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Öffentlicher App Verkehr in Aachen

Der öffentliche Nahverkehr in Aachen gehört zu den grausamsten Erfahrungen in dieser schönen kleinen Stadt. Schon vor einiger Zeit betonte ich, Aachen fehle es an guten Verbindungen, einem stabilen Netz und vor allem an Straßenbahnen. Die Busse und die dazugehörigen Verbindungen sind unbequem, unzuverlässig und nicht auf die Bedürfnisse der Einwohner zugeschnitten. Ein kleines persönliches Beispiel: Um mit dem Bus von zuhause zu meiner aktuellen Arbeitsstätte zu kommen, benötige ich mit dem Bus über eine Stunde Fahrzeit. Für den Hinweg. Zurück nochmal das Gleiche. Inklusive 20-minütigem Aufenthalt am sogenannten Bushof, einem Brennpunkt aller sozialer und menschlicher Schichten und Buslinien. Mit dem Auto kostet mich die Fahrt keine zwanzig Minuten. Ich prangere das an, denn ich würde viel lieber mit dem öffentlichen Nahverkehr fahren. Gibt es denn keine vernünftige Lösung?

Doch. Rettung ist in Sicht. In Aachen gibt es eine neue App, die das Fahren mit dem ÖPNV leichter machen soll. Eine neue App. NOCH eine neue App.

Seit einigen Tagen wird auf großflächigen Plakaten (an Bushaltestellen) für die App Naveo geworben. Zu sehen ist eine Giraffe, ein flotter Slogan und das Versprechen, ab jetzt würde alles einfacher. Was fehlt ist: ein QR Code, um sich die App direkt herunterladen zu können. Oder die Angabe, in welchen App Stores die App verfügbar ist. iOS, Android, beide? Sucht man in den App Stores nach der App Naveo, bekommt man einen Treffer. Leider für eine ganz andere App gleichen Namens. Sucht man bei Google, findet man einen Artikel der Aachener Zeitung, der die App zwar bewirbt, dies aber wiederum hinter einer Bezahlschranke macht, also nur für Abonnenten zu lesen ist. Ansonsten wird man auf die anderen gruseligen App-Versuche der ASEAG (dem örtlichen Verkehrsbetreiber) verwiesen, wie zum Beispiel movA oder die AVV App.

Bei diesen Apps möchte man sich gar nicht ausmalen, wie viel öffentliche Gelder hingeflossen sind. Und wie wenig darauf geachtet wurde, sie gut bedienbar und hilfreich zu gestalten. Mit echten Anwendern unter Realbedingungen wurde mit Sicherheit nie getestet, geschweige denn zuvor eine vernünftige Anforderungsanalyse durchgeführt.

Nun also eine neue App. Jedoch – es gibt sie nicht. Weder in den Stores, noch in Suchmaschinen. Es wird für ein Produkt geworben, das nicht erhältlich ist. So dachte ich zu Beginn des Artikels noch…

*Spannungsaufbau

Fündig wird, wer nach der alten AVV-App in den Stores sucht. Es erscheint als Suchergebnis noch immer die AVV-App, jetzt allerdings mit dem Namenszusatz “künftig Naveo” und einem brandneuen Logo. Auch wer die AVV App schon installiert hatte, erhält ein Update mit neuem Logo. Startet man die App, erkennt man allerdings sofort: Außer dem Namenszusatz und dem frischen blauen Logo hat sich nichts geändert. Unter dem neuen Blau leuchtet weiter das Violett der alten App.

Gut – so möge man denken – dann wird die alte App einfach durch eine neue ersetzt. So einfach ist es aber nicht. Gehen wir nochmal einen Schritt zurück. Zu dem Artikel hinter der Bezahlschranke, der immerhin ein für alle sichtbares Titelbild enthält. Dort zu sehen ist eine Hand, die ein Smartphone hält, auf dem im Browser eine Webseite aufgerufen ist: naveo-app.de. Ruft man diese Seite auf (die per Google-Suche nach Naveo nicht zu finden ist) wird man darüber informiert, dass die Naveo-App sich offenbar noch im Entwicklungsstadium befindet. Und dass sie nur deshalb schon jetzt veröffentlicht wurde, um den Verkauf des 9 Euro Tickets anzukurbeln. Die Naveo App gibt es dabei nur für iOS, nicht aber für Android. Und: Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man bereits jetzt spinksen könnte (rheinländisch für spähen, lugen – ein bisschen Lokalkolorit muss sein), jedoch überall noch das “Fell” der alten AVV App zu sehen sei (Giraffe. Fell. Ist klar, ne (Zusätzlich zur Giraffe ist auf der Seite auch ein Schwein zu sehen. Also inkonsequent können sie.)) Weitere Infos bekommt man über die Seite naveo-app.de (auf der man sich gerade befindet)

