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Alles Andere

Das Leben genießen

In Konstanz steht das Lago, ein Einkaufszentrum direkt am Bodensee. Also wirklich direkt am See. Sitzt man dort im Deli, einem herrlichen Restaurant im Obergeschoss des Lago, schaut man über die Gleise des Konstanzer Bahnhofs hinweg auf das Wasser und die Alpen im Hintergrund. Urlaubsfeeling macht sich breit. So achtet man auch nicht wirklich auf die Preise, bestellt das leckerste Thunfisch-Sandwich wo gibt und ein Focaccia-Sandwich mit Parmaschinken und Mozzarella, trinkt dazu Rivella und genießt. Genießt das Leben. Das sollte man viel öfter.

Und während ich sitze und kaue und genieße und mir denke, das Leben wäre nur halb so lebenswert, wenn ich auf all das Köstliche und Herrliche verzichten würde, nur um ein paar Kilogramm abzunehmen, nimmt am Nebentisch eine kleine Familie Platz. Zur Familie gehört auch eine alte Frau, geschätzte 100 Jahre alt, im Rollstuhl sitzend, den linken Arm offenbar nicht mehr funktionsfähig. Sie blickt aus trüben Augen und scheint verwirrt. All das hindert sie jedoch nicht daran, eine Zigarette in den wohl zahnlosen Mund zu stecken und selbst anzuzünden. Es hindert sie auch nicht daran, sich ein Glas Rotwein bestellen zu lassen und dieses genüsslich zu einer zweiten Zigarette zu leeren (zugegeben, die Hälfte des Glases verschüttete sie auf diverse Tüchlein während des Trinkens).

Und ich dachte mir, diese Frau genießt ihr Leben. Natürlich sollte sie aufhören zu rauchen, vielleicht ist Rotwein nicht mehr wirklich gesund für sie. Wer weiß. Vielleicht ist es aber auch scheißegal. Sie könnte auch in einem Zimmer hocken, sich von Äpfeln, Brot und Mineralwasser ernähen und auf den Tod warten. Sie aber lebte, rauchte, trank. Und als sie später von ihrer Familie hinaus gefahren wurde, winkte sie uns zum Abschied zu und lächelte. Als wollte sie uns etwas sagen.

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Alles Andere Alles Gefragt

Umgebungsgeräusche

Wenn man wie ich relativ ländlich aufgewachsen ist, in die große Stadt zieht und dann im Urlaub wieder in die Heimat fährt, so fällt einem ein gewaltiger Unterschied auf, den man zuvor gar nicht beachtet hatte. Die Umgebungsgeräusche ändern sich. Zwangsläufig. Und so fragte ich mich vor zwei Tagen, als ich erneut unter Schlafmangel leidend viel zu früh erwachte und nur das Zwitschern, Singen und Tirilieren der Vögel vernahm, wieso diese Geräuschkulisse nicht nervend ist. Weshalb sind natürliche Umgebungsgeräusche im allgemeinen nicht nervend? Wellenrauschen, Vogelgezwitscher, Wind in den Bäumen, Grillengezirp. Liegt es in unseren Genen? Oder ist reine Gewohnheit, weil man im allgemeinen mit diesen Geräuschen aufwächst? Ist für jemanden, der Zeit seines Lebens nur die Großstadt kennt, fahrende und hupende Autos, Sirenen, Stimmengemurmel und Geschrei die natürliche Geräuschkulisse? Ist so jemand schon nach kurzer Zeit gestresst, wenn er ein paar Vögeln beim Zwitschern zuhören muss? Ich hoffe nicht. Ich lauschte weiter den gefiederten Wesen vor dem Fenster und schlummerte über meine Gedanken ein.

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Alles Technisch

Do it the Segway

Um mir etwas für meinen kommenden Geburtstag zu wünschen, ist es nun leider zu spät. Aber für den 36. Geburtstag ist noch knapp über ein Jahr Zeit. Und das bräuchte man auch, um nur ansatzweise das Geld für meinen neuen Traum zusammen zu bekommen.

Heute beobachtete ich eine junge Frau, die den Duisburger Innenhafen mit einem Segway entlang cruiste. Lässig, in moderater Geschwindigkeit, mit Scheinwerfern, die den Gehweg erhellten. Sie legte sich elegant in die Kurven, sie stopte, indem sie sich etwas zurück lehnte. Und wenn sie wieder beschleunigte, war es, als spräche sie ein Zauberwort zu einem fliegenden Teppich, der sie hinfort brachte. Faszinierend. Ich wußte, ich brauche so ein Teil.

