Die perfekte Musik

Und dann sieht man sie wieder. Auf dem Boden liegend. Auf diesem grünen, zertretenen Teppich, der weiß Gott wie viele schmutzige Schuhe und Füße bereits gesehen hat. Doch da liegen sie. Der eine auf der Seite, der andere auf dem Rücken, den Blick verträumt an die nicht minder schmutzige Decke gerichtet. Zwischen ihnen stehen zwei Gläser, welche wie Königsgarden die Flasche Whisky begleiten. Die Flasche und ihr kostbarer Inhalt ist warm. Die Hälfte davon bereits durch Gläser, Münder und Rachen geflossen, warm und seidig und erst kurz danach brennend wie ein kleiner Schreck. Die Lautsprecher, die das viel zu kleine Zimmer beherrschen sind mannsgroß. Mit fingerdicken Kabeln an eine überhitzte Endstufe angeschlossen, die digitale Musik aus einem der besten CD-Player übersetzt, umsetzt, und wahrhaft durchsetzt. Der Raum ist geflutet mit Musik. Mit brachialem Orchester, Geigen und Pauken, Hörnern und Harfen. Es ist die Musik eines Filmes. Es ist die Musik ihres Filmes. Der alkoholgetränkte Traum eines perfekten Nachmittags. Sie werden die Flasche leeren und einer der beiden wird sich an der Wand im Flur entlang tasten müssen, bis er sein Zimmer findet. Und diese Erinnerung wird immer bleiben. Immer wenn das Orchester aufspielt.

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