Monat: Februar 2007

  • Pfoten weg

    Bisher hielt ich Katzen für äußerst reinliche Tiere. Hinterhältige, eigensinnige, eingebildete, aber immerhin gepflegte Tiere. Vermutlich sind sie das auch (alles, was ich eben aufzählte). Nur nicht an den Füßen. Wie sonst ist es zu erklären, dass ich jeden Morgen Pfotenspuren einer Katze auf meinem Auto habe? Sogar wenn es wochenlang nicht geregnet hat. Diese miese Katze findet irgendwo eine Pfütze, um sich die Füße nass und schmutzig zu machen um dann einmal quer über die Windschutzscheibe zu latschen. Ehrlich, ich schwöre euch, die macht das mit Absicht. Bestimmt hat sie stets eine kleine Wasserflasche dabei, sieht sich hämisch grinsend um, ob sie beobachtet wird, gießt das Wasser auf den Rasen und trampelt solange darauf herum, bis sich eine veritable Pfütze gebildet hat. Und ich sehe sie vor meinem geistigen Auge, mit erhobenem Kopf und steilem Schwanz, hübsche Katzenpfotenmuster auf meinem frisch gewaschenen Wagen fabrizieren.

    Wenn ich sie jemals erwischen sollte, werde ich (Katzenfreunde bitte nicht weiter lesen) mein Auto mit ihrem Fell auf Hochglanz polieren. Oder ich mach das Vieh endlich mal richtig sauber…

    muschinass

  • Pirates of Silicon Valley

    Leider konnte ich bisher weder Steve Jobs‘ noch Bill Gates‘ Autobiographie lesen. Deshalb weiß ich nicht wirklich, wie die beiden zueinander stehen. Ob sie tatsächlich so erbitterte Feinde sind wie in diesem Cartoon? Vermutlich eher nicht. In dem Fernsehfilm "Pirates of Silicon Valley" wird zumindest erzählt, dass Steve und Bill in ihrer Jugend- und Studentenzeit die dicksten Freunde waren. Ich habe den Film vor Ewigkeiten als VHS Kopie gesehen. Die Hauptdarsteller sind Noah Wyle aus Emergency Room und der Typ aus "Es" und den Waltons – wie hieß der denn gleich? Anthony Michael Hall (bekannt aus "LISA – der helle Wahnsinn") 

    Wie gesagt, ob dieser Film auch nur ansatzweise eine wahre Geschichte erzählt, kann ich nicht sagen. Muss man aber auch nicht wissen. Leben Bill und Steve (ganz besonders Steve) nicht ohnehin gut von den zahllosen Legenden, die sich um sie ranken? Wie authentisch ihre Biografien sind, steht damit ohnehin außer Frage. So oder so, der Film ist interessant und veranschaulicht herrlich, wie die beiden wurden, was sie heute sind (Lieblingsszene: wenn Bill seinen Pullover für ein Shooting auszieht und sein Hemd riesige Schwitzflecken aufweist). Und er zeigt auch, wie schräg, besessen und manisch beide wohl waren, was vermutlich ein Schlüssel zu ihrem Erfolg war.

    Vermutlich werden sie aber keine alten Geschichten erzählen, wenn sie am 30.Mai gemeinsam auf der Bühne stehen und über die Zukunft der digitalen Revolution sprechen.

  • Noch haariger

    Mir fiel noch eine kleine Ergänzung zu meinem haarigen Beitrag ein. Frisurentechnisch habe ich nun wirklich schon fast alles versucht (Vokuhila, Dauerwelle und Locken fehlen noch). Auch eine ganz kurze Variante wagte ich vor knapp zwei Jahren. Und da dies für mich großer Schritt war (wer wird schon gern seine ganze Pracht los), überlegte ich mir, dies zu filmen. Ich entwarf ein Skript, dachte mir coole Kameraeinstellungen und Schnitte aus, wollte mit Farben, Licht und Effekten in der Nachbearbeitung spielen und eine fetzige Musik darunter legen. Der Film sollte sinnigerweise „Abschnitt“ heißen.

    Das Problem, wenn man Drehbuchautor, Produzent, Regisseur und gleichzeitig noch Hauptdarsteller ist: man kann nicht alles gleichzeitig machen. Auch nicht bei einem Kurzfilm wie diesem (er wäre vielleicht knapp zwei Minuten lang geworden). Deshalb gab ich die Aufgabe des Kameramanns an einen Freund ab, der aber leider nicht so ganz mit seinem eigenen Equipment zurecht kam. Von der nicht wirklich tollen Bildqualität abgesehen (dafür kann er ja nichts) und der Erkenntnis, das ich mir viele Einstellungen anders vorgestellt hatte, brachte er es fertig, die Kamera zu stoppen, wenn aufgenommen werden sollte, und sie aufnehmen zu lassen, wenn wir die nächste Einstellung vorbereiteten. So habe ich am Ende nur ein wenig minderwertiges Material, jede Menge Outtakes und fast einen Glatzkopf bekommen.