Eine schnelle Internet-Recherche später entmutigte. Das Teil kostet in Deutschland knapp 7000 Euro (inkl. Mehrwertsteuer). Dafür bekommt man schon sehr gute Gebrauchtwagen. Auch das Leasing ist mit 200 Euro im Monat nicht wirklich kostengünstig. Bliebe nur das Mieten, doch auch hier ist man erst ab etwa 250 Euro pro Tag dabei.

Wie gesagt, ab jetzt sind 367 Tage Zeit, um für mein nächstes Geburtstagsgeschenk zu sparen. Bis dahin melde ich mich vielleicht bei der einstündigen Segway-Tour durch Köln an, die gerade mal 39 Euro kostet und einem das Gefährt an den Rheinauen näher bringt. Das hat doch was. Wer kommt mit?

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Alles Geschaut

Ich liebe Pixar

Ich liebe ja so manches auf dieser Welt. Aber Pixar muss man einfach lieben. Jeden einzelnen Film, den sie heraus brachten, liebe ich. Jeden Kurzfilm liebe ich. Jede Dokumentation über Pixar liebe ich. Als ich zum ersten Mal den Trailer zum neuesten Meisterwerk Wall-E sah, musste ich glucksen vor Freude. Ich liebte diesen kleinen Roboter. Ich werde den ganzen Film lieben.

Ihr mögt mich für verrückt halten. Doch lest selbst, was ich heute bei nom nom nom entdeckte. Lest von Courtney, die beim Wall-E Trailer zu weinen begann, weil sie sich spontan in den kleinen Kerl verliebte. Lest, wie sie das Video ihres "Heulkrampfes" bei Youtube veröffentlichte. Lest, wie Pixar Mitarbeiter und Produzenten das Video sahen, sich geehrt fühlten, Courtney zu sich einluden und… ach, lest selbst, warum man Pixar einfach lieben muss. Und weshalb ich es nun noch mehr tue.

Ja, ich gebe zu, ich freue mich auf Wall-E ein klitzekleines bißchen mehr als auf The Dark Knight. (Achtet im Trailer mal auf Wall-Es romantische Avancen. Da hatte selbst ich einen Kloß im Hals.)

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Alles Gefragt

Feed-Stöckchen

Reize nie eine Vizekönigin. Und erzähle ihr nie, du würdest Stöckchen nur beantworten, wenn sie dir direkt an den Kopf geworfen werden. Denn Vizeköniginnen neigen dazu, alsdann wild mit Holz um sich zu werfen. Und so landete seit langer Zeit mal wieder ein Stöckchen bei mir. Und ich werde nicht den Fehler machen, zu erwähnen, dass ich es eigentlich mag, Stöckchen persönlich zu bekommen. Pssst.

Nun denn, beginnen wir mal der Beantwortung:

1. Welchen Feedreader benutzt Du und seit wann?

NetNewsWire. Seit ich meinen Mac habe. Interessanterweise wirklich erst, seit ich einen Mac habe. Zuvor wurden meine Feeds mit Netvibes gesammelt.

2. Wieviele Feeds hast Du abonniert, wieviele davon sind Blogs (in %)?

Mein Feedreader ist etwas geizig mit Statistiken, deshalb schätze ich meine Feeds auf knapp über 100 Stück. Die meisten davon sind Blogs (90%)

3. Wieviele Feeds liest Du täglich (wöchentlicher Schnitt)?

NetNewsWire läuft immer im Hintergrund und zeigt mir im Dock an, wieviele neue Feeds er bereit hält. Immer wenn ich nichts anderes zu tun habe, gehe ich sie durch und filtere zunächst mal nach Überschriften. Bei manchen Seiten lese ich auch gleich los, weil ich weiß, dass es mich interessieren wird, egal worum es geht.

4. Dein meistgelesenster Feed/deutscher Blog-Feed?

In letzter Zeit aus oben beschriebenem Grund allerlei Mac-Blogs und News Seiten. Ansonsten richtet sich die Häufigkeit natürlich nach der Anzahl neuer Artikel.

