Kategorien
Alles Erzählt

Deutschland, deine Untertitel.

In sogenannten “Reality-Shows” im privaten Fernsehen ist es gang und gäbe, Untertitel einzublenden, wenn die Darsteller trotz aller Bemühungen nicht zu verstehen sind. Dies passiert gerne, wenn sie aus dem entferntesten Süden, Osten, Norden oder Westen des Landes stammen. Ich kann ein Lied davon singen. Auch mich versteht niemand, wenn ich im Dialekt meiner Heimat spreche. Gesamtdeutschland versteht seine Einwohner nicht und Untertitel helfen dabei.

Deutschland hat eine gut gepflegte Synchronisationskultur, weshalb es schwer ist, Filme im Originalton im Kino zu sehen. Seit es Streaming Dienste gibt, ist es ein Leichtes, die Sprache fast jeden Films oder Serie jederzeit umzuschalten und, falls notwendig, den passenden Untertitel dazu einblenden. Eventuell sogar einen anderssprachigen Untertitel, um die Sprache zu lernen oder zu vertiefen. In Ländern wie zum Holland oder der Schweiz ist es übrigens ganz normal, Kinofilme im Originalton zu zeigen. Und auch dort helfen Untertitel.

Nun sind deutsche Synchronsprecher in den meisten Fällen sehr gut ausgebildete Profis, was dazu führt, dass synchronisierte Filme meist klar und deutlich zu verstehen sind. Da wird nicht geflüstert, da wird nicht genuschelt, und falls doch, dann immer so, dass der Zuschauer es weiter versteht. Leider fehlt es so manchem deutschen Schauspieler an dieser Kunst. Zuletzt beobachtete ich dies bei dem recht starken Film “Aus dem Nicht” von Fatih Akin mit Diane Kruger (Krüger?) in der Hauptrolle. Ohne deutschen Untertitel waren viele Dialoge einfach unverständlich. Da wird gemurmelt, gestammelt, geheult, dass die Hälfte der Handlung verloren geht. In einer Szene blendete der Untertitel gar folgendes ein: “[Birgit flüstert etwas unverständliches]” Also wenn es selbst der Untertitel nicht versteht…

Wie kommt es dazu? Legen weder Regisseur, Tontechniker und Schauspieler Wert darauf, gut verstanden zu werden? Würde es den Realismus zerstören, wenn eine Figur sich jederzeit deutlich ausdrücken würde? Was würde passieren, wenn man so manchen deutschen Film oder Serie synchronisieren würde? Mit Profis, die wissen, wie man Emotionen und Atmosphäre “rüber bringt”, auch wenn die Szene in möglichst undankbarer Umgebung spielt oder möglichst realistisch und lebensnah sein soll? Ich werde es wohl nie erfahren. Dafür freue ich mich aber, immer wieder zu Untertiteln greifen zu können, wenn ich etwas nicht verstehe.

0
Kategorien
Alles Erzählt

Sascha Lobo liebt die Bahn fast so sehr wie ich

Sascha Lobo schreibt in seiner Spiegel Online Kolumne am 11.Dezember eine (nicht ganz vorbehaltlose) Liebeserklärung an die Bahn. Dem, wie er es nennt, wunderbarsten Verkehrsmittel der Welt. Und geht danach auf Kommentare zu seiner Kolumne im Debatten-Podcast ein (hier und hier), erklärt und vertieft einige seiner Argumente.

Wenig überraschend konnte ich beim Lesen und Hören des Herrn Lobo nur zustimmend nicken. Denn mit so gut wie allem hat er Recht. Die Fakten sind gut recherchiert und seine Beobachtungen und Schlussfolgerungen treffen aus meiner Sicht ins Schwarze. Man spürt die Ehrlichkeit seiner Liebeserklärung und gleichzeitig auch den leicht bitteren Nachgeschmack, jemanden oder etwas trotz seiner Fehler zu lieben.

Persönlich kann ich das gut nachvollziehen, denn ich liebe die Bahn bis heute. Tat es schon von Kindheit an und hörte nie damit auf. Wie hier und da schon erwähnt, war ich lange Zeit selbst Lokführer bei der deutschen Bahn, fuhr Güterzüge, Regionalzüge, Intercitys und später auch ICE zwischen Basel und Frankfurt. Und ich erlebte hautnah, wie ein Unternehmen durch falsche Entscheidungen und Sparkursen nach und nach zerstört wurde.