    Damit die Aktion aber nicht völlig umsonst war, zeige ich ein paar der dramatischsten Screenshots. Die Handlung, die Action, die Musik müsst ihr euch einfach dazu denken.

    Screenshot01Screenshot02Screenshot07

  • Oh nudeliger Gott

    Die Kreationisten gehen um. In den USA versuchen sie weiterhin ihre Lehren in den Schulunterricht zu manövrieren. Auf das die ohnehin verunsicherten Kids lernen, dass die Welt eben nicht aus purem Zufall, einem großen Knall und einem Haufen Ursuppe und Millionen Jahre langer Evolution entstanden ist. Denn in Wirklichkeit hat sich nämlich alles haargenau so zugetragen wie es in der Bibel steht. Vom ersten bis zum sechsten Tag (und am siebten war Pause).

    Oder etwa nicht? Also wenn ich schon die Wahl hätte, dann würde ich wohl an das fliegende Spaghettimonster glauben. Denn das fliegende Spaghettimonster hat die Welt erschaffen und alle Anzeichen von Evolution absichtlich verstreut, um uns zu verwirren. Der Glauben an das fliegende Spaghettimonster hat einige interessante Aspekte: Wenn man in den Himmel kommt, wird man von einem Biervulkan und einer Stripper Fabrik erwartet. Alle Menschen stammen von Piraten ab (man hat nämlich festgestellt, dass die DNA von Piraten zu 99,9% mit der des Menschen übereinstimmt – mehr als Schimpansen-DNA). Die globale Erwärmung hängt übrigens direkt mit dem weltweiten Abnehmen der Anzahl von Piraten zusammen.

    Ich möchte also ab sofort ein Pastafari sein. Lasst uns Augenklappen und Haken anlegen und unserem nudeligen Gott huldigen. Und soll mal jemand beweisen, dass es das fliegende Spaghettimonster gar nicht gibt.

  • Haarig

    Friseurbesuche sind der pure Stress für mich. Bisher kam es erst zweimal vor, dass ich wirklich völlig zufrieden einen Salon verließ. Die anderen Male dachte ich beim Blick in den Spiegel stets: Oh Gott, hoffentlich kann ich das zu Hause retten. Wenn ich unter dieser Plastikplane sitze, die Finger in die Armlehne kralle und zu schwitzen beginne, bete ich leise vor mich hin, die Friseuse möge mich nicht allzu sehr entstellen. In jedem Friseurgeschäft, bei jeder Friseuse versuche ich aufs Neue zu erklären, wie ich die Frisur gern hätte. Erfolglos bisher. Jede schneidet einfach so wie sie es am besten kann. Kurz.

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  • Nochmals zum Thema Killerspiele

    Bayern will es offensichtlich wirklich wissen und brachte einen Gesetzesentwurf zum Verbot von Killerspielen ein. Was genau der Stoiber Eddi in seinem „Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung des Jugendschutzes“ vom Bundesratspräsidenten Ringstorff möchte, könnt ihr hier bei PC Games nachlesen. Und wenn ihr schon dabei seid, vielleicht sogar noch zu dieser Aktion klicken, die ebenfalls von PC Games ins Leben gerufen wurde (über den Sinn dieser Aktion möchte ich nicht urteilen, aber was in dem erläuternden Text dazu steht, ist einfach mal wieder zu herrlich).

    Wie man an der Anzahl der Kommentare zu diesem Artikel bei PC Games Online sehen kann, ist das Thema weiterhin kontrovers diskutiert. Seltsam eigentlich. Sollte man doch denken, dass bei Themen wie Verbot von Killerspielen, Klimaschutz, Kindermörder, McDonalds Ernährung und was es sonst noch Böses auf dieser Welt gibt alle einig sind und Diskussionen nutzlos sind.

    Egal. Mir fiel bei dem Thema nur eines ein. Und zwar das mulmige Gefühl, das ich hatte, als ich vor kurzem den Film „Blood Diamond“ im Kino sah. Der Film ist ab 16 Jahren freigegeben und zeigt blutige Bürgerkriegsszenen in Afrika, Kindersoldaten und erschossene Leichen gleich dutzendweise. Die Gewalt in diesem Streifen ist selbst für meine Begriffe hart an der Grenze und auch mir wurde mulmig mit anzusehen, wie Frauen und Kinder erschossen werden und ihr Blut über die Wände spritzt. (Ansonsten ist der Film aber gar nicht so schlecht)

    Ich weiß, dass auch dieses Argument müssig ist und im Grunde nicht diskutiert werden kann. Offenbar gibt es auch beim Thema Gewalt und Jugend nicht nur zweierlei Mass sondern gar vielerlei. Die Hexenjagd wird weitergehen, egal wieviel noch darüber geschrieben oder diskutiert wird.