Halten wir also fest: In Aachen wird eine neue Mobilitäts-App beworben. Diese ist nichts anderes als die Ablösung der schrecklichen alten App. Weder wird auf diesen Umstand, noch auf sonstige Quellen, eine Webseite, App-Stores oder ähnlichem hingewiesen, wo die App zu beziehen ist. Die lokale Presse bespricht das Thema im kleinen Kreis, die zugehörige Webseite findet man nur durch Detektiv-Arbeit. Findet man die App schließlich und lädt sie herunter, stellt man fest, dass sich außer Namenszusatz und Logo nichts geändert hat. Zu alledem wird auf der zugehörigen Webseite mit freundlichen Worten umschrieben, dass ab jetzt alle Benutzer zu Beta-Testern geworden sind, die mal “spinksen” wollen und nun ein noch halbgareres Produkt auf dem Smartphone haben. Und die Begründung für diesen kompletten Marketing-SuperGAU ist die schnelle Bereitstellung des 9 Euro Tickets.

Und jetzt ratet mal: Genau DAS war in meinem Versuch NICHT möglich. Ich konnte kein 9 Euro Ticket erwerben, weil die App vorne und hinten nicht funktioniert und sich das Menü zum Ticketkauf automatisch wieder schloss.

Nicht nur als UX-Designer, auch als großer Verfechter des öffentlichen Nahverkehrs rollen sich mir die Zehennägel hoch, bei so geballtem Missmanagement. Und ihr wundert euch, warum der ÖPNV nicht den nötigen Anklang findet.

Update: Die Webseite naveo-app.de ist auf den Werbeplakaten abgebildet und ist mir offenbar bisher nicht aufgefallen. Alle weiteren Aussagen des Artikels behalten dennoch Gültigkeit, denn selbst mit der Webseite ist man als Kunde kein bisschen schlauer, wo und wie man die neue App bekommt. Denn auch auf der Webseite gibt es keinen Link zu einem App Store oder einen Hinweis darauf, dass es sich hier lediglich um eine Namensänderung der bisherigen App handelt. Und von einer Verbesserung des Angebots oder einer Möglichkeit, ein 9 Euro Ticket zu erstehen, kann weiterhin nicht gesprochen werden. Weitere Versuche, dieses Ticket zu erwerben, wurden mit nicht hilfreichen Fehlermeldungen quittiert.

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Ein Meter Vernünfzig Abstand

Liebe Aachener*,

der Kerl, der euch nun seit über einem Jahr auf den Straßen und Gehwegen entgegen kommt und euch fragt, bittet, anfleht, ein bisschen zur Seite zu gehen, bin ich. Auch nach so langer Zeit, nach einer ersten Welle, einer zweiten Welle, an der Schwelle zur dritten Welle, scheint ihr das Prinzip Abstand noch immer nicht kapiert zu haben. Ich zitiere gerne mal die Wikipedia für euch:

Der Abstand, auch die Entfernung oder die Distanz zweier Punkte ist die Länge der kürzesten Verbindung dieser Punkte.

Wikipedia

Die kürzeste Verbindung zweier Punkte. Nehmen wir mal an, ihr seid Punkt A und ich bin Punkt B. Dann ist der Abstand die kürzeste Verbindung zwischen euch und mir. Und seit so vielen Monaten beträgt dieser Abstand mindestens Ein Meter fünfzig (1,50m). Mindestens. Mehr wäre besser. Für mich und für euch.

Woran also liegt es, dass ihr überhaupt nicht einschätzen könnt, wie viel ein Meter fünfzig sind? Weil ihr glaubt, euer SUV hätte die Größe eines Fiat 500?

Woran liegt es, dass ihr mich wie einen Außerirdischen mustert, wenn ich beim Versuch, mehr Abstand zwischen euch und mir zu gewinnen auf die Straße, ins Gebüsch, in den Schlamm, hinter Mauern flüchte? Weil ihr euch nicht erklären könnt, dass es Menschen auf dieser Welt gibt, die gerne alles mögliche dafür tun würden, eine weitere Ausbreitung eines Virus zu verhindern?

