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Ich werde bald 100.

Eben las ich am Kiosk auf der Titelseite der Bild Zeitung: "Wir werden bald alle 100 Jahre alt." Hmm, liebe Bild Zeitung, ich weiß ja nicht, wer "wir" sind. Ich jedenfalls werde im Juli 34 und dann geht es noch 66 Jahre, bis ich 100 werde. Das kann man wohl kaum als "bald" bezeichnen, oder? Und ich kenne viele Menschen, bei denen ist es ganz ähnlich. Wenn ich mal 100 bin, dann kann ich zumindest sagen, ich bekomme bald meine Rente. Mit etwas Glück.

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Bestseller

Obwohl ich eingefleischter Amazon-Fan bin, gehe ich zum Bücher kaufen doch lieber in eine Buchhandlung. Ich mag es einfach, die Schmöker auf mich wirken zu lassen, an den Regalen und Tischen vorbei zu schlendern und mich von Titeln und Covern locken zu lassen. Bin ich interessiert, nehme ich es in die Hand, drehe es um und lese die kurze Inhaltsangabe/Zusammenfassung/Beweihräucherung und entscheide dann, ob sich ein Kauf lohnen könnte. Was ich gerne ignorieren würde, aber dennoch immer wieder bemerke, sind die Hinweise weiter unten. Da steht dann zum Beispiel, dass dieser Roman auf Platz der Times Bestseller-Liste war. Oder auf der Spiegel Bestseller-Liste. Wann und wie lange wird nicht erwähnt. Manchmal steht sogar dabei, dass das Buch auf Platz 1 in dieser Liste stand. Wow.

Manchmal ist das aber nicht überzeugend genug. Vielleicht kauft ja nur jeder den Schrott, weil jeder es kauft. Deshalb sollten auch noch ein paar Meinungen genannt werden von Menschen, die sich mit sowas auskennen. Dann liest man zum Beispiel “eine umwerfende Komödie – gnadenlos komisch” Brigitte. Ich frage mich dann zunächst, ob dies ein Satz war, den Brigitte, die Putzfrau des Verlags bei einer Zigarette fallen ließ, oder ob mit Brigitte die Frauenzeitschrift gemeint ist. Vermutlich letzteres.

Was aber ist davon zu halten wenn man folgendes zu Lesen bekommt: “Superspannend” Inquirer. Ok, welcher Inquirer denn bitte? Und “superspannend” ist alles, was die zu dem Buch zu sagen hatten? (Ich sollte doch Kritiker werden. Ich schätze, ich kenne genug Adjektive) Oder: “Astrein” Fit for Fun. Naja, also wenn sich jemand mit Büchern auskennt, dann ist das ja wohl das Literaten Magazin schlechthin: Fit for Fun.

Derzeit lese ich ein Buch, dessen Werbespruch aber den Vogel abschießt. Es heißt “Die Kunst des stilvollen Verarmens” von Alexander von Schönburg und macht mit folgenden Satz Lust auf mehr: “Platz 1 der Bestsellerliste!” Wirklich, genau so wie es hier geschrieben steht. Ich meine, da MUSS man doch einfach zugreifen, oder? Immerhin ist da ein Ausrufezeichen. Ein Punkt würde dem Ausmaß dieses Wahnsinns nicht gerecht werden. Nein, nein, immerhin war (oder ist – man weiß es nicht) das Buch auf Platz 1 der Bestsellerliste. Welcher Bestsellerliste eigentlich? Ich würde das gerne mal überprüfen. Der norwegischen Bestsellerliste? Der Fit for Fun Bestsellerliste? Egal, Hauptsache auf Platz 1. Was mich aber am meisten fertig macht, sind die Anführungszeichen. Im allgemeinen wird somit ein Zitat kenntlich gemacht. Das bedeutet, der Satz “Platz 1 der Bestsellerliste!” ist kein Fakt, keine Tatsache, sondern ein Zitat, eine Aussage. Vom wem? Das steht nicht dabei. Vielleicht von Brigitte, der rauchenden Putzfrau. Vielleicht auch von einem Chefredakteur, der dem Buchrücken-Praktikanten beim Hinausgehen zurief: “Und schreib noch dazu, dass es auf Platz 1 der Bestsellerliste war. Und vergiss das Ausrufezeichen nicht.”

Ich werde es wohl nie erfahren. Und will es auch gar nicht. Letztendlich kommt es ja nur darauf an, ob MIR das Buch gefällt. Mal sehen, ob es meine persönliche Bestsellerliste erreicht.

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Die eigene TV-Serie

Oh ja, es ist wirklich beinahe lächerlich, wie mich das Ende einer Serie so fertig machen kann. Nachdem ich gestern die letzte Folge von Six Feet Under gesehen hatte, war mit mir den restlichen Abend nichts mehr anzufangen. Ständig den Song "Breathe me" von Sia im Kopf und die letzten Bilder dieser Abschlußsequenz vor Augen, fragte ich mich, woher das eigentlich kommt. Schließlich weiß ich ja, dass alles nur Fiktion ist. Dass die ganze Serie nur produziert wurde, um Geld zu verdienen und alles Marktwirtschaftliche Hintergründe hat (obwohl man dem produzierenden PayTV-Sender HBO tatsächlich noch etwas wie Kreativität zutrauen kann). Wieso also tut dieses Ende weh?

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TV: Six Feet Under

Ich schäme mich nicht meiner Tränen. Eben gerade habe ich die letzte Folge der Serie "Six Feet Under" gesehen. Eine der mit Abstand grandiosesten TV-Produktionen überhaupt. Noch nie habe ich eine tiefschürfendere, emotionaler, verrücktere und doch lebensnahere Serie gesehen wie diese. Und mit lebensnah meine ich ebenso nah am Leben wie am Tod, worum es in jeder einzelnen Folge schließlich geht. Was mir Frasier bei den Sitcoms, Lost bei den Mystery Serien, Emergency Room bei den Krankenhausserien und CSI bei den Krimiserien ist, das ist/war Six Feet Under bei den dramatischen Serien.

Und besonders nach diesem Ende (die letzten sechs Minuten der letzten Folge) kann ich mir nicht vorstellen, dass dies jemals getoppt werden kann. Ja, ich gebe zu, ich habe Rotz und Wasser geheult. Und es ist lange her, dass ein Buch/Film/Serie das geschafft hat. Und nun? Geht das Leben weiter, denn es war nur im Fernsehen. Irgendwie.

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Summertime, and the living is european

Die EU feiert derzeit ihren 50.Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch. Und gerade heute habe ich das Gefühl, sie ist 50 Jahre und eine Stunde alt. Denn die Uhren wurden um eine Stunde vor gestellt. Oder anders ausgedrückt: heute morgen fehlte mir eine Stunde als ich aus beruflichen Gründen aufstehen musste. Deshalb bitte ich nun alle mitzusingen. Die Melodie kennt ihr.

Wer hat an der Uhr gedreht?
Ist es wirklich schon so spät?
Soll das heißen, ja ihr Leut’
Sommerzeit, die gilt ab heut’

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Wie Roboter schreiben

Heute konnte ich mal wieder eine Instanz in WoW spielen. Mit mir in der Gruppe ein Hexenmeister der 3 Stufen über mir stand. Er fragte mich, wie alt ich sei. 33 antwortete ich und fragte ihn das gleiche. Er war 15, was mich zum ersten Mal schmunzeln ließ. Wirklich lachen musste ich aber später als er meinte:
"Ich finde, du schreibst wie ein Roboter. So mit Großschreibung und so."
"Wieso wie ein Roboter? Was meinst du?"
"Naja, du vertippst dich nie."
"Tja, gelernt ist eben gelernt."
"Und du schreibst die Wörter alle groß, die groß geschrieben werden müssen und du machst auch Punkte und Kommas."
"Das nennt sich Grammatik und Interpunktion. Genauso wie du es doch bestimmt auch gerade im Deutsch-Unterricht lernst, oder?"
"Öh, ja."
Ich sollte noch dazu erwähnen, dass beinahe jedes seiner Worte falsch geschrieben war. Nicht wie ein Roboter. Vielleicht fiel ihm deshalb nicht auf, wie oft ich mich vertippte. Als Hexenmeister war der Kleine übrigens auch nicht der Bringer.

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Von O bis O

Look at all this white shit, man. So oder ähnlich dachte ich heute morgen, als ich die Außenwelt komplett zugeschneit vorfand. Oh Mann. Ist es nicht erst ein paar Tage her, als ich nur mit einem T-Shirt bekleidet an meinem Auto stand und grübelte, ob ich die Sommerreifen wieder drauf packen soll? Und nun diese weiße Scheiße. Ok, ich weiß, unter meinen Lesern befinden sich einige Wintersport-Begeisterte, Enthusiasten gar. Auch ich war einmal angehend leidenschaftlicher Alpinist, damals, als ich noch jung war. Und ich gönne auch jedem den Spaß. Schnee? In den Bergen, auf den Pisten, großartig. Hier unten, kurz vor Ostern, auf den Straßen, beschissen. Zum Glück ist mittlerweile das meiste weg geschmolzen und das Radio sagt mir, der Frühling käme nächste Woche zurück. Wollen wir es hoffen. Denn die Sommerreifen stehen bereit.

Mein bester Freund Chris sagte mir einst, Winterreifen seien von O bis O obligatorisch. Also von Oktober bis Ostern. Da scheint er verdammt Recht zu haben, auch wenn ich befürchte, dass sich diese Regel demnächst auf J bis J verändert.

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