Monat: Mai 2007

  • Shooter

    Letztens kam ich endlich dazu, Half Life 2 – Episode 1 zu Ende zu spielen. Für mich immer noch einer der besten Ego-Shooter , die es auf dem Markt gibt. Hier stimmt einfach alles. Grafik, Atmosphäre, Story, Soundeffekte und immer wieder unfassbar spannende Momente. Am gleichen Tag beendete ich auch das Add-on Extraction Point zum Ego-Shooter F.E.A.R. Auch hier gilt: sensationelle Grafik, phantastischer Sound, spannende Story und eine Grusel-Atmosphäre, wie ich sie bisher noch nie erlebt habe. Ungelogen saß ich mehr als einmal mit Gänsehaut da, spürte mein Herz klopfen, wagte nicht, um die nächste Ecke zu gehen. Es war herrlich.

    Und nun? Crysis ist noch weit weg, also legte ich mir S.T.A.L.K.E.R zu (oh Mann ist das nervig zu tippen mit all diesen Punkten). Stalker hat eine lange, tragische Geschichte hinter sich, wurde 4 Jahre lang entwickelt, immer wieder angekündigt und doch verschoben und erblickte mit viel Glück letztendlich doch das Licht der Spielerwelt. Man ist als Artefaktsammler in den versuchten Gebieten rund um Tschernobyl unterwegs. Die gruslige Endzeit-Atmosphäre wurde mit grandioser Grafik und tollen Effekten sehr gut eingefangen. Aber mir fiel bald auf, was mir an dem Spiel nicht gefällt.

    Es ist die Freiheit. Die viel gelobte, hoch angepriesene Freiheit. Jederzeit kann man gehen, wohin man möchte, man kann immer tun was man möchte. Und genau das ist in meinem Augen unsinnig. Denn wenn ich alles tun kann, kann ich auch einfach nichts tun. Anders ausgedrückt: das Besondere an Half Life und Fear ist die Tatsache, dass man als Spieler keine andere Wahl hat. Man muss von A nach B kommen, es gibt nur einen Weg und man muss sich allen Gefahren auf diesem Weg stellen. Im Grunde also wie in einem spannenden Film. Auch beim Film geht es geradewegs vom Anfang zum Ende. Wie spannend wäre der Film noch, wenn man zwischendurch immer wieder entscheiden müsste, was der Held als nächstes tun soll?

    So erledige ich bei Stalker Aufträge, renne dann aber erst einmal wieder 10 Minuten durch das Land, um die Belohnung irgendwo abzuholen (inklusive dem mehrmaligen Neuladen der nächsten Level). Nur um dann wieder irgendwo anders 10 Minuten lang hinzurennen. Das nervt, das langweilt. Da ist eine Fabrik mit Feinden darin. Toll, ich kann auch einfach daran vorbei laufen. Suuperspannend. Da ist ein Monster hinter mir her. Ich kann auch einfach weiter rennen. Prima.

    Versteht mich nicht falsch, bei WoW mag ich die Freiheit, aber WoW setzt auch nicht auf spannende Atosphäre sondern auf eine andere Art des Abenteuers und des Sammelns. Bei einem Shooter aber sollte man als Held gezwungen sein, sich den Gefahren zu stellen. Und ich will innerhalb weniger Minuten von einer spannenden Stelle in die nächste geführt werden. Ich will das Gefühl haben, dass hinter jeder Ecke der Tod lauern kann. Al das kann Stalker nicht.

    Nehmen wir dazu noch einige dumme Designfehler und KI-Probleme, geht der Spaß irgendwann völlig flöten: Mitstreiter schieben mich einfach aus meiner Deckung wenn ich im Weg stehe. Sie stellen sich in meine Schusslinie und erschießen mich, wenn ich dann aus Versehen einen von ihnen erschieße. Das Beute sammeln ist sehr umständlich gemacht. Der größte Witz ist der Rucksack, da passt nur eine bestimmtes Gewicht hinein. Man kann ihn aber so weit voll packen, bis der Charakter einfach nicht mehr weiter läuft. Das wurde mir zum Verhängnis. Ich plünderte ein Opfer, sah den nächsten Feind auf mich zu rennen und wollte in Deckung gehen, da sagte mir das Spiel, der Rucksack sei zu voll. Ich klebte fest. Bis ich etwas heraus geworfen hatte, war ich schon tot. Das ist verdammt ärgerlich und hätte um einiges besser gelöst werden können.

