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Wenn schwarze Wäsche stinkend aus der Waschmaschine kommt

Wir Hausfrauen müssen zusammen halten, sage ich immer. Und wir Waschweiber erst Recht. Sucht man im Netz nach Antworten zu genau dem einen quälenden Waschproblem, findet man mit Sicherheit tausend verschiedene Erklärungen, aber selten die wahre Lösung. So erging es mir beim Problem der schwarzen Wäsche, die immer müffelnd aus der Maschine kam.

Egal, was ich versuchte, die Wäsche stank. Ich versuchte es mit Hygienespüler, mit höheren Temperaturen und verschiedenen Waschmitteln. Pulver und Tabs, Flüssig und Gel. Ich gab mehr oder weniger duftenden Weichspüler hinzu, spielte an den Schleuderzahlen, Programmen und Wasserbeigaben der Maschine herum. Ich gab mehr Waschmittel hinzu, verringerte die Menge der Wäsche. Irgendwann warf ich die am deutlichsten stinkenden Kleidungsstücke in den Müll, in der Annahme, sie seien Auslöser des Übels und verpesteten die anderen Teile.

Allein, es half nichts. Manche Waschladungen wusch ich direkt ein zweites Mal, um dem Gestank Herr zu werden. Das Müffeln, so die Erklärung der vielen Ratgeber, stamme aus billigen, dunklen Farbstoffen und in der Tat schienen eher die billigen Teile den Geruch nicht loswerden zu wollen. Bunte und weiße Wäsche waren ebenfalls stets aprilfrisch. Guter Rat war irgendwann nicht mehr nur teuer, sondern unbezahlbar.

Doch Rettung ist nah, denn hier nun die ultimativen Tipps, wie schwarze Wäsche duftend aus der Waschmaschine kommt:

  1. Der wichtigste Punkt ist tatsächlich die Menge des Waschmittels. Und dabei ist es völlig egal, ob ein Pulver oder ein Gel benutzt wird. Entscheidend ist, genau die Menge zu nehmen, die auf der Packung vorgeschlagen wird, in Abhängigkeit des Verschmutzungsgrads und der Wasserhärte. Der Gedanke, mehr Waschmittel müsste doch zu noch saubererer Wäsche führen, stimmt nicht. Denn was die dunkle Wäsche müffeln lässt, sind nicht ausgewaschene Seifenreste. Hinzu kommt der zweite Effekt bei zuviel Waschmittel: Die starke Schaumbildung. Zuviel Schaum bremst das “Schlagen” der Wäsche aus, das durch die Drehung der Trommel und dem Herunterfallen der Wäsche simuliert wird.
  2. Was uns zum nächsten Punkt bringt. Nicht umsonst wurde Wäsche früher noch regelrecht geprügelt, um sauber zu werden. Damit die Wäsche auch in der teueren Maschine geschlagen wird, darf die Maschine nicht überladen werden. Eine Handbreit sollte noch Platz sein.
  3. Auf Weich- und Hygienespüler kann getrost verzichtet werden. Ebenso wie auf zusätzliche Wassermengen oder höhere Temperaturen, um Rückstände “auszukochen” (Ausnahmen bestätigen gewiss die Regel). Ein gutes Vollwaschmittel genügt.

Mit diesen einfachen Regeln gelang es mir endlich, all meine schwarze Wäsche – egal, ob fein, ob Sport, ob billiges T-Shirt oder hochwertiges Hemd – frisch, duftend und sauber zu bekommen. Und da wir Waschweiber zusammen halten, helfen diese Tipps euch hoffentlich auch.

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80 Soldaten

Gardasee

Im Jahre 1866 machte sich die Armee Liechtensteins auf zu ihrem letzten Einsatz. 80 Soldaten marschierten gen italienischer Grenze, um diese zu bewachen und zu schützen. Der Einsatz war ein Erfolg, niemand wurde getötet. Tatsächlich kam die Truppe sogar 81 Mann stark zurück in die Heimat. Man hatte einen neuen Freund dazu gewonnen. Einen Italiener.

Diese kleine Geschichte wärmte heute meine Seele und zauberte mir ein winziges Lächeln herbei. Die Fakten widersprechen sich zwar, je nachdem wo und wie lange man recherchiert, doch die Idee einer Armee, die unterwegs Freunde findet, ist einfach zu niedlich.

