Mittwoch, 20. August 2008
Pfad finden befreit
Freitag, 8. August 2008
Klugscheißerwissen zu den olympischen Spielen 2008 in Peking
Donnerstag, 17. Juli 2008
Die Welt verstehen
Manchmal versteht man einfach die Welt nicht. Und man versteht sie oft deshalb nicht, weil einem das Hintergrundwissen dafür fehlt. So weiß ich bei allem Ärger mit der Deutschen Bahn, was hinter den Kulissen passiert, welche Probleme sich auftürmen, wie mit Sicherheit fieberhaft an Lösungen gebastelt wird. Der gemeine Kunde draußen am Bahnhof weiß davon natürlich nichts, ärgert sich und flucht.
Der Patient im Krankenhaus, der schon seit vier Stunden auf den Besuch eines Arztes wartet, flucht ebenfalls, sieht den Herrn Doktor in seiner Vorstellung mit den Krankenschwestern Kaffee trinken und flirten, während ihm selbst ein krankes Körperteil zu schaffen macht. Dass der Arzt überhaupt nicht an Kaffee denken kann, weil er seit 16 Stunden unter Strom steht und vor lauter Arbeit nicht nach kommt - davon kann der Patient natürlich nichts wissen.
Unser Blickfeld ist immer eingeschränkt. Und je weniger Informationen wir bekommen, umso quälender ist es, umso schwieriger zu verstehen ist diese Welt.
Mir ging es erst neulich wieder so, als ich in eine Baustelle auf der Autobahn fuhr. Also natürlich nicht in die Baustelle selbst, sondern in den Stau der sich bildete, weil plötzlich zwei Fahrspuren verloren gingen, um Platz zu schaffen für.. nunja, eigentlich nichts. Ich sah dort einen Bagger, hier eine Maschine, da ein Stückchen platt gewalzter Boden, dort einen Sandhaufen. Aber keinen Menschen und keine Bewegung. Nichts besonderes also. Allerdings sieht dieses Bild bereits seit gut einem Jahr so aus. Es scheint einfach kein bisschen voran zu gehen.
Auch hier muss ich natürlich gestehen, keinen Einblick zu haben. Jeder Arbeiter in der Autobahnmeisterei wird nun vermutlich stöhnen, wenn er das liest. Aber für mich als uninformierter Autofahrer ist es einfach unverständlich weshalb ein Hochhaus schneller in den Himmel wächst, als ein Stückchen Erde mit Teer bedeckt und platt gewalzt werden kann. Kann es denn so schwer sein, eine Grube auszuheben, Sand hinein zu werfen, diesen platt zu machen, mit der Wasserwaage zu überprüfen, Teer drauf, wieder zu walzen und Striche zu malen? Das ist doch in wenigen Tagen erledigt.
In meiner Welt. Aber meine Welt ist nicht die reale Welt. Und manchmal versteh ich die Welt einfach nicht. Aber immerhin weiß ich warum.
Mittwoch, 30. April 2008
Drei Geschichten der Begegnung: Zwei
Auf dem BarCamp in Offenburg hätte man unzählige Kontakte knüpfen können. Wäre genug Zeit dazu gewesen. Ich schätze mal, die Mehrzahl der Anwesenden kannte sich bereits vorher. Daher kam es wieder zur üblichen Grüppchenbildung, in die nur schwer einzubrechen war. So lernte ich persönlich nicht allzu viele Menschen kennen. Mit Oliver Gassner tauschte ich mich nur in einer Session mit wenigen Worten aus, ich traf Christoph von fudder und konnte einem der Veranstalter, Sebastian Grünwaldt, schnell Hallo sagen. Und einen Menschen traf ich dort, der mir bereits durch die Kommentare in meinem und die Texte in seinem Blog bekannt war. Flominator nennt sich der junge Mann, heißt eigentlich Florian Straub und kommt aus dem lauschigen Hinterzarten.
