Schutzlos dem Wort ausgeliefert

buecher

Menschen werden abgeschlachtet. In allen geschmacklosen Details. Folter, Häutungen, Horror. Glücklicherweise muss man es nicht sehen. Man liest es, baut sich die dazugehörenden Bilder im Kopf zusammen, wo sie dadurch länger haften bleiben als bei Film und Foto. Die Phantasie kann grausam sein wie kein anderes Medium. Befeuert wird sie durch Worte. Worte, die in Büchern stehen, in Büchereien geliehen werden können, in Handlungen gekauft, online bestellt. Auch von Jugendlichen. Ungeschützt.

Amerika kriegt sich nicht mehr ein, wen sie Nippel sehen. Deutschland kriegt sich nicht mehr ein, wenn in einem Computerspiel eine Waffe benutzt wird. Niemand kriegt sich ein, wenn im Fernsehen die Grenzen der Grausamkeit und Geschmacklosigkeit überschritten werden. Doch in Büchern scheint alles erlaubt und ist jedem zugänglich. Worte scheinen keine Macht mehr zu haben, unvermögend, Gewalt darzustellen.

Welche Bigotterie.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: