Monat: Februar 2006

  • Freiburg ist eine Insel – ohne Vogelgrippe

    Als glücklicher, gebürtiger Einwohner Südbadens fühlt man sich wahrlich wie auf einer Insel. All die bösen Dinge, die in der Welt geschehen, passieren eben nur dort, aber niemals hier. Hier im Markgräflerland und im Breisgau gibt es keine Flutkatastrophen. Auch keine Lawinenunglücke. Keine Hurrikans oder Sturmfluten. Keine Dächer stürzen ein. Und keine Berge. Wir leben zwar in einem Erdbebengebiet und hin und wieder rumpelt es sogar (manche meinen, dass der Kaiserstuhl nicht wirklich ein erloschener Vulkan ist) aber wenn wir gerade mal darüber nachdenken, dann finden wir das eher noch cool und verwegen von uns, hier zu leben.

    Auch bei den Arbeitslosen sieht es ähnlich aus. Wir haben nämlich eine recht moderate Rate. Ebenso mit der Kriminalität. Oder Drogentoten. Oder irgendetwas, was man eben aus den Nachrichten und aus den Großstädten kennt.

    Wir haben die Skigebiete direkt vor der Haustür und die wärmsten Sommer. Wir haben die Schweiz direkt nebenan, wo es billigen Sprit und Zigaretten gibt.

    Ergo: es gibt kaum einen besseren Platz in Deutschland zum Leben, als das schöne Gebiet rund um Freiburg. Freiburg ist eine Insel, an der all das Böse nicht angeschwemmt wird.

    Wie ich eben schon erwähnte, wurden wir bisher auch von all diesen Katastrophen verschont (nunja, Tokio Hotel kamen trotzdem (aah, ich wollte schon immer Tokio Hotel und die Vogelgrippe im gleichen Artikel unterbringen)). Doch das könnte sich schneller ändern, als uns lieb ist.

    Als ich von der Vogelgrippe zum ersten Mal hörte, dachte ich noch: Auweia, das ist ja mal wieder schlimm, drüben in China. Als die Pest in der Türkei war, dachte ich: Auweia, das ist aber wirklich schlimm da in der Türkei. Als die toten Vögel auf Rügen gefunden wurden, dachte ich: Auweia, hoffentlich kriegen die das bald in den Griff. Rügen war noch immer weit genug von unserer Insel entfernt.

    Nun wurde zum ersten Mal H5N1 in Überlingen entdeckt (siehe hier, hier, hier und hier). Ich muss voraus schicken, dass ein Teil meiner Familie im schönen Überlingen am schönen Bodensee lebt. Und mit einem Mal schiebt sich die Insel näher an die restliche Bevölkerung heran. Mit einem Mal muss man sich Gedanken machen, was eigentlich gerade passiert auf dieser Welt. Plötzlich denkt man: Hätte ich doch nur die Verhaltensregeln gelesen, die die Bild Zeitung vor kurzem veröffentlicht hatte.

    Nein, natürlich gibt es keinen Grund zur Panik. Das ist auch mir klar. Und auch den Überlingern. Dennoch ist es ein eigenartiges Gefühl, wenn das eigene Paradies mit einem Mal so unmittelbar bedroht wird.

    Mir schwant (!!!) Böses.

  • In Nürnberg ist es geiler

    Nicht nur mein alter Freund Chris sagt gerne, er wünschte sich zurück nach Nürnberg. Damals, als er dort studiert hat, war die Welt noch in Ordnung. Und auch ich habe nur schöne Erinnerungen an Nürnberg. Schließlich war ich dort das erste Mal in meinem Leben in einem KFC. Seufz. Holger, der nun ebenfalls nach Nürnberg gezogen ist, schickte mir letztens ein Foto, das den letzten Beweis erbringt, das es in Nürnberg einfach geiler ist.

    latte_Grenvernderung

    Zu sehen ist eine Tafel an einem Cafe, die einem eine Morgenlatte zu kleinem Preis anbietet. Haha. Scheint ohnehin ein sehr witziges Lokal zu sein – auf einer anderen Tafel steht: Kommst rein, kannst raus schauen. Ich schmeiß mich weg.

    latte2_Grenvernderung

    Also ich würde gerne mal wieder nach Nürnberg. Lecker essen. Ein bißchen auf der Burg herum spazieren und abends in dieser einen Bar einen Cocktail schlürfen (die mit dem Getränkebuch und dem Klavier). Die Morgenlatte kommt dann schon von allein. Danke, Holger. Ich werde Dich demnächst besuchen.

  • Alles ist CD

    Kann es sein, dass die beiden Buchstaben C und D in unser Gehirn gebrannt wurden? Gebrannt würde tatsächlich passen, denn ich spreche hier von der allseits beliebten CD. Diese kleine, silberne, flache Scheibe, die uns schon seit vielen Jahren soviel Freude bereitet. Tatsächlich habe ich in meinem Umfeld die Erfahrung gemacht, dass zu jedem Medium, das Musik oder Film enthält CD gesagt wird.

