Schon seit langem wollte ich in meinem Blog auch Rezensionen über all die Bücher schreiben, die den Weg in mein Regal finden. Nicht zuletzt, weil auch hin und wieder Bücher dorthin gelangen, die ich mir besser nicht gekauft hätte. Aber wie heißt es so schön? Hinterher ist man schlauer. Hier also mein erster Artikel und leider auch gleich der erste Verriss zu einem Roman, den ich besser nicht erstanden hätte. Es geht um den Roman Toxic
von Mark T.Sullivan.
Zunächst einmal sollte man immer skeptisch werden, wenn auf Büchern kleine Aufkleber angebracht wurden, die mit so markigen Sprüchen wie „Der Thriller des Jahres“ oder „Bestseller“ oder „unbedingte Kaufempfehlung“ werben. Diese Aufkleber können alle die Wahrheit sagen. Oder einen an der Nase herum führen. So wie der Autor von Toxic es auch in seinem Buch versucht. Sullivan, der auch schon den verfilmten Thriller „66095“ geschrieben hat, zeigt uns hier wieder einmal einen Cop, der einen Serienmörder jagt. Der Mörder begeht Ritualmorde mithilfe von Schlangen und hinterlässt (natürlich) kryptische Nachrichten am Tatort. So weit, so trivial. Wir begegnen den üblichen Klischees und Stereotypen: der Cop ist natürlich blendend aussehend, lebt aber nur für den Job und versucht seinen Sohn in dieses Leben einzubeziehen und seine Ex-Frau aus diesem Leben heraus zu halten. Er wohnt auf einer Jacht, trinkt über den Durst und wenn er eine Frau ins Bett bekommt, dann ist diese natürlich die absolute Granate. Auch die Täterfiguren und die Kollegen unseres Cops kennt man, wenn man hin und wieder mal Krimis liest oder guckt. Der Roman selbst ist zwar schön geschrieben und man kommt gut vorwärts, aber er packt einen nie wirklich. Zu lange lässt uns der Autor im Unklaren, was das ganze überhaupt soll, womit sich keine Spannung aufbaut. Weshalb der Cop so hinter diesem Fall her ist, wird ebenfalls nicht klar. Liegt es daran, dass sein Dad, ebenfalls Cop, gestorben ist und er nicht darüber hinweg kommt? (Klischee Klischee).
Der Roman beginnt wie eine typische CSI Folge, wandelt bald auf den Spuren von Dan Browns Sakrileg, vermischt ein wenig „Sieben“ darunter, hier und da eine Actioneinlage, die üblichen Scheidungseltern Klischees und Kollegenkämpfe auf dem Revier und zum guten Schluss noch ein wenig Südstaaten Voodoo. Das schlimmste ist allerdings die verkrampfte Art, wie der Autor versucht, den Leser zu überraschen und auf eine falsche Fährte zu locken. Das haben andere Thriller schon eleganter geschafft. Sehr früh in der Geschichte wird einem eine Person gezeigt, die so dermaßen offensichtlich der Täter sein muss, dass man denkt: Das kann doch wohl nicht wahr sein. Und natürlich ist es das nicht. Der Täter, der dann aber am Ende geliefert wird ist noch schlimmer und so unglaublich an den Haaren herbeigezogen, dass es schon weh tut (zumindest erklärt es, weshalb unser Cop nicht dahinter kam).
Nie vermag der Roman zu fesseln, man interessiert sich kaum für die Figuren und die Ritualmorde sind so fürchterlich konstruiert und kaum erklärbar, dass einem auch der Täter völlig schnuppe wird.
Ein „Thriller des Jahres“ ist das nicht. Aber nur Mut: meine nächste Buchrezension wird eine Kaufempfehlung.