Ich mag Flickr nicht

Zugegeben, die Überschrift ist etwas reißerisch. Und auch nicht ganz wahr, da nicht ganz komplett. Wie könnte ich es schließlich wagen, DAS Vorzeigemodell des Web2.0 nicht zu mögen? Richtig müsste der Satz lauten: Ich mag Flickr nicht, weil man bezahlen muss, um in den vollen Genuss des Angebots zu kommen. Und somit habe ich mich schon als einer dieser Schmarotzer entlarvt, der denkt, im Netz sei alles kostenlos, oder sollte es zumindest sein.

Natürlich ist auch mir klar, dass die Firmen, die hinter all den tollen neuen Diensten stehen, in erster Linie Geld verdienen wollen. Das wollen sie alle und werden es auch probieren. Spätestens wenn die „Beta“ Zusätze verschwunden sind. Bis dahin werden die Kunden noch gelockt mit tollen neuen Möglichkeiten, an der Community teilzunehmen. Schöne neue AJAX Welt.

Ich nehme auch begeistert daran teil. Ich habe einen Account bei Flickr, bei Frappr, bei de.licio.us, bei Last.FM, bei YouTube, bei Technorati, bei OpenBC und so weiter und so weiter. Okay, OpenBC gehört vielleicht nicht wirklich in diese Liste. Interessant ist aber, dass mir der Mehrwert dort noch einleuchtet. Die Möglichkeiten sind in der Grundversion so beschränkt und gleichzeitig so verlockend, dass ich mir ernsthaft überlege, eine Premium Mitgliedschaft anzunehmen und dafür zu zahlen.

Aber für Flickr bezahlen? Mir will einfach nicht einfallen, was ich letzten Endes davon habe. Okay, ich kann soviel Bilder hoch laden wie ich will und alle können auch alle meine Bilder sehen (anstatt wie im Moment nur 200 – der Grund, warum ich schon lange nichts mehr bei Flickr eingestellt habe). Aber bin ich wirklich ein so ambitionierter Fotograf, dass ich ALLE meine Bilder dort veröffentlichen will? Für Geld? Was habe ich davon?

Zur Zeit frickle ich deshalb noch an einer Galerie für mein Blog herum, um meine Bilder auf meinem Server (für den ich ja ebenfalls schon bezahle) zu haben und alle so zeigen zu können, wie ich will.

Vielleicht bin ich auf dem Holzweg, vielleicht erkenne ich nur das Potential nicht? Aber das geht mir oft so. Auch mit de.licio.us konnte ich mich bisher nicht so recht anfreunden. Ich habe meine Bookmarks lieber auf meinem Rechner und möchte nicht erst eine Seite aufrufen, mich anmelden müssen, nur um dann dort die Links zu suchen, die ich gerade brauche. Last.FM ist ein nette Spielerei, und der Sinn dahinter ist wohl, dadurch neue Leute kennen zu lernen und neue Musik. Ersteres hat schon funktioniert. Letzteres noch nicht. Sollt Last.FM irgendwann Geld kosten, bin ich wohl weg.

Und weg bin ich schon bei anderen Diensten. Oder war gar nicht erst da. Natürlich kenne ich die kostenlosen Flickr Alternativen wie ImageLoop, Bubbleshare oder Zooomr. Doch auch hier gilt: weshalb sollte ich mir die Mühe machen, meine Bilder dort hochzuladen, mühselig einzupflegen und mit Tags zu versehen, nur um in einem halben Jahr die Mitteilung zu bekommen, dass ich doch jetzt bitte bezahlen soll, um weiterhin teilnehmen zu können. Dann geht die Suche wieder von vorne los.

Ist es nicht eigenartig, dass ich als Blogger so skeptisch diesen ganzen Diensten gegenüberstehe, die mir so hilfreich sind? Vielleicht verstehe ich sie auch einfach nur nicht. Ich habe beispielsweise bis heute nicht ganz kapiert, was Technorati und Feedburner für mich tun. Klar, ihr Funktionsweise ist mir bekannt. Meine Frage ist eher: Was würde sich für mich ändern, wenn es sie nicht gäbe und ich ihre Dienste nicht in Anspruch nähme? Wäre ich dann verloren im weiten Netz? Unauffindbar, ein kleines Licht, das einfach zu dumm und/oder zu geizig war, an der echten Community teilzunehmen?

Wie seht ihr das? Muss man überall angemeldet sei und sich überall beteiligen? Und wie sieht das mit dem genannten Beispiel Flickr aus? Was genau sind die Vorteile, wenn ich für den Dienst bezahle? Würdet ihr für weitere Dienste ebenfalls bezahlen?

