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Buy bye

Der Tabakladen im Freiburger Hauptbahnhof wollte vermutlich im Angesicht des „Service Points“ und des „Ticket Terminals“ seine Internationalität ein wenig unterstreichen. Zu diesem Zweck stellten die Betreiber eine Werbetafel vor ihr Geschäft, die in großen Lettern und in englischer Sprache von einer bemerkenswerten Aktion kündete. „Buy 1 get 2nd half Price.“

Dann allerdings müssen sich die Aufsteller gedacht haben, dass Freiburg vielleicht doch nicht so kosmopolitisch ist und der gemeine Pfeifenraucher vielleicht nicht so viel Englisch versteht, womit dieses Plakat schier Geschäftsschädigend sein könnte. Also schrieb man den Text übersetzt und etwas kleiner darunter. Und als wäre das nicht schon lächerlich genug (denn man hätte es ja gleich auf Deutsch schreiben und auf das Achsointernationale verzichten können) bekommt die Übersetzung auch noch eine unbedeutende neue Information dazu. Denn anders als im Englischen besteht der deutsche Werbetext darauf, dass man das zweite preiswertere Zippo zum halben Preis bekommt. Aha!

Also liebe Tabakleute, warum schreibt ihr nicht gleich eure Botschaft in der Landessprache und schafft es damit auch zu sagen, was ihr sagen wollt? Wozu das globale Getue, bloß weil ihr euren Laden in einem Bahnhof habt? Einen Bonus bekommt ihr zumindest für das stilisierte Streichholz in dem Wort Zippo.

zippo

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Bluetooth in the Face

Manchmal bin ich sooo witzig. Heute, an diesem herrlichen Sommer (?) Tag gingen die damalige Freundin und ich mit Freunden Eis essen. Ich bestellte mein Vanille Eis mit heißen Himbeeren, während sie einen Heidelbeerbecher verlangte. Natürlich hatte sie schon nach wenigen Löffeln eine lilafarbene Zunge und leicht bläuliche Zähne. Was mich dazu veranlasste, festzustellen, dass ich nun wüsste, wie die Entwickler auf den Namen Bluetooth gekommen waren. Und mehr noch: anstatt Bluetooth-Interface könnte man in diesem Falle von Bluetooth in the Face sprechen. Ich habe gelacht. Ich war dummerweise der einzige am Tisch, der darüber lachen konnte (die anderen haben den Witz nicht kapiert. Ganz sicher).

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Soso

Ich plädiere dafür, das kleine Wörtchen „So“ aus der deutschen Sprache zu verbannen. Auf Probe und nur fürs erste. So lange, bis sich die Lage beruhigt hat (und ich überlege bis dahin, wie ich diesen Satz ohne das Wörtchen „So“ hätte schreiben können). Denn wenn ich noch länger diese dumm daher quatschenden, Pisa nicht auf der Landkarte findenden, für meine Rente nicht mehr zuständigen jungen Leute höre, die es schaffen, in jedem Satz mindestens zweimal ein „So“ unterzubringen, bekomme ich echt Zustände.

„Weil, weißt du so, das ist so, ich weiß auch nicht. So, voll bekloppt und so. Kommt der so daher so und er so: Was geht? Und ich so: Nichts. Voll beknackt, so.“

Ach und wenn wir grad dabei sind, könnten wir dann nicht noch das Wörtchen „voll“ mit in die Zelle sperren, dann ist das „So“ nicht so allein und ich habe endlich meine Ruhe. Voll im Ernst so.

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Bicycle Race

Im Zug begegnen sich zwei Klischee-Schwarze. Sie tragen zu weite Hosen, zu große Schuhe und zuviel Schmuck. Einer von ihnen hat ein Baseball Cap etwas schräg auf dem Kopf, der andere würde dies ob seiner Rastas gar nicht erst schaffen. Der eine klappt sein Handy zusammen, der andere nimmt die iPod Hörer aus den Ohren. Zur Begrüßung stoßen sie mit ihren Fäusten zusammen, machen eigenartige Verrenkungen und beginnen, in einer mir unverständlichen Sprache zu sprechen (sächsisch oder so), immer wieder unterbrochen von englischen Brocken. Folgender Dialog der wohl beschreibend für das gesamte Gespräch ist, entstand nach kurzer Zeit:

„Ey, you got bike?“
„Yeah, I got bike.“
„Ah, you got bike?“
„Yeah, I got bike.“
„Where you got bike?“
„I got bike am Bahnhof.“

Ich stelle mir vor, wie ich im Sommer wieder mit dem Fahrrad zum Zug fahre und dabei ein T-Shirt trage mit dem Aufdruck „I got bike am Bahnhof“. Könnte der Renner der Saison werden.

