Mit der PSP hatte ich von Anfang an nur Ärger verschiedenster Art. Wie ihr wisst, habe ich schon einige Male darüber berichtet. Als ich sie kaufte, war sie schlicht noch zu teuer, was Sony wohl ähnlich sah und zwei Wochen später den Preis um 50 Euro senkte (fies). Schon da war mir klar, dass ich mein investiertes Geld nicht mal mehr zum Teil wieder sehen würde. Doch das sollte nur der Anfang einer Kette von Problemen und Ernüchterungen sein.
Dienstag, 5. September 2006
Nintendo vs. Sony - Weshalb DS mehr Spaß macht und PSP stirbt. Teil 1
Die PSP hatte einen Pixelfehler und es kostete viel Geduld, Nerven und Porto, bis ich ein einwandfreies Gerät in meinen Händen halten konnte. Eigentlich hätte der Spaß dann ja losgehen können. Doch mit jedem Tag zeigten sich mehr Designfehler und Details, die einem einfach nicht bewusst werden, wenn man sie nur auf einem Blatt Papier sieht.
So dachte ich Anfangs, eine Akkulaufzeit von sechs bis acht Stunden sollte genügen. In Wahrheit nervt es, das Ding jeden Abend nach intensivem Gebrauch an den Stecker zu hängen. Auch die Multimedia Eigenschaften klangen viel versprechender, als sie es tatsächlich waren.
Der Fotobetrachter – eine Qual. Er braucht zu lange, um ein Bild anzuzeigen und noch länger um hinein zu zoomen. Natürlich hätte ich die 6 Megapixel Bilder vorher klein rechnen können, aber zu welchem Preis? Um die Fotos zwar schnell aber unscharf sehen zu können?
Der MP3-Player – nutzlos. Jedes Handy kann mittlerweile MP3s in gleicher Qualität abspielen und wiegt weitaus weniger (und die meisten sind auch im Handling besser optimiert).
Der Browser – ein Witz und für den täglichen Gebrauch ungeeignet. Ein nutzloses Feature, trotz mittlerweile integrierter RSS Unterstützung.
Schließlich die Moviefunktion. Ja, da hatte Sony sich wieder was ausgedacht. Filme in bestechender Qualität gucken zu können, verhieß schon einiges. Leider ist das proprietäre UMD-Format ein weiterer Rohrkrepierer aus den Sony-Labors und wird mit der MiniDisc und vielleicht sogar mit BluRay (wenn es so weiter geht) in die Analen nutzloser und erfolgloser Datenträger eingehen.
Frage: Wer setzt sich irgendwo hin und schaut sich einen drei Stunden Film wie bspw. King Kong auf diesem kleinen Bildschirm an? Wer kann das mit der Zeit doch recht schwere Gerät so lange halten? Wer gibt nicht früher oder später ob des fürchterlich spiegelnden Displays auf? Wessen Akku hält überhaupt lange genug um den Film zu Ende zu schauen? Wer gibt noch immer fast 20 Euro für diese UMD aus?
Antwort: So gut wie niemand. Was wohl der Grund ist, weshalb mittlerweile alle Filmstudios ihre Unterstützung für die UMD abgebrochen haben. Bis auf Columbia/Tristar, die ja bekanntlich eine Tochterfirma von Sony ist.
Selbstverständlich kann man Filme auch auf den Memorystick kopieren und ich kenne Menschen, die behaupten, die Qualität sei gut. Nicht gut genug für ein Gerät dieser Preisklasse. Wer einmal die (zugegebene) Brillanz einer UMD gesehen hat, guckt sich keine verwaschenen Kopien in kleiner Auflösung mehr an. Schon gar nicht mehrere Stunden.
Sinnvoll wären da vielleicht klein Filme, kurze Episoden, Serien oder eben Video-Podcasts. Tja, wenn Sony es mal hin bekommen würde einen ähnlich einfachen Mediamanager für die Konsole zu entwickeln (einen kostenlosen!) wie iTunes, mit dem man alle Inhalte schön verwalten kann.
Was aber macht Sony? Bietet uninteressante Kurzfilme auf yourpsp.com an, die man entweder mit dem integrierten Browser laden kann (hat bei mir nie geklappt, ich wurde immer auf die Playstation Seite umgeleitet und sah immer den gleichen Inhalt) oder am heimischen Rechner zieht, erst entpacken muss um sie dann mit dem Explorer oder ähnlichem in das (hoffentlich) richtige Verzeichnis auf dem Memorystick zu kopieren.
Aber – das ist noch nicht schlimm genug. Mittlerweile verlangt Sony für diesen „Service“ auch noch Geld. Die Kurzfilmchen kosten jetzt.
Wäre da noch das Hauptfeature der PSP: das spielen. Ich werde im zweiten Teil näher darauf eingehen. Für den Moment ist das genug Schelte.
Meiner Meinung nach stirbt die PSP. Vor Weihnachten wird der Preis mit Sicherheit noch einmal gesenkt werden und dann wird der Preisverfall rapide weitergehen. Ich habe meine PSP mittlerweile mit einem Verlust von 100 Euro bei ebay verkaufen können. Und ebay scheint mir hier ein guter Gradmesser für den „Wert“ des Produkts zu sein. Niemand ist dort bereit, mehr als 200 Euro für die Konsole PLUS Spiele PLUS Memorystick auszugeben (bei ca. 250 Euro Neupreis ohne Spiel und mit 1GB Stick). Der Wertverlust ähnelt dem eines Neuwagen. Und Sony scheint bisher keine Lösung zu finden, dies zu stoppen.
David Gardner, der Vorsandvorsitzende von Electronic Arts, dem weltweit größten Spiele Publisher, kritisierte Sony erst vor kurzem scharf. Wenn Sony die Konsole nicht auf festen Boden bringen und offensichtliche Mängel und Preis nicht in den Griff bekommen kann, wird es in absehbarer Zeit keine Spiele mehr von EA geben. Ein deutliches Zeichen, selbst wenn es nur Drohgebärden sind.
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