Ärsche auf dem Feld

Fährt oder wandert man derzeit durch die ländlichen Gegenden unseres schönen Landes sieht man eine Menge Ärsche. Nein, damit meine ich nicht die Hundertschaften von hart arbeitenden Erntehelfern, sondern tatsächlich deren Hinterteile. Diese werden nämlich beim Pflücken und Sammeln in orthopädisch ungesunder Haltung in die Höhe gereckt.

Zwischen Denzlingen und Waldkirch findet man zum Beispiel soviel Erdbeerfelder und andere Obstplantagen, dass man vor lauter Pflückern kaum mehr die Pflanzen entdeckt. In Buchholz wird gerade eine Container Kolonie gebaut, die alteingesessene Einwohner schon Klein-Warschau nennen, wie ich mir habe sagen lassen. Hier sollen die zumeist polnischen Arbeiter eine angenehme Unterkunft erhalten während ihrer Monate des Schuftens. Und ich wäre nicht überrascht, wenn sich neben der Kolonie auch bald ein kleiner Supermarkt niederlassen würde.

Nun könnte man sich (wieder einmal) fragen, weshalb so viele Erntehelfer aus fremden Landen hierher kommen und nicht hiesige Arbeitslose eingesetzt werden. Letztens bekam ich in einem Artikel die Antwort darauf. Ein Spargelbauer erklärte, er habe es eine Zeit lang mit deutschen Helfern versucht, doch die würden zu schnell aufgeben, schon nach zwei Stunden über Rückenschmerzen klagen und auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Polnischer Arbeiter seien hier viel robuster und fleissiger.

Das kann sehr gut sein. Ich erinnere mich mit Schrecken daran, wie ich der Familie meiner bösen Ex einmal bei der Weinlese (Herbschte) helfen musste. Nach wenigen Stunden war ich am Ende meiner Kräfte und wünschte mir eine Querschnittslähmung, nur um den Schmerzen in meinem Rücken zu entgehen. Ich kann stundenlang auf einem Stuhl an einem Rechner sitzen, aber 15 Minuten meinen Arsch auf einem Feld in die Höhe zu recken würde auch mich fertig machen. Also ein Hoch auf Klein-Warschau. Ich geh jetzt Erdbeeren kaufen.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. „Klein-Warschau“? lol.. ich wohne ja bekanntlich in Buchholz, aber den Ausdruck habe ich noch nicht gehört.. naja.. bin wohl noch nicht alteingesessen genug 😉
    Aber das mit den robusten Arbeitern aus unseren östlichen Nachbarländern habe ich auch schon gehört..und ich kann auch nur bestätigen: man stelle mich 10 Minuten auf so ein Feld in die Sonne und ich klage 100%ig über Rückenschmerzen, Sonnenbrand und so ein komisches Ziehen im rechten Oberarm.. außerdem wird mich dann schon bestimmt etwas gestochen haben und ich habe tierischen Durst.. 😉
    Erdbeeren pflücken ist wirklich ein Kochenjob (also jetzt _ohne_ Sarkasmus oder Ironie!).. die Mädels und Jungs sind schon harte Brocken.. da lob ich mir meinen Arbeitsplatz vorm Rechner im klimatisierten Büro..

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