Nun sind sie also da, die neuen Macbooks. Das Design gefällt mir sehr gut. An die schwarzen Tasten wird man sich vielleicht gewöhnen müssen, schön ist aber, dass alles aus einem Guss ist. Im wahrsten Sinne des Wortes. Das in der Gerüchteküche neue Herstellungsverfahren Brick nennt sich Unibody, so dass die neuen Macbooks tatsächlich in einem schicken Alu-Kleid daher kommen, ohne gar zuviel Plastik aufzuweisen. Leicht und stabil ist hiermit die Devise. Sehr schön finde ich die Idee mit dem Trackpad, das komplett aus Quarzglas besteht und keine Taste mehr hat, denn das Trackpad selbst ist die Taste. Es beherrscht noch mehr Fingergesten, die nun, dank 39%er Vergrößerung wohl auch gut genutzt werden können.
Bleiben wir beim Design und damit auch zum ersten großen Manko. Oder dem Manko schlechthin. Macbook, wie auch Macbook Pro, werden nun nur noch mit einem Glossy Display geliefert. Das sieht zwar auf den Fotos schick aus, diese komplette Glasoberfläche im Deckel und dem in schwarz gerahmten Bildschirm. Allerdings fürchte ich die gleichen Probleme wie bei allen spiegelnden Displays. In der Fragerunde am Ende der Keynote verwiesen Steve Jobs' Leute darauf, dass der Bildschirm dank Backlight-LCD hell genug wäre, um Spiegelungen vorzubeugen. Außerdem sei es ja ein mobiles Gerät, man könnte Spieglungen also ganz leicht entgegen wirken. Die Kundschaft wollte das so. Aha, also ich kenne niemanden, der das so wollte. Und wenn ich eines hasse, dann ist, so lange am Deckel herumzufummeln und mir eine günstige Sitzposition zu suchen, bis ich nicht mehr mich selbst, eine Deckenlampe oder die Sonne im Bildschirm habe.
Die inneren Werte wissen zu Überzeugung. Modellpflege halt. Mehr Speicher, größere Festplatte und alles drum herum. Interessant finde ich, dass die Grafik nun tatsächlich nvidia-powered ist. In den Pros sogar mit zwei GPUs, die wie ein Turbo umgeschaltet werden können. Im Akkubetrieb nutzt man die integrierte Grafik, hängt man am Netz, schaltet man die zweite GPU zu und hat High-End Grafikleistung. Im kommenden OS X 10.6 Snow Leopard soll die zweite GPU dann auch für weitere Rechenleistungen benutzt werden können.
Alle drei Modelle wurden aufgefrischt. Das Macbook, das Pro und das Air. Etwas traurig ist die Tatsache, dass es kaum mehr Unterschiede zwischen normalem Macbook und der Pro Reihe gibt. Beide sehen genau gleich aus und unterscheiden sich nur durch Displaygröße, Ausstattung und durch den Preis. Sie sind sogar beide genau gleich dünn. Sicherlich war es vernünftig, komplett auf Alu umzustellen. Eine etwas deutlichere Designlinie um unteren Bereich hätte ich aber schön gefunden. Schließlich sieht ein VW Lupo ja auch nicht wie ein kleiner VW Golf aus.
Kommen wir zum Preis, der zweiten herben Enttäuschung für mich. Durch die Annäherung der Macbooks an die Pro-Reihe, näherte sich auch der Preis. So sind die Macbooks doch tatsächlich wieder teurer geworden. Der Einstieg in die Apple Welt wurde wieder mal erschwert. Ob das sinnvoll ist? Und ob es sinnvoll ist, das alte weiße Macbook im Programm zu behalten, um Leute zum Umsteigen zu bewegen? Dieses ist unverändert, bis auf das Superdrive-Laufwerk und startet bei 949 Euro. Aber mit vergleichsweise alter Technik. (die Liebste wird ihn sich holen, sie will das Macbook nur in Weiß und ist auch froh über die Preissenkung)
Die Keynote selbst war interessant aber wie erwartet frei von Überraschungen. Steve Jobs selbst machte sogar einen Schwerz über die geleakten Spypics und sagte, das sieht alles so aus wie auf den Fotos, de sie gestern schon gesehen haben. Es gab auch "One more Thing" - nunja, nicht wirklich. So etwas sollte am Schluss der Vorstellung und überraschend kommen, aber es waren einfach die Macbooks, nachdem die Macbook Pros vorgestellt waren. Da fand ich den Gag am Ende viel besser und würde eher das als "One more Thing" bezeichnen. Zwei Zahlen prangten auf der Leinwand: 110/70. Es handelte sich um Steve Jobs Blutdruck und er beruhigt alle, dass er völlig gesund sei. Schossen daraufhin die Aktien in die Höhe?
Persönlich bin ich froh, bereits ein Macbook Pro zu haben. Mein nun knapp ein halbes Jahr altes Gerät wird mich noch lange begleiten und vermutlich wird erst bei der nächsten Generation ein neuer Kauf anstehen. Die Designs und die inneren Werte gefallen mir, rechtfertigen aber nicht wirklich einen Kauf. Das Glossy Display wird von mir aufs genaueste geprüft, es scheint mir das größte Manko zu sein.
Achja, ein neues Cinema Display wurde auch noch vorgestellt. Und what's next? AppleTV? Und was ist mit dem Mac Mini? Der gehört nun ganz dringend aufgefrischt. Warten wir's ab.

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