Pimp my perfektes Dinner

Man weiß mittlerweile, dass sich Herrchen nach langjährigem Zusammenleben immer mehr ihrem Hündchen ähneln. Wie es dazu kommt, weiß man allerdings nicht. Auch nicht warum. Ähnlich geht es mir bei der Frage, wie es dazu kommen konnte, dass ich mittlerweile ein Fan von der Vox-Sendung „Das perfekte Dinner“ bin, während die damalige Freundin mit mir „Pimp my Ride“ auf MTV guckt und ebenfalls ihren Spaß hat. Sehr eigenartig.

Warum ich als Mann gerne X-Zibits Sendung auf dem Musikvideosender sehe, liegt ja beinahe auf der Hand. Coole Kerle basteln coole Autos zusammen. Das reicht eigentlich schon und wäre nur noch mit einer einer stark erhöhten Anwesenheit von Bikinischönheiten zu toppen. Aber warum man als cooler Mann (der ich nunmal bin; siehe den vorherigen Satz) sogar Folgen des perfekten Dinners auf Video programmiert, weil man sonst verpassen könnte, welches Gericht der Heinz oder der Christian für ihre Gäste zaubern, lässt sich eigentlich nicht erklären.

Ich versuch es dennoch. Was ich am perfekten Dinner so klasse finde, ist die Darbietung. Die zusammengestellten Grüppchen bieten stets schönes Konfliktpotential. Nur wenige der Teilnehmer können wirklich perfekt kochen – meist bleibt’s beim amüsanten Bemühen und hat nichts mit Tim Mälzer-Lockerheit zu tun. Am allerbesten finde ich allerdings den Kommentator, der aus dem Off mit teils sarkastischen, teils zynischen, stets sehr amüsanten Wortwitzen das Geschehen auf dem Bildschirm beschreibt. Herrlich.

Übrigens fiel mir auf, dass ich seit meinem Einstieg in diese Doku Soap auch alles „auf den Punkt“ fertigstellen möchte und mich ärgere, nicht täglich auf dem Markt frische Dinge einzukaufen und die Verkäufer dort mit Vornamen zu begrüßen. Ich bin also noch nicht reif, um in der Sendung teilzunehmen, freue mich aber schon wieder auf Montag, wenn sich fünf neue Köche an den Herd wagen.

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. So unterscheiden sich die Geister. Ich finde diese ganzen Soaps die rein darauf abzielen die Teilnehmenden bloßzustellen, ziemlich widerwärtig.

  2. Da stimme ich dir vollkommen zu, Mela. Umso mehr schäme ich mich, dass ich ausgerechnet bei dieser Sendung einen solchen Spaß habe. Verzeih.

  3. Tja, was kann ich da drauf anderes sagen als „Avenue Q“ zu zitieren?

    „Sorry Nicky, human nature. Nothing I can do. It’s Schadenfreude! Makin‘ me feel glad that I’m not you.“

  4. Eigentlich wird beim „Perfekten Dinner“ niemand bloßgestellt. Jeder Teilnehmer weiß auf was er sich einläßt und das einzige das schiefgehenh könnte ist sein Essen.
    Das kann man als Zuschauer bedauern oder belächeln, aber das ist ein Ding, daß jedem von uns schon mal passiert ist und dann muß man die Kommentare von Freunden,m Familie etc. auch hinnehmen.Also m.E. von Bloßstellung keine Spur.
    😉

  5. Keine Zeit zum Fernsehen – daher kenne ich auch diese ominöse Sendung nicht. Kann ich jedem nur empfehlen, die Glotze auszulassen!

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