Meine Kleidung kommt zu kurz

Uns Paranoiden war es ja schon seit langem klar. Die Elektroindustrie hat in allen ihren Geräten eine Sollbruchstelle eingebaut. Einen winzigen Schaltkreis, ein unscheinbares Bauteil, ein im Grunde unnötiger Kondensator vielleicht, der zu einem ganz bestimmten, planbaren Zeitpunkt hin seinen Dienst versagt und das komplette Gerät unbrauchbar macht. In der Regel wird dieser Zeitpunkt auf etwa einen Monat nach Garantieablauf gelegt. Jeder weiß das.

Die Autoindustrie macht das ebenfalls schon lange (und ich möchte gar nicht erst damit anfangen zu behaupten, daß es den Reifenherstellern eigentlich möglich wäre, Reifen zu produzieren, die nicht innerhalb kürzester Zeit ohne Profil unterwegs sind). Auch hier haben findige Ingenieure herausgefunden, daß man an Autos mehr verdient, wenn sie oft in die Werkstatt müssen. Da heutige Materialien und Produkte aber zu hochwertig produziert werden können, muß man sich auch hier an diversen, nicht sicherheitsrelevanten Stellen selbst darum kümmern, daß das Auto stets im entscheidenden Moment versagt.

So viel zur bisherigen Realität. Neu ist allerdings, was mir gestern auffiel, als ich verzweifelt vor meinem Kleiderschrank stand. Die Textilindustrie ist mittlerweile auf den Zug aufgesprungen. Es muß so ein, ich habe Beweise.

Mittlerweile werden Hemden verkauft, die einfach so eingehen. Sven meinte, nur Wolle würde eingehen, aber ich bin der festen Überzeugung, daß in diese Polyesterfabrikate Stoffe eingearbeitet werden, die zum Beispiel bei Dunkelheit (im Schrank) ihre Struktur verändern können und somit der komplette Stoff zusammen schrumpft. Mit dem Ziel natürlich, sich ständig neue Hemden kaufen zu müssen, die dann wiederum nach drei Jahren schon wieder zu klein geworden sind.

Wie könnte es anders zu erklären sein, daß mir diverse Hemden einfach nicht mehr passen? Darunter auch einige meiner (nun ehemaligen) Lieblingshemden.

Man hatte nur ein mildes Lächeln für mich übrig und meinte, es läge weniger an den Hemden die geschrumpft sind, als mehr an meiner Leibesfülle, die etwas voluminöser geworden sei.

Das halte ich nun wieder für Unsinn. Denn warum sind die Hemden dann auch an den Armen zu kurz geworden? Häh? Häh?

Ich werde die Sache genau beobachten und beim geringsten Anzeichen eines Beweises, der vor Gericht Bestand hat werde ich eine Sammelklage anstreben. Wer mit mir gegen diese Ungerechtigkeit kämpfen will, möge sich bitte hier in der Kommentarfunktion verewigen.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Roger, dieser Effekt muss dann aber auch reversibel sein, das habe ich festgestellt, nachdem mir auf ein Mal wieder Hemden passen (und auch stehen), die vorher doch im Bauchraum maechtig spannten. Ich vermute das ganze haengt irgendwie mit dem Jahreszeitenwechsel und der Lage des Wohnortes auf der Weltkugel zusammen. Verlaeuft der Aequator nicht irgendwo knappp suedlich von Muellheim? Das wuerde naemlich erklaeren, dass meine Kleider gewachsen sind – Loerrach liegt ja bekanntlich unterhalb des Aequators 😉

  2. Hmmm ich vermute eher, dass das mit den Mondphasen zusammenhängt. Roger, probier die Hemden doch mal bei Vollmond. Durch die stärkere Anziehung des Mondes an diesen Tagen wird das Gewebe gedehnt und schon passen die Klamotten wieder. Wenn Du sie dann 2 Stunden trägst und danach sofort in deinem Kühlfach Schockgefrierst stabilisert sich die Gewebestruktur auf das gewünschte Ursprungsmaß.
    Wenn das nicht helfen sollte… wann gehen wir mal schwimmen? Habe noch 2 Tage sturmfrei. 🙂

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