Als ich Mitte der 90er Jahre meine Ausbildung zum Lokführer begann (und davor noch eine damals obligatorische technische Ausbildung absolviert hatte), stieg ich auf dem Höhepunkt der Umstrukturierung ein. So hatte ich beispielsweise einen möglichen Beamtenstatus nur um Monate verpasst und wurde ganz normaler Angestellter mit tariflicher Bezahlung eines zukünftigen Aktienunternehmens (das ab sofort nicht mehr Bundesbahn genannt werden durfte).

Es war pures Glück dass ich, wenige Monate nach Bestehen meiner Prüfung, dem Fernverkehr zugeteilt wurde. Eine der drei möglichen Lokführer-Gruppierungen, neben dem Regional- und Güterverkehr. Plötzlich war es einem Lokführer nicht mehr möglich, unterschiedliche Züge, Lokomotiven und Strecken zu befahren. Beim Güterverkehr fuhr man den Rest seines Lebens nur noch Güterzüge. Wurde man wie ich dem Fernverkehr zugeordnet, hatte man zumindest noch die Aussicht, Autoreise- und Nachtzüge zu bewegen und dereinst auf Intercity und ICE ausgebildet zu werden.

So kam es in meinem Falle, bis ich, im Alter von knapp 30 Jahren, den Höhepunkt erreicht hatte und regelmäßig ICE fuhr. In der ganzen Zeit wurden um uns herum Strecken stillgelegt, Verbindungen gestrichen, Personal eingespart und Schichten verlängert. Es wurden Weichen (oder nur deren Heizung) ausgebaut, Überholgleise entfernt und Lokomotiven aus den 1950er Jahren eingesetzt. Bis in die 2000er hinein bewegten wir Material, das über ein halbes Jahrhundert alt war, auf Material, das ein ganzes Jahrhundert alt war. Werkstätten und Kantinen wurden geschlossen, Betriebsstätten, Ruhe- und Pausenräume entfernt, Bahnbetriebswerke verkleinert und auch dort wichtiges Wartungs- und Reinigungspersonal entlassen oder nicht neu eingestellt.

Eines erlebte ich in der ganzen Zeit allerdings nie: dass die Bahn-Angestellten, die Kollegen, sich davon hätten unterkriegen lassen. Als eingeschworene Gemeinschaft stand man hinter der Bahn. Vom Lokführer, über die Zugführer und Schaffner, von den Disponenten, den Fahrdienstleitern und den Bahnhofsvorstehern, den Kollegen in den Speisewagen, den Rangierern, bis hin zu den Reinigern, Werkstattmitarbeiter und Ansagerinnen. Wir alle waren die Bahn. Wir alle standen aus einem bestimmten Grund morgens (mittags, Abends, Nachts, an Heiligabend und Silvester) auf. Wir motzten darüber, was aus unserer Bahn geworden war und was “die da oben” jetzt wieder für bescheuerte Pläne geschmiedet hatten, um uns das Leben schwer zu machen. Doch jeder Bahner tat sein Bestes.

Sascha Lobo beschreibt, wie die Bahn auf den Rücken der Angestellten zerstört wurde und hat Recht damit. In meiner Laufbahn kannte ich kein Beispiel, wo ein Kollege aus Frust über die Bedingungen nicht dennoch versucht hätte, pünktlich und freundlich zu sein. Ich bin mir sicher, dass sich daran bis zum heutigen Tag auch wenig geändert hat. Und ich wünsche mir sehr, dass sich dies in Zukunft auszahlen wird. Dass die Bahn wieder den Stellenwert erhält, den sie haben sollte. Als zuverlässiges, günstiges Verkehrsmittel. Als beste Alternative zum Auto, zum Fernbus, zum Flugzeug.

Ich liebe die Bahn. Wahrscheinlich etwas vorbehaltloser als Herr Lobo. Ich freue mich auf meine nächste Zugfahrt (natürlich an Weihnachten). Und sollte dabei doch etwas schief gehen, werde ich wissen, warum das so ist. Ich werde wissen, dass viele Menschen eifrig daran arbeiten, das Problem zu beheben. Und ich werde entspannter und glücklicher ankommen, als wenn ich mich mit 300.000 anderen Wahnsinnigen auf die Autobahn gequetscht hätte.