5. Welche Nachrichtenseiten hast Du abonniert (nenne max. 3)?

Spiegel Online, Google News, Golem

6. Dein erstes und Dein letztes Blog im Reader?

Ich habe Kategorien angelegt, die von Apple bis Web-Design und Grafik rangieren. Deshalb ist der Admartinator das erste und das Smashing Magazine das letzte Blog. Ginge es nach Alphabet, wäre weiterhin Admartinator ganz vorne und Zeniscalm am Schluss. (Sorry, Vizekönigin, du bist vorletzte, ein Z hat dich geschlagen)

7. Lesegewohnheit: alphabetisch, chronologisch, durcheinander?

Durcheinander, je nach Interesse, je nach interessanter Überschrift oder Thema.

8. Hast Du Blogs/Feeds, von denen Du nicht zugeben würdest, dass Du sie liest, im Reader?

Damit ist vermutlich so Zeug wie Promi Pranger gemeint, oder? Hmm, ich habe das Fail Blog abonniert und auch drei Schnäppchen Seiten. Das ist peinlich genug, schätze ich.

Da ich Holz nicht gerne im Weg herum liegen lasse, werfe ich diesen Stock direkt mal weiter an: B-Tina, Cait und Sebbi, in der Hoffnung, dass die sich nicht zu sehr ducken.

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Alles Lustig

Obamas Barracke

Rassismus-Vorwürfe bei der taz. Das Wortspiel in einem taz-Artikel erhitzt derzeit die Gemüter. Darf man das Weiße Haus als "Onkel Baracks Hütte" bezeichnen? In Anlehnung an Onkel Toms Hütte? Nun, weshalb nicht? Ich hätte noch einen Vorschlag: Obamas Barracke. Die Möglichkeiten mit einem Namen wie Barack Hussein Obama Schindluder zu treiben, sind mannigfaltig. Und sie werden genutzt werden, verlasst euch drauf.

Wenn Obama dann mal Präsident ist. Denn, und das muss einmal in Erinnerung gerufen werden, er ist es noch nicht. Zwar fühlt es sich an, als hätte er nach langem Wahlkampf gegen Hillary Clinton endlich gewonnen und zöge alsbald ins Weiße Haus ein (sobald sein Vormieter die Wände frisch gestrichen hat), doch es gibt da noch einen, der den Mietvertrag gerne unterschreiben würde. Der richtige Wahlkampf kommt erst noch. Also liebe Berliner, wenn ihr Barack gleich zu Hunderttausenden zuhört und -jubelt. Er ist kein Berliner und auch kein Präsident. Noch nicht.

Übrigens wird auch sein Kontrahent McCain, die alte Kartoffel, sich mannigfaltigem Spott über seinen Namen stellen müssen. Dann wird das Weiße Haus schnell zu Johns Frittenbude. Wetten?

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Alles Geschaut

Mit iPhone Zerstörung werben

Schrecklich ist das. Auf der ganze Welt warten Fans des iPhones darauf, endlich eins in die Finger zu bekommen und werden zwecks Lieferengpässen weiter vertröstet. Während sie ohne iPhone ins Internet müssen und die neuesten Neuigkeiten über das Objekt ihrer Begierde suchen, stolpern sie mit einem Male über das Video des amerikanischen BlendTec-Doktors. Das Video hatte ich neulich vorgestellt. Um Werbung für einen Mixer zu machen, der offenbar alles klein bekommt, wirft der Kerl im weißen Kittel auch ein iPhone in das Küchengerät. Das Endergebnis ist Staub. Ob sich der Mixer dadurch besser verkauft, weiß ich nicht. Medienwirksam ist es, zumindest bei den iPhone-Begeisterten, die plötzlich ganz entgeistert sind.

Aber als sei das nicht schlimm genug gewesen, springen nun auch die Deutschen auf den Zug. Das Video mit dem legendären Jean Pütz und Jean Paul entdeckte ich auf Aptgetupdate (ein schrecklicher Name übrigens, ich vertipp mich immer), gleichzeitig schickte mir ein Freund den Link zum Ursprung des ganzen Theaters. Des Bauherrntheaters des Dübel-Herstellers Tox. Was die mit dem iPhone anstellen… nun, seht es euch besser selbst an.

Ein gewisser Witz lässt sich ja nicht leugnen. Aber Leute, ehrlich, muss das denn sein? Wenn ihr zuviele iPhones habt, dann gebt mir eins. Ich mach auch Werbung für euch. Immer diese sinnlose Zerstörungswut. Übel übel, sprach der Dübel.