Da sitze ich nun also in Duisburg. Was soll ich sagen? Kalt und regnerisch war es hier. Der einzige Trost: im restlichen Deutschland war es nicht anders. Mittlerweile ist es drückend heiß und schwül. So wie im restlichen Deutschland auch. Ich könnte mal raus. Ich sollte mal raus. Bisher war es immer zu nass, jetzt ist es zu heiß. Da trau ich mich gar nicht erst auf mein Fahrrad. Dazu kommen diese zwei kleinen Gedanken: 1) Ich habe hier in der Wohnung noch genug zu tun. Alles sieht noch aus wie zusammen gewürfelt und weit entfernt von einem gemütlichen Nest. 2) Was soll ich denn so allein da draußen? Klar, radeln kann man alleine und ich würde endlich mal ein wenig mehr von der Umgebung zu Gesicht bekommen. Außerdem könnte ich endlich mal erste Fotoexkursionen unternehmen. Denn zum Fotografieren, das weiß ich schon jetzt, gibt es hier genug. Dennoch, ich bin einfach nicht der Typ um auf eigene Faust loszuziehen. Das muss ich vielleicht noch lernen. Oder ich suche Leute in einer Community.
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Duisburg und ich (1)
Donnerstag, 14. Juni 2007
Des Lokführers letzte Worte - Teil 2
Auch wenn ich jetzt kein Lokführer mehr bin, bleibe ich diesem Berufsstand dennoch weiter verbunden. Und noch immer verteidige ich ihn, wo es nur geht.
Eigentlich verteidigte ich schon immer die gesamte Bahn und werde es wohl auch immer tun. Weil ich aus Leidenschaft als Lokführer arbeitete. Und weil ich genug Hintergrundwissen habe, um mich und die Bahn rechtfertigen zu können. Mein Motto lautete stets: der einzige, der sich über die Bahn aufregen darf, bin ich. Nun denn, ich bin kein Lokführer mehr. Zeit, einmal die wichtigsten Punkte aufzugreifen, über die sich die Leute immer wieder ärgern.
"Des Lokführers letzte Worte - Teil 2" ... »Samstag, 9. Juni 2007
Des Lokführers letzte Worte - Teil 1
Sentimental? Ja! Schon immer. Gestern, am 8.Juni 07 endete meine mittlerweile 12 Jahre andauernde Laufbahn als Lokführer. Ich machte zum letzten Mal den Job, den ich schon immer machen wollte, von Kindesbeinen an. Und just eine Stunde vor meinem Feierabend stand ich in Freiburg auf genau dem Gleis, an dem damals alles begonnen hatte. Wo zumindest meine Karriere als Streckenlokführer begonnen hatte. Davor war ich noch Rangierlokführer und stellte mit großen und kleinen Dieselloks Güter- und Reisezüge zusammen. Ich stand da, sah mir den Freiburger Rangierbahnhof an und kam ins Träumen und Erinnern.
Die Anfänge meines Berufslebens, die langwierige Ausbildung, in der man uns wirklich jedes kleine Detail beibrachte. Meine erste Fahrt auf einer Rangierlok, wie beeindruckt ich war von der Kraft, die in der Maschine steckt. Die ewigen Nachtschichten mit den ewigen Rangierbewegungen. Die Umstrukturierungen bei der Bahn und mein Glück, beim Fernverkehr zu landen. Weitere Ausbildungen auf immer mehr Lokomotiven. Die Ausweitung des befahrenen Streckennetzes. Anfangs nur bis Mannheim, später bis nach Frankfurt und Mainz. Mittlerweile gar bis Köln. Die Ausbildung auf dem ICE. Die Woche in Fulda, wo ich im Simulator trainierte. Meine erste Fahrt eines Intercitys, später meine erste Fahrt eines ICE nach Frankfurt. Dieses Gefühl den Zug auf 250 km/h zu beschleunigen. Alle Fahrten unfallfrei. Und doch zwei Menschen getötet. Einen, weil es sein Wunsch war, auf diese Art aus dem Leben zu scheiden, den anderen, weil er zu blöd war und noch schnell über die Gleise rennen wollte.
Ich erinnerte mich an die damalige Zeit. Meine Güte, 12 Jahre, das ist rückblickend so wenig und doch ist so viel passiert. Ich weiß noch, wie ich im Auto saß und heulte, als ich meine letzte Schicht als ICE-Lokführer hinter mir hatte. Weil ich dort schon wusste, dass es ein Fehler war, dass ich meinen Kopf, statt meines Bauch hatte entscheiden lassen. Das ist jetzt drei Jahre her. Als ich gestern zum letzten Mal meinen Nahverkehrszug verließ, war mir nicht nach Tränen zumute. Denn bei diesem Abschied ist mein Bauch ebenso wie mein Kopf davon überzeugt, das Richtige getan zu haben. Jetzt überwiegt die Aufregung vor der neuen Aufgabe.
Das Thema Eisenbahn läßt mich natürlich nicht los, auch in meinem neuen Unternehmen werde ich mich weiterhin um das reibungslose Rollen der Züge kümmern, wenn auch von anderer Position aus. Aber meine Zeiten als Lokführer sind hiermit vorbei. Sentimental? Ja! Muß man vielleicht auch sein, wenn man einen Beruf mit Leidenschaft ausübt, oder?
Freitag, 27. April 2007
Mein neues Leben - Alles auf Null
Die Verträge sind unterschrieben. Die Tinte ist trocken. Es ist entschieden. Ich werde mein geliebtes Müllheim verlassen. Auch Freiburg werde ich den Rücken kehren, dem Breisgau, dem Markgräflerland, ja sogar Baden Württemberg wird mich nicht mehr zu seinen Bewohnern zählen können. Am 1.Juli 07 beginnt mein neues Leben in Duisburg. Und wie ihr euch vorstellen könnt, bin ich ganz schön aufgeregt.
"Mein neues Leben - Alles auf Null" ... »Sonntag, 25. März 2007
Summertime, and the living is european
Die EU feiert derzeit ihren 50.Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch. Und gerade heute habe ich das Gefühl, sie ist 50 Jahre und eine Stunde alt. Denn die Uhren wurden um eine Stunde vor gestellt. Oder anders ausgedrückt: heute morgen fehlte mir eine Stunde als ich aus beruflichen Gründen aufstehen musste. Deshalb bitte ich nun alle mitzusingen. Die Melodie kennt ihr.
Wer hat an der Uhr gedreht?Ist es wirklich schon so spät?
Soll das heißen, ja ihr Leut'
Sommerzeit, die gilt ab heut'
Mittwoch, 21. Juni 2006
Ärsche auf dem Feld
Fährt oder wandert man derzeit durch die ländlichen Gegenden unseres schönen Landes sieht man eine Menge Ärsche. Nein, damit meine ich nicht die Hundertschaften von hart arbeitenden Erntehelfern, sondern tatsächlich deren Hinterteile. Diese werden nämlich beim Pflücken und Sammeln in orthopädisch ungesunder Haltung in die Höhe gereckt.
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