Bombenstimmung in Duisburg

Freunde, ehrlich, mit dieser Stadt stimmt doch irgendwas nicht. Al Kaida, Mafia, Kriminalpolizei und nun auch noch das. Ärgerte ich mich bisher lediglich darüber, dass ich wegen der gesperrten Straße am Innenhafen nicht mehr bequem zum Lidl gelange, so wird es nun noch schlimmer. Man hat dort, wo irgendwann einmal das Gebäude mit unseren neuen Büros stehen soll, eine Bombe aus dem zweiten Weltkrieg gefunden. Und diese wird am Freitag um 11 Uhr entschärft. Was bedeutet, dass alle Gebäude im Umkreis von 200 Metern geräumt werden müssen. Darunter auch unser derzeitiges Bürogebäude und im Grunde der komplette Innenhafen.

Für mich bedeutet dass, morgen früh um 4 Uhr aufstehen, um nach Köln zu fahren, weil unser Dispositionsbüro rund um die Uhr besetzt und mit Rechnern und Telefonen versorgt sein muss. Und das war in der Kürze der Zeit nur in Köln zu machen. Es wird morgen ein langer Tag werden. Wo doch eh schon das völlige Chaos herrscht.

Seit nicht mal ganz vier Monaten wohne ich hier und ihr konntet ja lesen, was ich seitdem alles erlebt habe. Ich bin jetzt schon gespannt, was noch so alles passiert. Die nächste Katastrophe? Sie wird in Duisburg stattfinden oder dort ihren Ursprung haben. Bestimmt.

Blizzards Support Hotline: Abo einfrieren

Heute rief ich bei Blizzards kostenloser Abo Support Hotline an. Denn seit ich in Duisburg lebe, kam ich nicht mehr dazu, mal wieder richtig World of Warcraft zu spielen. Und derzeit fehlt es mir auch irgendwie an Motivation. Allerdings weiterhin alle drei Monate knapp über 35 Euro dafür zu bezahlen, macht ja nicht all zuviel Sinn.

Nett ist die weibliche, englisch-sprachige Stimme, die mich begrüßt. Auch nett ist die weibliche französische Stimme, die man danach hört. Fast zu nett klingt die weibliche deutsche Stimme, die sich dann zu Wort meldet. Etwas überambitioniert die Gute, finde ich. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wo sie dieses laszive Talent bereits unter Beweis stellen konnte. Ich wähle also die 1 für den Abo Support auf Deutsch. Die World of Warcraft Titelmelodie ertönt. Sehr laut, ich muss den Hörer vom Ohr nehmen. Währenddessen flötet die Stimme, dass gleich ein Mitarbeiter für mich da sein wird und das Gespräch zu Testzwecken aufgezeichnet werden kann.

Als die Musik verstummt, habe ich leider einen Kerl am anderen Ende der Leitung. Ich will schon fragen, wem die laszive Frauenstimme gehört, erkläre ihm aber doch nur meine Situation. Er versteht sofort und sagt, dass ich bei den Account Einstellungen einfach auf "Abo beenden" klicken solle. Meine Daten würden gespeichert bleiben und ich könnte jederzeit mein Abo wieder reaktivieren. Was denn mit dieser 6 Monate Frist sei, frage ich ihn. Er antwortet, man gebe mir die Garantie, dass meine Daten mindestens 6 Monate gespeichert blieben. Allerdings sei es in den letzten zweieinhalb Jahren noch nie vorgekommen, dass man Accounts hätte löschen müssen und es gäbe auch bis dato keinen Anlass dazu. Von daher könnte ich unbesorgt auch länger pausieren.

Na dann. Mein Abo ist eingefroren. Atius wird nun erst mal nicht mehr auf dem Malygos Server sein Unwesen treiben. Bis auf weiteres. Bis es mich wieder packt. Oder mich jemand überzeugt, dass es doch mal wieder Spaß machen würde.

Nicht erschrecken, hier spricht die Kriminalpolizei.

Zwölf Uhr Mittags. Ich erwache nach einer Woche Nachtschicht und quäle mich aus dem Bett. Die Kaffeemaschine habe ich noch nicht erreicht, da höre ich mein Handy klingeln. Es liegt im Wohnzimmer. Auf dem Display steht: "Anonymer Anrufer." Noch schlaftrunken drücke ich auf "Annehmen" und krächze ein "Hallo?". "Herr Graf?" fragt mich eine männliche Stimme. "Öhm, ja?" bestätige ich. "Guten Tag Herr Herr Graf", spricht die Stimme weiter, "bitte erschrecken Sie nicht. Hier spricht die Kriminalpolizei."

Ich soll nicht erschrecken. Ich erschrecke dennoch. Ihr kennt das aus entsprechenden Filmen. In dem Bruchteil einer Sekunde schießen mir per kleinen Einblendungen und entsprechendem Soundeffekt (Wrousch!!!) alle Vergehen durch den Kopf, die ich in den letzten zwei Jahrzehnten begangen haben könnte. Von "noch schnell bei hellrot über die Ampel" bis hin zu "Milch direkt aus der Tüte getrunken". Ich bin perplex. Und erschrocken.

