Ich bin endlich mal dazu gekommen, den Film "Forgetting Sarah Marshall" oder wie er in Deutschland heißt "Nie wieder Sex mit der Ex" zu sehen. Ein, wie ich finde, unterirdischer Streifen, der sich eigentlich nur der beiden Hauptdarstellerinnen wegen lohnt, ihn anzusehen. Mein All-Time-Favourit Kristen Bell und Mila Kunis, auf die ich mich im kommenden Max Payne Movie freue (und sie spielt World of Warcraft, was der Abkürzung WoW eine neue Bedeutung gibt). Anyway, der Film selbst ist so dermaßen unlustig, uninspiriert und stupide, dass es einem schlecht werden könnte. Man hat den Eindruck, als hätte es gar kein Drehbuch gegeben, als wären alle Szenen schlecht improvisiert und die Gags einfach aus einer Bierlaune heraus entstanden. Überhaupt scheinen die Macher noch immer in der analen Phase festzustecken und irgendein sexuelles Problem nicht verarbeitet zu haben. Nochmal anyway. Der Film suckt. Aber was ich wirklich klasse fand, war ein T-Shirt, das einer der Darsteller trug. Schwarz, mit dem Schriftzug "I see dead pixels". Das ist so verdammt cool, weil es gleich doppelt nerdig ist. Und wer nicht weiß warum, ist kein Nerd. Das Shirt lässt sich beispielsweise hier bestellen und steht somit offiziell auf meiner Wunschliste.
Raus aus dem Bush. Es ist vollbracht und wie erwartet, wurde John F. Barack Obama zum neuen amerikanischen Präsidenten gewählt. Yo. Voll cool das. Die Welt wird nun endlich wieder eine bessere werden...
Noch nie habe ich es verstanden, weshalb das Thema PC- und Konsolenspiele im Fernsehen so stiefmütterlich behandelt wird. Schließlich spielt mittlerweile fast jeder, egal ob am Rechner, am Fernseher, oder mobil. Und mit Games werden nachweislich mehr Dollar umgesetzt als in der Filmindustrie. Dennoch gibt es im deutschen Fernsehen nur eine Sendung, die regelmäßig über Neues und Interessantes auf dem Spielemarkt informiert. MTVs Game One.
Woran liegt das? Ist es wirklich nur mangelndes Interesse der Zuschauer? Oder hat da das Internet mittlerweile weit die Nase voraus? Ist das passive Medium Fernsehen einfach nicht geeignet, um aktive Unterhaltung wie Spiele an den Mann zu bringen? Aber wieso gibt es dann soviel mehr Game-Zeitschriften? (Wobei auch hier der Markt rückläufig ist). Oder sind Spiele in den Augen der Senderchefs entweder Kinderkram oder gefährliche Ego-Shooter-Massenmörder-Inspirationen? Und um nochmal den Vergleich zur Filmindustrie heranzuziehen: Es gibt auch keine vernünftige Sendung über Kino. So gesehen scheint das deutsche TV alles zu ignorieren, was man jenseits des Fernsehkonsums zum Zeitvertreib tun kann. (Selbst Elke Heidenreich liest nicht mehr)
Doch zurück zu Game One auf MTV. Auch diese Sendung hat es nicht leicht. In wunderbarer Regelmäßigkeit wird ihre Länge verändert. Oder der Sendeplatz. Was dazu führt, dass ich mehr Folgen verpasse, als mir lieb ist. Denn ich mag die Sendung. Und ich mag die beiden Moderatoren. Simon Krätschmer und Daniel Budimann führen durch das Programm, stellen neue Spiele für alle Systeme vor, führen Interviews und zeigen auch Hintergrundberichte. Und dazwischen machen sie viel Quatsch. Da werden mit Green-Screen und Außenaufnahmen kleine Einspieler produziert, da wird teils plumper Humor benutzt oder Filmschnipsel werden eingestreut. Eine Menge Aufwand und stets an der Grenze zum kindischen und zur Lächerlichkeit. Aber irgendwie charmant. Die beiden Jungs machen das alles mit soviel Witz und Spaß an der Sache, dass auch der Zuschauer seine Freude hat.