    Früher war das einfacher. Da gab es nur Schallplatten und Kassetten
    und niemand wäre auf die Idee gekommen, das eine mit dem anderen zu verwechseln. Auch als die VHS Kassette ihren Durchbruch feiern konnte, war der Unterschied zu den anderen Datenträgern groß genug für jeden Technik-Deppen.

    Doch heute ist alles flach, rund und silbern. Die Sache mit der CD war ja noch überschaubar. Komplexer wurde es, als die DVD erschien. Denn sie glich der CD auf den ersten Blick wie ein Ei dem anderen. Schlimmer wurde es noch, als die brennbaren Versionen mit kryptischen Zusätzen wie +R oder -R aufwarteten. Oder gar +/-RW. Für viele Menschen sind das immer noch CDs und werden es wohl auch immer bleiben. Egal, wieviel Speicherplatz sie
    bieten und was sich darauf befindet.

    Manch einer sagte sogar zu den mittlerweile nicht mehr populären MDs CD. Dabei waren die MiniDiscs wie der Name schon sagte kleiner und in einem Plastikgehäuse versteckt. Aber es war halt Musik drauf, also konnte das ja nur eine CD sein, gell. Auch die in der neuen Sony PSP benutzten Datenträger kommen klein und mit Gehäuse daher und heißen UMD. Das Prinzip setzt sich aber auch hier fort.

    Ganz übel wird es dieses Jahr werden, wenn die DVD Nachfolger BluRay (BD) und HD-DVD, auf den Markt kommen. Nicht nur weil ein ähnlicher Streit um Standards entstehen wird wie seinerseits bei BetaMax und VHS oder zuletzt bei DVD-R und DVD+R.

    Der Kunde wird am Ende entscheiden (so meinen Fachleute). Ich dagegen behaupte, dass sich die Industrie ins eigene Bein schießt, mit diesem Wirrwarr. Ich werde den Markt sehr genau und lange beobachten um mich für ein Medium zu entscheiden und bis dahin werden vermutlich wieder teure Multiformat-Leser auf den Markt geworfen werden.

    Aber, was trotz allem immer bleiben wird: Die Leute werden immer sagen, sie hätten da eine ganz tolle CD. Egal, was drauf ist. „Ich mein halt das runde Ding wo Filme und Musik drauf sein tun.“ Eben.

  • unfreiwillige Radio Comedy

    Manche Radiosender sind immer wieder für einen Lacher gut. Sei es SWR3, die mit den meisten ihrer Comedy Angeboten punkten können. Oder auch Radio Regenbogen, die so dämlich versuchen, diesen Erfolg zu kopieren, dass einem schnell das Lachen im Hals stecken bleibt. Und dann gibt es noch Antenne Südbaden, welches bei uns im Raum Freiburg leider unfreiwillig komisch ist.

    So sagt mir der Moderator nach jedem Nachrichtenblock, dass nun der Verkehr käme, der mich wirklich interessiert. Also, ich würde gern mal wissen, woher die wissen wollen, welcher Verkehr das denn sein könnte. Denn dann erzählen sie mir doch nur wieder, wo in Südbaden Staus sind und Blitzer stehen.

    Gerne weist Antenne Südbaden auf ihr Gewinnspiel hin, das sich in etwa so abspielt. Der Moderator sagt: „Rufen Sie uns an, wenn Sie wissen, welches Geräusch wir suchen.“ Man hört ein Quietschen, oder Ratschen. „Na, haben Sie es erkannt? Welches Geräusch suchen wir?“

    Nun, da möchte ich am liebsten anrufen und sagen: „Ihr sucht das Geräusch, das ihr da eben gespielt habt – dieses Quietschen oder Ratschen.“

    Man darf mir wieder Klugscheißerei vorwerfen, aber sollte die Frage nicht eher lauten: „Wissen Sie den Namen des Objekts, das dieses Geräusch verursacht?“

    Immer wieder schmunzeln kann ich auch beim Aufruf, Mädchen des Monats zu werden. Da werden Freiburgs weibliche Schönheiten einen Tag lang mit der Kamera begleitet und dann jede Nacht, unterlegt mit den besten Hits der Achtziger, Neunziger und von heute auf FRTV (dem angeschlossenen Regional TV-sender) gezeigt.

    Die Werbung lockt die Mädchen unter anderem mit folgendem Satz: „Zeigen Sie Ihren Freunden, was in Ihnen drin steckt.“ Was in ihnen drin steckt? Ich hoffe doch, es steckt nichts in den Mädchen drin. Ein Messer gar. Oder schlimmeres. Vielleicht mag es an der Mundart liegen, weshalb man nicht sagt „was in ihnen steckt“, aber lustig ist es trotzdem.

    Weiter so, Antenne Südbaden. Ihr habt einen Platz in meinem Herzen.