Während des BarCamps liefen wir uns mehr als einmal über den Weg und konnten uns austauschen. Leider verpasste ich seine Session, was ich beim nächsten Mal sicherlich nachholen werde. Den ganzen Tag über hatten wir beide nicht den geringsten Verdacht, dass wir uns vielleicht schon seit längerem kennen könnten. Erst am Abend, zuhause wieder am Rechner sitzend (Nerds) und im ICQ chattend, fiel ihm mein Nickname auf. Webster. So fragte er, ob ich denn früher eine andere Homepage gehabt hätte. Ja, ebrake.de hieß sie, wo ich meine Gedichte, Kurzgeschichten, Fotografien und meine Romane vorgestellt hatte. Ob ich vor vielen Jahren einmal in Kirchzarten bei einem Käsefondue Essen gewesen sei, fragte er anschließend. Gut, ich merke mir nicht jedes Käsegericht meines Lebens. Außerdem mag ich Käsefondue ja absolut nicht, allerdings kannte ich vor langer Zeit jemanden in Kirchzarten. Ich nannte einen Namen. Und da fiel es ihm wie Schuppen aus den Haaren (Uralter Witz von Otto), er kramte in alten E-Mails und schickte mir eine Nachricht, die er vor fast acht Jahren von mir bekommen hatte.
Wir hatten uns auf einer Party kennen gelernt, die von den Freunden der Freundin eines guten Freundes veranstaltet worden war. Im mondänen Haus der verreisten Eltern. Bei Käsefondue. (Die Freunde der Freundin des Freundes, ein hübsches Pärchen, wurden übrigens ein paar Tage nach dieser Party von mir für das Cover meines ersten Romans "Ist ja hinReisend" fotografiert). Schlagartig war die gesamte Erinnerung wieder da. Ich könnte noch heute die Küche in allen Einzelheiten beschreiben. Dass ich mich allerdings mit Flominator (er nannte sich schon damals so) an diesem Abend unterhalten und schließlich E-Mail Adressen ausgetauscht hatte, war mir völlig entfallen.
Und hier prangte plötzlich eine Mail vom 19.Oktober 2000 auf meinem Schirm, die ich ihm damals geschickt hatte. Mit einem Hilferuf verzweifelter Eltern, die ihre Tochter Alexandra vermissten. (Unglaublich, dass ich so etwas weiter schickte. Ist Alexandra eigentlich gefunden worden? Oder war das reiner Spam?) Den Flominator, den ich auf dem BarCamp 2008 in Offenburg kennen gelernt hatte, kannte ich schon vor fast acht Jahren.
Doch es kommt noch verrückter. In der Liste der Empfänger meiner Mail entdeckte ich so manchen Kontakt, zu dem ich heute überhaupt keinen, nunja, Kontakt mehr habe. Trauriger/glücklicherweise. Viele der Kontakte sind ehemalige Freunde, Menschen, die man irgendwann aus den Augen verloren hat und... Kontakte, die ich durch meine damalige Schriftstellerei gesammelt hatte. Darunter auch ein gewisser Oliver Gassner. Ich stutzte und recherchierte. Tatsächlich. Mit dem Oliver Gassner, den ich beim BarCamp in Offenburg zum ersten Mal sah, hatte ich ebenfalls vor gut acht Jahren regen Mailverkehr (wie das klingt). Damals in seiner Funktion als Chef des Litareraturportals Carpe.com (das auch heute noch existiert).
Ist die (Online-) Welt nicht ein Dorf?
Dienstag, 29. April 2008
Drei Geschichten der Begegnung: Eins
Der Vortrag beim BarCamp ist spannend und gut besucht. Ich sitze irgendwo am Rand und lausche dem Sprecher, mein Macbook wärmt meine Schenkel. Ich tippe eine kurze Nachricht in die Twitterwelt und konzentriere mich wieder auf den Vortrag. Jugend im Netz. Ich glaube, ich bin zu alt. Nur wenige Sekunden später blinkt es auf meinem Bildschirm. Wer nicht? Und ich merke übrigens gerade, dass ein Follower von mir direkt vor mir sitzt. Ich lese es und denke mir nichts dabei. Wen meinst du? Mich? frage ich in die Twitterwelt hinaus. Ja. Nun bin ich verblüfft und registriere erst richtig, was da steht. Langsam drehe ich mich um und entdecke auf dem Stuhl hinter mir eine junge Frau, die lächelt und leise "Hallo." sagt. Es ist die Vizekönigin, die auf meinen Bildschirm gespickt und dabei entdeckt hat, dass ich ihr Gezwitscher verfolge. Nur eine Armlänge von mir entfernt. Sie hätte mir auch einfach an die Schulter tippen können. Bedenkt man nun, dass ihre Nachricht über das Burda-WLAN, durch das Internet, zu den Twitter Servern, die vermutlich auf einem anderen Kontinent stehen, wieder zurück über Datenleitungen und Unterseekabeln in das Burda WLAN geschickt wurde, um daraufhin auf dem Rechner zu erscheinen, der sich direkt vor ihr befindet, so wirft das doch die leise Frage auf, wie und ob uns das Internet, das Chatten, das Bloggen, das Twittern, das Social Networken tatsächlich näher bringt. Die Welt ist gleichzeitig so unendlich groß und so nah geworden.
