Vermutlich habe ich es schon einmal erwähnt. Ich bin ein Technik Freak. Ein Gadget Geek, wie Holger wohl sagen würde. Ich kann nichts dafür, das ist bestimmt genetisch bedingt. Kaum sehe ich eine neue technische Spielerei, beginnen meine Augen zu glänzen, meine Hände zu schwitzen und mein Kopf zu rechnen, ob und wann ich mir das Teil leisten kann. So erging es mir natürlich auch mit der Playstation Portable. In Anbetracht ihrer mannigfaltigen Möglichkeiten wusste ich bereits an dem Tag, als die ersten Berichte veröffentlicht wurden, dass ich sie würde besitzen müssen. Nun besitze ich sie. Der Anfang vom Ende?
Man sollte technische Geräte dieser Preisklasse nicht bei eBay kaufen. Und, ja, ich weiß, man sollte nicht mit bieten, wenn man es nicht wirklich ernst meint. Als ich vor drei Monaten mit bot, hätte ich im Traum nicht gedacht, dass ich nicht mehr überboten werde. Aber so kam es. Ich erstand eine PSP. Ein Schnäppchen zwar, schließlich war ein Spiel und eine 2G-Karte dabei, dennoch eine Menge Geld. Und die Bestrafung folgte auf dem Fuß. Als ich nach beinahe zwei Wochen das Kleinod in Händen hielt, fielen mir zuerst die drei Pixelfehler im Display auf (ich berichtete schon davon).
Ich rief die Sony Hotline an. Dort erklärte man mir, dass ich die PSP gerne einschicken könne, aber man wollte mir keine Garantie dafür geben, dass sie auch ausgetauscht würde. Es gäbe, so Sony, zwar eine DIN-Norm, die die maximale Anzahl der Pixelfehler in solchen Displays festlegt. Welche Norm das sei, wollte man mir aber nicht sagen. Nach Recherchen im Netz wusste ich nur, dass Displays dieser Größe gar keine Fehler haben dürften (wenn man die Pixelfehlerklasse von TFT-Monitoren zugrunde legt). Sony selbst sagt nur, dass eine gewisse Anzahl von Pixelfehlern technisch bedingt und zu tolerieren seien.
Nach langem Überlegen wagte ich es und schickte die PSP ein. Zwei Wochen später bekam ich sie zurück und siehe da. Sie wurde ausgetauscht. Gegen eine mit VIER Pixelfehlern.
Erneut rief ich bei der Hotline an. Ebenso beim Reparatur Service. Dort zeigte man sich entsetzt. Selbstverständlich hätte ich niemals eine PSP mit Fehlern im Display zurück bekommen dürfen. Also schickte ich sie wieder ein. Erklärte wieder in einem Begleitbrief, warum ich dies tat.
Diesmal dauerte es nur eine Woche. In dem Paket lag wiederum eine getauschte (und natürlich gebrauchte) PSP. Allerdings ohne Pixelfehler. Juhu.
Da saß ich also nun mit einer wunderschönen kleinen Konsole in der Hand und... hatte keinen Spaß mehr daran. Warum?
Zwar hatte der ganze Hick Hack mit dem defekten Display ein glückliches Ende genommen, aber es macht einem einfach die Freude kaputt, wenn man sein neu gekauftes Gadget erst noch einen Monat hin und her schicken muss.
Das dazu gekaufte Spiel stellte sich als langweilig und öde heraus. Ich mag Autorennspiele sehr. Wenn man aber durch fehlendes Anti-Aliasing nur in einen Pixelbrei hinein fährt, aus dem hin und wieder ein Hindernis auftaucht, verliert man sehr schnell die Lust.
Das zweite Spiel, das ich kaufte, war grafisch genauso schlecht.
Die Spiele kosten einfach zuviel. Zwischen vierzig und fünfzig Euro muss man hinblättern. Und auch bei eBay bekommt man die Teile kaum unter 25 Euro.
Ich erkenne nicht den Sinn darin, Spiele zu produzieren, die einen mit Stundenlangen Missionen an die Konsole fesseln. Schließlich ist es nur ein tragbares Gerät, das mir die Zeit im Zug oder im Bus oder beim Warten, während die Liebste einkauft, verkürzen soll. Ein schnelles Spielchen zwischendurch reicht da vollkommen. Anspruchsvolle Spiele spiele ich am PC oder auf dem Sofa.
Wenn man 5) zugrunde legt, kommt einem schnell der Gedanke, dass ein Tetris auf dem Handy eigentlich reichen würde.
Auf der PSP können Fotos betrachtet, Musik gehört und Filme geguckt werden. Die Speichersticks, um all diese Daten zu fassen, gibt es noch gar nicht. Es ist unglaublich, wie schnell zwei Gigabyte gefüllt sind.
Die Fotofunktion möchte mir gar nicht einleuchten. Fotos, die ich mit der Digicam gemacht habe, gucke ich in der Digicam an und lade sie dann auf den Rechner um dort weiter mit ihnen zu verfahren. Wozu sollte ich die in der PSP haben?
