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Satsumas sind keine Mandarinen

Als ich jung war™ gab es in den Supermärkten zur Advents- und Weihnachtszeit nicht nur Marzipan und Schokolade, sondern auch Orangen und Mandarinen. Und Mandarinen waren zur damaligen Zeit meist Satsumas. Ja, so hießen sie. Wie es nicht einfach nur Äpfel, sondern Granny Smith, Elstar, Boskop und Pink Lady gibt, so gibt es eben auch Clementinen, Tangerinen und Satsumas.

So dachte ich zumindest. Denn eigentlich ist die originale Mandarine der Ursprung der hierzulande bekannten Sorten. Die Satsumas sind nur Mandarinen-ähnlich, aus dem japanischen Raum stammend und süßer als die hier weit verbreitete Clementine. Gleichzeitig ist die Mandarine, gekreuzt mit der Pampelmuse, der eigentlich Ursprung der Orange.

Worauf ich hinaus wollte: Warum zum Geier gibt es eigentlich keine Satsumas mehr in den Supermärkten, sondern nur diese saueren, harten Clementinen, die nicht, wie überall behauptet, immer kernlos sind? Also als ich jung war™…

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Interrail

Das Zugfahren liegt mir im Blut. So sehr, dass ich in einem früheren Leben die Züge selbst fuhr. Doch auch heute noch, beruflich ganz woanders, schlägt mein Herz noch immer für die Bahn. Und das wird sich vermutlich auch nie ändern.

Seltsamerweise fehlte mir in jungen Jahren der unbedingte Drang, zu reisen, die Welt zu erleben und zu entdecken. Ich erinnere mich noch immer gerne an eine mehrtägige (bzw. nächtige) Fahrt im Schlafwagenzug durch Skandinavien. Doch solche Reisen blieben leider die Ausnahme.

Zugstolz statt Flugscham!

Quelle: Internet

Und heute kitzelt es mich. Ich würde am liebsten jedes Wochenende in einen Zug steigen, um irgendeine europäische Metropole, phantastische Landschaft, noch unbekannte Kultur zu erreichen. Erst letzte Woche raste ich mit dem Eurostar zum ersten Mal in meinem Leben durch den Tunnel unter dem Ärmelkanal gen London. Gut, es war lange dunkel während der Fahrt, faszinierend und spannend war es dennoch. Und London ist eine sensationell tolle Stadt.

Vor einigen Wochen erinnerte ich mich daran, dass es in meinen jungen Jahren Interrail-Tickets gab. Bahntickets, die in ganz Europa gültig waren und dazu einluden, mehrere Wochen oder Monate mit dem Zug unterwegs zu sein. Was für eine tolle Idee. Wie europäisch und weltoffen. Und das lange vor der Europäischen Union. Welch schöne Art, Europa kennenzulernen.

Ich war nicht wenig erstaunt, als ich erfuhr, dass Interrail-Tickets noch immer angeboten werden. Sogar für alte Menschen jenseits der 28. Also perfekt für mich (etwas älter als 28) und meine Liebste (jünger als ich). In Gedanken plane ich bereits die Route, pikse Stecknadeln in all die Orte, die ich nie zuvor besucht habe und sehe mich schon jetzt sehnsuchtsvoll und neugierig durch große Waggonfenstern die vorbei rasende Welt betrachten.

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Wenn schwarze Wäsche stinkend aus der Waschmaschine kommt

Wir Hausfrauen müssen zusammen halten, sage ich immer. Und wir Waschweiber erst Recht. Sucht man im Netz nach Antworten zu genau dem einen quälenden Waschproblem, findet man mit Sicherheit tausend verschiedene Erklärungen, aber selten die wahre Lösung. So erging es mir beim Problem der schwarzen Wäsche, die immer müffelnd aus der Maschine kam.