Und dann kommt noch dazu, dass sie fundiertes Wissen und kritische Bewertung an den Tag legen, die weit abseits von McDonalds-Spiele-Promotions liegt. So wird beispielsweise nicht nur erzählt und gezeigt, dass ein neuer Call-of-Duty-Teil auf dem Markt ist. Nein, man spricht öffentlich über die moralischen Bedenken, zeigt Spieleszenen, die grenzwertig sind und gibt dem Titel mutig einen faden Beigeschmack. Was dem Zuschauer wieder beweist, dass Spiele auf dem Bildschirm eben nicht nur aus Schießen und Töten bestehen sollen. Game One geht mit dem Thema tatsächlich auch differenziert um.
Diese Mischung aus plumpem Klamauk, kritischem Betrachten und den sympathischen Moderatoren macht für mich den Reiz der Sendung aus. Denn jenseits des Gaga Giga-Programms (zu 95% nur für unter 16-Jährige zu ertragen) ist Game One die letzte Bastion der Spieleberichterstattung im Fernsehen.
Wer, wie ich, immer wieder die Folgen verpasst, kann sie natürlich auch online sehen, was mich zu meiner anfänglichen Frage bringt: Ist das Internet in Sachen Spiele weiter und vielleicht auch geeigneter? Schwer zu sagen, denn interessanterweise macht Game One im Netz nicht so viel Spaß. Im Netz suche ich gezielt nach Informationen, da will und kann ich mich nicht berieseln lassen. Da will ich auch keinen Klamauk, da will ich Szenen aus dem Spiel, eine Bewertung und die Frage beantwortet haben, ob ich es kaufen kann. Lässig auf dem Sofa liegend, macht es viel mehr Spaß, eine Show zu sehen, gut gelaunte Leute vor der Kamera und witzige Ideen.
In Sachen Spiele ist MTV ja glücklicherweise noch sehr engagiert. Die MTV Game Awards stehen an. Diese werden zwar nie den Stellenwert eines EMA bekommen, aber immerhin. Und sagte ich eben "noch"? Nun, wie man allerorten lesen kann, ist MTV (und die Tochtersender Viva und Comedy Central) in argen Geldnöten. Sendungen werden gestrichen, VJs ihres Jobs beraubt.
Bitte MTV, lasst Game One nicht sterben. Kürzt es auch nicht wieder. Seid mutig und zeigt Game One prominenter. Ihr habt da wirklich eine kleine Perle, die eine komplett brachliegende Nische nutzt. Bitte füllt euer Programm nicht nur mit weiteren Kuppel- und Castingshows und anderem Mist (By the Way: Zeigt ihr eigentlich überhaupt noch Musikvideos? Wenn ja, wann?).
Nein, die Band, die den Song geschrieben hat, heißt nicht Crash. Und die CD muss so in den Player gelegt werden, dass die spiegelnde Seite nach unten zeigt. So manches ist den Senioren fremd, die sich mehrmals die Woche treffen, um ihren nächsten großen Auftritt zu proben. Sie alle gehören zum Ensemble des Young@Heart-Chors. Kaum einer der Mitglieder ist unter 80 Jahren alt. Doch das ist nicht das erstaunliche an dem Chor. Sondern die Auswahl der Songs, die sie vortragen. Eigentlich nicht ihrer Altersklasse entsprechend, studieren sie Rock- und Pop-Songs ein, Punk und Soul ist ihnen ebenfalls nicht fremd. Obwohl - eigentlich ist ihnen das alles so fremd, dass die Auftritte erfrischend anders, schräg aber doch wundervoll authentisch klingen.
Stephen Walker begleitete und filmte den äußerst erfolgreichen Chor mehrere Wochen bei den Proben. In dieser Zeit probten die Senioren für den nächsten Auftritt in ihrer Heimatstadt und die Kamera ist von Anfang an dabei, wenn Bob, der Chorleiter die neuen Songs vorstellt, die es zu lernen gilt. Im Laufe des Films lernt man einige der Sänger näher kennen. Estelle, die ehemalige Stripperin oder Joe, der jeden Text innerhalb eines Nachmittags auswendig kann. Jeder von ihnen ist ein herrliches Original. Ihnen allen gemein ist die Liebe und die Begeisterung für das Singen. Kaum einer von ihnen kann es wirklich gut, aber dafür mit umso mehr Inbrunst.
Walker begleitet den Chor, lässt seine Hauptpersonen im Interview zu Wort kommen und entlockt ihnen so manches Bonmot und wunderbare Anekdoten. Sie erzählen, wie wichtig es ihnen ist, Mitglied des Chors zu sein, welche Kraft ihnen das gibt. Sie zeigen sich teils fast jugendlich verspielt und übermütig. Sehr schnell gewinnt man als Zuschauer jeden Einzelnen lieb. Was auch gewisse Gefahren birgt.