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Der, die, das – wer nicht fragt bleibt dumm

Hallo, ihr Duden-festen Germanistik Studenten, ihr IT-Spezialisten, ihr kosmopolitischen Blogger/Podcaster/Leser/Hörer. Um eine kleine Frage und Diskussion zu beenden, könntet ihr mir mal eben mit Beweisen erläutern, ob es „das Blog“ oder „der Blog“ heißt und ob es „das Podcast“ oder „der Podcast“ genannt wird. Deutsche Sprache, schwere Sprache, besonders wenn Teile davon gar nicht Deutsch sind. Ich tendiere ja zu „das Blog“ und „der Podcast“, wüsste allerdings gerne warum.

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Flickr, Frappr und dann? Rogr!

ImmR bestrebt in und cool zu sein, folge ich jetzt einem offensichtlich neuen Trend. Im IntRnet kann man schon seit längerem mit FrappR und FlickR herumspielen. Motorola nennt seine aktuellen Handymodelle RazR und RokR. Es scheint also gerade in zu sein, Namen das E vor dem letzten Rrrrrr zu stehlen. Und so werde ich mich ab sofort RogR nennen. Geil, odR? Mir fallen in meinem Bekanntenkreis nur zwei Leute ein, die so ‘ne NummR drauf hätten. Das wären HolgR und PetR. Aber ehrlich, da klingt es nicht halb so cool wie bei mir. Ich muss mir gleich die Domain allesrogR.net resRvieren.

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Englischer Titel, deutsche Zahl

Es gibt wahrlich bescheuerte deutsche Filmtitel. Man fragt sich manchmal wirklich, was sich diese “Kreativen” in den Verleihfirmen da denken, wenn sie zugekifft um vier Uhr morgens beschließen, die dümmste aller Varianten zu wählen. Ich werde demnächst mal eine Liste mit sagenhaft dämlichen Namensgebungen präsentieren. Doch nicht nur diese “Erfinder” machen Fehler. Auch wir Leser.

Interessant wird es nämlich, wenn der englische Originaltitel belassen wird. Denn dann passiert etwas, das mir auch bei Spieletiteln (die im Grunde immer englisch bleiben) aufgefallen ist. Selbst wenn der Titel eindeutig der englischen Sprache zuzuordnen ist, werden darin befindliche Zahlen auf Deutsch gesprochen. So heißt es nicht “Toi Storie Tuu” sondern “Toi Storie Zwei”. Man sagt auch nicht “Mischen Impossibel Tu” oder “Liefel Wueppen For”. Schon gar nicht hört man “Bettelfield Neintienfortiewon” sonder immer nur “Bettelfield Neunzehnhunderteinundvierzig”.

Woran liegt das? Mir fiel auf, dass auch ich Zahlen immer deutsch behandle. Dabei ist für jeden, der “Jurassic Park” aussprechen kann, das Two ebenso leicht wie die Zwei. Beim englischen “Three” könnte man sich ja noch mit der für uns beschwerlichen Aussprache heraus reden.

In einem einer Lieblingsbücher “Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod” (Teil Won und Tuu) schreibt Autor Sick, dass die deutsche Sprache zwar sehr gerne fremde Ausdrücke annektiert, besonders Anglizismen immer häufiger Einzug finden. Doch selbst wenn ein englisches Wort übernommen wird, bedeutet dies nicht gleichzeitig, dass auch die englische Grammatik zum Tragen kommt. So ist die Mehrzahl von Party nun mal Partys und nicht Parties (beim Handy (das ja weder deutsch noch englisch ist, sondern eine Erfindung) verfährt man ebenso).

Ich frage mich, ob es bei Zahlen in Verbindung mit englischen Ausdrücken vielleicht genauso ist. Ich werde die Antwort wohl dieses Jahr nicht mehr finden. Aber Tuufausendsix wird es doch hoffentlich klappen.

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