Männer und ihre Spielzeuge

Ein weit verbreitetes Klischee über Männer lautet, dass sie ihren Autos gerne Namen geben. Natürlich passen viele Kerle nicht in dieses Schema, was dem Klischee bislang aber nicht schaden konnte. Auch ich habe da nie hinein gepasst. In meinem Leben besaß ich bislang genau zwei Autos. Und das erste gehörte noch nicht einmal mir, sondern war auf meine Mutter angemeldet. Ein treuer, weißer Ford Fiesta mit vier Gängen und gefühlten 18 PS. Als ihm der Boden durchgerostet war, erstand ich meinen Peugeot 206. Ein knuffiges, freundliches, französisches Auto mit fünf Gängen und gefühlten 50 PS. Auch diesem Wagen gab ich nie einen Namen. Erkannte nicht mal ein Geschlecht. Vielleicht weil ich es lächerlich fand. Oder vielleicht, weil er zu unpersönlich daher kam, der Wagen. Doch nur ein Gebrauchsgegenstand war, der einfach Peugeot hieß. Müsste ich ihm heute einen Namen geben, würde ich ihn vielleicht … Luc nennen. Oder Egon. Au revoir, Egon.

Nun steht das neue Auto quasi vor der Tür. Sechs Gänge, schöne 100 PS, rassiges Auftreten. Und mir fiel mit einem Male auf, dieses Auto ist eine Sie. Und sie braucht einen Namen. Einen guten Namen, der zu ihr passt. Wieder durchzuckte es mich (metaphorisch) und drei mögliche Namen erschienen vor meinem geistigen Auge. Drei Namen, an die ich zuerst denken musste, wenn ich an Frauen mit den Attributen rassig, kurvig, heiß dachte. (Ladys, bitte seid mir nicht böse. Ich werfe nachher einige Euro in die Chauvikasse, versprochen) Es war klar, dass diese Namen in der engeren Auswahl für meine(n) Civic standen.

Eine Freundin, die ihren Autos ebenfalls seit je her Geschlechter und Namen zuteilt (!!!), erklärte, ich wüsste erst dann den Namen des Wagens, wenn ich die ersten Kilometer mit ihm (ihr) gefahren sei. Das Auto teilt den Namen mit, lässt mich ihn spüren, sagte sie. Ich bin gespannt, was mein neues Auto mir miteilt. Schließlich möchte ich nicht, dass es mir ein „Olga“ zuflüstert, oder ein „Waltraud“. Oder ähnlich – nunja – schlimmes.

Was wäre eure Idee? Seht sie euch an, wie sie da steht. Wie eine Raubkatze. Zum Sprung bereit, sich auf ein Opfer zu stürzen, genannt Straße, und es zu bezwingen. Seht nur wie sie strahlt (okay, sie muss gewaschen werden, ich weiß). Seht ihr ihre hellen Augen? Spürt ihr die Kraft, die sie gerade noch so zurück halten kann? Welchen Namen würdet ihr diesem Auto, ihr, geben.

Civic Type S

27 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Sorry, aber das ist eindeutig keine „Sie“. Glaub´s mir. Zeig mir ein Foto von einem Hund oder einer Katze und ich sage Dir das Geschlecht. Für mich ist das ein „Bruno“.

  2. Susanne, zeig mir ein Foto von einer Banane und ich sage dir, welche Farbe sie hat. 😉 Nein, das Auto ist eindeutig weiblich und selbst wenn es männlich wäre, definitiv kein „Bruno“. Ich kenne jemanden, der einen „Bruno“ fährt, ich kann das beurteilen.

    Stefan, der Wortwitz ist natürlich klasse und brachte mich zum schmunzeln, aber auch Godot ist es nicht.

  3. Das ist ne „Mieze“. Raubtierhaft geduckt, mit schnurrendem Motor, bereit, alle anderen hinter sich zu lassen (oder es mit 100 PS wenigstens zu versuchen).

    Mein erstes Auto war „Der kleine Blaue“, dann kam ein uralter, rostig-weißer Golf I namens „Schneewittchen“, gefolgt von einem, nein einer A3 namens „Zuckerschnecke“, abgekürzt „Schnecke“ – was nichts mit der Geschwindigkeit zu tun hatte, BTW. Der Name war sogar im Freundeskreis voll etabliert, es hieß immer „Nehmen wir mein Auto oder lieber die Schnecke?“. Inzwischen ist es (ein Traum!) ein(e) EOS. Naheliegend war natürlich „die Göttin“, aber auf den Trichter sind schon zahlreiche andere gekommen. Deswegen ist sie jetzt die „Schnecke II“ und der Rufname variiert zwischen „Schnecke“ und „Schneggele“. Manchmal grinse ich sie auch nur an und sage „Na, Hübsche? Lust aufn heißen Ritt?“

  4. „Adrenalinchen“
    denn ich bin mir 100prozentig sicher, jedesmal, wenn du nur allein schon an dieses neue TraumAuto denkst, steigt dein Adrenalinspiegel von 0 auf 100. ;o)

  5. Ne Mietze, Miss K.? Gefällt mir zwar, klingt aber nicht sexy und gefährlich genug. Schöne Geschichte mit deinem Schneggle. 🙂

    Maikäfer, wie soll ich denn das bitte verstehen? Mein Adrenalinspiegel steigt von 0 auf hundert? Das klingt ja, als wäre ich ohne das Auto eine absolute Schlaftablette. 😛 Adrenalinchen ist mir etwas zu verspielt.

