Sex sells – Server in der c’t

Sex sells. Das ist eine altbekannte Weisheit und stimmt zumindest bei den männlichen Käuferschichten. So ist es nicht verwunderlich, daß Marketingstrategen Sex gezielt dort einsetzen, wo man hauptsächlich Männer antrifft. Beim Sport, bei Autos und neuerdings auch bei Computern. Früher wurde man in Computerzeitschriften mit Angeboten bombardiert, sich eine eigene Homepage zu zulegen, mit so und so vielen E-Mail Adressen, so und so viele Speicherplatz und das so und so günstig. Schließlich hatte jeder eine Homepage, dann mußte man DSL an den Mann bringen. Das haben wir jetzt demnächst auch hinter uns. Nun reicht aber eine eigene Homepage und eine Flatrate nicht mehr aus. Pimp my Online Life: Jetzt brauchen wir gleich einen eigenen Server. Und wenn wir schon beim pimpen sind, kommt jetzt auch der Sex ins Spiel.

Ich schätze mal, daß etwa 90 Prozent der c’t-Leser männlichen Geschlechts sind. Und irgend jemand vermutet, daß diese 90 Prozent auch ewig geil sind und gute Angebote nur dann als solche erkennen, wenn man sie schlüpfrig unterbreitet. Es soll nun bitte niemand denken ich sei prüde oder hätte etwas gegen hübsche halbnackte Mädels, aber kommt es nur mir komisch vor, was derzeit in der c’t passiert? Da sieht man eine schlampige Nutte (offensichtlich Ostblock) die uns zwar verspricht, daß sie es uns ganz billig macht. Aber am Ende hat man doch nur den ollen Server (auf den man dann selbst seine Bildchen und Filmchen packen muß) . Da fragt eine halbnackte (und weiter unten ganz nackte) Krankenschwester (!!!) was uns denn fehlt. Und wir dürfen erst einmal ein knapp bekleidetes Mädel von unten beim Tanken beobachten, bevor man uns sagt, daß wir beinahe kostenlos einen Server bekommen.

Ich gebe zu, ich tu mich ein bißchen schwer mit solchen Werbungen. Besonders da sie allzu billig gemacht ist und man offensichtlich davon ausgeht, daß wir Männer unser Gehirn vollkommen abschalten, wenn wir ein bißchen weibliche Haut sehen und alles bestellen. Wenn ich in der aktuellen c’t blättere ist es, wie wenn ich durch das Fernsehprogramm zappe und plötzlich beim DSF hängen bleibe, wo mir ebenfalls nackte Haut in der Werbung entgegen hüpft. Wenn sich hübsche Dinger in Autotuning Magazinen auf Motorhauben räkeln macht das zwar ebenso wenig Sinn, aber es gehört einfach dazu.

Und offensichtlich will die Industrie, daß Sex auch hier im IT Bereich dazu gehört. Wie gesagt, ich bin nicht prüde und habe absolut nichts gegen hübsche halbnackte Mädchen, die versuchen, mir ein Produkt anzudrehen (tatsächlich denke ich nicht nur mit dem Unterleib und kann auch Nein sagen). Aber bitte, liebe Werbefachleute, macht das doch bitte mit ein bißchen mehr Niveau und nicht gar so billig.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Ich denke, dass es zwei Gründe gibt, die eigentlich der selbe sind.

    1. brennt sich so eine Werbung (wie du bei dir selbst ja auch beobachten kannst) ins männliche Gehirn nunmal einfach ein. Speziell Titten und Ärsche.

    2. hab ich mal gehört, dass es zwei erfolgreiche Typen von Werbung gibt.
    Besonders gute und besonders schlechte. Beide bleiben haften.

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