Mein getaggtes Leben

Folgendes sollte ich vielleicht gar nicht erzählen. Zum einen, weil mir dann vielleicht jemand die Idee klaut. Zum anderen, weil mir dann jemand sagt, dass es die Idee bereits gibt, und mir die Hoffnung nimmt. Die Idee ist folgende: Spätestens seit dem Web2.0 ist Tagging en vogue, also das stichwortartige Beschreiben. Auch mein Blog basiert weitestgehend auf der Navigation mittels Tags. Besonders beliebt und auch weit verbreitet sind sogenannte Tag-Wolken. Das ist eine Ansammlung von Tags, die entsprechend ihrer Häufigkeit in ihrer Größe variieren. Je öfter, sprich je wichtiger das Tag, umso größer ist es.  Wäre das keine tolle Idee für T-Shirts? Tag-Wolken, die den Träger des T-Shirts beschreiben. Mit allen Adjektiven, die einem einfallen, gewichtet und entsprechend vergrößert. Wenn man hauptsächlich witzig und sexy aber auch nachdenklich und naschsüchtig ist. Wenn man sportlich ist, dafür aber auch Mario-Kart-Fan. Die Möglichkeiten wären mannigfaltig. Für Singles, die auf Partnersuche (mit ähnlicher Tag-Wolke sind) ein cooles Accessoire.

Das Leben als Tag-Wolke. Mir würde so manches zu meiner Person und zu meinem Leben einfallen. Und während ich darüber nachdenke schweift mein Blick über die Tag-Wolke in meinem Blog. Mein Blog hält seit mittlerweile fast drei Jahren alles fest, was ich interessant, lustig oder ärgerlich finde. Alles, was ich persönlich für erwähnenswert erachte, wird in einem Artikel festgehalten und getaggt. Verstichwortet. Verstichwortbewölkt. Sprich, die Tag-Wolke meines Blogs könnte eine Tag-Wolke meines Lebens der letzten drei Jahre sein. Schauen wir mal hin.

Welches Tag erscheint denn am größten, und somit auch am häufigsten in den Artikeln? Lustig. Mein Leben scheint also viel Spaß zu beinhalten. Außerdem sind Filme und Videos offenbar beliebte Inhalte. Aber auch Fragen werden wohl sehr oft gestellt, was auf einen nachdenklichen Menschen schließen könnte. Natürlich ist das Tag "Blog" sehr präsent. Verständlich, wenn man als Blogger auch über das Bloggen schreibt. Das Internet und Fernsehen stechen noch hervor. Die Städte, die ich bewohn(t)e und zum Glück auch Freunde. Ärger ist auch ein großes Wort, genauso wie Kritik und Welt. Interessant. Am besten gefällt mir aber, dass das Wort "Leben" mit zu den größten gehört. Ein Beweis, wie wichtig mir das Leben ist? Wie gerne ich über das Leben an sich schreibe? Das Leben, das Universum und der ganze Rest?

Gleichzeitig würde man aber auch Tags vermissen: Bücher. Als würde ich nicht lesen (was ich allerdings zur Genüge tue). Oder Sport (okay, der kommt noch zu kurz). Aber vielleicht möchte ich ja auch nicht über alles schreiben, was mein Leben bestimmt. Vielleicht gibt es noch viel Privates, was hier nichts verloren hat. Entdeckt irgendjemand das Tag "Privat"?

Okay, ich gebe zu, das war ein Gedankenspiel. Natürlich beschreibt die Tag-Wolke meines Blogs nicht mein Leben. Aber sie kommt schon sehr nahe. Zumindest so nahe, dass ich wirklich sagen kann: Ja, dies ist meine Tag-Wolke, zu diesen Themen stehe, diese Themen bewegen mich, über diese Themen denke ich nach und schreibe darüber.

Erzählt mir, was in eurer Tag-Wolke stünde. Oder, wenn ihr Blogger seid, ob ihr eurer Tag-Wolke uneingeschränkt zustimmen könnt und sie etwas über euch aussagt. Und falls jemand mit mir die Idee mit den T-Shirts verwirklichen will (ein cooles Web2.0-Projekt vielleicht) so möge er sich bitte an mich wenden.

Hmm, welche Tags gebe ich nun diesem Artikel?

14 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Die Idee mit den T-Shirts finde ich auch gut und würde mir auch für mich eins zulegen. Bin mir aber nicht sicher, ob es sowas nicht schon mal irgendwo gegeben hat oder noch gibt. Vor allem in den Staaten kann man sich ja da nicht sicher sein.

