Hart aber fair

Wir leben in einer Welt voller Klischees. Vor kurzem setzte sich eine Gruppe Jugendlicher im Zug in meine Nähe. Sie alle trugen zu große, weiße Jacken, zu große, weiße Schuhe, zu große, rote Pullover und zu große, funkelnde Uhren. Nicht alle in dieser Gruppe waren türkischer Abstammung, aber alle sprachen, als wäre das konkret krass der Fall, Mann. Ich schnappte folgenden Teil ihrer Diskussion auf:

"Ey, isch war gestern auf Gericht wegen fast totem Totschlag."
"Mordschlag heißt das."
"Ne, Totschlag."
"Alder, Totschlag, da is schon einer tot."
"Mann, isch war auf Gericht, weil ich einen fast tot geschlagen hab."
"Also fast toter Mordschlag."
"Krass, Alder."

Nun meine Frage an euch Juristen da draußen. Wie wird man denn in unserem Land für fast toten Mordschlag bestraft? Ich habe ja nun wirklich genug CSI und Polizeiinspektion 1 gesehen, aber dieser Anschuldigung wurde im Fernsehen bisher noch nie jemand für schuldig befunden.

Ich vermute mal, dass man für fast toten Mordschlag das gleiche bekommt, wie für das Kopieren einer DVD. Man sitzt fünf Jahre im Knast, ohne Kontakt zur Außenwelt und muss seine Kinder draußen vor dem Gefängnis "Happy Birthday" schreien hören. Das ist echt hart, aber fair.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: