Patente Patente

Man stelle sich einmal vor, kurz nach der Erfindung des Automobils hätte jemand ein Patent für die Form des Lenkrades angemeldet. Wie würden wir unsere Fahrzeuge heute steuern? Hätten andere Hersteller das Design übernommen und Lizenzgebühren bezahlt, versucht, etwas Neues zu erfinden oder das übliche runde Lenkrad einfach abgekupfert und sich auf rechtliche Schritte eingestellt?

Egal wie, Patente dienen einem Unternehmen ihre Erfindungen, ihre Interessen und damit auch ihren Profit zu schützen. Denn eines bleibt immer gleich: ein Unternehmen ist nicht die Wohlfahrt und denkt nur daran, Geld zu verdienen. Mit allen Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen. Deshalb wird patentiert, lizensiert und zur Not auch verklagt, was das Zeug hält.

Als Apple Fan begibt man sich natürlich auf sehr dünnes Eis, wenn man dieses Thema anspricht. Früher noch Kult, polarisiert Apple mittlerweile sehr stark und die Patent-Querelen der letzten Monate warfen kein gutes Licht auf die Firma. Doch ist es Apples alleinige Schuld?

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Nie wieder ein Schnäppchen verpassen

Früher, da ging man zum Elektrohändler oder Plattenladen um die Ecke und zahlte den Preis, der auf das Produkt geklebt war. Dann, in Zeiten von Media-Markt und Saturn, konnte man zwar vergleichen, stellte aber schnell fest, dass die Preise doch verdammt ähnlich waren. Schnäppchen gab es nur zum Sommer- oder Winterschlussverkauf. Heute darf sogar um den Preis gefeilscht werden, wirklich günstige Angebote bekommt man aber letztlich nur im Netz. Wirklich?

Preissuchmaschinen machen es leicht, das im Moment günstigste Angebot zu finden. Wenn man ein konkretes Produkt sucht. Aber es gibt ja auch noch die Schnäppchenblogs. Hier wird im Minutentakt alles an Preissenkungen und Angeboten zusammen getragen und veröffentlicht. Hat man einige dieser Blogs abonniert, ist man nach wenigen Minuten darüber informiert, wo es Katzenfutter gerade im Sonderangebot gibt, wo Waschmaschinen und Glätteisen mit einem Coupon billiger abgegriffen werden können, welche DVDs von Amazon die nächsten fünf Minuten für zwei Euro weniger raus geschmissen werden, oder wo man einen Gutschein erhält, um ein dreiviertel Jahr später in Hamburg in einem Hotel für zwanzig Euro weniger ein Zimmer zu bekommen.

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Wie im Kindergarten

„Sind wir hier im Kindergarten?“ Nein, da waren wir mal. Ist schon lange her und mittlerweile sind wir erwachsen. Wir können über unsere Probleme sprechen, über den Frust, den Ärger und besonders über die Konflikte, die wir mit den anderen Kinde… Erwachsenen haben. Erwachsene sprechen über Konflikte. Sie schmollen nicht, hauen nicht einfach ab oder legen den Telefonhörer auf. Erwachsene heulen nicht und vor allem schreien sie nicht. Als Erwachsener ist man gebildet und erfahren genug, Differenzen mit vernünftigen Worten zu lösen, in vernünftiger Lautstärke, vernünftig artikuliert.

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iTunes Match – Fluch oder Segen

Etwas überraschend startete vergangene Woche iTunes Match auch in Deutschland. Kaum jemand hatte mit einem so plötzlichen Start gerechnet, da bislang die GEMA hierzulande jegliche Streaming-Services unterband. Doch ganz still und heimlich scheint man sich geeinigt zu haben. iTunes Match wurde veröffentlicht und für 24,99€ pro Jahr hat man als iTunes-Kunde nun nicht nur seine ganze Musik in der Wolke, sondern kann diese auch noch mit dem iTunes Store abgleichen lassen.

Wie man iTunes Match genau einrichtet und nutzt möchte ich hier nicht nochmals erklären. Das haben Richard Gutjahr und Appforthat schon besser gemacht und sollte für den Normal-Nutzer auch genügen. Dennoch bleiben auch mit diesen Anleitungen einige Fragen offen, beziehungsweise Aspekte, die Fragen aufwerfen. Wie zum Beispiel die Fragen, die auch aptgetupdateDE bereits stellten.

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Head in the Cloud

Früher, da hatte man die Dinge, die man liebte, noch in der Hand, steckte sie in Kartons, Schubladen oder Schränke. Fotos, Schallplatten, Videokassetten, CDs. Dann kam der Siegeszug der Digitalisierung, unsere Medien waren plötzlich nicht mehr greifbar. Festplattenkapazitäten wurden größer, Backups wurden gemacht. Alles, was man besaß, lag auf irgendwelchen Speichermedien, die ebenfalls wieder verstaut werden konnten. Hatte man früher einen Schrank voller Filme, passte nun alles in eine Hand. Wer allerdings dachte, dass dies die Zukunft sei, irrt. Die Zukunft (zumindest die nächste) ist die Wolke. Daten gehen in die Cloud, irgendwohin, auf fremde Server in fremden Ländern, durch die Luft übertragen und nur auf diesem Weg wieder zurück zu holen. Die Haptik geht völlig verloren und Ikea fragt sich, weshalb keine Billy Regale mehr verkauft werden.

Man kann natürlich vortrefflich darüber streiten, ob diese Zukunft tatsächlich so wünschenswert ist. Ältere Generationen, zu denen auch ich mich zähle, schätzen es noch, ihre Wertsachen in Händen halten zu können. Eine Schallplatte auf zu legen, in einem echten Buch zu blättern, eine Kiste voll alter Fotografien zu durchstöbern vermitteln einem ein völlig anderes Gefühl als die Handhabung all der Medien mit entsprechenden digitalen Geräten. Dennoch hat auch das Speichern in der Wolke einige Vorteile. Man ist ab sofort nicht mehr ortsgebunden, denn die Wolke ist überall und damit auch alles, was in ihr steckt. Haben wir mehrere Geräte für unseren Medienkonsum, ist es nicht mehr notwendig Daten hin und her zu kopieren oder zu synchronisieren. Außerdem ist die Wolke ein perfektes Backup-System, gesichert vor Verlust, Diebstahl, Brand oder Dummheit.

Makelfrei ist die Cloud dennoch nicht. Unsere Daten liegen nicht mehr in unserer Hand, sind nicht greifbar, sondern werden von Firmen bewacht und verwaltet. Was, wenn dort etwas schief geht, in den Serverfarmen? Was, wenn sich Verträge und Nutzungsbestimmungen plötzlich ändern? Was, wenn meine Daten nicht so gut geschützt sind wie erhofft und von jedem einsehbar sind? Was, wenn ich kein Gerät zur Hand habe, um auf die Cloud zuzugreifen? Einfach in den Keller gehen und eine alte Kiste mit den CDs holen ist dann nicht mehr. Die Wolke macht uns Nutzer abhängig von der Firma, die sie bereit stellt, von den Werkzeugen, um die Wolke an zu zapfen und von dem Gutwillen und der Verlässlichkeit des Anbieters.

Kein Server, keine Firma, niemand auf dieser Welt kann hundertprozentige Sicherheit garantieren. Auch Apple nicht, wie ich trotz meiner Eigenschaft als Fanboy einräumen muss und Apple eigentlich nur stellvertretend für alle anderen Anbieter (Google, Microsoft, Telekom etc.) erwähne. Ein Restrisiko bleibt grundsätzlich immer. Vielleicht stelle aber auch nur ich mir die Frage, ob ich die Wolke wirklich will, weil ich zu einer Generation gehöre, die noch wie oben beschrieben aufwuchs. Für unsere Kinder wird das Leben mit der Wolke selbstverständlich sein.

