Nagelpfeile

Meine Familie residierte letztes Wochenende zwecks Wohnungsbesichtigung und Geburtstagsbesuches in einem Hotel in Duisburg. In den Fahrstühlen entdeckte ich rote DIN-A4 Blätter mit einer kleinen Liste von Produkten, die man an der Rezeption erwerben konnte. Unter diesen Produkten befanden sich auch „Nagelpfeile“. Natürlich war mir klar, was damit gemeint war. Klugscheißer der ich aber nunmal bin, ging ich zur freundlichen Empfangsdame und fragte: „Wissen Sie ,dass Sie hier Nagelpfeile verkaufen?“ Sie schaute mich etwas verwirrt an und antwortete: „Ja, natürlich.“ Ich stocherte weiter: „Und sie meinen wirklich Nagelpfeile? Ganz im Ernst? Was macht man denn damit?“ Der Blick wurde noch ratloser: „Nun, natürlich haben wir auch Nagelfeilen im Sortiment.“ Ich deute auf das rote Blatt. „Hier steht aber, sie verkaufen Nagelpfeile.“ „Ja, das tun wir ja auch.“ „Aber ich gehe davon aus, dass Sie Nagelfeilen verkaufen. Das schreibt man nicht so.“ Nun war die Rezeptionsangestellte völlig aus dem Konzept. „Und wie schreibt man es dann?“ „Ohne P?“ schlug ich vor. Sie hatte nun keine Geduld mehr für solche Spielchen: „Achso, na dann hat sich da wohl jemand verschrieben. Vielen Dank für Ihren Hinweis und noch einen schönen Tag.“ Wetten, dass die Zettel nicht neu gedruckt werden?

nagel

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Tja…. So ist das mit unserer Sprache. Heute morgen an der Ampel stand was Interessantes vor mir. „Malerfach-Betrieb“ stand auf dem Wagen. Und auf einem anderen „Vermietung von PKW’s und LKW’s“.

    Alles nicht so hübsch wie die Nagelpfeile. Gebe ich gerne zu 🙂

    (Aber: Das Schild in dem Hotel sieht selbstgemacht aus. Die beiden Transporter heute morgen… da hat jemand echtes Geld für die fehlerhafte Bedruckung bezahlt. 😎 )

  2. Es ist in der Tat erschreckend. Kein Wunder, dass Bücher wie „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ so erfolgreich sind.

    Ich werde demnächst mal kontrollieren, ob das Hotel die Liste verbessert hat.

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