Bye bye Firefox. Hello Safari

Vermutlich fingen wir alle mit dem Netscape Navigator oder dem Internet Explorer an, im Netz zu surfen. Welche Sensation, als damals mit Firefox eine großartige, schlanke, kostenlose, erweiterbare Alternative auf den Markt kam. Ich nutze den kleinen roten Bären (ein Firefox gehört nicht wie der Name vermuten lässt zur Familie der Füchse) schätzungsweise seit der Version 1.0 und war ihm immer treu. Dabei hat er mir schon mehr als einmal Ärger gemacht. Und nicht nur mir. Das Problem mit langsamen und ruckelnden Flash-Videos ist auch in Version 7 noch immer nicht behoben, wie mein damaliger Artikel beweist, der mit Abstand am häufigsten aufgerufene und kommentierte Artikel in diesem Blog.

Mozilla, der Hersteller des Firefox, hatte noch vor nicht allzu langer Zeit beschlossen, seinen Produktionszyklus zu beschleunigen und neue Major-Releases (also Hauptversionen, die normalerweise große Veränderungen mit sich bringen) ebenfalls schneller auf den Markt zu werfen. Man hielt sich dabei an Google und ihrem Chrome-Browser, der gefühlt jeden Monat ein Major-Release erhält und derzeit bei Version 14 angelangt ist. Da sieht ein Firefox 4.37 natürlich mickrig und rückständig aus. Deshalb bekommt Firefox nun mit jeder Änderung eine komplett neue Versionsnummer. Ich verabschiede mich heute von Version 7, Nummer 8 wird in wenigen Wochen erscheinen.

Safari ist erwachsen geworden

Allein die Qualität, die scheint im Vergleich zu den Versionsnummer nicht so rasant zu steigen. Das Flash-Video-Problem habe ich schon angesprochen. Seit neuestem ruckelt und zuckelt Firefox aber bei jeder Tätigkeit. Nicht einmal einfachstes Schollen durch eine Webseite klappt ohne Hänger. Das Flash-Plugin (ebenfalls noch immer ein Dorn in meinem Auge) lässt Firefox in regelmässigen Abständen abstürzen. Nichts scheint mehr zu gehen. Daher gehe ich. Und was läge als Mac-Nutzer näher, als zu Safari zu wechseln.

Safari 5.1 ist mittlerweile erwachsen geworden, schmiegt sich (natürlich im Vergleich zu Firefox) nahtlos in das System ein (OS X Lion) und bringt einige raffinierte Extras mit. Safari ist verdammt schnell, scrollt um einiges angenehmer, zeigt Flash-Videos ruckelfrei, hat eine von iPhone und iPad bekannte Zoom- und Wischfunktion (zum angenehmen hin und her blättern), den eingebauten Reader, der Webseiten auf ihren blanken Inhalt herunter kürzt und vieles mehr. Zudem gefällt mir, dass die Favoriten ohne mein Zutun über iCloud synchronisiert werden und ich so auf dem iPhone alle meine Seiten wieder finde. Safari kann problemlos den Vollbildmodus von OS X Lion nutzen und bringt eine Leseliste mit für Webseiten, die ich erst später lesen will und kann. Außerdem finden sich für Safari mittlerweile eine Vielzahl toller Plugins, bzw. Erweiterungen. Erweiterungen, um Flash-Videos automatisch als HTML 5-Videos anzuzeigen, Youtube schöner darzustellen, Facebook von allem Ballast zu befreien kommen hinzu. (wobei ich mir absolut sicher bin, dass es all diese Erweiterungen auch für Firefox gibt)

Aber leider ist auch bei Safari noch immer nicht alles Gold, was glänzt. Zumindest fallen mir als „Neu-User“ noch viele Dinge auf, die ich gerne geändert hätte. Sei es, weil sie schlecht gelöst sind, oder weil ich sie als altes Gewohnheitstier seit Firefox nicht mehr missen möchte.

