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Backsteintapete

Alle die jenseits der 25 sind, werden sie noch aus grauer Vorzeit kennen. Die Backsteintapete. Inbegriff der 70er und zugegeben häßlich wie sonst was. Schick sind allerdings echte Backsteinwände in der Wohnung, die einem dieses coole Loft-Gefühl vermitteln. Kombiniert mit dunklem Holz und Schwarzweißfotografien stell ich mir das wirklich toll in meiner neuen Wohnung vor. Wie allerdings bekommt man so eine Wand? Echte Backsteine stapeln? Oder gibt es irgendwelche Attrappen, denen man nicht unbedingt ansieht, dass es Attrappen sind? Gibt es irgendwelche Tricks wie man sich so eine Wand in die Wohnung holt? Muß ich bei Tine Wittmann anrufen, um Antworten zu bekommen?

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Duisburg und ich (2)

Duisburg in aller Munde. Eben wurde noch täglich über die Stadt und die hier stattfindende Ruderweltmeisterschaft berichtet, bei der die deutschen Kanuten sehr erfolgreich abschnitten. Und schon folgt das nächste große Thema, das wir wohl noch die nächsten Tage in den Medien hören werden. Mafiakriege, Hinrichtungen und Schießereien am Duisburger Hauptbahnhof. Kaum überraschend, wenn ich euch erzähle, dass ich knapp 500 Meter vom Tatort entfernt wohne. Da bin ich extra von Müllheim in die große Stadt gezogen, um diesem Mord und Totschlag zu entgehen, da verfolgt es mich schon wieder. Schrecklich.

Jaja Düsburch. Mittlerweile fand ich auch die Zeit, mich ein wenig umzusehen. die Stadt und die Umgebung etwas kennen zu lernen. So lag ich bereits am Wolfsee, einem der Seen der sogenannten Sechs-Seen-Platte. Ein wunderschönes Naherholungszentrum, mit vielen Wäldern, vielen Wanderwegen und natürlich viel Wasser. Sogar mit Sandstrand im Seebad und einer Wassertemperatur von gefühlten 5 Grad Celsius.

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Alles Andere Alles Gespielt

Ab nach Holland

Gestern fragte ich in einem Games-Store (einem Geschäft, das Spiele verkauft) nach der unzensierten Version des Xbox360 Krachers "The Darkness". Dürfte man nicht mehr verkaufen, gab es nur für Vorbesteller, erzählte mir der junge Verkäufer. Sicherlich könnte ich es importieren, müsste aber aufpassen, denn es gäbe verschiedene Versionen. Die kompletten Uncut-Versionen, bei denen sogar die Hakenkreuze in den Nazilevels noch auftauchen (gut, die braucht in der Tat niemand), dann die Österreichische Uncut-Version, in der es immerhin noch Blut zu sehen gibt und cooles Herz-aus-dem-Körper-reißen statt billigem Seelen-fressen. Und schließlich die geschnittenen Versionen, die zwar auch erst ab 18 Jahren freigegeben sind, aber zumindest in Deutschland verkauft werden dürften. Schließlich riet mir der Verkäufer, ich solle einfach schnell nach Venlo rüber fahren. Aber natürlich, Holland. Ein dermaßen tolerantes Land, das homosexuelle Hochzeiten und öffentliches Kiffen erlaubt, hat natürlich auch Filme und Spiele in ungeschnittener Fassung. In Holland bekommt man alles. Und wie sich das trifft – nächstes Wochenende hatten die damalige Freundin und ich ohnehin vor, mal "rüber zu machen".

Auf dem Nachhauseweg kam uns ein schwules Pärchen entgegen, das verliebt plaudernd einen Kinderwagen vor sich herschob. Ich grinste und mußte mich selbst daran hindern, zu fragen, ob sie gerade aus Venlo kämen. Schließlich bekommt man dort alles.

Ach und nicht vergessen: auch das großartige und stellenweise "erwachsene" Bioshock werde ich wohl am besten gleich drüben holen.

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Alles Andere

Strike

Nanu, fragt sich manch einer womöglich. Da schreibt der Roger in letzter Zeit soviel über sein (ehemaliges) Leben als Lokführer. Versucht, ein wenig hinter die Kulissen des Eisenbahngeschäfts blicken zu lassen und wirbt für mehr Verständnis. Und nun, da die Lokführer in aller Munde und nicht mehr aus den Medien wegzudenken sind, kommt nichts mehr? Hat er denn keine Meinung zu dem ganzen Streik-Hickhack?