0
Kategorien
Alles Erzählt

S(F)UV

Neulich, auf einer beliebigen Landstraße in Deutschland: Ich stehe in einem Stau vor einer großen Kreuzung. Vor mir: ein SUV einer beliebigen Automarke. Fett, breit, hoch. Genau in meiner Augenhöhe die Rücklichter des Wagens, die sich wie Laserschwerter in meine Augen brennen. Hinter mir: ein SUV einer beliebigen Automarke. Ebenfalls in meiner Augenhöhe: die Scheinwerfer des Wagens, die sich in meinem normalgroßen PKW ein Laserschwert-Duell liefern. Mit beeindruckenden Effekten in meinem Rückspiegel.

So oder so ähnlich dürfte es mittlerweile auf jeder beliebigen Landstraße in Deutschland zugehen. SUVs wohin man blickt. Von Umweltschutz, Energiewende etc. keine Spur. Die Teile verkaufen sich so gut wie nie zuvor. Und ohne jetzt die üblichen Gags und Witze zu bringen (denn das Lachen ist mir hier längst vergangen), stelle ich die Frage, was das eigentlich soll.

Leute, was stimmt nicht mit euch? Was bringt euch dazu, genau das Gegenteil dessen zu machen, was wir jetzt eigentlich alle tun sollten? Was bringt euch dazu, solche Panzer zu kaufen? Weil der Nachbar auch einen hat? Weil alle anderen auf der Straße einen haben und man sich mittlerweile in normalgroßen Autos schon unsicher fühlen muss und keinen Überblick mehr hat (und vorausschauendes Fahren unmöglich wird)? Weil – und das ist immer mein Lieblingsargument – ihr sonst nicht alles transportieren könnt?

Das heißt, ihr seid alle Förster, Extremsportler, Handwerker, Forscher oder habt andere spannende Berufe und/oder Hobbys, die viel Equipment benötigen? Nicht? Dann habt ihr täglich mehrfach 7 Kinder durch die Stadt zu fahren? Ach, auch nicht? Und in ein SUV passen ebenfalls nur 5 Personen bequem hinein, wie bei jedem anderen Auto auch? Aber dann MÜSSEN es doch die unfassbaren Mengen an Einkäufen sein, die man als Hausfrau täglich besorgen muss (Verdammt, jetzt habe ich den alten Witz doch gemacht).

Oder ist es die einfachste aller Antworten: Ihr wollt euren Mitmenschen, der Umwelt und euren Nachkommen einfach ein möglichst großes und gepflegtes “Fickt euch!” entgegen rufen. Glückwunsch. Neben einem Hummer gibt es dafür wohl kein besseres Vehikel als eure S-FU-V.

0
Kategorien
Alles Erzählt

TL;DW

Das Internet ist reich an Informationen und jede Frage in Minutenschnelle beantwortet. So nicht nur die bisherige Theorie, sondern auch die gelebte Praxis für viele glückliche Jahre. Frag Google, lies bei Wikipedia. Wissen war rasch gefunden und schnell konsumiert.

Als dann Generation Youtube auf den Plan trat, änderte sich etwas. Lineares Fernsehen (und Radio) war out, das Programm fand mit einem Mal im Netz statt. “Youtuber” wurden zu Stars, eigene Shows, Programme und Plattformen erwuchsen aus diesem Befreiungsschlag, der Videos plötzlich nicht mehr nur von Profis bereitstellen konnte. Und bald wollte jeder dazu gehören. War es doch so leicht, seine Kamera anzuschalten und einfach mal zu machen. Wie wunderbar.

Heute, an der Schwelle zum Jahr 2020, lässt sich allerdings eine Trendwende beobachten. Ebnete Youtube zuvor noch den Weg für spannende Projekte, Experimente, persönliche Einblicke von mutigen “Darstellern”, verkommt das Format Video mehr und mehr zum Ramschladen für jegliche Information. Sei sie noch so klein und noch so ungeeignet, um sie als Bewegtbild zu präsentieren.

Dieser Trend führt dazu, dass eine Google-Suche immer öfter Video-Beiträge auf Youtube oder anderen Plattform als bestes Ergebnis liefert. Klickt man diese Videos an, sieht man gerne mal ein Hintergrundbild, hört nervtötende Musik (warum immer Hard-Techno?) und folgt einer Laufschrift, die langsam über den Schirm zieht. Oder man liest pure Texttafeln, die sich peinlich animiert abwechseln. Hat man Pech, ist es nicht einmal möglich, einen Text zu lesen, sondern muss ihn maschinengeneriert vortragen lassen.

