Da ich ja eben schon beim Thema Film war, möchte ich noch eine kleine, knackige Übersicht geben, über die DVDs, die ich mir in letzter Zeit zu Gemüte führen durfte/musste/konnte. Das vermeintliche Highlight war natürlich „Da Vinci Code – Sakrileg“. Und mein Urteil lautet: gepflegte Langeweile. Meine Befürchtungen haben sich also bestätigt. Ich hielt schon den Roman Sakrileg für schwächer als Iluminati und war daher sehr erstaunt, dass Dan Browns dritter Erfolgsroman verfilmt werden sollte. Ohne die alte Diskussion darüber anheizen zu wollen, ob nun Romane oder Filme besser sind, ist es nun mal in diesem Fall Tatsache, dass der große Reiz des Romans, das Spiel mit dem Wahrscheinlichen ist. Mit Vermutungen, mit schier unglaublichen Zusammenhängen und Schlussfolgerungen. Dass diese in einem Film niemals so ausführlich dargestellt werden können, ist klar.
Was bleibt, ist eine leidlich öde Verfolgungs- und
Schatzsuchegeschichte, die ohne den faszinierenden Hintergrund keinen
hinter dem Ofen hervor locken würde. Da hilft auch kein unterforderter
Tom Hanks, keine hübsche Audrey Tautou, kein Ian McKellen, kein Paul
Bettany und wie die ganze Starriege heisst. Schauwerte und Highlights
sucht man vergebens. Natürlich, denn diese sind auch im Buch nicht
vorhanden. Dort sind die Highlights die Gedankenspiele, die im Film
zwar schön in Szene gesetzt, aber dennoch langweilig sind. Schade.
Nett war allerdings „Poseidon“ von Wolfgang Petersen. Das Remake ist ein Actionfilm, nicht mehr und nicht weniger. Deshalb hält man sich auch nicht lange damit auf, die Protagonisten vorzustellen oder ihnen mühsam eine Geschichte aufzubürden. Schon in den ersten paar Minuten kentert das Schiff und dann geht es los. Richtig so. Charakterstudien suche ich in anderen Filmen. Der Film ist flott, voller Logiklöcher und schrecklich vorhersehbar (bis auf einen tippte ich richtig, wer überleben wird). Aber er macht Spaß, wenn man Dolby Sourround hat. Manchmal genügt das. (Großer Lacher, wenn sich eine völlig verheulte Fergie von den Black Eyed Peas dem Kapitän in die Arme wirft)
„Ab durch die Hecke“ ist sehr witzig. Und um Längen besser als der überspannte „Ice Age 2“. Aber die Klasse und den Charme eines Pixar Werks wurde noch immer nicht erreicht. Egal. Zwar dominiert auch hier wider dieser Tom und Jerry Humor, aber wenigstens funktioniert er.
"Slither" ist eine Horrorkomödie, ein B-Movie in, naja fast A-Movie Gewand. Teilweise amüsant, meist unnötig eklig und für Fans des Genres bestimmt eine Empfehlung. Ich würde ihn kein zweites Mal mehr anschauen.
„Das Haus am See“, die groß beworbene Wiedervereinigung von Keanu Reeves und meiner Sandra Bullock. Gähn, was für ein Käse. Schaut euch lieber nochmal „Während du schliefst“ an, das ist wenigsten eine Schnulzenkomödie mit Charme und Esprit.
Beides besitzt allerdings „FC Venus“, eine deutsche Komödie mit Christian Ulmen und Nora Tschirner. Wie der Titel vermuten lässt, geht es in dem Film um Fußball, um Frauenfußball gar. Also sind Lacher garantiert (Fünf Euro in die Chauvikasse). Der Film kommt sehr erfrischend daher, mit viel Musik, einigen gut platzierten Gags, ein paar Überraschungen in der Story und natürlich dem unvermeidlichen Happy End. Aber auf jeden Fall sehenswert, selbst für Fußballhasser.
Unbedingt zu meiden ist „American Dreamz“. Für mich der schlechteste Film seit „Couchgeflüster“. Wie heist es so schön? Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte. Und ich könnte so viele Details nennen, die mich an diesem Machwerk genervt haben, dass es kein Ende nehmen würde. Also lasse ich es, so wie Paul Weitz es besser gelassen hätte, dieses Ding zu fabrizieren.
Wirklich top ist „Good Night and Good Luck“ von und mit meinem George Clooney. Auch wenn ich als Europäer nun so gut wie gar nichts über die McCarthy Ära weiß, außer einigen grundsätzlichen Aspekten.
"Die Wolke" ist ebenfalls zu empfehlen, auch wenn ich mir habe sagen lassen, dass der Roman erschreckender ist. Das kann ich mir gut vorstellen. Die bedrückende Stimmung, die der Film aufbaut, verliert er leider viel zu früh wieder und wird zu einer lahmen Bravo-Love Story. Auch die Schauspieler rangieren zwischen hochgradig und Soapnebendarsteller und machen ebenfalls manchen gut gemeinten Augenblick kaputt. Dennoch kann man ihn mal gucken.
„16 Blocks“ ist wieder ein Bruce Willis Versuch, der nicht funktioniert. Warten wir lieber auf „Stirb langsam 4“ und hoffen, dass dieser unfassbar ätzende, nervtötende und talentlose Mos Def nie wieder engagiert wird.
Zum Abschluss noch ein kleiner Geheimtipp: „Napoleon Dynamite“. Fragt mich nicht, worum es in dem Film geht. Ich weiß es nicht. Fragt mich auch nicht, ob er gut ist. Keine Ahnung. Fragt mich nicht, weshalb ich ihn bis zum Ende angeschaut habe. Hmm. Am besten ihr seht ihn euch selbst an. Aber ihr solltet besser auf schräge Charaktere und Geschichten stehen.
Kennst du eigentlich die Comics zu "Ab durch die Hecke"? Hab die neulich entdeckt, sind sehr göttlich. http://www.overthehedge.com/ Aber auf Englisch.
Auf "Good Night, And Good Luck" freue ich mich schon. Bin sehr gespannt.
"16 Blocks" fand ich durchaus gut. Bis auf den besagten Blödschwätzer und den unpassenden Schnauzer.
"Da Vinci Code" interessiert mich irgendwie nicht. Habe noch nicht einmal das Buch im Regal, weil ich Bücher zu Lesen habe, die mich einfach mehr interessieren.
Für Reeves/Bullock/Schmalz müsste man mich schon foltern (schnittiges CIA-Kidnapping usw.), obwohl ich Sandra Bullock wirklich mag.
Die anderen genannten Filme kenne ich überhaupt nicht, auch nicht vom Hörensagen.
Ansonsten bin ich die Tage mal schnell kapitelsprungweise durch "Walk the Line" gehoppt. Freue ich mich auch drauf, obwohl ich Country-Musik im Grunde eigentlich verabscheue.
"Syriana" habe ich auch noch ungesehen hier stehen...
In dem Sinne, dass die Frau eine wirklich gute Schauspielerin ist, der nur die richtig guten Filme fehlen. Oder vorenthalten werden...