Denn nicht nur die Leidenschaft für den Chor ist den Senioren gemein, sondern auch die unumgängliche Nähe zum Tod. So trifft es einen bis ins Mark, wenn Bob Silvani nach langem, schwerem Kampf letztlich doch verstirbt. Und man kann sich der Tränen spätestens dann nicht mehr erwehren, wenn der Chor eine Stunde nach Erhalt der Nachricht über den Tod ihres Freundes in einem Gefängnis den Häftlingen "Forever Young" von Bob Dylan vorsingt. Und die Knackis wie versteinert dreinblicken.
Die Dokumentation bietet überraschend viele solcher Momente, in denen sich die Stimmung schlagartig ändert. Teils weiß man gar nicht mehr, ob man aus Trauer weint, oder weil man so entzückt ist ,oder weil wieder etwas so unfassbar lustiges passiert ist. Ich habe es schon so oft geschrieben, dieses Zitat "der hat kein Herz" aber ich nutze es gerne wieder. Wer spätestens bei Coldplays "Fix You", das eigentlich ein Duett hätte sein sollen, nicht weint, der hat kein Herz.
Irgendwann sagt Joe, es sei der Gesang, der ihn so lange am Leben gehalten hätte. Dieses Ziel, wieder auf der Bühne zu stehen und dort das Publikum zu verzücken. Die Kamera entfernt sich dabei von ihm, während er seine sechste Bluttransfusion erhält und man bereits weiß, dass der Krebs wieder da ist. Für einen Moment bleibt alles still.
Young@Heart ist ein wunderbarer Film, nicht nur über einen Chor von Senioren. Er ist eine Ode an die Leidenschaft, ein Lobgesang auf das Älterwerden mit Freude und Lust. Ein Denkmal gegen das Aufgeben und für die Begeisterung für das Leben an sich. Am Ende sagt eine der Zuschauerin: "Ich werde mich nie wieder darüber beklagen, älter zu werden oder mich müde zu fühlen." Dem kann ich nur zustimmen. Alt werden ist nach diesem Film nur noch halb so schlimm.
Genau so sollen Kinofilme sein. Sie sollen interessante Geschichten erzählen, mit interessanten Darstellern und sie sollen einen zum lachen und zum weinen bringen. Manchmal glaube ich doch daran, dass Kino nicht verloren ist. Übrigens fand ich es sehr begrüßenswert, dass lediglich die Stimme des Erzählers synchronisiert und die Dialoge, Interviews und Gesänge im englischen (untertitelten) Original belassen wurden.
"Die Politik hat nicht über Architektur zu entscheiden." Dies sagt Dietmar Cremer auf die Frage, wer das neue Kunstprojekt Duisburgs denn bezahlen wird und ob die Stadt in die Entscheidung überhaupt eingebunden gewesen wäre. Das war sie also nicht. Und wo die 24 Millionen Euro für den Anfang 2009 beginnenden Bau herkommen sollen ... in der Zeiten der Finanzkrise, Pest und Cholera ... warten wir es ab.
Ach, vielleicht sollte ich noch erzählen, worum es hier eigentlich geht. Die Küppersmühle am Duisburger Innenhafen bekommt eins aufs Dach. Ein Museum, ein leuchtendes, architektonisch fragwürdiges Museum. Aufs Dach. Dieser liebevoll Schuhkarton genannte, weigerte sich so dermaßen, sich einzufügen oder irgendwie zu passen, dass einem glatt der Mund offen stehen bleibt. Designet wurde der Schuhkarton vom renommierten Architektenbüro Herzog und de Meuron. Die haben nicht nur die Allianz Arena in München und das Vogelnest in Peking, sondern auch das Vitra Haus in meiner Geburtsstadt Weil am Rhein gebaut. Und, jetzt haltet euch fest, auch viele Gebäude für meinen Arbeitgeber. Die Zentrale am Bahnhof SBB in Basel stammt ebenfalls aus deren Büro.
Schuhkarton auf der Küppersmühle - Copyright derwesten.de
Dennoch. Dieses leuchtende Bricket auf der Küppersmühle geht gar nicht. Da kann Duisburg noch so sehr eine der Kulturhauptstädte 2010 sein. Das macht den Rest von Duisburg auch nicht schöner. He, liebe Stadtverwaltung, kümmert euch mal lieber um die Innenstädte. Seht mal lieber zu, dass der Bahnhofsbereich attraktiver wird. Versteckt mal die Autobahnen. Ersetzt diese hässlichen Konjunkturbauten. Es gibt soviel zu tun.