Um dann nach 5 Minuten zu bemerken, dass das Video die versprochene Antwort nicht liefern wird. Eine Erkenntnis, die man nach 30 Sekunden Text scannen und überfliegen deutlich schneller gewonnen hätte.

Too long; didn’t watch!

Woher kommt dieser Trend? Warum belästigt mich mittlerweile jede zweite Webseite mit (meist automatisch startenden) Videos, die mir umständlich und langwierig einen Inhalt erzählen, den ich auch durch schnelles Lesen erfahren hätte? Sind Klickraten auf Youtube so wertvoll, dass sich das lohnt? Geht es nur darum, möglichst schnell viel Geld zu machen?

Denn vielen dieser Anbieter ist eine persönliche Note oder gar eine Agenda völlig gleich. Niemand tritt auf, niemand spricht. Der Content ist bewusst extrem billig und viel zu lang produziert, immer auf Gewinnmaximierung ausgelegt. Hauptsache klicken und Werbung einblenden. Inhalt ist zweitrangig, Lernen irrelevant, Weitergabe unerwünscht.

Werden bei Reddit Videos mit vermeintlich interessantem Inhalt verlinkt (zum Beispiel Listen à la: Die 11 besten Tipps für dein iPhone 11), listet bereits der erste Kommentar unter dem Artikel die in dem Video besprochenen Inhalte auf. Die dann in 20 Sekunden gelesen und verarbeitet sind. Danke. Mehr wollen wir doch nicht.

TL;DR: Packt nicht jede noch so kleine Information in unnötige, hässliche und viel zu lange Videos, sonst heißt es bei mir sofort TL;DW.

0
Kategorien
Alles Erzählt

Satsumas sind keine Mandarinen

Als ich jung war™ gab es in den Supermärkten zur Advents- und Weihnachtszeit nicht nur Marzipan und Schokolade, sondern auch Orangen und Mandarinen. Und Mandarinen waren zur damaligen Zeit meist Satsumas. Ja, so hießen sie. Wie es nicht einfach nur Äpfel, sondern Granny Smith, Elstar, Boskop und Pink Lady gibt, so gibt es eben auch Clementinen, Tangerinen und Satsumas.

So dachte ich zumindest. Denn eigentlich ist die originale Mandarine der Ursprung der hierzulande bekannten Sorten. Die Satsumas sind nur Mandarinen-ähnlich, aus dem japanischen Raum stammend und süßer als die hier weit verbreitete Clementine. Gleichzeitig ist die Mandarine, gekreuzt mit der Pampelmuse, der eigentlich Ursprung der Orange.

Worauf ich hinaus wollte: Warum zum Geier gibt es eigentlich keine Satsumas mehr in den Supermärkten, sondern nur diese saueren, harten Clementinen, die nicht, wie überall behauptet, immer kernlos sind? Also als ich jung war™…

0
Kategorien
Alles Erzählt

Interrail

Das Zugfahren liegt mir im Blut. So sehr, dass ich in einem früheren Leben die Züge selbst fuhr. Doch auch heute noch, beruflich ganz woanders, schlägt mein Herz noch immer für die Bahn. Und das wird sich vermutlich auch nie ändern.

Seltsamerweise fehlte mir in jungen Jahren der unbedingte Drang, zu reisen, die Welt zu erleben und zu entdecken. Ich erinnere mich noch immer gerne an eine mehrtägige (bzw. nächtige) Fahrt im Schlafwagenzug durch Skandinavien. Doch solche Reisen blieben leider die Ausnahme.

Zugstolz statt Flugscham!

Quelle: Internet

Und heute kitzelt es mich. Ich würde am liebsten jedes Wochenende in einen Zug steigen, um irgendeine europäische Metropole, phantastische Landschaft, noch unbekannte Kultur zu erreichen. Erst letzte Woche raste ich mit dem Eurostar zum ersten Mal in meinem Leben durch den Tunnel unter dem Ärmelkanal gen London. Gut, es war lange dunkel während der Fahrt, faszinierend und spannend war es dennoch. Und London ist eine sensationell tolle Stadt.

