Einige Tage ist schon her, allerdings kam ich erst vor kurzem dazu, einen Blick in den neuen Asterix Band zu werfen. „Gallien in Gefahr“ heißt das 33. Asterix Abenteuer, das der Zeichner Uderzo erneut im Alleingang erstellen mußte, da sein großartiger Kumpan und Texter Goscinny vor einigen Jahren verstorben war. Ich schnappte mir den Band und blätterte zunächst zweifelnd darin herum. Denn schon beim letzten Abenteuer „La Traviata“ wollte sich das alte, wohlige Asterix Gefühl nicht einstellen.
Ich redete mir damals ein, daß es einfach an meinem hohen Alter lag. Als Kind und Jugendlicher sieht man Comics anders. Allerdings sind gerade die Asterix Comics immer auch Geschichten für Erwachsene gewesen. Zu hintergründig waren die Anspielungen, zu fein der Humor, als daß Kinder das volle Ausmaß der Genialität hätten erfassen können. Die erfreuten sich an den bunten Bildern. Und das genügte ja auch.
Bunte Bilder hat der neue Band auch. Mehr als genug. Zu bunt und zu grell. Asterix trifft auf zwei verfeindete außerirdische Rassen, die in den Besitz des Zaubertranks kommen wollen, um ihre intergalaktischen Streitereien damit fortsetzen zu können. In dem ganzen Album geht es nur um den Krieg dieser Außerirdischen. Und spätesten, wenn auf einer kompletten Seite, das kugelförmige Raumschiff des Micky Maus-ähnlichen „Guten“ der Außerirdischen gezeigt wird, ahnt man, daß hier was nicht stimmt. Und das es nichts damit zu tun hat, kein Kind mehr zu sein. Mit diesem Band werden Kinder wahrlich mehr ihre Freude haben, werden zusehen, wie es kracht und zischt und Disney, Mangas und Superhelden Comics nicht einmal persifliert sondern nur nachgeahmt werden. Mein Fazit zu diesem nichtssagenden Abenteuer: Enttäuschend. Das fanden auch viele andere Kritiker
hier,
hier und
hier und bestimmt auch viele Fans. Wie habe ich in einem Artikel gelesen? Alte Fans werden das Album nur deswegen kaufen, um ihre Sammlung komplett zu haben. Neue Fans lassen sich damit aber nicht gewinnen. Traurig aber wahr.
Ich habe den Band geschenkt bekommen - ob ich ihn mir selbst gekauft hätte, ich weiss es nicht.
Ansonsten: Nein, keine Verarsche. Traurige Realität.
Zu Uderzo: Ich hoffe, man überzeugt ihn, es jetzt gut sein zu lassen. Ich bin nicht einmal dafür, junge Leute ran zu lassen. Ich glaube nicht, daß Asterix frischen Wind braucht. Das würde das Andenken an die guten alten Abenteuer vermutlich eher zerstören.