P.S. Dies ist übrigens der 600.Artikel in meinem bald 10 Jahre alten Blog (eigentlich schon der drölftausendste, wenn ich nicht vor Jahren mal Tabula Rasa gemacht und aufgeräumt hätte). Ich wollte es nur mal erwähnt haben.

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Du sollst keine anderen Medien neben mir haben

Noch vor wenigen Jahren fragte ich mich, weshalb es im deutschen Fernsehen keine vernünftigen Sendungen über Kino, Spiele, Internet und Literatur gibt. Immerhin handelt es sich doch um Medien, die mindestens so interessant wie Fernsehen sind (nicht schreien, ich führe diesen Gedanken gleich fort). Ausnahmen gab es natürlich hier und da. Elke Heidenreich und Jürgen von der Lippe durften eine kurze Zeit über Bücher plaudern. Game One wurde auf MTV versteckt gezeigt. Kino-Reportagen sah man am ehesten auf Tele 5 oder in Form von Marketing-gerechten Making-Ofs, eingequetscht zwischen Samstag-Vormittags-Werbung. Und GIGA wagte es als kompletter Sender, nur über diese Themen zu informieren.

Die Antwort auf meine Frage erhielt ich nie. Vermutlich weil der Fehler bereits in der Fragestellung lag. Denn letztlich ist es so offensichtlich. Kino, Spiele, Multimedia und Literatur sind nicht mindestens so interessant wie das deutsche Fernsehen, sondern um ein vielfaches interessanter. Interaktiver. Sozialer. Verbindender. Spannender. Daher scheint sich das deutsche Fernsehen nah an den Leitspruch “Du sollst keine anderen Götter neben mir haben” zu halten. Weshalb sollte Fernsehen ein Interesse daran haben, auf alle Alternativen des Medienkonsums hinzuweisen? Die deutsche Bahn verteilt schließlich auch keine Flyer in ihren Zügen, die alle Vorteile des Autofahrens lobpreisen. Das Fernsehen sägt nicht am Ast, auf dem es sitzt.

Umso spannender wäre nun mehr die Frage, weshalb es aber doch immer wieder zaghafte (und laut Fernsehmachern erfolglose) Versuche gibt, spannende Sendungen über andere Medien zu produzieren. “Was liest Du?” und “Lesen” waren wunderbare Konzepte, die weit über amazons “Kunden, die dieses Buch kauften, kauften auch…” hinaus gingen. “Neues” auf 3Sat bot eine wunderbare Mischung aus Technik, Internet und Geekness. Game One  informierte und unterhielt aufs vortrefflichste mit klugen und frechen Beiträgen, die von Game-Liebhabern gemacht wurden. Und leider würde ich nun gerne noch eine bemerkenswerte Kino-Sendung aufführen, doch kann ich mich seit Sabine Sauer im ZDF an nichts Herausragendes mehr erinnern (und auch dies war wohl nur deshalb herausragend, weil ich damals jung und unschuldig war). All die genannten Produktionen verschwanden wieder vom Bildschirm, wurden kastriert oder immer weiter im Spät-Programm versteckt, damit es bloß kein Zuschauer finden möge. Der oben genannte Sender GIGA wurde zum Internet-Auftritt herunter destilliert.

Sagte ich zu Beginn, dass ich mich noch vor einigen Jahren fragte, weshalb die deutsche Fernsehlandschaft nichts derartiges mehr biete, so sieht das mittlerweile anders aus. Fernsehen muss gar nicht mehr über Bücher, Games und Kino informieren. Diesen Part hat mittlerweile das Internet wunderbar übernommen. Blogs, Youtube, amazon, Podcasts – es gibt eine schier unüberschaubare Anzahl an Möglichkeiten, wirklich alles über sein Lieblings-Medium zu erfahren. Social-Media hat den Platz der Anpreisung und Empfehlung übernommen. Und in einer Zeit, in der News in der Sekunde auf dem Smartphone erscheinen, in der sie passieren, haben altertümliche TV-Sendungen, die erst eine Woche später darüber berichten können, ihre Berechtigung als Informationsquelle verloren.