Vor einigen Wochen erinnerte ich mich daran, dass es in meinen jungen Jahren Interrail-Tickets gab. Bahntickets, die in ganz Europa gültig waren und dazu einluden, mehrere Wochen oder Monate mit dem Zug unterwegs zu sein. Was für eine tolle Idee. Wie europäisch und weltoffen. Und das lange vor der Europäischen Union. Welch schöne Art, Europa kennenzulernen.

Ich war nicht wenig erstaunt, als ich erfuhr, dass Interrail-Tickets noch immer angeboten werden. Sogar für alte Menschen jenseits der 28. Also perfekt für mich (etwas älter als 28) und meine Liebste (jünger als ich). In Gedanken plane ich bereits die Route, pikse Stecknadeln in all die Orte, die ich nie zuvor besucht habe und sehe mich schon jetzt sehnsuchtsvoll und neugierig durch große Waggonfenstern die vorbei rasende Welt betrachten.

0
Kategorien
Alles Erzählt

Wenn schwarze Wäsche stinkend aus der Waschmaschine kommt

Wir Hausfrauen müssen zusammen halten, sage ich immer. Und wir Waschweiber erst Recht. Sucht man im Netz nach Antworten zu genau dem einen quälenden Waschproblem, findet man mit Sicherheit tausend verschiedene Erklärungen, aber selten die wahre Lösung. So erging es mir beim Problem der schwarzen Wäsche, die immer müffelnd aus der Maschine kam.

Egal, was ich versuchte, die Wäsche stank. Ich versuchte es mit Hygienespüler, mit höheren Temperaturen und verschiedenen Waschmitteln. Pulver und Tabs, Flüssig und Gel. Ich gab mehr oder weniger duftenden Weichspüler hinzu, spielte an den Schleuderzahlen, Programmen und Wasserbeigaben der Maschine herum. Ich gab mehr Waschmittel hinzu, verringerte die Menge der Wäsche. Irgendwann warf ich die am deutlichsten stinkenden Kleidungsstücke in den Müll, in der Annahme, sie seien Auslöser des Übels und verpesteten die anderen Teile.

Allein, es half nichts. Manche Waschladungen wusch ich direkt ein zweites Mal, um dem Gestank Herr zu werden. Das Müffeln, so die Erklärung der vielen Ratgeber, stamme aus billigen, dunklen Farbstoffen und in der Tat schienen eher die billigen Teile den Geruch nicht loswerden zu wollen. Bunte und weiße Wäsche waren ebenfalls stets aprilfrisch. Guter Rat war irgendwann nicht mehr nur teuer, sondern unbezahlbar.

Doch Rettung ist nah, denn hier nun die ultimativen Tipps, wie schwarze Wäsche duftend aus der Waschmaschine kommt:

  1. Der wichtigste Punkt ist tatsächlich die Menge des Waschmittels. Und dabei ist es völlig egal, ob ein Pulver oder ein Gel benutzt wird. Entscheidend ist, genau die Menge zu nehmen, die auf der Packung vorgeschlagen wird, in Abhängigkeit des Verschmutzungsgrads und der Wasserhärte. Der Gedanke, mehr Waschmittel müsste doch zu noch saubererer Wäsche führen, stimmt nicht. Denn was die dunkle Wäsche müffeln lässt, sind nicht ausgewaschene Seifenreste. Hinzu kommt der zweite Effekt bei zuviel Waschmittel: Die starke Schaumbildung. Zuviel Schaum bremst das “Schlagen” der Wäsche aus, das durch die Drehung der Trommel und dem Herunterfallen der Wäsche simuliert wird.
  2. Was uns zum nächsten Punkt bringt. Nicht umsonst wurde Wäsche früher noch regelrecht geprügelt, um sauber zu werden. Damit die Wäsche auch in der teueren Maschine geschlagen wird, darf die Maschine nicht überladen werden. Eine Handbreit sollte noch Platz sein.
  3. Auf Weich- und Hygienespüler kann getrost verzichtet werden. Ebenso wie auf zusätzliche Wassermengen oder höhere Temperaturen, um Rückstände “auszukochen” (Ausnahmen bestätigen gewiss die Regel). Ein gutes Vollwaschmittel genügt.

Mit diesen einfachen Regeln gelang es mir endlich, all meine schwarze Wäsche – egal, ob fein, ob Sport, ob billiges T-Shirt oder hochwertiges Hemd – frisch, duftend und sauber zu bekommen. Und da wir Waschweiber zusammen halten, helfen diese Tipps euch hoffentlich auch.

1+