Die Wolke KANN unser mediales Leben vereinfachen, wenn die entsprechenden Vorraussetzungen gegeben sind. Dazu gehört beispielsweise ein flächendeckendes Angebot schneller und bezahlbarer Datentarife oder flächendeckendes W-LAN. Was ich an Speicherplatz in meinem Gerät einspare, kostet mich Transfervolumen, wenn ich mir die Daten aus der Cloud hole. Datenflatrates wie sie heute angeboten werden und beispielsweise bei 300MB Nutzung bereits die Geschwindigkeit drosseln, lassen keine vernünftige Nutzung zu. Auch die Geschwindigkeit ist ein schwieriger Faktor. Es bringt mir als Nutzer nichts, wenn ich meine Filme nicht mehr auf meinem Gerät abspeichern muss und quasi überall verfügbar sind, beim Wunsch einen Film zu sehen aber erst einen mehrstündigen Download in Kauf nehmen muss.

Was die Wolke betrifft, bin ich noch sehr unentschlossen. Als Technik-Freak und Apple-Nerd probiere ich aber bereits alles aus, wie ich in meinem nächsten Artikel erzählen möchte. Was ist Eure Meinung zu Cloud-Diensten? Nutzt Ihr sie? Haltet Ihr sie für sinnvoll und/oder die Zukunft?

Reibekuchen

So groß war mein Hunger gar nicht mehr. Aber die Gelüste, angestachelt durch den verführerischen Duft blubbernden Bratfetts sangen eine so liebliche Melodei, dass ich nicht anders konnte. Einmal Reibekuchen bitte. Die mürrische, schon den ganzen Tag in der kalten Bude stehende Reibekuchenfrau überreichte mir einen Pappteller. Darauf dampften gar drei Reibekuchen, glänzend und in Apfelmus schwimmend. Mein Geld würde ich nicht mehr wieder bekommen und doch wusste ich im Moment der Übergabe des Papptellers, dass ich eigentlich gar nicht mehr wollte. Vernunft siegte über Instinkt, Kopf über Lust. Doch da stand ich nun. Und begann zu essen. Erst den einen Reibekuchen, dann den zweiten, mittlerweile allem Apfelmus entledigt. Der dritte hatte bereits aufgehört zu dampfen, schmollte vermutlich innerlich vor sich hin, fühlte sich ungewollt und unbehaglich. Meine glänzenden Finger schwebten über ihm und verharrten.

Eine alte Frau schlurfte vorbei. Sie mochte schon weit über siebzig Jahre alt gewesen sein und das Schlurfen rührte von ihren ausgetretenen Hausschuhen her, die sie trug. In den Hausschuhen, an ihren Füßen, dünne schmutzige Socken. Darüber, von Venen durchzogene nackte Beine, einen zu kurzen, schmutzigen Rock, eine zu dünne Jacke und ganz oben ein Kopf, der die filzigen grauen Haare mit einer Mütze zu verstecken suchte. Zielstrebig hielt sie auf den nahestehenden Mülleimer zu. Den gleichen Mülleimer, den ich als Ruhestätte für den ungeliebten dritten Reibekuchen auserkoren hatte. Sie öffnete den Eimer und begann darin zu wühlen und zu suchen.

Erschrocken und ertappt sah sie auf, als ich sie ansprach. Wollen Sie vielleicht diesen Reibekuchen, der ist noch frisch und warm? Der Schreck verschwand so schnell wie er gekommen war. Dafür wurden in ihrem Gesicht Muskeln aktiviert, die vermutlich schon viel zu lange unbeansprucht und verkümmert waren. Beeindruckend, wie sehr sich ein Mensch verändert, wenn er strahlt. Die kleine alte Frau, die mit einer Hand noch immer den Deckel des Mülleimers geöffnet hielt wurde in diesem Moment zur glücklichsten der Welt. Natürlich fragte sie höflicherweise, ob diese Frage mein Ernst gewesen sei. Aber als ich nickte, wartete sie nicht lange, nahm mir den Pappteller aus der Hand und verschwand. Dankend, dankend und noch einmal dankend.

Und ich gebe es zu: als ich ihr nach blickte und sie sich kurz vor der Ecke hinter der sie zu verschwinden trachtete, noch einmal umdrehte und mit dem bereits angebissenen Reibekuchen in der Hand winkte und lächelte – da war ich ebenfalls für einen kurzen Moment einer der glücklichsten Menschen der Welt. Und ein bisschen war Weihnachten.