Im Jahre 1866 machte sich die Armee Liechtensteins zu ihrem letzten Einsatz auf. 80 Soldaten marschierten gen italienischer Grenze, um diese zu bewachen und zu schützen. Der Einsatz war ein Erfolg, niemand wurde getötet. Tatsächlich kam die Truppe sogar 81 Mann stark zurück in die Heimat. Man hatte unterwegs einen neuen Freund dazu gewonnen. Einen Italiener. Oder einen Österreicher.
Diese kleine Geschichte wärmte heute meine Seele und zauberte mir ein winziges Lächeln herbei. Die Fakten widersprechen sich zwar, je nachdem wo und wie lange man recherchiert, doch die Idee einer Armee, die unterwegs Freunde findet, ist einfach herrlich.
Dann kommt der Zeitpunkt, an dem du die neue gefunden hast und glücklich bist. Und dir gar nicht mehr vorstellen kannst, wie du es so lange mit der alten aushalten konntest. Natürlich erinnerst du dich an die zumeist schönen Zeiten, glanzvolle Erinnerungen voll leichter Wehmut. Doch du erinnerst dich auch an die schlechten Zeiten, in denen dir alles zu eng wurde und du ausbrechen wolltest. Und nun ist der Lack ab, das neue lockt, und alles was vergangen, scheint grau.
Bis die Nachfolger auf den Plan treten. Das elende Pack, die Meute, die wie Geier nur darauf gewartet haben, dass du endlich verschwindest. Sie sind voll des Lobes, schwärmen, umgarnen und heben sie auf einen Sockel. Doch lass dich nicht täuschen. Natürlich hinterfragst du deren Euphorie, fragst dich, ob du einen Fehler gemacht hast. Fragst dich, was mit dir nicht stimmt, dass du dir einfach eine neue gesucht hast. Die alte zurück lässt. Hat sie denn wirklich den Lack ab oder liegt es an mir? Weshalb ist jeder begeistert außer mir?
Verzweifle nicht. Du hast alles richtig gemacht. Diese Gefühle kommen immer, die Wehmut übernimmt gerne das Ruder. Bewahre dir das Gefühl in deinem Herzen. Lass sie los, in dem guten Wissen, dass sie lange genug perfekt zu dir gepasst hat und immer noch so großartig ist, wie damals, als du sie zum ersten Mal sahst. Doch ihr habt euch auseinander gelebt. Niemand kann etwas dafür. Lass sie gehen und anderen ihre Freude an ihr haben.
Warum muss das Essen immer etwas würziger sein, das Steak etwas blutiger, die Portionen etwas größer? Warum muss die Massage immer etwas härter sein, das Wasser etwas heißer, der Kaffee etwas kräftiger? Warum muss die Geschwindigkeit immer etwas höher sein, die Entfernung etwas weiter, das Gefühl etwas intensiver? Warum muss der Bass immer etwas stärker sein, die Lautstärke etwas höher, der Bildschirm etwas größer? Warum muss der Prozessor immer etwas schneller sein, das Gadget immer etwas dünner und immer etwas exklusiver? Warum muss die Küche immer etwas größer sein, der Equipment etwas professioneller, die Messer etwas schärfer? Warum muss der Kontostand immer etwas höher sein, das Ansehen etwas größer und der Urlaub etwas länger? Warum müssen Chips immer etwas knuspriger sein, die Action etwas krachender, die Gags zum totlachen?
Das Känguru ist nicht unser Mitbewohner, sondern fand beim Kleinkünstler Marc-Uwe Kling Zuflucht. Dennoch lässt es uns nachts nicht schlafen. Vermutlich weil wir die Hörbücher mit den Abenteuern der beiden allabendlichen nach dem Zu Bett gehen hören. Ständige Schüttelattacken durch unbändiges Gelächter ist nicht förderlich für gesunden Schlaf. Dies nur als Warnung. Dennoch können wir die mittlerweile drei Hörbücher „Die Känguru-Chroniken“, „Das Känguru-Manifest“ und ganz neu „Die Känguru-Offenbarung“ uneingeschränkt jedem Tierfreund, Kommunisten, Schnapspralinen-Liebhaber, Pinguin-Hasser oder Boxer uneingeschränkt empfehlen.
Vermutlich sind auch die Bücher toll. Die kongeniale Art, wie der Kleinkünstler seine Bücher vertont hat, ist aber mit Sicherheit unerreicht. Die sanfte, ruhige Stimme des Erzählers im Kontrast zum nölenden Tonus des Kängurus machen das Zuhören zu einem einzigen Vergnügen. Leider kann der ebenfalls von Herrn Kling gesprochene und kostenlose Podcast mit dem geballten Witz der Bücher nicht ganz mithalten.
Gebt dem Känguru eine Chance. Aber besser nicht zum Einschlafen. Das sollte auf die Not-To-Do-Liste.
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