Mittwoch, 20. Februar 2008
Die einzig wichtige Frage zum Thema Liechtenstein
Dienstag, 19. Februar 2008
Das Ende der HD-DVD
"Das Ende ist nah", hieß es bereits seit längerem und nun ist es tatsächlich eingetreten. Toshiba, einer der Mitbegründer des HD-DVD Standards gibt sich geschlagen und auf. Damit hat, schneller als ich erwartet hatte, das BluRay Format gewonnen. Ob das bessere System gewonnen hat, kann ich nicht wirklich beurteilen. Beide haben (hatten) Vor- und Nachteile und auch das Argument des Preises war im Grunde nur eine Frage der Zeit. Mir persönlich war das HD-DVD Format sympathischer, weil es ohne Ländercodes und weniger restriktiv daher kam. Aber nun gut. Jetzt müssen wir in der hoch definierten (High Definiton, HD) Zukunft also mit BluRay leben.
Interessant war aber zu verfolgen, wie die HD DVD so ganz langsam an Boden verlor, durch günstige Preise versuchte, noch einen Umschwung zu erreichen und doch immer mehr Firmen, Filmstudios und Märkte zum anderen Lager wechselten. Der Anfang vom Ende war sicherlich die Abkehr Warner Brothers als Unterstützer. Und spätestens seit Wal Mart in den USA sagte, man würde in Zukunft keine HD-DVDs mehr verkaufen, war die Sache so gut wie beschlossen.
Mich erinnert das Ganze an zweierlei: Erstens: In den 70er/80er Jahren tobte schon einmal ein Formatkrieg. Video2000 gegen Betamax gegen VHS. Wer damals gewann, wissen wir alle. Das (vielfach gehört) schlechteste aller Formate, VHS. Und interesanterweise nicht das offenbar technisch überlegenere Betamax-Format von Sony. Damals gab die Unterstützung der Pornoindustrie den Ausschlag (die meisten Pornos gab es nun mal auf VHS). heute waren es die großen Filmstudios. Und diesmal ist Sony mit BluRay der Gewinner.
Ich als Kunde habe da nichts einzuwenden. Die Preise für BluRays sowie entsprechender Player werden mit der Zeit fallen. Man muss sich nun nicht mehr darum sorgen, ob man auf das richtige Format gesetzt hat und teure Comboplayer, die beides spielen können sind ebenfalls nicht nötig. Die Verwirrung ist verschwunden. Denn, und damit zweitens, nicht mal bei der guten alten CD hatte man sich einigen oder entscheiden können. Dort gibt es noch immer das Plus und Minus Format.
Dennoch frage ich mich, was das ganze soll. Wieso stecken Firmen Milliarden und Abermilliarden in unterschiedliche Formate, obwohl von vornherein klar ist, dass nur eines überleben kann? Wieso werden diese Gelder nicht von Anfang an gebündelt und für den Verbraucher ein gutes Paket geschnürt, ein Format, günstige Player und Medien. Ausgereifte Technik zum günstigen Preis? Ich lebe wohl noch immer in einer Traumwelt. Marketingtechnisch gesehen.
Und nun? Heißt es weiter abwarten, bis die BluRay so günstig geworden ist, dass sie der herkömmlichen DVD Konkurrenz machen kann. Denn erst dann wird es zu einer Ablösung kommen. Für mich bietet die DVD noch genug hochwertiges Material, das ein Upgrade noch nicht so dringend ist. Zumindest nicht zu jedem (diesem) Preis.
Und selbst Microsoft denkt ja schon öffentlich darüber nach, ihr bisher angebotenes und nun obsoletes HD-DVD-Laufwerk für die Xbox360 sterben zu lassen und vielleicht schon im Sommer ein externes BluRay Laufwerk anzubieten. Dann muss ich mir nicht mal eine PS3 holen.