    Taggen kann man sich zum Beispiel auch in verschiedenen Applikationen im Facebook lassen. Da kommt dann einiges über die eigene Person zutage. Allerdings sollte man dabei auch nur Personen taggen lassen, die einen kennen. Bei einer Applikation steht bei mir nur „s.exy“ und „h.ot“ und damit kann ich ja nun auch nicht viel anfangen…

    Zu meiner eigenen Tag-Wolke weiß ich nicht, was ich dazu sagen kann; ist auch erst seit ein paar Tagen displayed… Da ich ja erst seit depressivekitten tagge und die ganzen alten Posts nur teilweise noch mal überarbeitet wurden, ist sie auch nicht wirklich represäntativ, finde ich. Zum Beispiel ist „Hass“ eins der großen Wörter, weil das momentan mein Leben sehr bestimmt. 🙁

    Außerdem benutze ich das taggen nicht wirklich effizient. Manchmal schreibe ich zu manchen Beiträgen auch ein „haltet die f.resse“ in die tags… Das ist nicht wirklich „beschreibend“.. Oder vielleicht ja auch doch, wer weiß das schon!? 😉

    P.S.: Deine Spamprotection ist doof… :/

  2. Bei Facebook kann man sowas schon machen? Hmm, da muss ich doch gleich mal schauen… Bist du übrigens bei Facebook angemeldet?

    Eine Tag-Cloud auf dem T-Shirt die nur aus den Worten s.exy und h.ot besteht wäre zwar schmeichelhaft, aber wohl kaum als Wolke zu erkennen. Aber immerhin, fühl dich geschmeichelt (oder angebaggert (also nicht von mir, sondern von den Tag-Vergebern))

    Zur Tag-Wolke in Deinem Blog: Es spräche ja nichts dagegen, dir in nächster Zeit, wenn Dein Leben nicht mehr hauptsächlich aus Hass besteht, ein neues Shirt machen zu lassen. Auf dem vielleicht das Tag „erledigt“, „geschafft“, „hinter mir“ oder „zum Glück“ größer ist, als das Tag „Hass“.

    Und ja, meine Spamprotection ist weitaus doofer als ich und lässt gar nichts zu, das nur ansatzweise in Richtung S.ex geht.

  3. Mein Schört wäre dann grau und es würde in ganz dunklen Buchstaben „Alles schlimm“ draufstehen. Und wenn ich damit rumlaufen würde, dann würde mich jeder für nen E.M.O halten.

    Mmmh…laut Tag-Wolke auf meinem Blog müsste es ein „Gudde-Laune-Shört“ geben.

    Daraus kann man schließen, dass ich nicht ganz ehrlich bin und meine Tags nicht regelmäßig poste.

    Und wenns nach den Artikeln geht, die den meisten Platz einnehmen, dann würde auf meinem Shört „Vier Acht Fünfzehn Sechzehn Dreiundzwanzig Zweiundvierzig“ stehen.

    Tag für Deinen Artikel? K.o.p.f.g.e.b.u.r.t. (weil es ja um eine gute Idee geht!)

    Ich bin verwirrt wegen dem Spamschutz!

  4. So. Zunächst mal krieg ich langsam so nen Hals wegen der blöden Spam-Protection und der Blogsoftware im allgemeinen, die ständig Fehler macht. Ein Wechsel wird langsam unumgänglich. Ich entschuldige mich. Co.ol ist nicht schlimm…

    Ha, die Zahlenkombination kenne ich. Sehr gut. 🙂 Das Shört wäre wirklich… co.ol.

    Und ist wirklich alles schlimm? Obwohl die Tag-Wolke Gute Laune suggeriert?

  5. Off Topic: Ich habe die Spam-Protection angepasst und weitaus freundlicher werden lassen. Hoffentlich werd ich jetzt nicht überrannt. Probiert mal böse Wörter aus. 🙂 Nein. Scherz.

  6. Ich versuche es…Mmh..erwischt, natürlich ist nicht ALLES schlimm. Lass mir doch bitte meine schwarz-weiß-Malerei. 🙂

    Die Zahlen hab ich schonmal auf nem Shört gesehen. Ich werd mir demnächst mal ein Shört gönnen bzw. bedrucken lassen.

    Mmh…schlimme Wörter…MISTBIENE!

  7. Wenn das Teil gut designed ist, kannst du gleich zwei bestellen. Ich nehm‘ auch eins. Und Mistbiene ist kein schlimmes Wort.

  8. Yo, mal schauen. Ich werd dann mal unter die Designer gehen.
    Und Mistbiene ist das schlimmste Wort der Weeeeelt (Die Mistbiene trägt nämlich gelbe Strapse)

  9. Zugegeben, gelbe Strapse sind schon fies. Aber das macht die Mistbiene noch immer nicht zum schlimmsten Wort der Welt. Besonders nicht, wenn mein Spamfilter nun wieder Cool und Sex zulässt.

  10. Ja, ich denke, vielleicht hast Du ja auch jüngere Leser. Und wenn ich mal die ganzen Worte aus dem Sack lassen würde, die so richtig fies sind, dann würdest Du Deinen Spamfilter aber janz schnell wieder schärfer machen.

    URL schon weitergeleitet? 🙂

  11. Gutes Argument Asti. Und, ja, die URL ist weiter geleitet. Und berichtet habe ich auch schon. Jetzt mal abwarten.

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