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Meine Liebe zu Soundtracks

Während ich diese Zeilen tippe, läuft im Hintergrund die Musik aus dem Film “The Shawshank Redemption”, hierzulande bekannt als “Die Verurteilten”. Danach dürfte ein Stück aus Apollo 13 erklingen, etwas aus Braveheart, A Beautiful Mind, Backdraft, Oblivion oder 1492. Großartige orchestrale Stücke von einzigartigen Komponisten.

Womit wir direkt bei der Definition, dem Fehler im Titel und dem Grund dieses Artikels sind. Es gibt einen Unterschied zwischen Soundtrack und Score, der nur den wenigsten bekannt ist. Der Score eines Films ist die meist rein musikalische, orchestrale Untermalung eines Films, die meist von einem Komponisten arrangiert und eingespielt wurde. Der Soundtrack hingegen sind die im Film benutzten (gesanglichen) Musikstücke, die von mehreren unterschiedlichen Künstlern geschaffen wurden.

Im allgemeinen Sprachgebrauch spricht man mittlerweile fast nur noch von Soundtracks. Es etablierte sich auch irgendwann, nur einen Tonträger zu einem Film zu veröffentlichen, der Songs, aber auch einige orchestrale Stücke enthielt. Wenn ich aber von Soundtracks spreche, meine ich Scores. Wenn ich von Scores spreche, meine ich Stücke, die von Komponisten wie Thomas Newman, James Horner, John Williams, Mark Isham, James Newton Howard, Alan Silvestri und natürlich von Hans Zimmer geschaffen wurden. Dieser Name dürfte mittlerweile jedem bekannt sein, selbst nicht eingefleischten Filmfans.

Mit Hans Zimmer begann meine Liebe zu Scores. Vielleicht erwachte mit ihm sogar meine Liebe zum Film. Damals, im Jahre 1989, saß ich mit einer Gruppe ebenfalls sechzehnjähriger Halbstarker in einem provisorisch zusammengestellten Kino im Gemeindehaus in unserem Dorf. Eine kleine vergilbte Leinwand, die vermutlich einst für Dia-Shows benutzt worden war, stand inmitten des Saals. Davor waren in sechs oder sieben Reihen harte Holzstühle aufgebaut auf denen die Kinder keine Ruhe geben wollten. Im Hintergrund ratterte ein echter Projektor, wie man sie heutzutage nicht mehr zu sehen bekommt und ein alter Filmfan regelte und justierte an diversen Knöpfen, um den Film möglichst scharf auf die Leinwand zu werfen.

In meiner Erinnerung war ich der einzige Anwesende, der den Film quasi in sich aufsog, sich der Geschichte hingab, mitfühlte, zu Tränen gerührt war und der zum ersten Mal erlebte, wie Musik einen Menschen berühren konnte. Wie Musik, ein Orchester, ein Rhythmus eine Stimmung erzeugen, ein Bild malen konnte, dass sich mit dem Bild auf der Leinwand vereinte, die Konturen schärfte, die Farben verstärkte, den Weg in das Hirn und das Herz erleichterte. Es handelte sich um “Rain Man” von Barry Levinson mit Dustin Hoffman und Tom Cruise in den Hauptrollen, der die Geschichte des autistischen Raymond Babbitt und seines Bruders Charlie Babbitt und deren schwierige Annäherung erzählte. Der Soundtrack stammte von diversen Künstlern wie Johnny Clegg, Bananarama oder den Belle Stars. Der Score allerdings war von Hans Zimmer komponiert worden.

An jenem Abend hörte ich Hans Zimmers Musik zum ersten Mal. An jenem Abend ließ ich mich zum ersten Mal mitreißen. Und an jenem Abend wurden Scores meine neue Leidenschaft. Klassische Musik, mit Streichern, Bläsern, Trommeln und Harfen, mit Dramatik, mit Gefühl, mit Herz. Keiner der anderen Kinder nahm die Musik wahr, keiner sah den Film, wollte ihn verstehen. Sie alle lärmten, lachten, wenn der autistische Raymond für sie nicht nachvollziehbare Dinge tat. Nur ich saß wie gebannt inmitten des Saals und wünschte, ich könnte sie ausblenden und die Musik lauter drehen.

