Bei Spreeblick fand ich einen interessanten Artikel über das Geek Magazin Wired. Wired informiert über interessante neue Technologien und Forschungen und ist die Pflichtlektüre für jeden, der vorne dabei sein oder sich mit (noch) unnützem Wissen wichtig machen will. Da ich zugegebenermaßen auch zur Spezies Geek gehöre, finde ich die Artikel bei Wired natürlich mehr als interessant. Und Wired macht nun auch einen auf TV. Wired Science wird in den USA mit dem Public Broadcasting Service ausgestrahlt und ist zum Glück auch im Netz zu sehen.
Ein Bericht faszinierte mich ganz besonders. Blaise Aguera y Arcas, seines Zeichens Forscher bei Microsoft, stellt Photosynth vor. Mit dieser Software ist es möglich, Bilder in jeder möglichen Auflösung, mit allen Details und aus jeglicher Perspektive zu berechnen und zwar mit Hilfe vorhandener Fotos. Das muss man sich in etwa so vorstellen: Jedes Jahr werden tausende von Fotos von Notre Dame in Paris geschossen und zum Beispiel bei Flickr veröffentlicht. Photosynth nimmt all diese Bilder, berechnet die Position des Fotografen und die Motive und kann daraus ein 3D Modell des fotografierten Objekts berechnen. Eine Art Collage, die man bewegen und zoomen kann. Klingt verwirrend? Seht euch das Video an:
Faszinierend, oder? Aber es gibt noch mehr.
Denn Microsoft hatte diese Technik schon einmal vorgestellt, wie ich ebenfalls bei Spreeblick entdeckte. Blaise Aguera y Arcas zeigt hier bei einer TED Veranstaltung (eine Art Messe/Konferenz/Präsentation kluger Köpfe mit neuartigen Ideen) nicht nur weitere Beispiele, wie Photosynth anzuwenden und zu welchen Leistungen es im Stande ist. Er geht in dem Vortrag auch noch nochmal (wie auch bei Wired TV) auf Seadragon ein. Ebenfalls eine Software, mit der man mühelos (starke Internetverbindung vorausgesetzt) in seiner auf einem Server liegenden Fotosammlung herum surfen und bis ins kleinste Details hinein zoomen kann.
Nun stelle man sich diese Anwendung in Verbindung mit dem ebenfalls von Microsoft stammenden Multi Touch Surface Computer vor. Wie faszinierend muss das sein? Photosynth kann man sogar selbst ausprobieren. Wenn man sich traut, sich die Microsoft Software auf den Rechner zu installieren, was ich demnächst mal in Angriff nehmen möchte.
Diese ganze Technik ist nicht mehr weit von Filmphantasien entfernt. Man denke nur an Minority Report und die Art, wie Tom Cruise durch Bilder surfte. Oder aber auch an den Film DejaVu, bei dem mir die erste Erklärung, die man Denzel Washington gab, nämlich, dass die abgebildete Umgebung durch Satellitenbilder interpoliert sei, weitaus besser gefiel als das maue Zeitreisegequatsche.
Faszinierend auch, wie weit vorne Microsoft hier bereits zu sein scheint. Gerade im Vergleich zu Google oder Apple (sehr sympathisch auch, dass Blaise Aguera y Arcas offenbar bei einem Microsoft Vortrag nicht mit Applaus rechnet). Ich bin gespannt, wie in naher Zukunft Fotoalben aussehen werden und in welcher Art man von seiner Urlaubsreise wird berichten können. Derzeit ist das Ganze noch Forschung und Spielerei. Ernsthafte Anwendungen (und der Versuch mit so etwas Geld zu verdienen) werden aber nicht lange auf sich warten lassen.
Leben, Surfen, Fotografieren, Spielen, Staunen, Entdecken, Lachen, Ärgern,
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schrägen Welt. Willkommen bei allesroger.net, dem persönlichen Blog von
Roger Graf.