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Alles Erzählt

Die Schweiz ist anders

Die Schweiz ist anders. In so mancher Hinsicht. Hin und wieder muss man sich als deutscher Bürger in Erinnerung rufen, dass es doch ein anderes Land ist, auch wenn die Einwohner fast Deutsch sprechen. Für mich, der in Grenznähe zur Schweiz aufwuchs, nicht immer einfach. Beispiele? Hier in der Schweiz laufen die Menschen mit Dosen in der Hand herum und der Müll landet in einem Sack. Ein Beweis, dass es möglich ist, Recycling auch unkompliziert und ohne hohe Kosten für die Verbraucher auf den Weg zu bringen. Auch das "kostenlose" Herunterladen von Musik ist in gewissen Grenzen legal. Solange der Download nur für den Eigengebrauch bestimmt ist, muss man sich nicht davor fürchten, alsbald die Polizei vor der Tür stehen zu haben. Auch das Thema Kiffen behandeln die Schweizer weit liberaler (vielleicht sogar teilweise zu liberal) als die Deutschen. Kinofilme werden in der Schweiz fast grundsätzlich im Originalton gezeigt. Elektronikartikel sind teuer. Mobilfunk ist günstig. Es gibt dutzende von Beispielen, was an der Schweiz, hm, sagen wir mal, anders gelöst ist, als in Deutschland. Ob alles besser ist, kann man schlecht sagen und würde auch den Rahmen eines Blogeintrags sprengen.

Zum Thema Fernsehen fällt sofort zweierlei auf. Großartige Serien zeigt das öffentliche Fernsehen. In Deutschland mittlerweile undenkbar. Noch drolliger wird der Unterschied beim privaten Fernsehen und der Werbung. Alle Privatsender wie Sat.1, RTL, Pro7 etc gibt es auch als schweizerische Schwestersender. Dort läuft hauptsächlich das gleiche Programm wie in Deutschland. Nur die Werbung wird anders gestaltet. Zwischen typisch Schweizer Werbungen für typisch Schweizer Produkte und Dienstleistungen finden sich auch europäische bzw. deutsche, die aber allesamt synchronisiert werden. Was mich immer wieder zum schmunzeln bringt. Denn Schweizerdeutsch ist nun mal anders und etwas drolliger als "Schriftdeutsch" (wie man hier sagt). Bekannte Werbungen dann mit diesem Dialekt zu hören, lässt einen eher in einer Parodie wähnen. Selbst die Spots für die Sex-Hotlines (keine Fragen – wenn man sonst kein Entertainment hat, läuft eben der Fernseher auch des Nachts, wo solche Werbungen gezeigt werden) sind mit Schwyzerdütsch und oftmals auch mit Gejodel und typischer Musik unterlegt. Da muss man schon sehr großen Druck haben, um sich von Derartigem scharf machen zu lassen. Mich amüsiert es mehr.

Ich genieße meine Zeit hier in der Schweiz. Mittlerweile habe ich aufgehört zu versuchen, die Preise umzurechnen. Ich lebe mehr wie im Urlaub, wo man nicht so sehr auf die Preise achtet. Worauf ich Lust habe, hole ich mir. Und so langsam entwickle ich auch ein Gefühl dafür, was zuviel kostet und was nicht.

Ja, die Schweiz ist anders, in so mancher Hinsicht. Ich befinde mich in einer Art Paralleluniversum. Es sieht fast aus wie Deutschland, es klingt fast wie Deutschland, es fühlt sich fast wie Deutschland an. Und ist doch etwas völlig anderes. Und allein schon deshalb so spannend.

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Alles Technisch

Mein iPhone ist bestellt

Heute, Sonntag, 12 Uhr. Ich rufe bei der Telekom-Hotline Nummer an und bin etwas verdutzt, wie schnell sich eine überaus nette Mitarbeiterin meldet. Sie beglückwünscht mich zur Wahl meines weißen 16GB-iPhones und nimmt meine Daten auf. Sie sagt, die Lieferzeit betrüge (oder heißt es beträge?) derzeit etwa zwei bis drei Wochen. Was in diesem Fall ein wenig mit meinem Schweiz-Aufenthalt kollidieren würde. Ich setze die Bestellung aber fort. Und versuche den strengen Blick der damalige Freundinn zu ignorieren, die so gar nicht mit meiner Bestellung einverstanden ist. Ich freue mich einfach im Stillen und hier im Blog. Bald ist es soweit.

