Samstag, 23. August 2008
Lassen Sie mich durch
"Sehr geehrte Fahrgäste. Sollte sich in diesem Zug ein Arzt befinden, so möchten wir ihn bitten, sich im Bistrowagen zu melden. Vielen Dank." Nur wenige Sekunden nach dieser Durchsage hetzen eine Handvoll junge, engagierte Männer durch den Gang. In ihren Gesichtern steht der hippokratische Eid geschrieben, ihre Augen leuchten, ihr Blick ist ernst und fokussiert. Ich hoffe, einer von ihnen trägt den Nachnamen House. Und ich erinnere mich an einen lange gehegten Wunsch. Den, mich durch eine Menschenmenge zu drängeln, die bedeutungsschwangeren Worte "Lassen Sie mich durch. Ich bin Arzt" zu rufen und mit Wohlwollen festzustellen, dass ein jeder zur Seite tritt und Platz schafft. Dieser Wunsch kommt gleich nach dem, mich in einem voll besetzten Lokal an den dort stehenden Flügel zu setzen, eine Elton-John-Performance hinzulegen und damit alle anwesenden Damen heiß und die Männer neidisch zu machen. Hach ja. Dann beobachte ich weiter die Regentropfen an der Scheibe, die Spermien gleich zu einem Ei im hinteren Zugteil eilen.
Bielefeld?
Samstag, 16. August 2008
Übel übel
Reiseübelkeit kann jeden treffen. Sei es auf dem Schiff, im Flugzeug oder im Auto. Mir selbst wurde früher immer beim Bus fahren schlecht. Und auch ein Schiff sollte nur langsam und ohne Wellengang bewegt werden. Aber in einem Zug wurde mir bislang nie übel. Wäre auch kontraproduktiv gewesen für einen Lokführer. Gestern fuhr ich zum ersten Mal mit der Baureihe 612 von Basel an den Bodensee. Dieser Zug ist mit der sogenannten Neigetechnik ausgerüstet. Kurz erklärt bedeutet dies, der Zug legt sich so in die Kurven, dass er der Seitenbeschleunigung entgegen wirkt, wodurch er deutlich schneller durch die Kurve fahren kann. Das Prinzip selbst ist natürlich clever. In der Realität sieht es allerdings so aus, dass man einen starken Magen braucht und seinem Gleichgewichtssinn einen Tipp geben sollte, was geschieht. Mein Regionalexpress von gestern legte sich so abrupt und stark in die Kurven, dass meinem Magen richtig flau wurde. Teilweise neigte er sich sogar bei Kurven zur Seite, bei denen es vermutlich gar nicht nötig gewesen wäre. Man spürt den Unterschied, ob es eine wirkliche Kurve ist, oder die Hydraulik den Zug neigt. Als sich vor mir ein junges Pärchen setzte und in Essig eingelegte Wasauchimmers auspackte, war es um mich geschehen. Mir war speiübel. Der enge Sitzplatz, bei dem meine Knie am Hartplastiksitz des Vordermanns schrubbten und die Lautstärke der Dieselmotoren, die jegliches Gespräch zu einem Geschrei werden lässt (mein iPod lief auf voller Lautstärke) trug nicht zu einer Besserung des Fahrgefühls bei. Enge Sitze, abrupte Kurvenbewegungen, hohe Lautstärke. Ich wähnte mich einer Boeing 737 auf dem Flug in den Urlaub. Gerüchte besagen übrigens, dass alle Neigetech-Züge der DB ein Fach mit Kotztüten haben. Ich habe bis jetzt nicht heraus finden können, ob es stimmt. Aber sinnvoll wäre es.
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Frisch kommentiert
Donnerstag 20:25
Ich glaube viele verwechseln gesunde Angst oder ein unbehagen mit einer Ph [...]
Mittwoch 08:39
Ähhm, ich glaube, ich habe am 30. doch nichts vor....
Dienstag 18:49
Das kommt mit dem Alter...
Dienstag 15:38
lach na dein Gesicht hätte ich gerne gesehen. Aber ich denke das es [...]
Dienstag 13:42
Also mir ist so was noch nicht passiert. Wüsste auch gar nicht wie ich dam [...]
Dienstag 09:55
Und ich will Wall-E, Eve und Burn-E und überhaupt...