Keine Möglichkeit, es einfach locker zu nehmen. Dazu kommt noch, dass meine Haut eine blöde Kuh ist und mich gerne ärgert. Teste ich einen neuen Gesichtsreiniger, fühlt sie sich stets wunderbar an, gibt mir das Gefühl, sie besiegt und beruhigt zu haben. Die T-Zone ist unter Kontrolle und die Demokratie wird abgeschafft. Doch die Rebellion lässt nicht lange auf sich warten. Meine Haut schafft es immer, einen Weg zu finden, jedes noch so teuere Pflege-Produkt auszutricksen. Holt zum Gegenschlag aus und lacht sich ins Fäustchen.

Auch sonst verhält sie sich völlig widersprüchlich. Egal, wieviel Schlaf ich hatte, was ich aß, wie lange ich in der Sonne war und ob ich mein Gesicht überhaupt wasche, kommen die Probleme. Oder sie kommen nicht. Und sie mag es, wenn ich sie regelmäßig rasiere. Gegen den Strich. Also bitte. Was für eine blöde Kuh.

So stehe ich weiterhin im Bad vor dem Spiegel, kontrolliere wie bereits vor zwanzig Jahren mein Gesicht, freue mich, wenn alles “clean” ist und weine leise, wenn sich an besonders exponierter Stelle etwas zusammen braut. Renne wieder in Panik in die Drogerie, wasche mein Gesicht mit noch teureren Mitteln, die anfangs helfen und dann wieder nicht. Und gebe irgendwann auf. Sage mir, ich kann ja jetzt fett werden, meine Haare nie wieder waschen und mich passend zum Gesicht gehen lassen. Was ich natürlich nicht tue. Der Löwe ist eitel und bleibt es auch.

Ich freue mich schon darauf, eine dicke Schicht Make-Up für meine Aufbahrung verpasst zu bekommen. Vermutlich werde ich im Sarg so gut aussehen, wie mein ganzes Leben zuvor nicht.

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