Nun, vielleicht spendiert man ja jemand einen ProAccount für Flickr. Dann kann ich es ja selbst sehen, wie toll das ist. (Wink mit dem Zaunpfahl).

12 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich *liebe* Flickr. Das hat aber null mit dem Hype „Web2.0“ (mehr ist es nämlich nicht, als ein solcher) zu tun, sondern damit, dass es mir der Community-Gedanke bei Flickr Spaß macht. Und Community ist halt eine zentrale Plattform, nicht „jeder auf seinem Webspace“.

    Klar kann ich auf meiner Domain auch noch ne Bildergalerie mit Kommentarfunktion und Rubriken einrichten. Aber da kommen dann halt ganz andere Leute hin, als bei Flickr 😉

  2. Dank dem grundgütigen JC habe ich einen flickr-Pro-Account… und er macht mir Spass. Ich finde, die Vorteile sind, dass man sich um den (meist ja doch sehr begrenzt vorhandenen) Platz auf dem eigenen Webspace keine Gedanken machen muss (ich mach meine Bilder ungern kleiner – dazu bin ich zu faul), im Gegensatz zu privaten Galerien schauen auch Leute vorbei die einen nicht kennen und kommentieren auch, und man lernt auch noch unglaublich viel. In der eigenen Fotogalerie wird man ja eher nicht durch die Bilder anderer Leute inspiriert. Nachteil ist, dass es wieder eine Seite mehr gibt auf der man Zeit verschwenden kann. 😉

    Ich habe flickr ursprünglich dafür benutzt meine Blogfotos dort zu deponieren, aber durch den Proaccount und die unbegrenzte Albumanzahl mutiert es immer mehr zur meiner eigentlichen Galerie. Ob man dafür Geld bezahlen will muss jeder selbst entscheiden… aber das was hinter flickr steht (und hinter allen anderen), also die Arbeitsstunden und Betriebskosten, müssen ja auch bezahlt werden. Es ist ja auch nicht tragisch, wenn es einen freien Zugang und einen bezahlten Zugang gibt, so kann jeder selbst entscheiden. Und niemand hindert dich daran, dir noch einen weiteren Account zuzulegen, wenn der eine voll ist. 😉

    Ich habe gerade eine intensive Ausprobierzeit bei einigen der „tollen“ Web2.0 Dinge hinter mir und das einzige was ich regelmäßig nutze ist flickr. Alles andere läuft eher so nebenher. Aber ein musikbegeisterer Mensch wird vielleicht mehr bei Last.fm rumhängen als bei den fotoverrückten Flickrites.
    Ob man etwas von diesen Diensten hat, hängt ja nicht unbedingt damit zusammen ob man zahlt oder nicht, sondern in wie weit man sich selber einbringt – wie bei jeder Community. Insofern kann es dir was bringen, deine Bilder bei flickr hochzuladen, aber es muss nicht zwangsläufig so sein. Wenn du Aufmerksamkeit für deine Bilder willst wäre es wahrscheinlich aber eine gute Idee sie dort zu deponieren wo sie auch möglichst viele Leute sehen können.

  3. Mit Flickr bin ich nie warm geworden. Das liegt im Wesentlichen daran, dass deren Server häufig die Reaktionszeit eines 110jährigen Autofahrers hat und ich nicht gerne warte.

    Dafür bin ich absoluter last.fm Fan. Ich bin da schon über einige Bands gestolpert, die mir richtig gut gefallen haben und die ich ansonsten nie gefunden hätte. An der Community beteilige ich mich allerdings kaum

  4. flickr ist eigentlich ganz nett. Bis auf dieses flash-badge, dass man in Blogs implementieren kann. Das haut mich nämlich immer aus dem Netz. Das mit den 200 Bildern stört mich nicht mehr, wenn man flickr nicht als alleinigen Aufbewahrungsort benutzt, geht es 🙂

    Last.fm ist toll, besonders die frei herunterladbaren mp3s, auf die man manchmal stößt, und die neue Musik, die man entdecken kann.

  5. Also offensichtlich liebt oder hasst man Flickr um es mal etwas hart auszudrücken. Die Leute, die mit ihrer Kamera auch ins Bett gehen, halten es anscheinend für die Killerapplikation, die auch bezahlt werden sollte, für den Rest scheint es eben doch nur ein Web2.0 Dienst wie viele andere zu sein.
    Wie ihr zu den kostenlosen Alternativen steht weiß ich nun leider immer noch nicht. Auch nicht, ob es sich für mich wirklich lohnt, einen Flickr Pro Account zu holen.
    Was mich interessieren würde, Lena und Kelloggs, würdet ihr auch bei Last.fm zahlen, wenn die ihr Angebot beschneiden und in Basic und Pro umwandeln würden?

