Auch Rauchen ist ein Killerspiel

Heute Abend um 20.15 zeigt das dritte Programm des SWR die Sendung „Quergefragt“. Eine Diskussionsrunde, die sich mit aktuellen Themen beschäftigt. Diesmal geht es um das Verbot von Killerspielen. Wahrlich sensationell daran ist, dass es der SWR endlich geschafft hat, einen Medien-, vielleicht sogar Geld geilen, jungen Mann zu finden, der von sich selbst behauptet, jahrelang Killerspiele (Counterstrike etc.) gespielt zu haben. Soweit, so trivial. Doch er wird auch behaupten, dass diese Killerspiele seine Hemmschwelle herab gesetzt hatten. Dass er also auf dem Weg zum Amokläufer war. Mit anderen Worten ausgedrückt. Wasser auf die Mühlen der weiteren Gäste, wie den Präsidenten des deutschen Lehrerverbands (und Rektor eines bayrischen Gymnasiums – wie passend) Josef Kraus und die ehemalige Familienministerin Renate Schmidt. Die Runde wird durch Margarethe Schreinemakers komplettiert. Was die hier allerdings verloren hat, ist mir ein noch größeres Rätsel, als der Sinn der Diskussion. Worüber soll denn diskutiert werden? Haben wir die Hexe nicht schon längst gefunden und steht der Scheiterhaufen nicht bereits lichterloh in Flammen? Sind sich nicht alle einig, dass Killerspiele böse sind, böse machen und verboten gehören?

In dieser Runde sitzen also ein Typ, der mal ins Fernsehen will, eine Ministerin, die nicht mehr von sich reden machen kann, eine Fernsehmoderatorin, die sich in Belgien verkrochen hat und die niemand mehr sehen will und ein Bayer. Stark.

In der aktuellen ct schreibt Benjamin Benz wunderbar im Editorial, das Land bräuche Verbote. Zum Beispiel müsse Brot verboten werden. Denn mindestens 90% aller Amokläufer hätten 24 Stunden vor ihrer Gewalttat Brot gegessen. Auch Eltern gehörten verboten, denn die Statistik belege: jeder Verrückte habe welche. Gut beobachtet. Ich lege noch einen dazu, auch wenn ich es nicht statistisch belegen kann: Zigaretten gehören verboten. Wollen wir wetten, wie viele der einsamen, desorientierten, vielleicht sogar unterschichtigen Computerspieler, die keine Anerkennung, niemanden zum Reden und keine Perspektiven haben, rauchen? Wäre das nicht ein kräftiges Argument für die noch immer anhaltende Diskussion über einen Deutschland weiten Schutz der Nichtraucher? Die Nichtraucher würden nicht nur vor Qualm, sondern auch vor tödlichen Schüssen in den Kopf geschützt. Denn beinahe jeder Amokläufer raucht. Dies sollte doch jedem Föderalismus zum Trotz das Argument schlechthin sein.

So, ich mache mir jetzt ein Brot, rufe meine Mutter an und verpasse diese Sendung. Weil ich vermutlich Amok laufe. (Hallo, liebes BKA, das war jetzt keine Androhung)

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Das BKA schickt ein SEK? Hmm, jedenfalls, nein, bis jetzt war noch niemand da. Hab ja noch nicht mal mein Brot gegessen…

  2. Und dann sah ich die Sendung doch und stellte erfreut fest, dass es nicht nur um Killerspiele und Verbote ging, sondern auch um Werte, Disziplin und die Frage, was in unserer Gesellschaft eigentlich schief läuft. Prima. Wenn auch ergebnislos.

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