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Haarig

Friseurbesuche sind der pure Stress für mich. Bisher kam es erst zweimal vor, dass ich wirklich völlig zufrieden einen Salon verließ. Die anderen Male dachte ich beim Blick in den Spiegel stets: Oh Gott, hoffentlich kann ich das zu Hause retten. Wenn ich unter dieser Plastikplane sitze, die Finger in die Armlehne kralle und zu schwitzen beginne, bete ich leise vor mich hin, die Friseuse möge mich nicht allzu sehr entstellen. In jedem Friseurgeschäft, bei jeder Friseuse versuche ich aufs Neue zu erklären, wie ich die Frisur gern hätte. Erfolglos bisher. Jede schneidet einfach so wie sie es am besten kann. Kurz.

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Kurios

Judith schrieb in einem der letzten Blogeinträge: „Da Roger auch ein kurioser Typ ist, schmeiß ich ihm mal das Stöckchen rüber“. Und dann kam es an und ich wusste erstmal gar nicht, was ich damit anfangen soll. Okay, ich soll kurioses über mich und mein Umfeld beschreiben? Und auch noch sechs verschiedene Kuriositäten finden? Ohweh.

Also zunächst mal finde ich es kurios, dass ich offenbar ein kurioser Typ bin. Bisher ging ich eigentlich immer davon aus, ich sei ganz normal und die Welt um mich herum wäre nur am durchdrehen und irgendwie eigenartig. Eigenartig.

Kurios an mir ist vielleicht, dass ich einer der wenigen Menschen bin, die ihren Kindheitstraum haben wahr werden lassen. Ich wurde tatsächlich Lokführer. Wer kann das von sich behaupten?

Weiterhin ist vielleicht kurios an mir, dass ich zwar regelmäßig die Geburtsdaten meiner Freunde vergesse, mich aber an komplette Songtexte erinnere. Und zwar an sehr sehr viele alte Songtexte. Es ist als hätte mein Hirn eine große 300 Gigabyte Songtexte-Partition und eine kleine 2 Kilobyte große Daten-Partition.

Ebenfalls ist es kurios, dass ich so unzählig viele Details von Filmen kenne. Ich kann Nebendarsteller aufzählen, weiß, wer das Casting gemacht hat und ich höre sogar von Anfang an, wer den Score komponiert hat. Außerdem achte ich dermaßen akribisch auf Details, dass ich schon öfter Film- und Anschlussfehler oder ganz einfach technische Probleme erkannt habe. Das klingt jetzt etwas krank, ich weiß. Ich kann Filme allerdings auch genießen, ehrlich.

Vielleicht ist es etwas kurios, dass ich schon seit vielen Jahren meinen dritten Roman im Kopf habe und bisher noch nicht dazu gekommen bin, ihn endlich nieder zu schreiben. Auch einige Kurzgeschichten schwirren noch herum.

Vermutlich nicht ganz so kurios ist die Tatsache, dass ich teilweise eine Engelsgeduld habe wo andere ausflippen könnten und in anderen Fällen sofort genervt bin wo andere völlig ruhig bleiben (wer mich kennt weiß was ich meine).

Und, hey, das waren ja schon sechs Punkte. In diesem Fall reiche ich das Stöckchen einmal weiter an einen Menschen, von dem ich ebenfalls einige kuriose Dinge erwarte: Garvin, bitte Stöckchen fangen.

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Reise in die Vergangenheit / Ende einer Ära

Vor kurzem schrieb mich ein Unbekannter in ICQ an und fragte mich, ob ich Interesse an seinen Amigas hätte. Er surfte durchs Netz auf der Suche nach Nostalgikern und Fans der alten Freundin und fand dabei mein Blog, in dem ich hin und wieder über den Amiga schrieb. Und in der Tat bin ich noch immer ein großer Fan dieses Computers. Oder ich war es, wie mir jetzt bewusst wurde.

Dirk aus Darmstadt hatte seine alten Amigas zu Hause herum stehen, mit jeder Menge Originalsoftware, Speichererweiterungen, Festplatten und Zubehör. Das alles wollte er mir kostenlos überlassen, wenn ich es selbst abholen würde. Von Müllheim nach Darmstadt zu fahren ist natürlich kein Nachmittagsausflug. Nach Besprechung mit der damalige Freundinn beschlossen wir, auf dem Weg einen Abstecher zum KFC zu machen und danach in Heidelberg ein wenig zu bummeln. So sollte das ganze ein schöner Tagesausflug werden.