Seit jener Zeit entwickelte ich ein Ohr für Komponisten, näherte mich ihrem Œuvre, erkannte bald ihren Stil und ihre Handschrift. War ein Film vorbei, blieb ich bis zum Ende im Kino sitzen, um mich der Musik hingeben zu können, um die Momente, die mich zuvor noch bildlich begeistert hatten, musikalisch einbrennen zu lassen. Ich erkannte schnell schon nach den ersten Noten, um welchen Komponisten es sich handeln musste. Die Großen ihrer Zunft sind unverkennbar und die Jungen streben ihnen nach.

Ein Score trägt unmittelbar zur Stimmung eines Films bei. Nein, er prägt ihn sogar, mehr noch als das Bild. Es gibt Videos, die Trailer von Komödien zeigen, aber mit einem schaurigen, unheilvollen Score unterlegt wurden, wodurch sich die Stimmung völlig änderte, abglitt und Unbehagen hervorrief. Die ergreifendsten Momente in Filmen werden durch die Musik erzeugt. Oder durch das bewusste Fehlen von Musik. Oder gar dem bewussten Einsatz falscher Musik, um das oben beschriebene Unwohlsein zu steuern. Die Musik, der Score, macht den Film erst zu dem, was er ist.

Die Soundtrack-CD von Rain Man habe ich noch immer, auch wenn ich meine Scores mittlerweile aus anderen Quellen höre. Damals war es tatsächlich ein Soundtrack, denn neben den oben erwähnten Künstlern mit ihren Songs, enthielt die CD nur zwei Stücke, die einen Mix des Hans Zimmer Scores darstellte. Für mich über Jahre die einzige Möglichkeit, die Musik zu hören. Mittlerweile wurde ein echter Score des Films veröffentlicht und jedes noch so kleine Stück ist dort enthalten. Remastered und in bester Tonqualität.

Mittlerweile läuft im Hintergrund ein Stück aus “The Assassination of Jesse James”, ein Film, der mir gar nicht so recht gefallen mochte. Aber mein Gott, was für ein grandioser Score von Nick Cave & Warren Ellis. Schon alleine dafür liebe ich den Film. Danke Nick, danke Warren. Und danke, Hans.

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Mein erster (und einziger) Song

Wie schon oft erwähnt, blieb ich meinem Amiga Computer sehr lange treu. Vermutlich länger, als gut war. Meinen ersten richtigen PC erwarb ich schätzungsweise irgendwann um 1995 herum. Und sofort probierte ich – natürlich neben Spielen – alles aus, was mit der Maschine möglich war: Programmieren, Schreiben, Foto- und Videobearbeitung und so weiter. Alles stets im Rahmen der technischen und amateurhaften Möglichkeiten. Und bald schon reizte mich ein neues Thema: Das Produzieren eines eigenen Songs.

Mit Programmen wie dem Magix Music Maker wurde dies zum Kinderspiel. Mit einem breiten Set aus vorgefertigten Sounds und Loops, konnte ein Song mit etwas Geschick ähnlich einem Lego-Gebilde “zusammen gesteckt” werden. Auf mehreren Spuren platzierte man Bass, Drums, Snares und Gesang. Reicherte das Ganze mit Echo- und Hall-Effekten an, verschob Teile oder bastelte als Bridge einen besseren Übergang. Die Sounds gaben den Stil vor, war man mutig und kreativ genug, nutzte man bewusst die falschen Klänge um etwas völlig neues zu kreieren.

