Bayern will es offensichtlich wirklich wissen und brachte einen Gesetzesentwurf zum Verbot von Killerspielen ein. Was genau der Stoiber Eddi in seinem "Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung des Jugendschutzes" vom Bundesratspräsidenten Ringstorff möchte, könnt ihr hier bei PC Games nachlesen. Und wenn ihr schon dabei seid, vielleicht sogar noch zu dieser Aktion klicken, die ebenfalls von PC Games ins Leben gerufen wurde (über den Sinn dieser Aktion möchte ich nicht urteilen, aber was in dem erläuternden Text dazu steht, ist einfach mal wieder zu herrlich).
Wie man an der Anzahl der Kommentare zu diesem Artikel bei PC Games Online sehen kann, ist das Thema weiterhin kontrovers diskutiert. Seltsam eigentlich. Sollte man doch denken, dass bei Themen wie Verbot von Killerspielen, Klimaschutz, Kindermörder, McDonalds Ernährung und was es sonst noch Böses auf dieser Welt gibt alle einig sind und Diskussionen nutzlos sind.
Egal. Mir fiel bei dem Thema nur eines ein. Und zwar das
mulmige Gefühl, das ich hatte, als ich vor kurzem den Film "Blood
Diamond" im Kino sah. Der Film ist ab 16 Jahren freigegeben und zeigt
blutige Bürgerkriegsszenen in Afrika, Kindersoldaten und erschossene
Leichen gleich dutzendweise. Die Gewalt in diesem Streifen ist selbst
für meine Begriffe hart an der Grenze und auch mir wurde mulmig mit anzusehen, wie Frauen und Kinder erschossen werden und ihr Blut über
die Wände spritzt. (Ansonsten ist der Film aber gar nicht so schlecht)
Ich weiß, dass auch dieses Argument müssig ist
und im Grunde nicht diskutiert werden kann. Offenbar gibt es auch beim Thema Gewalt und Jugend nicht nur zweierlei Mass sondern gar vielerlei. Die
Hexenjagd wird weitergehen, egal wieviel noch darüber geschrieben oder diskutiert wird.
In diesem Zusammenhang finde ich diese Studie der freien Universität Berlin interessant. Hier ein kleiner Auszug, entnommen aus dem verlinkten Text:
"Die Ergebnisse von Astrid Kristen und Caroline Oppl zeigen, dass nicht
die Spiele die Kinder im Alter zwischen acht und 13 Jahren aggressiv
machten. Vielmehr suchten sich die Schüler und Schülerinnen jene Spiele
aus, die zu ihrer Persönlichkeitsstruktur passten. Jungen, die ohnehin
ein aggressives Verhalten an den Tag legten, tendierten über die Zeit
eher dazu, sich mit gewalthaltigen Computerspielen zu beschäftigen.
Mädchen hingegen, die eher zum Lügen und Intrigieren neigten, also als
relational aggressiv eingestuft wurden, wählten über die Zeit eher
Rollenspiele als Lieblingsspiele aus. „Unsere Untersuchungen haben
damit jene Theorien unterstützt, die von aktiver Mediennutzung
ausgehen. Kinder suchen sich solche Spiele aus, die zu ihrem
Entwicklungsstand und zu ihrer Persönlichkeit passen. Die Ergebnisse
lassen sich damit in die internationale Forschung einordnen“, erklären
die beiden Autorinnen. Die öffentliche Debatte über gewalthaltige
Computerspiele wird dennoch weitergehen."