Wir brauchten knapp zweieinhalb Stunden bis wir Darmstadt erreicht und Dirks Wohnung gefunden hatten. Dirk war Frührentner, im Begriff auszuziehen und dementsprechend froh, dass er jemanden gefunden hatte, der ihm das alte Zeug abnahm. Mein Auto war komplett voll mit Kartons.

Die damalige Freundin und ich besuchten danach den nahe liegenden KFC. Zwei Chicktenteile, 12 Hot Wings, Pommes, Coleslaw Salat und einem Maiskolben später passierte das, was mir nie in einem KFC passieren sollte: ich war satt. Aber glücklich. Endlich hatte ich wieder mal meine geliebten Hünchenteile essen können. Die damalige Freundin war natürlich schon längst fertig mit ihrem weitaus kleineren Menü.

Amiga, KFC, es war eine wohlige Reise in die Vergangenheit.

Nach unserem Besuch in Heidelberg kamen wir gegen Abend wieder zuhause an und ich machte mich daran, den Inhalt der Kartons zu sichten. Vorhanden war ein Amiga 2000 und ein 500er. Im Grunde interessierte mich an dem 2000er nur der Festplattencontroller, da ich auf die Festplatte meines 2000ers nicht mehr zugreifen konnte.Dort lagen alle meine Texte, alle Bilder und überhaupt alles, was ich in meinen Jugendjahren mit dem Rechner machte. Das Wort Backup galt damals noch nicht so viel wie heute. Leider, denn es stellte sich schnell heraus, dass meine Daten auf ewig verloren waren. Auch der ausgeschlachtete 2000er von Dirk war nicht mehr zu gebrauchen. Der 500er sprang gar nicht erst an. Was nicht defekt war, war schmutzig, alt und von Nikotin vergilbt und verklebt. Bald erkannte ich, dass die vermeintliche Goldgrube nicht so ergiebig war, wie erhofft. Faszinierend waren lediglich die drei Boxen mit Original Software und sogar den Original Anleitung. Ja, ich seufzte hin und wieder und schwelgte in Erinnerungen. Manche Disk schob ich ins Laufwerk und stellte dabei folgendes fest:

  • früher hatte man offenbar mehr Zeit und Geduld. Denn es dauerte eine Ewigkeit, bis die Programme und Spiele geladen waren.
  • die grafischen Qualitäten sehen in meiner Erinnerung einfach besser aus. Kennt ihr das, wenn ihr etwas Großartiges aus eurer Kindheit in Erinnerung habt und es nun im Erwachsenen-Alter wieder seht, dass ihr dann eher enttäuscht seid? Kennt ihr diese romantische Verklärung, die unsere Vergangenheit weitaus strahlender erscheinen lässt, als sie es vermutlich war?

Da die meisten Sachen von Dirk nicht zu benutzen waren und ich auch die Hoffnung begraben musste, meine Festplatte wieder zum Laufen zu bringen, habe ich nun einen großen Stapel Schrott auf meinem Balkon stehen. Schrott, den es zu entsorgen gilt. Ich weiß, ihr werdet vielleicht den Kopf schütteln oder schmunzeln, wenn ihr mich hier lamentieren hört. Ich möchte mich nicht beklagen, zumindest nicht über Dirks Geschenk. Was mich eher traurig macht, ist die Tatsache, dass ich meine alte Freundin wohl doch hinter mir gelassen habe. Keine Ahnung, warum ich dennoch so an ihr hänge. Ist es tatsächlich der Computer und seine wunderbare Technik? Oder ist es nur die schöne Erinnerung daran? Die Erinnerung an bessere Tage? Als die Welt noch in Ordnung war? Haha.

Vielleicht gibt es auch in eurem Leben etwas, woran ihr euch gern zurück erinnert. Euer erstes Auto, mit dem ihr so viel erlebt habt? Eure damaligen Lieblings-Comics oder Lieblings-TV-Serien. Irgendwas. Und vielleicht stellt ihr heute ebenfalls fest, das sie euch nicht mehr so verzaubern können, wie sie es damals taten. Vielleicht versteht ihr, warum ich mich fühle, als würde ich den Amiga zu Grabe tragen.

Es ist einfach nicht mehr meine Welt. Und wird es nie wieder sein. Ich habe meinen Amiga 2000er ebenfalls zu dem Schrotthaufen gelegt. In meiner Kiste liegen jetzt noch ein Amiga 500, viele Disketten, ein Monitor und ein Joystick. Der alten Zeiten wegen. Der Karton wird wieder zugeklebt und im Keller verstaut. Vielleicht bekomme ich irgendwann erneut einen Flashback, denke daran, den Karton zu öffnen und einen Abend lang in Erinnerungen zu schwelgen. Aber wohl eher werde ich meinem Emulator bemühen, mir zu zeigen, wie wunderbar die Zeit damals mit meiner Freundin war. Und wie lange diese Zeit schon hinter mir liegt.

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Ich stehe zum Sitzpinkeln

Ich bin überzeugter Sitzpinkler. Und dazu stehe ich! (Haha, was für ein Wortspiel) Ich gebe nichts auf Aussagen, im Sitzen zu pinkeln sei unmännlich. Denn ich denke, dass jeder Mann, der irgendwann einmal seine Toilette selbst reinigen muss, automatisch zum Sitzpinkler wird. Was ist männlicher? Beim Pinkeln zu sitzen oder jeden zweiten Tag um die Schüssel zu kriechen, um all die (beim Stehen unvermeidlichen) Spritzer zu entfernen?

Dennoch hat so ein Pissoir natürlich etwas sehr bequemes. Keine Frage. Deshalb beschloss ich jetzt, dass in meiner zukünftigen Villa, trotz der dann vorhandenen Putzfrau, in meinem Bad folgendes eingebaut wird: neben den Whirlpool, der Duschkabine, den zwei Waschbecken, dem Bidet und der Kloschüssel muss unbedingt auch ein Pissoir hin. Und zwar auf jeder Etage.

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Lego, Logo

Eines der absolut coolsten Weihnachtsgeschenke, die ich dieses Jahr bekomme habe, ist eindeutig der Lego Truck. Wie? Lego? Das wird sich jetzt vielleicht manch einer fragen. Aber ich bin jetzt in dem Alter, wo ich mir so etwas (wieder) erlauben darf. (Wehe, es behauptet jemand etwas anderes) Und schließlich ist Lego nicht gleich Lego.

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Bei diesem Truck handelt es sich um ein ausgefuchstes Modell aus der Lego Technic Reihe. Mit diesen Bausätzen habe ich früher schon gerne gebastelt und war immer fasziniert von der Funktionalität und dem Einfallsreichtum. Und was soll ich sagen… in den letzten zwanzig Jahren sind die Modelle noch besser, detaillierter, komplexer, komplizierter und teurer geworden.

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Drei Tage saß ich mit Begeisterung an dem Modell und nun steht es da und schaut einfach gut aus. Spielen werde ich damit natürlich nicht. Ich bin doch kein Kind. :-) Aber das nächste Modell steht schon auf meiner Wunschliste.

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Vorbereitung für das Schlaflabor

Nein, es ist kein neuer Mut zur Hässlichkeit. Ich war auch nicht auf Tiefseetauchtour und stecke in einer Dekompressionskammer. Und ich warte auch nicht darauf, dass mich mein Mutterschiff endlich hier abholt. In Wirklichkeit ist es nur so, dass ich letzte Nacht mit einem echten Gerät geschlafen habe. Und deshalb brauche ich jetzt Extra Sauerstoff Zufuhr? Auch nicht. Was ihr hier auf diesem Foto sehen könnt, ist das Gerät mit dem ich letzte Nacht verbringen musste.