Musik höre ich schöner und komfortabler auf meinem iPod. Dort passen schließlich alle meine MP3s drauf.
Die Filme, die man auf der PSP schauen kann teilen sich folgendermaßen auf: UMDs und Speicherstick. UMDs sind einfach sagenhaft teuer und unnötig. Da hat sich Sony wieder mal ins eigene Bein geschossen und versucht, mit aller Gewalt ein Format durchzusetzen, das der Markt nicht braucht und die Welt nicht will. NIEMAND gibt noch einmal 20 Euro für einen Film aus, den er ohnehin schon für 20 Euro auf DVD gekauft hat.
Die Filme, die man auf den Speicherstick ziehen kann unterliegen Restriktionen, wie zum Beispiel einer sehr kleinen Auflösung. Hat man einmal eine UMD gesehen und erkannt, in welcher (zugegebenermaßen) Brillanz das kleine Gerät Filme wiedergeben kann, möchte man diese kleinen, verwaschenen Filmchen vom Stick nicht mehr sehen. Das Speicherstick Filme nur mit einer Auflösung von 320x240 Pixeln wiedergegeben werden können, liegt nur daran, weil Sony ja ihre UMDs verkaufen möchte. Und ich möchte somit keine Filme gucken.
Also ist die Film-, Foto-, und Musikfunktion der PSP belanglos, womit sie eine reine Spielekonsole bleibt, die an zu teuren und noch zu schlechten Spielen scheitert.
Mir fiel außerdem dummerweise auf, dass es mir peinlich ist, in der Öffentlichkeit zu zocken. Früher hatte das noch Charme mit dem Gameboy die Tetrismelodie erklingen zu lassen. Vielleicht bin ich doch zu alt?
Die PSP bietet natürlich noch mehr. Zum Beispiel eine WLAN Funktion und einen Browser. Der Browser ist recht elegant gelöst, in Anbetracht einer fehlenden Tastatur. Allerdings habe ich in der freien Wildbahn noch nie eine Netzverbindung zustande bringen können. Die Signalstärke muss wohl über 90 Prozent liegen. Selbst bei mir zuhause darf ich nicht weiter weg von meinem WLAN Router als fünf Meter.
Alle weiteren kleinen Gimmicks der PSP versagen aufgrund fehlender technischer Reife oder Nutzen.
Man wird wohl verstehen können, wie weh gerade mir es tut, zugeben zu müssen, dass ein Gerät, das ich unbedingt besitzen wollte, nicht das hielt, was es versprach. (Außerdem ärgert mich noch, dass Sony die PSP um 50 Euro im Preis senkte, einen Monat nachdem ich sie erstanden hatte, womit der Verkaufspreis bei eBay ebenfalls in den Keller rutschte.)
Mittlerweile wurde bekannt, was mit der neuen Firmware Version alles möglich sein soll. So soll die PSP einen Mail Browser bekommen. (Wozu?) Von einem Messenger ist die Rede. (Ohne Netz und Tastatur?) Von einer optionalen Tastatur (Aha!) und einer Kamera (Häh?). Von GPS Funktion und entsprechenden Navigationsprogrammen (Wer es braucht).
Man hört sogar schon von einer neuen Version des Geräts. Kleiner, kompakter und mit eingebautem 4 Gigabyte Flash Speicher. Prima. Spätestens dann fühle ich mich völlig verarscht.
Das einzig reizvolle bei den Gerüchten scheint der PSOne Emulator zu sein. So soll es zukünftig möglich sein, alte Playstation Spiele herunter zu laden. Die sind zwar grafisch ebenfalls nicht so top, aber dafür spielerisch umso ausgereifter (nunja, manche davon). Außerdem wird man sie einfach vom Speicherstick starten können. Die Preise sollen sich um die 10 bis 15 Euro bewegen.
Sie liegt nun hier vor mir. Schwarz, edel, Pixelfehlerfrei. Und ich warte ab, was die Zukunft mit der PSP bringen wird. Hoffentlich und endlich Spaß.
Aber manchmal schaffe ich es eben auch, ganz rational das Gen in den Griff zu bekommen. Beim iPod etwa: Ich sitze quasi nie in Öffis und wenn ich auf der Straße laufe, lasse ich mich nichtmal gerne durch ein Telefonat ablenken. Auf dem Fahrrad oder gar den Skiern kann ich Musikbeschallung schon dreimal nicht gebrauchen und im Urlaub verbringe ich meine Tage auch nicht auf dem Touristen-Grill. Zu Schulzeiten war ich für meinen Walkman (der musste damals natürlich von Sony sein) dankbar. Aber im Schulbus sitze ich eben nicht mehr
Aber ich drücke die Daumen, dass Du Deiner PSP doch noch einen Nutzen abgewinnst
Aber es bleibt ansichtssache!