Allein, es gilt eben nicht immer nur den Erwerb von Informationen anzustreben. Hin und wieder möchte man sich auch einfach zurück lehnen und unterhalten werden. Ohne Klicks, ohne Interaktivität. Und es stellt sich die Frage, ob es mangelnder Mut der Macher ist, oder tatsächlich das Desinteresse der Zuschauer, die einfach nur jede Woche einen neuen Superstar oder ein Supermodel finden wollen und sich rechts und links davon für kaum mehr interessieren. Ich mochte es, mir von Lippes Gästen ihre Lieblingsstellen aus Büchern vorlesen zu lassen. Ich mochte (mag) die kleinen verrückten Einspieler bei Game One. Ich mochte die bunte Mischung von Neues. Ich mochte Sabine Sauer.

Deshalb plädiere ich weiter dafür: Liebes deutsches Fernsehen. Versucht es weiter und produziert auch Sendungen über euren Tellerrand hinaus. Die Konkurrenz ist bereits da und ihr müsst keine Angst vor ihr haben oder sie totschweigen. Ihr könnt es, das habt ihr bewiesen. Ihr habt die Kanäle, wie EinsPlus oder ZDF Neo, wo derartige Formate bestens aufgehoben sind. Traut euch wieder.

Nicht unerwähnt bleiben darf hier die neue kleine Sendung namens Reload. Ein knackiges Magazin im Stil von Game One, aber der Hingabe und Liebe der Gee-Macher. Eine absolute Empfehlung von mir und vielleicht auch ein Beispiel dafür, dass es eben doch möglich ist, Qualitätsfernsehen über so etwas “banales” wie Spiele zu machen. Vielleicht auch bald wieder über Bücher, Kino, Internet und Technik?

Wer weitere Beispiele findet, möge sie mir mitteilen.

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Nie wieder ein Schnäppchen verpassen

Früher, da ging man zum Elektrohändler oder Plattenladen um die Ecke und zahlte den Preis, der auf das Produkt geklebt war. Dann, in Zeiten von Media-Markt und Saturn, konnte man zwar vergleichen, stellte aber schnell fest, dass die Preise doch verdammt ähnlich waren. Schnäppchen gab es nur zum Sommer- oder Winterschlussverkauf. Heute darf sogar um den Preis gefeilscht werden, wirklich günstige Angebote bekommt man aber letztlich nur im Netz. Wirklich?

Preissuchmaschinen machen es leicht, das im Moment günstigste Angebot zu finden. Wenn man ein konkretes Produkt sucht. Aber es gibt ja auch noch die Schnäppchenblogs. Hier wird im Minutentakt alles an Preissenkungen und Angeboten zusammen getragen und veröffentlicht. Hat man einige dieser Blogs abonniert, ist man nach wenigen Minuten darüber informiert, wo es Katzenfutter gerade im Sonderangebot gibt, wo Waschmaschinen und Glätteisen mit einem Coupon billiger abgegriffen werden können, welche DVDs von Amazon die nächsten fünf Minuten für zwei Euro weniger raus geschmissen werden, oder wo man einen Gutschein erhält, um ein dreiviertel Jahr später in Hamburg in einem Hotel für zwanzig Euro weniger ein Zimmer zu bekommen.

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Wie im Kindergarten

“Sind wir hier im Kindergarten?” Nein, da waren wir mal. Ist schon lange her und mittlerweile sind wir erwachsen. Wir können über unsere Probleme sprechen, über den Frust, den Ärger und besonders über die Konflikte, die wir mit den anderen Kinde… Erwachsenen haben. Erwachsene sprechen über Konflikte. Sie schmollen nicht, hauen nicht einfach ab oder legen den Telefonhörer auf. Erwachsene heulen nicht und vor allem schreien sie nicht. Als Erwachsener ist man gebildet und erfahren genug, Differenzen mit vernünftigen Worten zu lösen, in vernünftiger Lautstärke, vernünftig artikuliert.

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Weltverbesserung per Mausklick

Ach, ihr armen Weltverbesserer des Internets. Ihr, die ihr jede Woche eine neue Sau durch das Dorf treibt und zum Schlachten aufruft. Ihr, die ihr Videos postet, böse Blogartikel und Kommentare schreibt. Ihr, die ihr Sternchen verteilt, Herzchen und Daumen-oben-gefällt-mir-Buttons drückt. Ihr, die ihr tatsächlich daran glaubt, damit die Welt ein bisschen besser machen zu können.

