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Reise in die Vergangenheit / Ende einer Ära

Vor kurzem schrieb mich ein Unbekannter in ICQ an und fragte mich, ob ich Interesse an seinen Amigas hätte. Er surfte durchs Netz auf der Suche nach Nostalgikern und Fans der alten Freundin und fand dabei mein Blog, in dem ich hin und wieder über den Amiga schrieb. Und in der Tat bin ich noch immer ein großer Fan dieses Computers. Oder ich war es, wie mir jetzt bewusst wurde.

Dirk aus Darmstadt hatte seine alten Amigas zu Hause herum stehen, mit jeder Menge Originalsoftware, Speichererweiterungen, Festplatten und Zubehör. Das alles wollte er mir kostenlos überlassen, wenn ich es selbst abholen würde. Von Müllheim nach Darmstadt zu fahren ist natürlich kein Nachmittagsausflug. Nach Besprechung mit der damalige Freundinn beschlossen wir, auf dem Weg einen Abstecher zum KFC zu machen und danach in Heidelberg ein wenig zu bummeln. So sollte das ganze ein schöner Tagesausflug werden.

Wir brauchten knapp zweieinhalb Stunden bis wir Darmstadt erreicht und Dirks Wohnung gefunden hatten. Dirk war Frührentner, im Begriff auszuziehen und dementsprechend froh, dass er jemanden gefunden hatte, der ihm das alte Zeug abnahm. Mein Auto war komplett voll mit Kartons.

Die damalige Freundin und ich besuchten danach den nahe liegenden KFC. Zwei Chicktenteile, 12 Hot Wings, Pommes, Coleslaw Salat und einem Maiskolben später passierte das, was mir nie in einem KFC passieren sollte: ich war satt. Aber glücklich. Endlich hatte ich wieder mal meine geliebten Hünchenteile essen können. Die damalige Freundin war natürlich schon längst fertig mit ihrem weitaus kleineren Menü.

Amiga, KFC, es war eine wohlige Reise in die Vergangenheit.

Nach unserem Besuch in Heidelberg kamen wir gegen Abend wieder zuhause an und ich machte mich daran, den Inhalt der Kartons zu sichten. Vorhanden war ein Amiga 2000 und ein 500er. Im Grunde interessierte mich an dem 2000er nur der Festplattencontroller, da ich auf die Festplatte meines 2000ers nicht mehr zugreifen konnte.Dort lagen alle meine Texte, alle Bilder und überhaupt alles, was ich in meinen Jugendjahren mit dem Rechner machte. Das Wort Backup galt damals noch nicht so viel wie heute. Leider, denn es stellte sich schnell heraus, dass meine Daten auf ewig verloren waren. Auch der ausgeschlachtete 2000er von Dirk war nicht mehr zu gebrauchen. Der 500er sprang gar nicht erst an. Was nicht defekt war, war schmutzig, alt und von Nikotin vergilbt und verklebt. Bald erkannte ich, dass die vermeintliche Goldgrube nicht so ergiebig war, wie erhofft. Faszinierend waren lediglich die drei Boxen mit Original Software und sogar den Original Anleitung. Ja, ich seufzte hin und wieder und schwelgte in Erinnerungen. Manche Disk schob ich ins Laufwerk und stellte dabei folgendes fest:

  • früher hatte man offenbar mehr Zeit und Geduld. Denn es dauerte eine Ewigkeit, bis die Programme und Spiele geladen waren.
  • die grafischen Qualitäten sehen in meiner Erinnerung einfach besser aus. Kennt ihr das, wenn ihr etwas Großartiges aus eurer Kindheit in Erinnerung habt und es nun im Erwachsenen-Alter wieder seht, dass ihr dann eher enttäuscht seid? Kennt ihr diese romantische Verklärung, die unsere Vergangenheit weitaus strahlender erscheinen lässt, als sie es vermutlich war?

Da die meisten Sachen von Dirk nicht zu benutzen waren und ich auch die Hoffnung begraben musste, meine Festplatte wieder zum Laufen zu bringen, habe ich nun einen großen Stapel Schrott auf meinem Balkon stehen. Schrott, den es zu entsorgen gilt. Ich weiß, ihr werdet vielleicht den Kopf schütteln oder schmunzeln, wenn ihr mich hier lamentieren hört. Ich möchte mich nicht beklagen, zumindest nicht über Dirks Geschenk. Was mich eher traurig macht, ist die Tatsache, dass ich meine alte Freundin wohl doch hinter mir gelassen habe. Keine Ahnung, warum ich dennoch so an ihr hänge. Ist es tatsächlich der Computer und seine wunderbare Technik? Oder ist es nur die schöne Erinnerung daran? Die Erinnerung an bessere Tage? Als die Welt noch in Ordnung war? Haha.

Vielleicht gibt es auch in eurem Leben etwas, woran ihr euch gern zurück erinnert. Euer erstes Auto, mit dem ihr so viel erlebt habt? Eure damaligen Lieblings-Comics oder Lieblings-TV-Serien. Irgendwas. Und vielleicht stellt ihr heute ebenfalls fest, das sie euch nicht mehr so verzaubern können, wie sie es damals taten. Vielleicht versteht ihr, warum ich mich fühle, als würde ich den Amiga zu Grabe tragen.

Es ist einfach nicht mehr meine Welt. Und wird es nie wieder sein. Ich habe meinen Amiga 2000er ebenfalls zu dem Schrotthaufen gelegt. In meiner Kiste liegen jetzt noch ein Amiga 500, viele Disketten, ein Monitor und ein Joystick. Der alten Zeiten wegen. Der Karton wird wieder zugeklebt und im Keller verstaut. Vielleicht bekomme ich irgendwann erneut einen Flashback, denke daran, den Karton zu öffnen und einen Abend lang in Erinnerungen zu schwelgen. Aber wohl eher werde ich meinem Emulator bemühen, mir zu zeigen, wie wunderbar die Zeit damals mit meiner Freundin war. Und wie lange diese Zeit schon hinter mir liegt.

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Lego, Logo

Eines der absolut coolsten Weihnachtsgeschenke, die ich dieses Jahr bekomme habe, ist eindeutig der Lego Truck. Wie? Lego? Das wird sich jetzt vielleicht manch einer fragen. Aber ich bin jetzt in dem Alter, wo ich mir so etwas (wieder) erlauben darf. (Wehe, es behauptet jemand etwas anderes) Und schließlich ist Lego nicht gleich Lego.

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Bei diesem Truck handelt es sich um ein ausgefuchstes Modell aus der Lego Technic Reihe. Mit diesen Bausätzen habe ich früher schon gerne gebastelt und war immer fasziniert von der Funktionalität und dem Einfallsreichtum. Und was soll ich sagen… in den letzten zwanzig Jahren sind die Modelle noch besser, detaillierter, komplexer, komplizierter und teurer geworden.

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Drei Tage saß ich mit Begeisterung an dem Modell und nun steht es da und schaut einfach gut aus. Spielen werde ich damit natürlich nicht. Ich bin doch kein Kind. :-) Aber das nächste Modell steht schon auf meiner Wunschliste.

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