    In diesem Zusammenhang finde ich diese Studie der freien Universität Berlin interessant. Hier ein kleiner Auszug, entnommen aus dem verlinkten Text:

    „Die Ergebnisse von Astrid Kristen und Caroline Oppl zeigen, dass nicht die Spiele die Kinder im Alter zwischen acht und 13 Jahren aggressiv machten. Vielmehr suchten sich die Schüler und Schülerinnen jene Spiele aus, die zu ihrer Persönlichkeitsstruktur passten. Jungen, die ohnehin ein aggressives Verhalten an den Tag legten, tendierten über die Zeit eher dazu, sich mit gewalthaltigen Computerspielen zu beschäftigen. Mädchen hingegen, die eher zum Lügen und Intrigieren neigten, also als relational aggressiv eingestuft wurden, wählten über die Zeit eher Rollenspiele als Lieblingsspiele aus. „Unsere Untersuchungen haben damit jene Theorien unterstützt, die von aktiver Mediennutzung ausgehen. Kinder suchen sich solche Spiele aus, die zu ihrem Entwicklungsstand und zu ihrer Persönlichkeit passen. Die Ergebnisse lassen sich damit in die internationale Forschung einordnen“, erklären die beiden Autorinnen. Die öffentliche Debatte über gewalthaltige Computerspiele wird dennoch weitergehen.“

  • In, auf, ab und zu

    Wieder einmal habe ich eine Frage, die mir keine Ruhe lässt und die ich nirgendwo eindeutig erklärt bekomme, weshalb ich sie jetzt einfach mal hier zur Diskussion stelle: Wie sollte ich meine Leser begrüßen? Heiße ich sie auf meinem Blog, in meinem Blog, zu meinem Blog oder bei meinem Blog Willkommen? Ich weiß, dass man bislang auf eine Homepage ging – gilt das für den/das Blog immer noch?

  • Kurios

    Judith schrieb in einem der letzten Blogeinträge: „Da Roger auch ein kurioser Typ ist, schmeiß ich ihm mal das Stöckchen rüber“. Und dann kam es an und ich wusste erstmal gar nicht, was ich damit anfangen soll. Okay, ich soll kurioses über mich und mein Umfeld beschreiben? Und auch noch sechs verschiedene Kuriositäten finden? Ohweh.

    Also zunächst mal finde ich es kurios, dass ich offenbar ein kurioser Typ bin. Bisher ging ich eigentlich immer davon aus, ich sei ganz normal und die Welt um mich herum wäre nur am durchdrehen und irgendwie eigenartig. Eigenartig.

    Kurios an mir ist vielleicht, dass ich einer der wenigen Menschen bin, die ihren Kindheitstraum haben wahr werden lassen. Ich wurde tatsächlich Lokführer. Wer kann das von sich behaupten?

    Weiterhin ist vielleicht kurios an mir, dass ich zwar regelmäßig die Geburtsdaten meiner Freunde vergesse, mich aber an komplette Songtexte erinnere. Und zwar an sehr sehr viele alte Songtexte. Es ist als hätte mein Hirn eine große 300 Gigabyte Songtexte-Partition und eine kleine 2 Kilobyte große Daten-Partition.

    Ebenfalls ist es kurios, dass ich so unzählig viele Details von Filmen kenne. Ich kann Nebendarsteller aufzählen, weiß, wer das Casting gemacht hat und ich höre sogar von Anfang an, wer den Score komponiert hat. Außerdem achte ich dermaßen akribisch auf Details, dass ich schon öfter Film- und Anschlussfehler oder ganz einfach technische Probleme erkannt habe. Das klingt jetzt etwas krank, ich weiß. Ich kann Filme allerdings auch genießen, ehrlich.

    Vielleicht ist es etwas kurios, dass ich schon seit vielen Jahren meinen dritten Roman im Kopf habe und bisher noch nicht dazu gekommen bin, ihn endlich nieder zu schreiben. Auch einige Kurzgeschichten schwirren noch herum.

    Vermutlich nicht ganz so kurios ist die Tatsache, dass ich teilweise eine Engelsgeduld habe wo andere ausflippen könnten und in anderen Fällen sofort genervt bin wo andere völlig ruhig bleiben (wer mich kennt weiß was ich meine).

    Und, hey, das waren ja schon sechs Punkte. In diesem Fall reiche ich das Stöckchen einmal weiter an einen Menschen, von dem ich ebenfalls einige kuriose Dinge erwarte: Garvin, bitte Stöckchen fangen.