Als ich mit meinem ersten Song begann, war die Hochzeit von Techno, Trance und House und es lag daher nah, einen ähnlichen Weg zu gehen. Das Ergebnis hatte natürlich weder künstlerisch noch technisch einen hohen Wert. Die Samples und Loops waren seinerzeit nicht in CD-Qualität (auch wenn sie auf solchen ausgeliefert wurden, aber ich meine mich zu erinnern, dass die Sample-Rate geringer war). Und vom Komponieren hatte ich so viel Ahnung wie vom Autos reparieren oder Marzipan-Herstellung (was sich bis heute nicht geändert hat). Aber ich ließ mich nicht aufhalten, bastelte einige Tage herum, bis ich zufrieden war und einen Song kreiert hatte, der einen gewissen Drive, Tempowechsel, ausreichend Bass und ein Finale hatte und auf den ich seinerzeit schon ein wenig stolz war.

Heute ist es fast lächerlich das Stück zu hören. Aber da der Song etwa 25 Jahre alt sein dürfte, habe ich genug Abstand, um ihn hier zu präsentieren. Damals noch namenlos, gab ich ihm irgendwann um die Jahrtausendwende den Titel “Have a break”, mein damaliger Claim meiner damaligen frischen Homepage ebrake.

Und nun viel Spaß. Ihr dürfte gerne die Lautstärke hoch drehen:

Have a break – Roger Graf, ca. 1995 bis 1997

By the Way: 25 Jahre? Ein Vierteljahrhundert? Ein Viertel-fucking-jahrhundert?

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Try – Ätna

Mittlerweile kommt es nur noch selten vor, dass ein Song mich überrascht, mich mitreißt, mich aufputscht oder runter zieht, mich zu Tränen rührt oder zum Tanzen führt. Umso mehr möchte ich es feiern, wenn ein Lied auch nur eine von den oben genannten Emotionen in mir auslösen kann. Try von der deutschen Kombo Ätna hat es geschafft, beginnt es noch so sphärisch wie bekannt und wandelt sich dann in einen selten zuvor gehörten Soundteppich, der durch völlig unerwartete Tempo- und Sprachwechsel überrascht und mich mit offenem Mund und der Frage zurück ließ: “Hab ich das gerade wirklich gehört?” Give it a try:

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Blue Monday Remix aus dem Wonder Woman 1984 Trailer

Muss ich jetzt einfach hier reinpacken: Der sensationelle Blue Monday Mix aus dem Wonder Woman 1984 Trailer von Sebastian Böhm in der 6:17 Min Version. Gönnt euch.

Dank an Chris fürs finden.

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Wegwerf-Musik

Viel zu oft stelle ich fest, ein Dinosaurier zu sein. Sei es beim Lesen, bei Filmen oder bei Musik. Zwar bin ich ein Geek, ein Gadget-Nerd und kaufe stets die neuesten technischen Geräte. Doch beim kulturellen Genuss kann ich mich einfach nicht von meinen analogen Gewohnheiten lösen. So halte ich noch immer lieber ein echtes Buch aus Papier in den Händen als einen eBook-Reader. Noch immer steht lieber eine BluRay meines Lieblingsfilms im Regal, als nur eine digitale Kopie auf irgendeiner Festplatte liegen zu haben. Und bei Musik, nun da habe ich schon lange gebraucht, um auf eine komplett digitale Sammlung umzusteigen. Aber Streaming?

Musik-Streaming ist für mich das Fast-Food des Musikhörens. Ich weiß nicht, was drin ist, ich möchte nur irgendwie satt werden. Vielleicht genieße ich es sogar kurz, bin danach aber sofort wieder hungrig und brauche mehr. Starte ich Spotify kann ich aus einer unüberschaubaren Anzahl an Playlisten auswählen, die ihrerseits eine unzählige Menge an Songs beinhalten. Die meisten mir völlig unbekannt. Was einerseits großartig ist. Ich starte eine Liste, die meiner jetzigen Stimmung entspricht und werde mit toller Musik bedient. Sie plätschert vor sich hin, sie dringt in mein Ohr und ist beim nächsten Song vergessen. Sie erreicht nicht mein Herz. Sie hat keine Bedeutung. Es ist Wegwerf-Musik.

