Vorbereitung für das Schlaflabor

Nein, es ist kein neuer Mut zur Hässlichkeit. Ich war auch nicht auf Tiefseetauchtour und stecke in einer Dekompressionskammer. Und ich warte auch nicht darauf, dass mich mein Mutterschiff endlich hier abholt. In Wirklichkeit ist es nur so, dass ich letzte Nacht mit einem echten Gerät geschlafen habe. Und deshalb brauche ich jetzt Extra Sauerstoff Zufuhr? Auch nicht. Was ihr hier auf diesem Foto sehen könnt, ist das Gerät mit dem ich letzte Nacht verbringen musste.

DSC_0857

Es überwachte meinen Schlaf, achtete darauf, ob ich auf dem Rücken oder der Seite liege, horchte genau hin, wann ich schnarche und womöglich völlig aufhöre zu atmen und kontrollierte dabei stets meinen Puls. Mit diesem Apparat sollte festgestellt werden, ob ich an Schlaf Apnoe leide. Schlaf Apnoe ist die verschärfte Version des Schnarchens. Man hört dabei sekundenlang auf zu atmen, bis das Gehirn eine Erstickungswarnung bekommt, den Körper aus einer etwaigen Tiefschlafphase reißt und ihn wieder zum bewegen oder atmen zwingt. Entsprechend gerädert wacht man am nächsten Morgen auf. So wie ich seit Jahren.

Das Breisgauer Schlaflabor in Bad Krozingen überließ mir das Gerät und diagnostizierte heute morgen sogleich, dass ich noch nicht an Schlaf Apnoe leide. Wie gesagt, noch nicht. Ich schnarche aber und habe dadurch immer wieder kleine, noch harmlose Atemaussetzer.

Um all das genauer untersuchen zu können, möchte man mich eine Nacht lang beobachten. Ich werde dazu an noch mehr Geräte angeschlossen und mit einer Kamera gefilmt. Hirnströme, Herzfrequenz, Blutdruck werden Auskunft über meine REM (Tiefschlaf) Phasen geben. Erst dann wird entschieden, welche Therapie für mich am geeignetsten ist. Auch hier gibt es einige Möglichkeiten, die von Operation bis hin zu Atemschlauch reichen.

Der Arzt indes fand deutliche Worte, um mir die Wichtigkeit dieser Maßnahmen zu verdeutlichen. So sagte er etwa, dass ich bei einem Bürojob vermutlich mit diesem Schnarchen leben müsste, doch angesichts meines Berufs möchte auch er, dass ich täglich so fit wie möglich bin. Als ich erwähnte wie unsexy ich einen Schlauch fände, den ich jede Nacht auf mein Gesicht setzen müsste, um meinen Hals frei zu halten, antwortete er: „Aber denken sie daran, um wie viel höher das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall ist, wenn sie nichts dagegen tun. Und halbseitig gelähmt herum zu laufen ist auch nicht sexy.“

Recht hat er. Anfang Januar werde ich also im Schlaflabor schlafen, danach hoffentlich meine Nasenscheidewand begradigt und die Mandeln entfernt bekommen, keinen Schlauch in mein Gesicht, dafür aber die lärmenden Nachbarn hinter mir lassen und endlich zu gutem, entspannenden Schlaf finden. Hach, ich werde jetzt schon wohlig müde bei dem Gedanken. Ich halte euch auf dem laufenden. Gute Nacht.

PS.: Auf dem Foto stehe ich nur deshalb so gruslig da, um den Effekt zu steigern. So sehe ich nicht jeden Abend aus.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Klasse, daß Du das endlich machst. Ich hoffe für dich das was dabei rauskommt. wenn die Leute nur erndlch einsehen würden, daß schnarchen keine üble Angewohnheit sondern sehr gesundheitsgefärdend ist. Ich selberleider nicht an einer Schlaf Apnoe,aber mein Mann. Und ich bin diejenige, die die halbe Nacht wach liegt und ihn schüttelt, damit er wieder atmet. Mein Bitte und flehen hilft nicht: Er weigert sich das behandeln zu lassen. Um so mehr meine Hochachtung für Dich. Auch deine Liebste wird es Dir danken. 🙂

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: