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Vermatrixt nochmal

Krank geschrieben, trübes Wetter und an Bett und Couch gefesselt. Was liegt da näher, sich eine DVD nach der anderen aus dem vollen Regal zu ziehen und mal wieder all die Filme zu sehen, die man schon so lange nicht mehr gesehen hat. Erschreckend ist nur festzustellen, wie sehr sich mein Geschmack offensichtlich verändert hat. Acht Filme liegen hier bereits auf einem Extra Stapel, die alsbald ebay übergeben werden müssen. Weil sie mir einfach nicht mehr gefallen, weil ich sie damals mit anderen Augen sah und sie nur in meiner Erinnerung noch immer großartig sind. Aus heutiger Sicht erscheinen sie in einem anderen Licht. Dümmliche Storys, flache Gags, schlechte Schauspieler. Dazu muss ich erwähnen, dass ich tatsächlich mit sehr vielen unterirdischen Werken aufwuchs und auch so manch schrottigen B-Movie gesehen habe. Aber es ist schlimm,  wenn einem ehemals Großartiges heute nur noch Banal und Schlecht erscheint. Liegt das am Alter? Oder an einer Verwöhntheit? Erwarte ich vielleicht immer nur noch größere Knaller, bessere Effekte, noch bessere Geschichten? Und übersehe dabei, dass irgendwann einfach die Spitze erreicht ist? Zum Teil vielleicht. Aber es passt nicht zur Tatsache, dass es auch heute noch Blockbuster wie aber auch kleine Independent Filme gibt, die mich begeistern können. Nur die Filme in meiner Erinnerung scheinen aus heutiger Sicht nicht mehr so gut zu sein.

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Glaubenskriege

Mit Fundamentalisten ist nicht gut Kirschen essen. Sie verstehen keinen Spaß. Man kann nicht mit ihnen diskutieren. Ganz egal ob sie religiös, politisch oder sonst irgendwie motiviert sind. Ebenfalls schlimm sind die Technik Fundamentalisten. Ich weiß das, denn ich war selbst mal einer. Heute gehe ich das alles etwas lockerer an, wobei ich aber gestehen muss, dass ich nur ungern etwas auf meinen iPod kommen lasse.

Damals, als ich noch dazu gehörte, entbrannte ein Glaubenskrieg zwischen den Amiga Jüngern und den Atari ST-Anhängern. Zwei Homecomputersystem, die sich recht ähnlich waren, sich aber doch soweit voneinander unterschieden, das man sich für eine Seite entscheiden musste. Entweder aus Pragmatismus, aus Geldgründen, Überredung oder schlichter Überzeugung. Jeder Fundamentalist versucht die anderen zu überzeugen und ist selbst absolut überzeugt, dass alle anderen falsch liegen. Also alle, die sich für den falschen Homecomputer entschieden hatten. Den Atari ST. Ich meine, es war doch offensichtlich, dass der Amiga die eindeutig bessere Maschine ist.

Interessanterweise entbrennen die meisten Glaubenskriege nur zwischen zwei Kontrahenten, selbst wenn es unzählige Alternativen gibt. Diese Kontrahenten kämpfen meisten auch direkt gegeneinander, während die Alternativanbieter einfach im Strom mit schwimmen und von den Resten leben (also von den Leuten die sich nicht entscheiden können, wollen, dürfen). Deshalb fängt ein Alternativnutzer auch keine Diskussion an. Er ist froh, überhaupt mitmachen zu dürfen. Das genügt ihm. Meist behauptet er sogar, absichtlich eine Alternative zu nutzen, um sich dem Stress mit den ewigen Diskussionen zu entziehen. Echte Fundamentalisten lächeln über derartige Aussagen. Echte Fundamentalisten wählen einen der Großen in ihrer Sparte und unterstützen und verteidigen diesen auch bis zum bitteren Ende (bis das Produkt langweilig, eingestellt, oder durch etwas besseres ersetzt wird. Geeks sind hiervon übrigens ausgenommen; die kaufen und nutzen einfach alles).

Früher gab es zum Beispiel auch den schönen Streit zwischen Sega und Nintendo Fans. Heute laufen ähnliche Diskussionen zwischen X-Box und Playstation (vielleicht auch demnächst ein bisschen mit der Wii, aber das glaub ich nicht). Auch zwischen Nintendo DS und der PSP wird es wohl nie Einigkeit geben.

Es ist noch gar nicht lange her, da stritt man darum, ob Nokia oder Siemens Handys besser seien. Mercedes und BMW ist auch ein Beispiel. Oder einfach nur Coca Cola gegen Pepsi. Die Liste ist lang, die Kriege stets sinnlos, aber leidenschaftlich.

So lernte ich letztens einen Kerl kennen, dem ich mit den Worten vorgestellt wurde: „Er hat übrigens eine Nikon D50.“ Die prompte Antwort von ihm beim Händeschütteln lautete: „Ach eine Nikon. Ich habe eine Canon, denn ICH will richtige Fotos machen.“ Aha, dachte ich, ein humorloser Canon Fundamentalist. Und damit war das Gespräch für mich beendet (für ihn übrigens auch). Wie gerne hätte ich mich über Fotografieren unterhalten, gerne auch über unsere Kameras, Erfahrungen ausgetauscht. Doch wie gesagt, mit solchen Leute kann man einfach nicht reden. Schon gar nicht, wenn so ein Satz gleich zur Begrüßung fällt. Um es mal kurz klar zu stellen, ich habe überhaupt nichts gegen Canon Kameras. Mein Nikon war nur zur rechten Zeit, zum rechten Preis am rechten Ort. Ich zweifle nicht daran, mit einer Canon EOS ebenso glücklich geworden zu sein.

Was mir ebenfalls langsam auf den Senkel geht, ist der ewige Streit, ob denn Apple Rechner oder Windows Rechner besser seien (wie damals bei Amiga und Atari. Und ja, ich weiß, euch Linux User gibt es auch noch und ihr kämpft hart um Anerkennung. Aber mal ehrlich, seid ihr nicht die Volvo Fahrer auf einer BMW-Mercedes Straße? Just kidding).

Hätte ich das nötige Kleingeld, würde ich mir sofort ein MacBook kaufen. Keine Frage. Dennoch bin ich mit meiner Windowsmaschine höchst zufrieden. Alles läuft und funktioniert so, wie ich es will. Denn seien wir wieder mal ehrlich, Apple Rechner sind nicht sooo toll, wie sie von den Jüngern dargestellt werden (oder?). Ebenso sind Windows Rechner nicht sooo schlecht, wie sie von allen gemacht werden. Beide Systeme haben Ecken, Kanten, Unzulänglichkeiten, Probleme und sind weit von jeglichem Perfektionismus entfernt. Auf beiden System können böse Dinge geschehen, auf beiden Systemen kann man ganz schöne Scheiße anstellen. Denn letztlich kommt es doch ohnehin nur auf den User an der Tastatur an. Hat der keine Ahnung, was er eigentlich macht, hilft ihm das beste System nichts. (Oh, ich höre schon, wie das Bashing gleich wieder beginnt)

Andererseits, wie erwähnt, lasse ich auf meinen iPod nichts kommen, obwohl es gewiss günstigere, besser ausgestattete, reichhaltigere Mp3-Player gibt (aber halt keine schickeren.)

Zu meiner wilden Zeit als Womanizer (haha) hatte ich eine kleine Liste von Glaubensfragen. Geschickt in ein Gespräch eingestreut, konnte ich so recht einfach heraus finden, wie die umworbene Frau in grundlegenden Fragen tickte. So erkannte man schnell ob es Übereinstimmungen (und eine gemeinsame Zukunft) gab. „Wenn du die Wahl hättest, wofür würdest du dich entscheiden? Pepsi oder Coke? BMW oder Mercedes? Siemens oder Nokia? SC Freiburg oder Bayern München? Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang? Berge oder Strand? Oben oder unten?“ Wusste eine Frau bei der letzten Frage nicht mal, wovon ich hier spreche, war die Sache klar. Mit solchen Frauen kann man nicht sprechen. Da bin ich echt ein Fundamentalist.

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Kino: Casino Royale

Mit etwas Verspätung (ich habe den Film in der Vorpemiere am Mittwoch schon sehen können) möchte ich meine Rezension nun auch hier präsentieren. Die leicht abgewandelte und wieder mit einem schlimmen Titel versehene Version gibt es wie immer auch bei fudder.

Bond ist tot, es lebe Bond. Das 21. Kinoabenteuer des englischen Geheimagenten führt 007 endlich auch ins 21.Jahrhundert. Nie war Bond so verletzlich, nie so ambivalent, nie so hart und nie so gut. Mit „Casino Royale“ beginnt eine neue Bond-Ära, die beinahe mit allem aufräumt, was die bisherigen und besonders jüngsten Filme zu einer Parodie ihrer selbst verkommen ließ. Pierce Brosnan spielte Bond so snobistisch und überheblich, dass alles von ihm abprallte. Wie zum Beispiel die Glaubwürdigkeit. Die Gadgets, die er nutzte, wurden immer abgefahrener und dabei immer lächerlicher. Das Publikum wurde eher durch leichtes Schmunzeln als durch Spannung unterhalten.

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Killer Kille

Werfen wir mal einen Blick in eine mögliche, nahe Zukunft. Stellen wir uns vor, dass alle Killerspiele und alles, was auch nur ansatzweise mit Krieg und Gewalt zu tun hat (also auch Strategiespiele und Prügelspiele etc.) vom weltweiten Markt verschwunden sind. Stellen wir uns weiter vor, dass keine Actionfilme mehr gezeigt werden, keine Krimiserien und andere Medien, die in irgendeiner Form Gewalt verherrlichen oder darstellen. Stellen wir uns eine Zukunft vor, in der man nicht mehr ständig zu Gewalt und Mord aufgerufen wird.

Stellen wir uns weiterhin vor, dass ein 18-Jähriger Bursche aus Emsdetten sich die Knarren seines Vaters, seines Schützenvereins oder seiner Freunde schnappt, in eine Schule geht und dort wild um sich ballert. Und sich anschließend selbst tötet. Stellen wir uns vor, wir würden keine oberflächlichen Gründe finden, keine direkten Schuldigen. Wir hätten keine Spiele, keine Filme, keine Rockmusik, keine Bücher, die für das Massaker verantwortlich sein können. Wen würden wir dann anklagen? Was würden wir tun?

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Wie, du hast ein Blog?

Wenn man seit einem Jahr regelmäßig bloggt und sogar einige Artikel in einem anderen Magazin veröffentlichen kann, muss man sich dennoch immer wieder vor Augen halten, dass eben nicht jeder liest, was man so schreibt. So kommt es immer wieder vor, dass ich mit meinem Gesprächspartner auf ein Thema komme, nach meiner Meinung gefragt werde und ich schelmisch antworte: „Darüber habe ich vor kurzem einen Blogeintrag gemacht.“ Die Antwort ist immer ein ausdrucksloses Gesicht. „Ach wirklich? Oh tut mir leid, ich komme sooo selten ins Netz – habe doch nur eine langsame Modemverbindung – habe doch nie Zeit – bin immer überwältigt, wie viel du schreibst – habe einen Hund, der meine Tastatur und meinen Monitor gefressen hat…“ Die Ausreden sind mannigfaltig.

Mir fällt es dann regelmäßig schwer, zu erzählen, was ich schon nieder geschrieben habe. Zum einen habe ich stets das Gefühl, mich zu wiederholen – einerseits im wörtlichen Sinne, andererseits in dem Sinne, dass ich mich wie ein Schwätzer fühle, der nur eine Story auf Lager hat und diese immer und immer wieder von sich gibt. Außerdem missfällt mir natürlich der Gedanke, dass ich hier meine Gefühle und Gedanken darbiete und kein Schwanz sich dafür interessiert. Klar, dem ist nicht wirklich so. Meine Besucherzahlen sind nicht schlecht für so ein kleines Blog und auch fast jeder Beitrag zieht anregende Kommentare nach sich. Aber kann es sein, dass Blogs doch nur was für Geeks sind? Also für Menschen, die tatsächlich online leben. Mir scheint, der normale T-Online und AOL User, der hin und wieder nach Last Minute Reisen sucht, sich auf der Tchibo Homepage umguckt und sein Web.de E-Mail Postfach checkt (ja, T-Online und AOL haben eigene, ich weiß), kommt nicht weiter rum in der Online Welt. Und möchte es auch gar nicht. Aus Zeitmangel? Aus Angst? Aus fehlendem Interesse? Keine Ahnung.

Wenn ich dann als Antwort bekomme „Ich war doch erste letzte Woche auf deiner Homepage“ und ich erwidere: „Aber seitdem sind 5 neue Artikel online gegangen“ ernte ich nur wieder verständnislose Blicke. „Was? Du schreibst so viel? Ich kann doch nicht jeden Tag….“ Blabla.

Stelle ich also eine soziologische Frage und mutmaße, das sich auch hier eine Zweiklassengesellschaft bildet? Die Menschen, die online leben und diejenigen, die sich verweigern und der Meinung sind, ich könnte all den Quatsch, den ich hier von mir gebe auch in einem persönlichen Gespräch loswerden.

Und während ich diesen Artikel schreibe habe ich die Probe aufs Exempel mit meiner alten Freundin Steffi gemacht, die gerade im ICQ unterwegs war.

Frage: Wann warst du zum letzten Mal auf meinem Blog?
Hmm, letzte Woche hab ich mal reingeschaut. Ich hab halt nur selten stille Momente. Also nicht dass du denkst, es würd mich ned interessieren.
Ah, okay, und weißt Du, dass ich auch Artikel für fudder schreibe?
Ne, fudder, was ist das?
Ich hab drüber geschrieben, was es ist.
Echt? Ich les halt immer nur, was vorne drauf steht, die aktuellen Sachen. Wenn ich mehr Zeit hätte würde ich mehr lesen.
Naja, macht ja nix. Jedenfalls bestätigst du gerade meine Theorie, über die ich einen Artikel schreibe und nachher online stelle.
Ach, und was ist das für eine Theorie?
Lies es nach. Grad sag ich, ich stell’s online.

Tja, da haben wir es.

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Alte Zeiten

Kennt ihr das? Ihr trefft einen alten Freund wieder. Einen, den ihr schon sehr lange nicht mehr gesehen habt. Der euch aber vor langer Zeit sehr viel bedeutete. Mit dem ihr viele Abenteuer bestanden, alle möglichen Höhen und Tiefen gemeinsam durchgestanden habt. Von dem ihr dachtet, ihr würdet immer Freunde bleiben. Ihr seht euch, umarmt euch vielleicht und wechselt die üblichen Worte: Wie geht es dir gut und dir auch gut schön. Dann fangt ihr an, euch im Schnelldurchlauf zu erzählen, was bei euch seit dem letzten Treffen passiert ist. Nicht viel, wie ihr schnell feststellt. Dabei ist so unglaublich viel passiert. Aber ihr wollt das nicht alles im Schnelldurchlauf erzählen. Ihr denkt, wärst du dabei gewesen, müsste ich es nicht erzählen. Früher haben wir alles gemeinsam erlebt. Also begebt ihr euch auf die Reise in die Vergangenheit, denn früher war alles besser. Weißt du noch ja weißt du noch oh ja.

Und dann stellt ihr fest, dass ihr mit dem besten Freund von damals nichts mehr gemeinsam habt ausser den schönen Erinnerungen. Ihr merkt, dass er mal ein guter Freund war. Und nun ein guter Bekannter. Und obwohl es weh tut, scheint ihr beide es nicht zu schaffen, die alte Zeit in die Gegenwart zu holen. Und somit schafft ihr auch keine Zukunft.

Kennt ihr dieses beschissene Gefühl, wenn ihr euch dann nach kurzem Ausflug in die gemeinsame Vergangenheit verabschiedet, euch versprecht, sich öfter zu melden, bald wieder etwas zu unternehmen, die alten Zeiten aufleben zu lassen? Aber ihr wisst, dass es niemals passieren wird?

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X-Men Schuhe

Der Winter hat sicherlich einige Aspekte, die man mögen kann. Die meisten werden wohl allerdings von einer Mehrheit der Bevölkerung gehasst. Ich persönlich habe einen ganz eigenartigen Grund, weshalb ich den Winter nicht mag. Denn ich trage wieder meine Winterstiefel. Die Dinger sind so dick, mit so einer fetten Sohle, dass ich manchmal das Gefühl habe, gute alte Moonboots zu tragen (gibt es die eigentlich noch?). Beim Auto fahren habe ich fast kein Gefühl mehr in den Füßen und habe dadurch schon einmal den Wagen abgewürgt. Aber das schlimmste ist, sie laden mich elektrostatisch auf. Mittlerweile laufe ich in leichter Panik durch die kalte Welt und vermeide, so gut es geht, metallische Dinge zu berühren. Natürlich lässt es sich nicht immer vermeiden. Spätestens wenn ich den Haustürschlüssel ins Schloss stecke, entladen sich spektakuläre blaue Blitze aus meiner Hand, dass man meinen könnte, ich sei ein X-Men. Wäre ja ganz cool, wenn es nur nicht so weh täte und mich erschrecken würde.

Vielleicht sollte ich auch diese Schuhe unter der Rubrik Fehlkauf einordnen.

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