    Alles in allem hinterläßt Stalker bei mir einfach einen faden Beigeschmack und wird es nie schaffen, auch nur annähernd eine Spannug wie Half Life 2 oder Fear zu erzeugen.

  • Roger and me

    Hallo liebe ROGER Redaktion, hallo Herr Siebertz. Ich hatte Ihnen ja versprochen, ROGER-Unterstützer zu werden, also ein Magazin käuflich zu erwerben. Wie Sie auf folgendem Foto sehen, habe ich mein Versprechen gehalten. Gleichzeitig soll dieses Foto eine Bewerbung für ein Cover-Shooting werden. Gerne auch für die übernächste Ausgabe (da in der nächsten ja ein weibliches Gesicht das Cover zieren wird). Ich bin übrigens recht angetan von Ihrem Magazin, obwohl ich nicht wirklich die Zielgruppe bin. Aber die teils englischen, teils deutschsprachigen Texte rund um Design und die Leute, die sich damit befassen, sind recht interessant. Das Heftdesign gefällt auch – Sie machen meinem Namen damit alle Ehre. Ach, und ich sage all das nicht nur, um (immer noch) in den Besitz der „I love ROGER“ Buttons zu kommen, die hoffentlich nicht mehr lange „aus“ sein werden. Da fällt mir ein, dass ich demnächst nach Duisburg umziehe, als ganz in Ihre Nähe. So habe ich es nicht so weit zum Shooting. Die Lieferadresse für die Buttons teile ich Ihnen gerne noch mit. Ich freue mich schon jetzt auf eine Antwort. Mit freundlichen Grüßen…

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  • Dopingaffäre: Ich gestehe

    Ich kann so nicht mehr weiter leben. Mit dieser Schuld, diesem schlechten Gewissen, dieser ganzen Heimlichtuerei. Diese ehemaligen Telekom-, T-Mobile-Radsportler sind mir ein Vorbild, auch diese geständigen Freiburger Ärzte, alle die sich jetzt dazu entschlossen haben, endlich die Wahrheit zu sagen. Denn auch ich möchte gestehen: Ja, ich habe gedopt. Ich hab im Frühjahr 1983 verbotene Mittel eingenommen, um meine Leistung zu steigern. Zu diesen Mitteln gehörte damals auch Traubenzucker. Ich habe vermutlich zwei Rollen Traubenzucker gegessen. Besorgt hatte mir dieses Teufelszeug ein Freund, dessen Vater in einer Apotheke arbeitete. Ich möchte weder den Namen des Freundes noch den seines Vaters nennen. Hier stehe nur ich, schuldbehaftet, demütig, um Vergebung bittend. Ich war nur ein Mensch, ein Kind. Ich wußte es nicht besser. Und es war so lecker.

    Allerdings bekam ich trotz des Dopings nur eine Siegerurkunde bei den Bundesjugendspielen ’83. Wie ich finde, ein Beweis, dass alle meine Konkurrenten damals noch schlimmere Dinge eingenommen haben müssen, wie Mineralwasser oder Frischluft oder gar … ich wage gar nicht daran zu denken. Ich möchte mit diesem Geständnis ein Zeichen setzen und all Schüler von damals aufrufen, zu gestehen. Damit endlich wieder Fairness in den Sport zurück kehrt.

    Übrigens ist das nur ein Geständnis, dass ich gedopt habe. Das hat nicht das Geringste mit Dope zu tun und außerdem habe ich nie inhaliert.

    [Zusatz: Nein, ich werde nicht weinen.]

  • Sometimes I speak not so good English

    Oh, wie ich es hasse, wenn Kunden völlig überraschend Fragen in englischer Sprache stellen. Da stehe ich regelmäßig erstmal wie ein Depp da, stammle vor mich hin, werfe ein paar englische Substantive und Verben in den Raum und gestikuliere wild mit den Händen, in der Hoffnung, man möge mich verstehen. Bisher hat das auch immer funktioniert, dennoch ärgert es mich. Hallo, wozu schaue ich denn ständig TV-Serien und Kinofilme im Original an? Wozu kann ich denn jeden englischen Text lesen und verstehe im Grunde auch alles, was man mir auf Englisch sagt, wenn ich meinerseits keine vernünftige Antwort zustande bringe? Denn das Schlimmste an dieser Misere ist, dass ich, sofort wenn der Kunde von dannen zieht, die perfekte Antworten parat habe. In geschliffenem, lupenreinem Englisch. Nur leider zu spät. Und jedesmal sage ich mir, dass ich mir beim nächsten Mal mehr Zeit nehme und länger über meine Antwort nachdenke (etwas, dass auch viele  Deutsche in ihrer Landessprache tun sollten). Ich schätze, ich brauche wirklich mal ein wenig Auslandsaufenthalt um meine Sprachkenntnisse zu festigen. Neuseeland, so für ein bis vierzig Jahre. Sounds great.