Egal, was ich versuchte, die Wäsche stank. Ich versuchte es mit Hygienespüler, mit höheren Temperaturen und verschiedenen Waschmitteln. Pulver und Tabs, Flüssig und Gel. Ich gab mehr oder weniger duftenden Weichspüler hinzu, spielte an den Schleuderzahlen, Programmen und Wasserbeigaben der Maschine herum. Ich gab mehr Waschmittel hinzu, verringerte die Menge der Wäsche. Irgendwann warf ich die am deutlichsten stinkenden Kleidungsstücke in den Müll, in der Annahme, sie seien Auslöser des Übels und verpesteten die anderen Teile.

Allein, es half nichts. Manche Waschladungen wusch ich direkt ein zweites Mal, um dem Gestank Herr zu werden. Das Müffeln, so die Erklärung der vielen Ratgeber, stamme aus billigen, dunklen Farbstoffen und in der Tat schienen eher die billigen Teile den Geruch nicht loswerden zu wollen. Bunte und weiße Wäsche waren ebenfalls stets aprilfrisch. Guter Rat war irgendwann nicht mehr nur teuer, sondern unbezahlbar.

Doch Rettung ist nah, denn hier nun die ultimativen Tipps, wie schwarze Wäsche duftend aus der Waschmaschine kommt:

  1. Der wichtigste Punkt ist tatsächlich die Menge des Waschmittels. Und dabei ist es völlig egal, ob ein Pulver oder ein Gel benutzt wird. Entscheidend ist, genau die Menge zu nehmen, die auf der Packung vorgeschlagen wird, in Abhängigkeit des Verschmutzungsgrads und der Wasserhärte. Der Gedanke, mehr Waschmittel müsste doch zu noch saubererer Wäsche führen, stimmt nicht. Denn was die dunkle Wäsche müffeln lässt, sind nicht ausgewaschene Seifenreste. Hinzu kommt der zweite Effekt bei zuviel Waschmittel: Die starke Schaumbildung. Zuviel Schaum bremst das “Schlagen” der Wäsche aus, das durch die Drehung der Trommel und dem Herunterfallen der Wäsche simuliert wird.
  2. Was uns zum nächsten Punkt bringt. Nicht umsonst wurde Wäsche früher noch regelrecht geprügelt, um sauber zu werden. Damit die Wäsche auch in der teueren Maschine geschlagen wird, darf die Maschine nicht überladen werden. Eine Handbreit sollte noch Platz sein.
  3. Auf Weich- und Hygienespüler kann getrost verzichtet werden. Ebenso wie auf zusätzliche Wassermengen oder höhere Temperaturen, um Rückstände “auszukochen” (Ausnahmen bestätigen gewiss die Regel). Ein gutes Vollwaschmittel genügt.

Mit diesen einfachen Regeln gelang es mir endlich, all meine schwarze Wäsche – egal, ob fein, ob Sport, ob billiges T-Shirt oder hochwertiges Hemd – frisch, duftend und sauber zu bekommen. Und da wir Waschweiber zusammen halten, helfen diese Tipps euch hoffentlich auch.

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80 Soldaten

Gardasee

Im Jahre 1866 machte sich die Armee Liechtensteins auf zu ihrem letzten Einsatz. 80 Soldaten marschierten gen italienischer Grenze, um diese zu bewachen und zu schützen. Der Einsatz war ein Erfolg, niemand wurde getötet. Tatsächlich kam die Truppe sogar 81 Mann stark zurück in die Heimat. Man hatte einen neuen Freund dazu gewonnen. Einen Italiener.

Diese kleine Geschichte wärmte heute meine Seele und zauberte mir ein winziges Lächeln herbei. Die Fakten widersprechen sich zwar, je nachdem wo und wie lange man recherchiert, doch die Idee einer Armee, die unterwegs Freunde findet, ist einfach zu niedlich.

P.S. Dies ist übrigens der 600.Artikel in meinem bald 10 Jahre alten Blog (eigentlich schon der drölftausendste, wenn ich nicht vor Jahren mal Tabula Rasa gemacht und aufgeräumt hätte). Ich wollte es nur mal erwähnt haben.