Doch, hat er. Eine eindeutige sogar. Völliger Blödsinn, was gerade in deutschen Landen so abgeht. Zugegeben, vieles über diesen versuchten Streik weiß auch ich nur aus den Nachrichten. Wirklich betroffen bin ich ja derzeit nicht mehr, da ich nicht bei der Deutschen Bahn angestellt bin. Aber tief in meinem Herzen bin und bleibe ich Lokführer und stehe daher auch hinter den Kollegen und unterstütze ihre Bemühungen. Dennoch kann ich leider nicht mit Insiderwissen dienen. Auch habe ich bis jetzt noch mit keinem meiner ehemaligen Kollegen gesprochen. Und selbst wenn, bekäme ich von jedem ohnehin nur seine persönliche Meinung.

Was also sind die Fakten? Ganz einfach. Die Lokführer wollen mehr Geld. 31% mehr. Das ist verdammt viel, so meint man. Vergleicht man allerdings die heutige Bezahlung deutscher Lokführer mit den ausländischen Kollegen, sind 31% schon gar nicht mehr so wild. Außerdem kam die Zahl 31 ja nur zustande, weil hier eine Lohnerhöhung auch dadurch errechnet wurde, indem man die immer häufiger wegfallenden Zulagen einbezog (die Lokführer-Bezahlung ohne Zulagen ist äußerst mager).

Der eigene Tarifvertrag? Nun, wäre praktisch, soll aber wohl nur eine kleine Zugabe sein, die die Gewerkschaft GDL gerne hätte. Fraglich, ob wirklich alle Lokführer auch Wert auf diesen legen.

Die Situation? Verfahren und mittlerweile lächerlich. Das vom Gesetz erlaubte Streikrecht wird hier mit Füßen getreten. Im Ernst, ich unterstütze jeden Streik, da ein Streik wohl in den wenigsten Fällen aus einem Affekt begonnen wird. Da brodelt etwas und dem Ärger wird früher oder später Luft gemacht. Natürlich ist ein Streik immer ärgerlich. Das soll er ja auch sein. Natürlich war es schlimm, als die Ärzte streikten. Oder die Telekom Mitarbeiter. Aber sie streikten aus gutem Grund. Nur den Lokführern kann man es offenbar verbieten.

Schlimm ist einfach, dass ab jetzt irgendjemand sein Gesicht verlieren wird, egal wie die Geschichte endet. Entweder macht sich die Bahn lächerlich, oder die Gewerkschaften mit den Lokführern oder gleich der ganze Staat.

Nachbarn wie Franzosen oder Italiener schmunzeln vermutlich oder schütteln den Kopf über die Geschehnisse dieser Tage. Denn in Frankreich und Italien gehört ein Streik einfach dazu. Dort streikt man, überspitzt gesagt, auch gerne mal nur um auf sich aufmerksam zu machen. Und mit Erfolg. Die beiden Länder wissen, was sie an ihrer Eisenbahn haben und behandeln die wichtigsten Mitglieder so gut wie möglich (oder werden dazu gezwungen).

Um es auf den Punkt zu bringen: im Vergleich zum Ausland und im Vergleich zu privaten Bahnen im Inland, in Anbetracht der Verantwortung und des Arbeitspensums, in Anbetracht der häufiger werdenden Streichungen von Zulagen und Beschneidungen ist es in meinen Augen mehr als gerechtfertigt, dass die Lokführer hier für mehr Gerechtigkeit und Geld plädieren. Da mag Deutschland nun so lange anderer Meinung sein wie es will, da mag die deutsche Wirtschaft noch so lange lamentieren, dass ein Streik Millionen kosten würde, da mögen Gerichte noch so lange versuchen wollen, die Streiks zu verbieten. Es ändert nichts an der Tatsache, dass der Streik gerechtfertigt ist.

Wie auch immer hoffe ich sehr, dass diese Geschichte in irgendeiner Form gut für die Lokführer ausgehen wird. Sehen wir es mal so: Die Aufregung und die Verbote sind doch immerhin ein Beweis dafür, dass sich Deutschland trotz ständigem Nörgelns wohl bewusst ist, was sie an ihrer Eisenbahn hat. So wie die Franzosen und die Italiener auch.