  • Roger Potter hat ’ne Bude

    Meine Güte, da ist man mal ein paar Tage nicht da und schon rutschen die Besucherzahlen meines Blogs auf unter 50. Das muss aber wieder anders werden, liebe Freunde. Ich bin wieder zurück von meinem Trip. Zwei Tage lang sah ich mir alle möglichen Wohnungen in und um Duisburg an und besuchte danach noch meine damalige Freundin und die Familie am Bodensee. An dieser Stelle möchte ich nochmals Britta und Enza danken, meinen beiden Immigrationsbeauftragten für Duisburg, die mich in ihrem Bettchen schlafen und von ihrem Tellerchen essen ließen (dabei habe ich weder das eine noch das andere getan – aber ihr wisst ja was ich meine).

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  • Pläne und Ziele

    Schon erstaunlich, wie man bei einem Neubeginn automatisch Pläne schmiedet und sich gute Vorsätze überlegt. Wie an Silvester zum Beispiel. Derzeit habe ich angesichts meiner „Alles auf Null“ Kampagne und meines bevorstehenden neuen Lebens auch die tollsten Ideen. So habe ich mir fest vorgenommen in Zukunft öfter mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Dazu suche ich natürlich Wohnungen in einem fünf Kilometer Radius. Weiterhin möchte ich gerne wieder regelmäßig ein Fitness Studio besuchen. Aber nicht um meiner Eitelkeit Willen. In erster Linie, weil mir Bewegung ganz einfach gut tut. Besonders meine Nacken- und Schulterpartie bedarf eines besonderen Trainings und würde dadurch hoffentlich von ständigen Verspannung und eingeklemmten Nerven verschont bleiben. Als angenehmen Nebeneffekt erhoffe ich mir natürlich auch einen Abbau der beginnenden Wampe.

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  • Eurovision Song Contest 2007

    Aus Mangel an Alternativen tat ich mir gestern den Eurovision Song Contest 2007 im Ersten an. Ich dachte, es könnte vielleicht spaßig werden. Und nun ja, irgendwie war es das ja auch. Wenn man folgendes bedenkt: Der European Song Contest ist Trash in Reinkultur. Hier gewinnt nicht das Land mit dem besten Lied oder dem besten Sänger. Hier gewinnt das Land, das die meisten Freunde in Osteuropa hat und/oder den schrägsten, schrecklichsten Song und/oder den entsetzlichsten aller Sänger und/oder die ausgeflippteste Performance und/oder Outfit. Sich also über das schlechte Abschneiden des deutschen Roger Cicero aufzuregen ist daher unnötig. Er war sehr gut, ohne Frage. Aber er hat nicht verstanden, dass man mit einem guten Song und einer guten Stimme bei diesem Wettbewerb nichts gewinnt. Man darf all das einfach nicht zu ernst nehmen. Denn wer den Fehler macht und den europäischen Sänger-Wettstreit ernst nimmt, der glaubt vermutlich auch, dass der Gewinner von DSDS tatsächlich ein Superstar ist.

    Aber mal zwei Fragen: Zum wievielten Mal bekam die Türkei eigentlich zwölf Punkte von Deutschland? Und würde es Sinn machen, einen West-European und einen East-European Song Contest zu veranstalten?

  • Das schwarze Band

    Gestern fuhr ich auf dem Weg zu meinen Großeltern durch Auggen. An beiden Ortsschildern hat jemand jeweils ein schwarzes Tuch angeknotet. Es weht dort leicht im Wind und sendet eine stille, subtile Nachricht aus. Jeder, der weiß, was vor kurzem in Auggen passiert ist, versteht diese Nachricht. Man fühlt sich sofort beklemmt und unwohl. Seltsam aber, an den Blumen und Kreuzen, die man hin und wieder neben der Straße (meist an Bäumen) sieht, fahre ich immer achtlos vorbei.