  6. Naja, ich habe halt ein Faible für Understatement. Mieze, finde ich, deutet die Gefahr an, lässt aber gleichzeitig Spielraum für ne schnurrige 30er-Zone. 😉
    Und wenn ne heiße Mieze nicht sexy ist – hey, was denn dann?

  7. Hm, gutes Argument. Auch das mit dem Understatement. Liegt mir Löwen-untypisch nämlich auch. Dennoch ist mir Mieze zu … süß. Ah, und ne heiße Mieze ist natürlich sexy. Aber heiße Mieze ist ein blöder Name… 😉

  8. Turbomieze? Killermieze?
    Catwoman wäre mit persönlich zu offensichtlich, aber ihr RL-Name, Patience Philips (im Film! Im Comic war’s Selina Kyle), gibt vielleicht was her. „Patience“ sogar gleich in doppelter Hinsicht, hehe…
    Oder einfach Miss Philips.
    Oder Hotstuff.
    Oder Killercat.
    Oder so.

  9. Als erstes kam mir „Lotte“ in den Sinn: Die flotte Lotte. Passt aber nicht. Lotte’s sind blond, blauäugig, üppig bestückt und kommen aus Schweden. Dein Automobil sieht einem südländischem Typ eher ähnlich.
    „Lola“ beispielsweise: „Lola rennt“ oder „Der blaue Engel“ (Marlene Dietrich als Femme fatale). Verführerisch, sexy, verrucht und ein wenig geheimnisvoll.

  10. Oh ja, Lola hat auch was! Unter „flotte Lotte“ allerdings verstehe ich etwas ganz anderes… 😉

  11. @miss k. LOL. Ich schmeiß mich gerade weg. OK, dann geht das gar nicht. Ich wusste nicht, dass „Flotte Lotte“ eine Umschreibung für Durchfall ist *fg*
    Also doch eher diese fesche Dame: „Well Im not the worlds most passionate guy. But when I looked in her eyes well I almost fell for my Lola“
    Wir werden es lesen, wie Herr Graf sich entscheiden wird.

  12. Ihr legt euch ja ganz schön ins Zeug, Ladys. 😉 Erstmal danke für das umfassende Feedback. Dass die flotte Lotte eine Bezeichnung für Durchfall ist, war auch mir neu. Aber Lotte ist nun eh nicht so mein Favorit. Lola würde mir zwar sehr gut gefallen, aber so heißt die hübsche Stimme in meinem Navi bereits. Und ist damit sogar so populär, dass mittlerweile niemand mehr fragt, wenn ich sage, dass mich Lola sicher ans Ziel gebracht hat. Würde nun auch das Auto Lola heißen… ich weiß nicht.

    Wie wäre es denn mit ähnlichen, knappen, coolen Frauennamen?

  13. LaBelle! Ach, ne, ist ja ein japanischer Joghurtbecher … dann vielleicht Mizuki. Kann mann dann auch in Mizu, Mizi oder Zuki abkürzen. Die kleine wäre dann japanische Agentin (natürlich Kampfkunsterfahren) steht auf Mangas und setzt ihre Kurven ein, um Männer hinter ihrem Lenkrad zu betören.
    Ich muss aufhören …

  14. Ich finde der Wagen sieht aus wie eine Romina. Bedeutet wohl so etwas wie „die Schöne“ und „die Liebende“.

  15. Ein Civic ist kein Auto. Ein Peu ge ott zum Beispiel ist ein Auto, aber kein Civic.
    Also gut, wenn es denn unbedingt ein Name sein muß, Lieschen ?
    Ja, Lieschen paßt ganz gut zu einem Civic.

    Aber glaub mir, laß es namenlos, ist besser so. 😉

  16. Sehr schöne Vorschläge (bis auf den Unsinn von Piiter). Danke. Bisher habe ich noch immer nicht den passenden Namen gefunden.

  17. Sehr klischeehaftig: Eleonore
    oder Gwen, Deliliah, Scarlett (nicht die Johannson), Seraphina, Giselle, Geraldine, Leticia, Sam(antha), Zoe, Cate/Kate, Liz, Aimee.
    So, jetzt gib Dich zufrieden, Kerl.

  18. Pingback: Der Civic und das iPhone | Alles Roger

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