P.S.: Mein herzlicher Dank geht an Dirk, der mir den Code für die For-Friends-Aktion besorgt hat und ich somit etwas günstiger in den Genuss meines Phones komme. Ebenfalls vielen Dank an Kai, der den Kontakt herstellte.

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Alles Andere

Lassen Sie mich durch

"Sehr geehrte Fahrgäste. Sollte sich in diesem Zug ein Arzt befinden, so möchten wir ihn bitten, sich im Bistrowagen zu melden. Vielen Dank." Nur wenige Sekunden nach dieser Durchsage hetzen eine Handvoll junge, engagierte Männer durch den Gang. In ihren Gesichtern steht der hippokratische Eid geschrieben, ihre Augen leuchten, ihr Blick ist ernst und fokussiert. Ich hoffe, einer von ihnen trägt den Nachnamen House. Und ich erinnere mich an einen lange gehegten Wunsch. Den, mich durch eine Menschenmenge zu drängeln, die bedeutungsschwangeren Worte "Lassen Sie mich durch. Ich bin Arzt" zu rufen und mit Wohlwollen festzustellen, dass ein jeder zur Seite tritt und Platz schafft. Dieser Wunsch kommt gleich nach dem, mich in einem voll besetzten Lokal an den dort stehenden Flügel zu setzen, eine Elton-John-Performance hinzulegen und damit alle anwesenden Damen heiß und die Männer neidisch zu machen. Hach ja. Dann beobachte ich weiter die Regentropfen an der Scheibe, die Spermien gleich zu einem Ei im hinteren Zugteil eilen.

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Alles Lustig

Bielefeld?

"Wo fährst du denn hin?"

"Nach Duisburg. Und du?"

"Nach Bielefeld."

"Glaub ich nicht."

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Alles Gefragt Alles Technisch

Strom von rechts

Die Stromzufuhr meines Macbook Pros findet auf der linken Seite statt. Dort nähert man sich mit dem Magsafe-Anschluss, der dann magnetisch einrastet und das Kabel in Richtung Steckdose führt. Und diese scheint in meiner Umwelt immer auf der rechten Seite zu sein. Im Ernst, mir fiel auf, dass egal wo ich mich befinde, das Kabel wieder auf die andere Seite muss, weil die Steckdosen stets zu meiner Rechten platziert sind. Zufall? 

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Alles Erzählt

Degustieren

Eben, in meinen üblichen 30 Minuten (60 Minuten, wenn man ganz lieb bittet und freundlich lächelt), unterbrach mich eine Starbucks-Mitarbeiterin, ihres Zeichens Coffeemaster, um mir den neuen Kaffee im Programm näher zu bringen. Sie zeigte mir, wie man Kaffee richtig degustiert, erklärte mir, was ich gerade schmeckte (nicht bitter, leicht im Abgang, lieblich, keine Nuss-Note), wieso der Kaffee Verona hieß (wegen Romeo und Julia), warum ein leicht salziges Brötchen dazu passte (das sie mir ebenfalls reichte, mit einer Art Frischkäse bestrichen). Wir schnupperten, schlürften und tranken. Ich nickte, aß das Brötchen und beschloss, das nächste Mal vielleicht doch mal einen normalen Kaffee zu bestellen und nicht immer nur den White Café Mocca. Währenddessen balancierte im Hintergrund eine junge Frau ihre Tasse Kaffee in der einen Hand, ihr Macbook in der anderen und ihr Handy zwischen Schulter und Ohr zu einem Tisch in der Nähe. Sie stürzte beinahe. Sie wollte nicht degustieren.

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Alles Persönlich

Pfad finden befreit

Manchmal neige ich dazu, zuviel zu zu erklären. Hin und wieder wäre es besser, euch meine Leser, nicht nur mit lesen und mit machen, sondern auch mit denken zu lassen. Ich muss schließlich nicht jeden einzelnen meiner Gedanken erklären. Ihr könnt euch selbst ein Bild machen. Selbst entscheiden, ob ihr mit mir übereinstimmt oder anderer Meinung seid. Oder ob ihr überhaupt versteht, was ich meine. Und zum Test möchte ich einfach mal folgendes sagen: Es beruhigt mich irgendwie ungemein, wenn ich jugendliche Pfadfinder sehe. So.