"Kriminalpolizei?" stammle ich. "Genau. Nagel ist mein Name. Wir überprüfen gerade alle Handys die sich in der Nacht des 16.August rund um den Tatort eingeloggt haben." Ich ahne natürlich, wovon er spricht. Dennoch frage ich vorsichtshalber nach, schließlich lebe ich in der Großstadt, da gibbet ja immer irgendwo nen Tatort (Schimanski macht aber nimmer, oder?). "Tatort?" frage ich also. "Ja, sie wissen schon. Der Mord in der Mülheimer Straße. Das ist bei Ihnen gerade um die Ecke, wenn ich das richtig sehe. Ihr Handy hat sich um 1.15 genau in dieser Funkzelle eingeloggt. Nun möchte ich Sie fragen, wo sie zum Tatzeitpunkt waren und ob Sie mir Informationen zum Tathergang geben können. Haben Sie irgendwas gesehen?"

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Keine Ahnung!!!111einself

Wer Fragen stellt, ist nur fünf Minuten dumm. Wer niemals fragt, bleibt sein Leben lang dumm. Deshalb stelle ich folgende Frage: Kann mir jemand erklären, was es mit diesem "111einself"- Quatsch auf sich hat, den man mittlerweile in fast jedem Blog oder Forum hinter zu vielen Ausrufezeichen lesen kann? Ist das ein Running Gag? Ein Insider Joke? Hab ich irgendwas verpasst? Bitte lasst mich nicht dumm sterben!!!!111einself

Update: Nach längerem googeln fand ich zumindest eine Erklärung, die meine Vermutung bestätigen würde: es ist mal wieder etwas, was die Nerds und Geeks von den restlichen Internet Nutzern abgrenzen soll. Womit ich mich allein durch die Frage schon mal als kaum nerdig und wenig geekig geoutet habe. Die Einsen entstehen natürlich, wenn man die Shift-Taste beim !!!!!-Tippen zu früh los läßt. Als zusätzlichen Spaß schreibt man nun die ganzen Einsen aus und macht vielleicht sogar noch ‘ne Elf daraus.

Gibt es mittlerweile eine Einseinself-Subkultur, von der ich noch nichts weiß?

Wie man Männer richtig versteht…

weiß ich wohl auch nicht. Denn letztens fiel mir ein Beispiel ein, bei dem ich jeder Frau nur beipflichten müsste, die behauptet, man könne Männer nicht verstehen. Auf meiner neuen Arbeit (sagt man das heute noch so? Oder heißt es "bei meiner Arbeit" oder nur schlicht "im Büro"?) gibt es zwei Kollegen, die ich sehr mag. Sie haben den gleichen Humor wie ich und sie sind cool. Nachtschichten mit den beiden zu verbringen ist ein reines Vergnügen. Es wäre daher doch nur logisch, wenn ich zur Begrüßung etwa folgendes sagen würde: "Hallo ihr zwei. Das freut mich, dass wir wieder gemeinsam Nachtschicht haben. Denn das macht echt Spaß mit euch."

Natürlich darf man das als Mann so nicht sagen. Stattdessen hört sich die Begrüßung eher wie folgt an: "Oh nein, ihr zwei schon wieder. Na das kann ja was werden." Woraufhin einer der beiden antwortet: "Ach du Scheiße, und ich hatte mich so auf eine ruhige Nacht gefreut." Und der andere: "Mann, wenn du nur einmal die Klappe halten würdest." Und ich dann wieder: "Und gleich wieder dumme Sprüche…" und einer wieder: "Wenn ihr nur einmal die Fresse halten könntet. Spinner." Dabei grinsen wir. Zumindest ich grinse dabei. Die beiden Kollegen sind zu cool, um zu grinsen.

Für Außenstehende dürfte sich das anhören, als könnten wir uns nicht riechen. Und vielleicht mögen sie mich ja tatsächlich nicht und ich verstehe Männer und diese Kumpelspiele einfach nicht. Wenn sie dann aber doch plötzlich anfangen zu lachen, bin ich wieder beruhigt. Oder?

Dude, where’s my car?

Woran ich mich in den letzten fast vier Monaten, die ich hier in Duisburg bereits lebe, nicht gewöhnen konnte und wohl auch nie werde, ist die Parkplatzsituation in meiner Straße. Damals in Müllheim hatte ich einen eigen Carport und kümmerte mich nicht darum, was aus meinem Parkplatz wird, wenn ich weg fahre. Jetzt stehe ich manchmal am Fenster, überlege, ob ich tatsächlich mit dem Auto zum einkaufen fahren soll. Den ich weiß, dass bei meiner Rückkehr kein Parkplatz mehr frei sein wird. Und ich das Auto gleich auf dem Supermarktparkplatz stehen lassen könnte. Bei kleinen Besorgungen ist das ja nicht so schlimm, der nächste Aldi und Edeka sind fußläufig zu erreichen. Aber große Samstagsbesorgungen inklusive "Schwipp Schwapp ohne Zucker"-Kasten… das ist mit Auto nun doch besser zu machen.

Ach, ich lass mein Auto stehen, ernähre mich übers Wochenende von Lieferpizza und Hahnenwasser.