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Du sollst keine anderen Medien neben mir haben

Noch vor wenigen Jahren fragte ich mich, weshalb es im deutschen Fernsehen keine vernünftigen Sendungen über Kino, Spiele, Internet und Literatur gibt. Immerhin handelt es sich doch um Medien, die mindestens so interessant wie Fernsehen sind (nicht schreien, ich führe diesen Gedanken gleich fort). Ausnahmen gab es natürlich hier und da. Elke Heidenreich und Jürgen von der Lippe durften eine kurze Zeit über Bücher plaudern. Game One wurde auf MTV versteckt gezeigt. Kino-Reportagen sah man am ehesten auf Tele 5 oder in Form von Marketing-gerechten Making-Ofs, eingequetscht zwischen Samstag-Vormittags-Werbung. Und GIGA wagte es als kompletter Sender, nur über diese Themen zu informieren.

Die Antwort auf meine Frage erhielt ich nie. Vermutlich weil der Fehler bereits in der Fragestellung lag. Denn letztlich ist es so offensichtlich. Kino, Spiele, Multimedia und Literatur sind nicht mindestens so interessant wie das deutsche Fernsehen, sondern um ein vielfaches interessanter. Interaktiver. Sozialer. Verbindender. Spannender. Daher scheint sich das deutsche Fernsehen nah an den Leitspruch “Du sollst keine anderen Götter neben mir haben” zu halten. Weshalb sollte Fernsehen ein Interesse daran haben, auf alle Alternativen des Medienkonsums hinzuweisen? Die deutsche Bahn verteilt schließlich auch keine Flyer in ihren Zügen, die alle Vorteile des Autofahrens lobpreisen. Das Fernsehen sägt nicht am Ast, auf dem es sitzt.

Umso spannender wäre nun mehr die Frage, weshalb es aber doch immer wieder zaghafte (und laut Fernsehmachern erfolglose) Versuche gibt, spannende Sendungen über andere Medien zu produzieren. “Was liest Du?” und “Lesen” waren wunderbare Konzepte, die weit über amazons “Kunden, die dieses Buch kauften, kauften auch…” hinaus gingen. “Neues” auf 3Sat bot eine wunderbare Mischung aus Technik, Internet und Geekness. Game One  informierte und unterhielt aufs vortrefflichste mit klugen und frechen Beiträgen, die von Game-Liebhabern gemacht wurden. Und leider würde ich nun gerne noch eine bemerkenswerte Kino-Sendung aufführen, doch kann ich mich seit Sabine Sauer im ZDF an nichts Herausragendes mehr erinnern (und auch dies war wohl nur deshalb herausragend, weil ich damals jung und unschuldig war). All die genannten Produktionen verschwanden wieder vom Bildschirm, wurden kastriert oder immer weiter im Spät-Programm versteckt, damit es bloß kein Zuschauer finden möge. Der oben genannte Sender GIGA wurde zum Internet-Auftritt herunter destilliert.

Sagte ich zu Beginn, dass ich mich noch vor einigen Jahren fragte, weshalb die deutsche Fernsehlandschaft nichts derartiges mehr biete, so sieht das mittlerweile anders aus. Fernsehen muss gar nicht mehr über Bücher, Games und Kino informieren. Diesen Part hat mittlerweile das Internet wunderbar übernommen. Blogs, Youtube, amazon, Podcasts – es gibt eine schier unüberschaubare Anzahl an Möglichkeiten, wirklich alles über sein Lieblings-Medium zu erfahren. Social-Media hat den Platz der Anpreisung und Empfehlung übernommen. Und in einer Zeit, in der News in der Sekunde auf dem Smartphone erscheinen, in der sie passieren, haben altertümliche TV-Sendungen, die erst eine Woche später darüber berichten können, ihre Berechtigung als Informationsquelle verloren.