Ihr denkt, weil in Nordafrika Regierungen gestürzt wurden und Spiegel Online sagt, das sei nur durch Facebook und Twitter möglich gewesen, müsste das doch in allen Bereichen und überall funktionieren. Also findet ihr jede Woche einen neuen Bösewicht, der gestürzt, gehängt und verbrannt werden sollte. Vorletzte Woche war es Ferrero, letzte Woche Wiesenhof, diese Woche Nespresso. Und nächste Woche? Ihr ärgert euch, schreibt bei Twitter und Facebook und all den Social Networks mehr oder weniger intelligente Statements, freut euch, wenn man euch antwortet, wenn ihr Klicks bekommt und ruft zur Revolution auf. Ihr klappt den Deckel eures Laptops zu und denkt der Welt einen Dient erwiesen zu haben. Ja, jedes bisschen hilft. Daran glaubt ihr ganz fest.

Nespresso handelt seinen Kaffee also nicht fair. Skandal. Schnell das gut gemachte Viral-Video verteilen. Geht ja ganz einfach. Überall posten, dass man nur noch Fairtrade-Kaffee kaufen will. Sehr schön. Und dann? In drei Wochen wieder bei Tchibo stehen und den günstigen Kaffee holen, weil der andere ja so teuer ist. Und die günstigen Hähnchen aus dem Rewe-Kühlregal sind ja auch nicht schlechter als vom Bio-Bauern. Wie war das damals als BP unsere Meere mit Öl vergiftete? Ihr habt alle laut geschrieben und geklickt. Und seid danach statt mit dem Fahrrad mit eurem Auto zur freien Tankstelle am Rande der Stadt gefahren. Und heute? Denkt ihr noch daran? Oder seid ihr der Meinung, dass die anderen Konzerne mehr auf unsere Umwelt achten? Und hat es BP geschadet? Ist BP pleite oder achtet jetzt mehr auf die Umwelt?

Ihr ruft im Netz dazu auf, politisch engagierter zu sein. Ihr zeigt mit euren Sternchen, wie toll ihr es findet, dass Ägypten nur durch eure Unterstützung befreit wurde. Und dann lasst ihr es zu, dass sich in einem irgendwo im Osten befindlichen Bundesland die braune Scheiße in den Landtag wählen lässt. Ihr sitzt Zuhause statt wählen zu gehen und schüttelt auf Twitter den Kopf, wie es soweit kommen konnte. Das waren natürlich alles diese bösen Neonazis. Nur die sind Schuld. Nicht ihr, obwohl ihr in der Mehrzahl seid.

Ja, Hexenverbrennungen sind toll. Und heute so einfach zu machen. Und es gibt ja genug Hexen, die verbrannt werden können. Letztlich fällt aber jedem irgendwann auf, dass es offenbar keine gute Fee in diesem Märchen gibt. Sie alle scheinen böse zu sein. Jeder Konzern scheint ähnlich zu handeln: möglichst billig einkaufen um möglichst teuer verkaufen. Schande. An den Pranger mit ihnen. Schnell klicken. Schnell ein virales Video produzieren. Schnell posten, klicken, Gefällt mir und durch atmen. Die Welt ist gerettet.

Natürlich gibt es unter euch tatsächlich welche, die es ernst meinen. Die kaufen nur Bio, essen keine Tiere, handeln stets fair. Und posaunen das mit ihren Smartphones in die Welt hinaus, ohne darüber nachzudenken, wo die seltenen Erden herkommen, die zur Produktion des Smartphones nötig waren. Aus welchen dunklen Bergbaugruben, in denen Kinder 12 Stunden täglich arbeiten? Mist, schon wieder reingefallen. Also wo soll man beginnen?

Die Welt ist mächtig aus den Fugen geraten. Schon seit langem. Und sie kann wieder auf den richtigen Weg gebracht werden. Aber nur wenn alle gemeinsam etwas tun, etwas bewegen. Wirklich bewegen. Und das konsequent. Mit Klicken und Tippen ist es nicht getan. Nicht die Klicks haben afrikanische Diktatoren gestürzt, sondern die Menschen auf den Straßen. Nicht die viralen Videos werden Konzerne zwingen, anders zu handeln, sondern die Menschen mit ihrem Konsumverhalten. Und selbst dann wird es leider immer Ungerechtigkeiten geben. Und kein noch so schöner Artikel wird daran etwas ändern. Nicht einmal dieser hier.

