Tja. Nun. Also. Die deutsche Mannschaft hat die österreichische besiegt. Oder besser gesagt, sich nicht besiegen lassen. Ich und vermutlich die Hälfte aller Zuschauer konnte wohl ohnehin nichts mit Cordoba anfangen, das totgeschwiegen werden sollte und doch immer wieder erwähnt wurde. Die Deutschen sind nun also eine Runde weiter und werden gegen Portugal aller Voraussicht nach ihr letztes Spiel in diesem Turnier bestreiten. Zumindest wenn sie so weiter spielen wie bisher.
Doch selbst, wenn das Spiel von Jogis Jungs besser werden würde - an einem scheitern sie. Der Wiederholung des Sommermärchens von 2006. Diese Stimmung, diese Faszination, diesen Spaß konnte die Mannschaft bisher nicht auslösen. Und wird es auch nicht mehr. Selbst wenn Deutschland doch noch Europameister werden würde, der Sommer '08 käme nie an den WM-in-Deutschland-Sommer heran. Da helfen keine Fähnchen an den Autos, keine Public Viewings, keine Auto-Korsos.
Schade eigentlich. Und doch irgendwie natürlich und von vornherein klar. Das warme Gefühl, diese Zusammengehörigkeit, diesen Spaß am Gucken, Freuen und Fiebern, all das kann nicht wiederholt werden. Und doch sehnen wir uns danach, verlangen nach einem neuen Sommermärchen. Und stellen fest, dass jedes Märchen irgendwann endet. Mit einem glücklichen Ende, das 2006 nicht der Weltmeistertitel war, sondern die Erkenntnis, an einem großartigen, gemeinschaftlichen Ereignis teilgenommen zu haben.
Vielleicht erfreut uns diese Europameisterschaft noch ein wenig. Doch spätestens wenn das Wetter wirklich sommerlich ist, die olympischen Spiele das Tagesgeschehen bestimmen, wird man von der Euro 08 nicht mehr sprechen, sondern sich schon auf Südafrika 2010 vorbereiten. Und auf ein neues Sommermärchen hoffen.