Aber ich hab grad eine Idee, was man mit dem Schukarton machen könnte: den hässlichen Vogel aus der Fußgängerzone darin einsperren und beides vergraben. Macht man das nicht so mit hässlichen, verendeten Vögeln und nutzlosen Schukartons?
Ja, was denn nun? Streiten oder nicht streiten? Nach meinen Recherchen heißt das Sprichwort im Original "Über Geschmack lässt sich nicht streiten". Und doch hört man so oft die Version "Über Geschmack lässt sich streiten". Was ist denn nun wahr?
Meiner Ansicht nach beides. Die Wortwahl des Sprichwortes ist nur etwas missverständlich. Denn über Geschmack lässt sich definitiv streiten. Weil Geschmack etwas rein subjektives ist und damit auch jeder Mensch eine eigene persönliche Meinung hat. Die mit den Meinungen anderer kollidiert, was für Zünd Gesprächsstoff sorgt. Streitbares gibt es wahrlich genug. Mein Lieblingsthema: Film. Mittlerweile habe ich es aufgegeben, mit anderen über Filme zu "diskutieren". Wenn jemandem ein Film nicht gefällt, den ich klasse finde - so what? Ich muss niemanden überzeugen. Ich darf dafür auch Filme scheiße finden, die alle anderen mögen.
Und damit wären wir bei der zweiten Wahrheit. Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Aber nicht, weil es keine Streitpunkte gäbe. Sondern weil es eben keinen Sinn macht. Das Sprichwort sollte daher lauten "Über Geschmack braucht man nicht streiten".
Hab ich schon erwähnt, dass ich den neuen Bond-Song beschissen finde und dass ich Keinohrhasen beschissen fand und dass ich Wall-E liebe? Mehr dazu noch diese Woche. Und ich erwarte Eure Meinungen in den Kommentaren.
Am 6.November startet das neueste Bond Abenteuer mit dem unfassbar bescheuerten Titel "Ein Quantum Trost". Nun sind wir in Deutschland ja aus Tradition mit albernen und strunzdämlichen Filmtiteln gesegnet, doch diesmal kann man dem Filmverleih kaum einen Vorwurf machen. Der Originaltitel lautet "A Quantum of Solace" was kaum sinnvoller ist, aber wenigstens besser klingt. Ohnehin hätte ich das englische Quantum eher mit Quentchen übersetzt, auch wenn es laut Wikipedia nicht die korrekte Bedeutung hätte. Aber klingt "Ein Quentchen Trost" nicht viel besser? Okay, eher nicht.
Und vielleicht sollte man sich über den Filmtitel auch nicht zu sehr ärgern. Da gab es schon früher weit dämlichere Beispiele. Ich sage nur Octopussy. Was ich wirklich ärgerlich finde, ist der offizielle Bond-Song. Diesmal "eingesungen" von Jack White und Alicia Keys. So sehr sich Herr White auch bemüht hat, das Bond-Flair in den Song zu packen, das Stück ist absoluter Mist. Es beginnt vielversprechend, ändert aber zu oft die Richtung, kommt zu langsam in Fahrt, nervt dann mit Pseudo-Rap um schließlich mit einem so unmelodischen Duett die Ohren zu strapazieren, dass man sich lieber einen Schraubendreher in die Augen stechen würde - denn das täte weniger weh. Nicht mal in der ersten Vorrunde von DSDS wurde so schlecht gesungen. Ich vermute ja, dass Frau Keys einen ganz anderen Song singt. Schließlich passt hier nichts zusammen. Man hätte vielleicht doch Frau Winehouse für den Job holen sollen.
Dämlicher Filmtitel, schrecklicher Filmsong - ein Quantum Trost bleibt noch. Die Trailer sehen einfach phantastisch aus und beim ersten Anschauen lief es mir wieder kalt den Rücken herunter vor Freude. Ich habe die große Hoffnung, dass der neue Bond genau da und genau so weitermacht, wie er in "Casino Royale" aufgehört hat. Und wenn dem so ist, wird es auf alle ein großartiges Kinovergnügen.
Leben, Surfen, Fotografieren, Spielen, Staunen, Entdecken, Lachen, Ärgern,
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Roger Graf.
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