Also, welchen Konzern stellen wir nächste Woche an den Pranger? Egal, er hat es so oder so verdient und wir können mit unserer Arbeit zufrieden sein.

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Krieg der Entscheidung

Mal angenommen, es gäbe heute noch Menschen, die Star Wars noch nie gesehen haben. Keinen einzigen der Filme. Das mag eigenartig klingen, kann aber dennoch vorkommen. Weiter angenommen, man möchte einem dieser Menschen das Star Wars Universum näher bringen. Wie stellt man das am besten an?

Ich und sicherlich viele meiner Leser wuchsen mit der guten alten Trilogie auf. Episode Vier: Eine neue Hoffnung, Episode Fünf: Das Imperium schlägt zurück, Episode Sechs: Die Rückkehr der Jedi-Ritter. Die Klassiker. Und für jeden, der seine Jugend mit dem Mythos Star Wars verbrachte, auch der einzig wahre Krieg der Sterne. Wie überrascht waren wir damals, dass die Reihe mit einer Episode 4 begann? Wie grandios war zu jener Zeit die Wendung (und ich schätze mal, dass ich hier nicht spoilere und mittlerweile JEDER weiß…) dass Darth Vader der Vater von Luke Skywalker ist? Was für nie gesehene Welten, unglaubliche Effekte, phantastische Action wir geboten bekamen.

Dann, viele Jahre später, von den Fans sehnlichst erwartet, brachte Georg Lucas die neue Trilogie in die Kinos. Episode Eins: Die dunkle Bedrohung, Episode Zwei: Angriff der Klonkrieger, Episode Drei: Die Rache der Sith. Diese Trilogie erzählt die Vorgeschichte um Anakin Skywalker und wie aus ihm Darth Vader wird. Leider überzeugt kein Teil der neuen Trilogie wirklich. Episode Eins ist bunt und Kindgerecht, Episode Zwei und Drei noch bunter, überdreht, überladen. Man hat Spaß und bekommt wieder etliches an Effekten und neuen Welten geboten. Doch das alte Flair will sich nicht einstellen.

Überlegt man nun, wie man einen Star Wars Neuling in die “Galaxy far far away” einführt, stellt sich sofort die Frage: Zeigt man alle sechs Teile oder nur das gute alte Original? Wenn man alle sechs Teile zeigt, dann in der “richtigen” Reihenfolge von Eins bis Sechs oder in der Reihenfolge, wie wir Star Wars kennen und lieben lernten? Oder anders gesagt, beginnt man mit dem Großartigen um zum Ende schwächer zu werden oder beginnt man schwach, um auf das großartige Finale vorzubereiten? Auch wenn man dabei in der Gefahr schwebt, dass der geneigte Zuschauer die originale Trilogie schon gar nicht mehr sehen will vor lauter Optik-Overkill.

Und überhaupt, finden wir die alte Trilogie nicht auch deshalb so grandios und hat sich nur deshalb so in unser Hirn und Herz gebrannt, weil wir damals etwas noch nie zuvor gesehenes geboten bekamen? Wie mag die alte Trilogie auf verwöhnte Transformers-Avatar-Matrix-Augen wirken? Altmodisch? Eine Augsburger Puppenkiste neben einem Pixar Film?

Was uns zur nächsten Frage bringt: zeigt man (wenn vorhanden) die originale alte Trilogie, also so wie sie damals in die Kinos kam? Oder die Special Edition, die digital aufbereitet worden und mit neuen Effekten versehen worden ist? Oder gar doch die später überarbeitete, digitale neue Version der alten Trilogie?

Ach, es ist nicht leicht. Am Ende wird der Star Wars Neuling nur enttäuscht sein. Er wird Luke Skywalker und Han Solo nie so lieben können wie wir und er wird Jar Jar Bings und den jungen Anakin nie aus den gleichen Gründen hassen können wie wir. Und mit etwas Pech hat er schon eine Folge der Clone Wars Zeichentrick-Serie gesehen, womit der Mythos völlig im Eimer ist.

Am besten wir beginnen erst einmal mit Star Trek. Hm, mit der Serie oder den Filmen? Mit der original Serie oder der Next Generation….?

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