  • Mirjams Mörder ist gefasst

    Drei Wochen nach dem schrecklichen und gleichsam rätselhaften Mord an der 13-jährigen Mirjam aus meinem Nachbardorf Auggen ist der Täter nun gefasst. Es ist ein 31-jähriger Mann, der in Auggen wohnt und gestern festgenommen wurde. Man hatte ihn während der Ermittlungen befragt, wobei er sich wohl in einige Widersprüche verstrickte. Nachdem man ihm eine Speichelprobe abgenommen und diese DNA mit den Spuren am Tatort verglichen hatte, wurde er als Haupttatverdächtiger festgenommen. Nun gestand er den Mord. Ein Motiv soll immer noch nicht festzustellen sein.

    Und damit bleibt es rätselhaft, schrecklich und unverständlich. Ich frage mich, was schlimmer ist. Wenn Triebtäter frei gelassen werden und sich wieder und wieder an Kindern vergreifen – oder wenn die Gefahr unerkannt beim Nachbarn lauert. Deshalb wiederhole ich meine Frage an den Herrn Schäuble nochmal: Wie gedenken Sie in Zukunft kleine Mädchen vor Verbrechern zu schützen?

  • Wie man einen A380 räumt

    Das neue Flaggschiff des Flugzeugherstellers Airbus ist der A380. Damit dieses zweistöckige Riesenflugzeug seine Zulassung bekommt, muss es eine lange Reihe von Tests bestehen. Dazu gehört unter anderem auch der, ob man das komplett mit 873 Menschen besetzte Flugzeug innerhalb von 90 Sekunden räumen kann. Und die lediglich durch die Hälfte der ansonsten zur Verfügung stehenden Ausgänge. Auf arte zeigte man diesen Test. Hochdramatisch das Ganze, auch wenn es etwas nach „Wetten dass“- Außenwette aussieht.

    Zumindest hat man es innerhalb von 77 Sekunden geschafft. Ob das in einem echten Notfall und mit Menschen, die in Panik und nicht vorbereitet sind, auch so gut klappt, ist natürlich eine ganz andere Frage. via

  • 119 Mal Lost

    Eine der faszinierendsten und spannendsten TV-Serien die ich kenne ist, ist neben "24" mit Sicherheit "Lost". Nie zuvor saß ich bei jeder einzelnen Folge so gebannt vor dem Schirm wie bei der Geschichte um eine Gruppe von Menschen, die nach einem Flugzeugabsturz auf einer mysteriösen Insel zu überleben versuchen. Und nie zuvor sagte ich am Ende einer jeden Folge "What the f…" wenn es einen noch abgedrehteren, noch neugieriger machenden Twist und Cliffhanger gab. Lost macht süchtig. Deshalb läuft die Serie in den USA bereits in der dritten Staffel sehr erfolgreich. Allerdings wissen die Produzenten der Serie wohl, dass sie die Zuschauer nicht mehr lange hinhalten können. Irgendwann verlangen sie ganz automatisch nach Antworten, die bisher nur spärlich geliefert wurden. Jede neue Episode wirft noch mehr Fragen auf. Deshalb gab man nun vor kurzem, passend zum bevorstehenden Ende der dritten Staffel am 23.Mai, folgende Meldung heraus:

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  • Landflucht

    Eigenartig. Seit zehn Jahren wohne ich in dieser Wohnung und war auch immer recht zufrieden. Nicht zuletzt wegen des Edeka Marktes, den ich direkt unter mir hatte. Extrem praktisch war das und es wird eine gehörige Umstellung für mich sein, nach meinem Umzug wieder zu einem Supermarkt "fahren" zu müssen. Und nicht einfach sagen zu können: "Oh, die Milch ist alle, ich geh schnell mal runter."

    Und nun erfahre ich doch gerade, dass der Edeka ebenfalls dabei ist, hier auszuziehen. Ende des Jahres wird es ihn nicht mehr geben (dafür kommt bestimmt so ein Billigmarkt rein, der nur abgepacktes Zeuchs hat). Doch nicht nur das. Außer mir ziehen in diesem 6 Parteien Haus noch vier weitere Leute aus oder sind schon weg). Eigenartig. So viele Nachbarn habe ich hier kommen und gehen sehen und nun gehen alle fast gleichzeitig. Tja, die Hebelstraße wird nach meinem Weggang einfach nicht mehr die alte sein.