Der dritte X-Men Film mit dem Titel „Der letzte Widerstand“ soll angeblich der letzte sein. Brett Ratner, der Regisseur, der auch schon „Roter Drache“ und „Rush Hour“ drehte, sagte in einem Interview, dass jede weitere Fortsetzung noch spektakulärer sein müsse als die Vorgänger und er wisse nicht, wie das nun noch zu schaffen sei. Starke Worte. Wenn man allerdings als Fan der ersten beiden Teile sieht, wie Ratner diese Reihe zu beenden versucht, möchte man ihm zähneknirschend zustimmen.
Was die X-Men Filme so erfolgreich gemacht hat, war die schwere Frage nach Humanität und Toleranz, dazu starke Emotionen, verpackt in interessante Geschichten, mit interessanten Charakteren und einer schönen Prise Action. Auch im dritten Teil geht es um eine sehr ernste Frage, die auch auf die reale Zivilisation anwendbar ist. Im Film hat man ein Heilmittel entwickelt, das Mutanten zu normalen Menschen machen könnte. Alsbald beginnt ein Krieg zwischen den guten und den bösen Mutanten, die dieses Mittel jeweils für ihre Zwecke nutzen wollen. Die Frage birgt natürlich viel emotionalen Stoff, denn wie weit würde man selbst gehen, um „normal“ zu sein? Was wäre, wenn es ein „Heilmittel“ gegen die falsche Hautfarbe, sexuelle Ausrichtung oder Religion gäbe?
Ratner übernahm die Regie des dritten Teils nachdem Bryan Singer aus dem Projekt ausgestiegen war. Singer hatte mit den beiden ersten X-Men Teilen dem Superhelden Genre neues Leben eingehaucht. Man kann nur spekulieren, weshalb er während der Vorbereitungen zum dritten Teil ausstieg und von Ratner das „Superman Returns“ Projekt übernahm. Die Idee liegt nahe, dass Singer sein “Baby“ nicht zu Grabe tragen wollte.
Um es gleich richtig zu stellen, ich hatte mich gut amüsiert bei X-Men 3, die DVD werde ich mir auf jeden Fall kaufen. Aber Kritikpunkte bleiben: Zum einen schafft es dieser Teil nicht, die Konflikte und Probleme des Ensembles richtig aufzuzeigen. Stattdessen wird es dezimiert, am Ende sind fast alle lieb gewonnenen Charaktere tot oder geheilt. Dafür wurden neue Figuren eingeführt (wenn man es so nennen kann) von denen man nichts sieht und hört außer einem Auftritt, wenn sie endlich mal ihre Fähigkeiten zeigen können. Man kann sich noch nicht einmal die Namen merken und es ist auch gar nicht nötig. Was diese Figuren in der Geschichte zu suchen haben bleibt weitestgehend rätselhaft. Einfach das Ensemble im letzten Teil auszutauschen kann selbstverständlich das Ende der ganzen Reihe sein. Immerhin ließ das Filmstudio sich dennoch ein paar Hintertürchen offen (unbedingt sitzen bleiben bis zum Ende des Abspanns).
In keinem der drei Teile sind mir logische Löcher so offensichtlich aufgefallen wie in diesem. Die Szene mit der Verlegung der Golden Gate Bridge sieht zwar imposant aus, macht aber nicht den allergeringsten Sinn (man hätte auch einfach ein Boot nehmen können oder ein Dutzend anderer, einfacherer Wege). Auch hier scheint mir wieder, dass man noch einen supertollen Effekt in den Showdown packen musste, um eben diesen Teil noch spektakulärer zu machen.
Bryan Singer tat meiner Meinung nach gut daran sich einem neuen, frischen Projekt zuzuwenden, dem er nun wieder neues Leben einhauchen kann, während sein Kumpel Ratner die X-Men beerdigen durfte. Obwohl, so ganz schafft er es natürlich nicht. Denn neben den erwähnten Hintertürchen ist ja ein Wolverine Spin-Off geplant und ein Xavier und Magneto Prequel im Gespräch.
Alles in allem ein unterhaltsamer Popcorn Film, nette Effekte, eine eigentlich interessante Hintergrundgeschichte, die nicht genug zu Ende gedacht wird und zuviele (teils) uninteressante Charaktere, deren Geschichten und Konflikte ebenfalls ins Leere laufen. Ein schwacher Abschluss einer tollen Reihe, aber immer noch gut genug um knapp zwei Stunden Spaß und Spannung zu haben.
Übrigens habe ich zu Superman schon vernichtende Kritiken gelesen. Was nichts bedeutet, aber Superman war ja schon immer irgendwie.......blöd.......
Interessant übrigens wie die Leute jetzt schon Superman fertig machen, obowlh es meines Wissens noch keine kompletten Screenings gab. Ich stehe dem Film auch zweifelnd gegenüber, vertraue aber immer noch darauf, dass Bryan Singer das Beste daraus gemacht hat (außerdem ist Kevin Spacey immer eine Eintrittskarte wert - besonders als Bösewicht)