  • Die Tab-Verwaltung und -Benutzung ist nicht optimal. Ich wünschte mir eine Erweiterung à la TabMix Plus, um regeln zu können, dass Links in neuen Tabs geöffnet werden, wo diese neuen Tabs erscheinen und dass noch unbesuchte Tabs hervorgehoben werden. Auch Erweiterungen wie bspw. Glims konnten da bisher nichts verbessern. Die Option, ein völlig neues Fenster zu öffnen, sollte generell verboten werden können. Innerhalb einer Seite möchte ich nicht, dass neue Tabs bei Klick auf einen Link geöffnet werden, bei Links aus der Lesezeichenleiste oder den Favoriten aber auf jeden Fall. Und wenn es geht, ohne dass ich dabei die Apfel-Taste gedrückt halten muss. Außerdem ist es anstrengend, ab einer bestimmten Anzahl geöffneter Tabs nicht mehr durch die Tab-Leiste scrollen zu können. Safari stellt einfach nur eine gewisse Anzahl an Tabs dar, den Rest muss man jeweils einzeln aus einem Aufklapp-Menü anklicken.
  • Die Adressleiste verhält sich anders als in Firefox. Um den gesamten Inhalt zu markieren genügt es nicht mehr einfach irgendwo hinein zu klicken. Nur der Klick auf das Favicon oder ein Dreifachklick bringen den gewünschten Effekt.
  • Die Suchleiste rechts oben scheint sich nicht erweitern zu lassen. Ich hätte dort gerne eine Funktion wie in Firefox, weitere Suchmaschinen hinzu zu fügen. Wikipedia, Amazon, IMDB etc. fehlen mir und Bing! kann gerne verbannt werden.
  • Der Stern zum schnellen, unkomplizierten Speichern eines Favoriten fehlt mir. Bei Safari kann ich Favoriten nur über das + Zeichen vor dem Favicon speichern und muss dazu auch den Speicherort angeben.
  • In einer Auswahlbox kann man bei Firefox per Tastatur navigieren, um z.B. in einer langen Liste schnell zum Buchstaben Z zu gelangen. Auch das geht bei Safari leider nicht.

Vielleicht hat der eine oder andere Leser Tipps, wie man die eben genannten Probleme in den Griff bekommt. Oder vielleicht denke ich in wenigen Wochen bereits anders darüber, wenn ich mich daran gewöhnt habe, Safari auf diese Weise zu nutzen. Man wird sehen. Was ist Eure Erfahrung mit Firefox? Bleibt ihr ihm treu oder seid ihr schon lange mit einer Alternative zur Alternative unterwegs?

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Tja, was soll ich sagen… ich werde firefox treu bleiben müssen. Allerdings hatte ich auch noch nie Probleme. Oder ich habe es nicht gemerkt.

  2. Wieso „treu bleiben müssen“? Wenn du einen Mac hast (und davon gehe ich jetzt mal aus, wobei es Safari auch für Windows-Systeme gibt), kannst du jederzeit Safari ausprobieren. Wenn du mit Firefox allerdings zufrieden bist, besteht dafür kein Grund. Aber müssen muss niemand was. Früher MUSSTE man ja quasi den Navigator und dann den Internet Explorer wählen. Diese Zeiten sind zum Glück vorbei.

  3. Kurze Anmerkung:
    Um bei Safari den gesamten Inhalt der Adressleiste zu markieren, gibt es das Tastenkürzel (funktioniert übrigens auch bei Firefox) [CMD]+[L]

  4. Danke für den Tipp, Karo. Es gibt ja immer die Puristen, die ausschließlich mi der Maus arbeiten. Für alle anderen kann die Tastenkombination sehr hilfreich sein.

  5. „Puristen“ arbeiten ausschließlich* mit der Tastatur 🙂 Das Gegenteil davon sind „Mäuseschubser“.

    * … was natürlich genausowenig 100%ig funktioniert wie wirklich alles mit der Maus zu machen.

    Danke für die Ruckel-Seite, die hat auch mich hierher geführt und zumindest Ansätze aufgezeigt.

  6. Pingback: Warum ruckeln Videos in Firefox? Hier die Antwort! | Alles Roger

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