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Es überwachte meinen Schlaf, achtete darauf, ob ich auf dem Rücken oder der Seite liege, horchte genau hin, wann ich schnarche und womöglich völlig aufhöre zu atmen und kontrollierte dabei stets meinen Puls. Mit diesem Apparat sollte festgestellt werden, ob ich an Schlaf Apnoe leide. Schlaf Apnoe ist die verschärfte Version des Schnarchens. Man hört dabei sekundenlang auf zu atmen, bis das Gehirn eine Erstickungswarnung bekommt, den Körper aus einer etwaigen Tiefschlafphase reißt und ihn wieder zum bewegen oder atmen zwingt. Entsprechend gerädert wacht man am nächsten Morgen auf. So wie ich seit Jahren.

Das Breisgauer Schlaflabor in Bad Krozingen überließ mir das Gerät und diagnostizierte heute morgen sogleich, dass ich noch nicht an Schlaf Apnoe leide. Wie gesagt, noch nicht. Ich schnarche aber und habe dadurch immer wieder kleine, noch harmlose Atemaussetzer.

Um all das genauer untersuchen zu können, möchte man mich eine Nacht lang beobachten. Ich werde dazu an noch mehr Geräte angeschlossen und mit einer Kamera gefilmt. Hirnströme, Herzfrequenz, Blutdruck werden Auskunft über meine REM (Tiefschlaf) Phasen geben. Erst dann wird entschieden, welche Therapie für mich am geeignetsten ist. Auch hier gibt es einige Möglichkeiten, die von Operation bis hin zu Atemschlauch reichen.

Der Arzt indes fand deutliche Worte, um mir die Wichtigkeit dieser Maßnahmen zu verdeutlichen. So sagte er etwa, dass ich bei einem Bürojob vermutlich mit diesem Schnarchen leben müsste, doch angesichts meines Berufs möchte auch er, dass ich täglich so fit wie möglich bin. Als ich erwähnte wie unsexy ich einen Schlauch fände, den ich jede Nacht auf mein Gesicht setzen müsste, um meinen Hals frei zu halten, antwortete er: „Aber denken sie daran, um wie viel höher das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall ist, wenn sie nichts dagegen tun. Und halbseitig gelähmt herum zu laufen ist auch nicht sexy.“

Recht hat er. Anfang Januar werde ich also im Schlaflabor schlafen, danach hoffentlich meine Nasenscheidewand begradigt und die Mandeln entfernt bekommen, keinen Schlauch in mein Gesicht, dafür aber die lärmenden Nachbarn hinter mir lassen und endlich zu gutem, entspannenden Schlaf finden. Hach, ich werde jetzt schon wohlig müde bei dem Gedanken. Ich halte euch auf dem laufenden. Gute Nacht.

PS.: Auf dem Foto stehe ich nur deshalb so gruslig da, um den Effekt zu steigern. So sehe ich nicht jeden Abend aus.

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Vermatrixt nochmal

Krank geschrieben, trübes Wetter und an Bett und Couch gefesselt. Was liegt da näher, sich eine DVD nach der anderen aus dem vollen Regal zu ziehen und mal wieder all die Filme zu sehen, die man schon so lange nicht mehr gesehen hat. Erschreckend ist nur festzustellen, wie sehr sich mein Geschmack offensichtlich verändert hat. Acht Filme liegen hier bereits auf einem Extra Stapel, die alsbald ebay übergeben werden müssen. Weil sie mir einfach nicht mehr gefallen, weil ich sie damals mit anderen Augen sah und sie nur in meiner Erinnerung noch immer großartig sind. Aus heutiger Sicht erscheinen sie in einem anderen Licht. Dümmliche Storys, flache Gags, schlechte Schauspieler. Dazu muss ich erwähnen, dass ich tatsächlich mit sehr vielen unterirdischen Werken aufwuchs und auch so manch schrottigen B-Movie gesehen habe. Aber es ist schlimm,  wenn einem ehemals Großartiges heute nur noch Banal und Schlecht erscheint. Liegt das am Alter? Oder an einer Verwöhntheit? Erwarte ich vielleicht immer nur noch größere Knaller, bessere Effekte, noch bessere Geschichten? Und übersehe dabei, dass irgendwann einfach die Spitze erreicht ist? Zum Teil vielleicht. Aber es passt nicht zur Tatsache, dass es auch heute noch Blockbuster wie aber auch kleine Independent Filme gibt, die mich begeistern können. Nur die Filme in meiner Erinnerung scheinen aus heutiger Sicht nicht mehr so gut zu sein.