Allein, es gilt eben nicht immer nur den Erwerb von Informationen anzustreben. Hin und wieder möchte man sich auch einfach zurück lehnen und unterhalten werden. Ohne Klicks, ohne Interaktivität. Und es stellt sich die Frage, ob es mangelnder Mut der Macher ist, oder tatsächlich das Desinteresse der Zuschauer, die einfach nur jede Woche einen neuen Superstar oder ein Supermodel finden wollen und sich rechts und links davon für kaum mehr interessieren. Ich mochte es, mir von Lippes Gästen ihre Lieblingsstellen aus Büchern vorlesen zu lassen. Ich mochte (mag) die kleinen verrückten Einspieler bei Game One. Ich mochte die bunte Mischung von Neues. Ich mochte Sabine Sauer.

Deshalb plädiere ich weiter dafür: Liebes deutsches Fernsehen. Versucht es weiter und produziert auch Sendungen über euren Tellerrand hinaus. Die Konkurrenz ist bereits da und ihr müsst keine Angst vor ihr haben oder sie totschweigen. Ihr könnt es, das habt ihr bewiesen. Ihr habt die Kanäle, wie EinsPlus oder ZDF Neo, wo derartige Formate bestens aufgehoben sind. Traut euch wieder.

Nicht unerwähnt bleiben darf hier die neue kleine Sendung namens Reload. Ein knackiges Magazin im Stil von Game One, aber der Hingabe und Liebe der Gee-Macher. Eine absolute Empfehlung von mir und vielleicht auch ein Beispiel dafür, dass es eben doch möglich ist, Qualitätsfernsehen über so etwas “banales” wie Spiele zu machen. Vielleicht auch bald wieder über Bücher, Kino, Internet und Technik?

Wer weitere Beispiele findet, möge sie mir mitteilen.

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Nie wieder ein Schnäppchen verpassen

Früher, da ging man zum Elektrohändler oder Plattenladen um die Ecke und zahlte den Preis, der auf das Produkt geklebt war. Dann, in Zeiten von Media-Markt und Saturn, konnte man zwar vergleichen, stellte aber schnell fest, dass die Preise doch verdammt ähnlich waren. Schnäppchen gab es nur zum Sommer- oder Winterschlussverkauf. Heute darf sogar um den Preis gefeilscht werden, wirklich günstige Angebote bekommt man aber letztlich nur im Netz. Wirklich?

Preissuchmaschinen machen es leicht, das im Moment günstigste Angebot zu finden. Wenn man ein konkretes Produkt sucht. Aber es gibt ja auch noch die Schnäppchenblogs. Hier wird im Minutentakt alles an Preissenkungen und Angeboten zusammen getragen und veröffentlicht. Hat man einige dieser Blogs abonniert, ist man nach wenigen Minuten darüber informiert, wo es Katzenfutter gerade im Sonderangebot gibt, wo Waschmaschinen und Glätteisen mit einem Coupon billiger abgegriffen werden können, welche DVDs von Amazon die nächsten fünf Minuten für zwei Euro weniger raus geschmissen werden, oder wo man einen Gutschein erhält, um ein dreiviertel Jahr später in Hamburg in einem Hotel für zwanzig Euro weniger ein Zimmer zu bekommen.

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Wie im Kindergarten

“Sind wir hier im Kindergarten?” Nein, da waren wir mal. Ist schon lange her und mittlerweile sind wir erwachsen. Wir können über unsere Probleme sprechen, über den Frust, den Ärger und besonders über die Konflikte, die wir mit den anderen Kinde… Erwachsenen haben. Erwachsene sprechen über Konflikte. Sie schmollen nicht, hauen nicht einfach ab oder legen den Telefonhörer auf. Erwachsene heulen nicht und vor allem schreien sie nicht. Als Erwachsener ist man gebildet und erfahren genug, Differenzen mit vernünftigen Worten zu lösen, in vernünftiger Lautstärke, vernünftig artikuliert.

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