Oder besser gesagt, die Art des Hörens macht sie zu Wegwerf-Musik. Ich habe keinen Bezug dazu, kenne meist weder Künstler oder Titel, ich verbinde keine Erinnerungen damit, keine Emo­ti­o­na­li­tät. Anders in meiner eigenen Musiksammlung. Jeder Song hat dort seine Geschichte, sein Cover, seine Bewertung. Die Listen stelle ich zusammen, wie ich es für richtig halte. Es ist somit meine Musik.

Natürlich könnte ich das beim Streaming ebenso. Aber das fühlt sich an, als würde ich den Garten eines anderen verschönern. Ich habe nur für den Moment etwas davon. Zahle ich für das Streaming nicht mehr oder der Dienst stellt sein Angebot ein, bin ich ausgesperrt.

Und die Konsequenz? Ich bin wieder kurz davor, meine alten CDs aus dem Keller zu holen. Ja, vielleicht erstehe ich sogar einen günstigen Schallplatten-Spieler und versuche, meine alten Perlen auf Vinyl zu bekommen. Warme, analoge Musik. Zum Anfassen. Zum Genießen. Um sie zu behalten.

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Wir und das Känguru

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Das Känguru ist nicht unser Mitbewohner, sondern fand beim Kleinkünstler Marc-Uwe Kling Zuflucht. Dennoch lässt es uns nachts nicht schlafen. Vermutlich weil wir die Hörbücher mit den Abenteuern der beiden allabendlichen nach dem Zu Bett gehen hören. Ständige Schüttelattacken durch unbändiges Gelächter ist nicht förderlich für gesunden Schlaf. Dies nur als Warnung. Dennoch können wir die mittlerweile drei Hörbücher “Die Känguru-Chroniken“, “Das Känguru-Manifest” und ganz neu “Die Känguru-Offenbarung” uneingeschränkt jedem Tierfreund, Kommunisten, Schnapspralinen-Liebhaber, Pinguin-Hasser oder Boxer uneingeschränkt empfehlen.

Vermutlich sind auch die Bücher toll. Die kongeniale Art, wie der Kleinkünstler seine Bücher vertont hat, ist aber mit Sicherheit unerreicht. Die sanfte, ruhige Stimme des Erzählers im Kontrast zum nölenden Tonus des Kängurus machen das Zuhören zu einem einzigen Vergnügen. Leider kann der ebenfalls von Herrn Kling gesprochene und kostenlose Podcast mit dem geballten Witz der Bücher nicht ganz mithalten.

Gebt dem Känguru eine Chance. Aber besser nicht zum Einschlafen. Das sollte auf die Not-To-Do-Liste.

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Geile Daft Punk Videos

Es ist ganz einfach. Wenn man nichts zu sagen hat, bloggt man einfach ein paar Videos. Das geht immer. Nun ist es aber so, dass ich noch genug zu sagen hätte, die folgenden drei Videos aber schon seit Monaten vorstellen wollte. Auch wenn sie mittlerweile alt sind und jeder sie bereits woanders gesehen hat. Who cares? Als wäre Daft Punk, deren Videos und deren Live-Acts nicht schon cool genug, haben ein paar Kreative mit ähnlichen Ideen etwas noch cooleres auf die Beine gestellt. Nämlich den kargen Text in Daft Punk Songs zu visualisieren. Zunächst Technologic (mittlerweile auch bekannt aus der Alfa Romeo Werbung), dann, mit gleicher Idee Harder, Better, Faster, Stronger und danach der gleiche Song mit einer etwas anderen Idee. Genial.

httpv://www.youtube.com/watch?v=SyIC3Munnyw

httpvh://www.youtube.com/watch?v=K2cYWfq–Nw

httpv://www.youtube.com/watch?v=lLYD_-A_X5E

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