Warum beginnt ihr Diskussionen mit mir, schreit mir wüst hinterher, wenn ich um etwas Abstand bitte? Weil ihr der Meinung seid, der Gehweg gehöre nur euch und jeder andere hätte sich dem und euch unterzuordnen? Weil es euch in eurer Freiheit einschränkt, auch nur einen Schritt zur Seite zu treten? Vielleicht mal 3 Sekunden an einem Eingang zu warten, bis jemand die Bäckerei wirklich verlassen hat, bevor man sich gemeinsam durch die Tür quetscht? Weil ihr es als persönlichen Affront anseht, vorübergehend nicht nebeneinander her zu gehen, sondern hintereinander, um – haha – jemanden vorüber gehen zu lassen?

Bittet haltet Abstand. Nein, mehr noch. Bitte habt Anstand und haltet Abstand! Auch hier zitiere ich gerne noch einmal für euch aus der Wikipedia:

Als Anstand wird in der Soziologie ein als selbstverständlich empfundener Maßstab für ethisch-moralischen Anspruch und Erwartung an gutes oder richtiges Verhalten bezeichnet. Der Anstand bestimmt die Umgangsformen und die Lebensart.

Wikipedia
* Mitbürger, Menschen, was und wo auch immer.

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IKEA Anleitung für die Corona Krise

von IKEA Israel.

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FaceID-kompatible Atemschutzmasken

Willkommen in der Zukunft. Willkommen im Jahr 2020. Wo die Menschheit in Panik vor der nächsten Seuche nach Strategien und Überlebensmöglichkeiten sucht. Und nach Lösungen, um ihre Smartphones zu entsperren, die mittlerweile keinen Fingerabdruck, sondern das Gesicht des Besitzers zur Identifikation benötigen. Was tun, wenn die Pandemie um sich greift, jeder Mitmensch ein potentielles Gesundheitsrisiko darstellt, man aber dennoch nicht auf die neueste Whatsapp-Nachricht verzichten oder den neuesten Tweet lesen möchte? Auftritt: Die FaceID-kompatible Atemschutzmaske.

Das Ganze funktioniert sehr einfach: Ein Foto des eigenen Gesichts hochladen. Den entsprechenden Abschnitt auf die Maske drucken. Liefern lassen. Überleben und gleichzeitig jederzeit das Smartphone entsperren. So einfach wie genial.

Und falls sich jemand fragen sollte, ob das ein Witz ist, so wird diese Frage auf der Webseite des Anbieters direkt beantwortet:

Is this a joke?

Yes. No. We’re not sure. Viruses are not a joke. Wash your hands when you can. And get vaccines when you can.

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Jede Straße in jeder Stadt

Das kleine, aber äußerst faszinierende Tool City Roads zeichnet auf Basis von Open Streetmap Karten eine Grafik von Städten, die nur aus den Linien der Straßen besteht. Die Ergebnisse sehen derart hübsch aus, dass man sie am liebsten ausdrucken und an die Wand hängen möchte. Und warum auch nicht? Eine kleine Galerie der persönlichen Lieblingsstädte vielleicht? Probiert es aus.

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Kurze Nachricht in eigener Sache

Bevor es morgen mit dem nächsten Artikel weiter geht, möchte ich den frühen Samstag Abend nutzen, um über zwei kleine Neuheiten hier im Blog zu informieren:

  1. Ich habe den Wildwuchs bei den Kategorien bearbeitet, bzw. bin noch damit beschäftigt. In der oberen Menüleiste können die nun die stark vereinfachten “Kategorien” aufgerufen werden, wodurch man direkt zur passenden Artikel-Sammlung gelangt.
  2. Jeder Artikel kann ab sofort (DSGVO-konform) “geliked” werden. Unter jedem Artikel findet ihr dafür ein Herz, das bei Gefallen angeklickt werden kann. Es wird dabei nichts getracked, ihr müsst nicht eingeben, ihr könnt nur ein bisschen Liebe verteilen, falls ihr keinen Kommentar hinterlassen, mir aber mitteilen wollt, dass euch gefällt, was ihr hier lest.

Und jetzt: Weiter feiern.

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Titanic sinkt in Echtzeit

Gefunden bei Spreeblick: Ein etwas älteres Video, das in Echtzeit darstellt, wie die Titanic seinerzeit sank. Volle 2 Stunden und 40 Minuten lang. Das ist faszinierend und gruselig zugleich. Das Ganze entstand mit der bekannten Unreal Engine 4 und sollte offenbar auch hier für ein Game benutzt werden.

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