  6. Ich frage mich, was sie dort kostenpflichtig machen sollten? Außer dem Radio fällt mir da wenig ein und dagegen hilft dann Pandora oder fm4 😉
    Die bloße Darstellung der gehörten Songs und die Charts…wie soll man das abrechnen? Das Runterladen des Audioscrobblers kostenpflichtig machen?

    Nochmal zu flickr: In den Community Kram dort bin ich nur mittelmässig eingebunden und so stört es mich nicht, auch mal das eine oder andere Bild (die unwichtigeren) bei photobucket etc. zu laden 🙂

  7. Zugegeben, Last.fm ist da vielleicht ein weniger gutes Beispiel. Ich meinte die Frage auch übergeordnet und nicht nur auf Last.fm begrenzt. Was wäre, wenn dein Lieblingsdienst plötzlich Geld dafür verlangt, dass du ihn mit Content fütterst, mit dem die dahinter stehende Firma Geld verdient?
    Du nimmst die Antwort ja schon voraus: in den Community Kram… dann wäre die nächste logische Frage, wie viel bin ich bereit zu zahlen, um an dem Kram teilzunehmen und wie sehr möchte ich teilnehmen?

  8. Hmm. Ich lese Blogs, ich bin bei Flickr, last.fm, studiVZ und ich spiele ein Browsergame (freiwillig kostenpflichtig).

    Bezüglich der Community: Im Endeffekt sieht man sich dann doch irgendwann mal im ICQ, MIRC, Email oder Konsorten. Je enger man sich kennt, desto losgelöster vom Ursprungsgrund wird meist die Beziehung. Sollten letztere Dienste auch kostenpflichtig werden, dann würde es wohl im Endeffekt auf eine Abkehr zu insgesamt neuen freien Diensten geben oder eine Abkehr vom Web (im Falle der Email).

    Bezüglich der gebotenen Inhalte: Die sind ersetzbar. Es wird immer wieder neues geben und wie gesagt, ich nutze das Web nicht als Hauptspeicher meiner Informationen und Inhalte.

    Bezgl. der eventuellen kommerziellen Nutzung meines Contents: So einfach ist das nicht. Man sollte sich die AGB am Anfang immer mal an einigen Punkten ansehen. Diese gelten nämlich für beide Seiten. Die Gefahr besteht immer. Leider. Aber kann ein Unternehmen sich eine solche Änderung einfach so leisten? Und den Anbieter füttere ich psychologisch gesehen eher nicht mit Content. Sondern brauche/nutze diesen ja für mich und andere. Und ich trage ja auch Nutzen daraus.

    Wie sehr möchte ich an Web 2.0 Dingen teilnehmen (inkl. dieses Games, jetzt mal)? Gerade durch die vielen Kontakte, interessanten Blogs etc. kann ich wohl nicht mehr ohne 😉
    PS: Wieso kann man in Deiner Kommentarfunktion keine Absätze machen? *help* Das gibt ja den Hammerriesenblockblogkommentar 😀

  9. Wie ihr alle wisst, mag ich flickr nicht mehr. Zumindest nicht den Teil, den man bezahlen muss, wie beispielsweise die Möglichkeit, mehr als 200 Bilder anzeigen zu lassen. Ich bin vermutlich kein großer Fotograf und auch nicht unbedingt ein guter. Aber ic

  10. damit das Denken die Richtung ändern kann. Welch weiser Spruch. Und wie passend im Moment. Denn nicht nur liebe ich gerade alles, was rund ist (im übertragenen Sinne), sondern mein Denken ändert gerade in vielen Bereichen seine Richtung. Alles auf Null, i

  11. Die Geschichte zwischen flickr und mir ist eine lange. Zuerst war ich von flickr begeistert (Rogr), dann wollte ich etwas eigenes, dann proklamierte ich, flickr nicht zu mögen, dann besann ich mich eines besseren und erwarb doch einen Pro Account. Und nun

  12. Nochmal Flickr. Es wird immer schlimmer und ich kann gar nicht alle Links, alle Blogs, alle Beiträge hier auflisten, die sich mit diesem Thema befassen. Aber diesen hier muss man einfach zeigen. Auf eine "Beschwerde-Mail" an den Flickr Support i

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