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Alles Persönlich

In Da House

Eine meiner absoluten Lieblingsserien derzeit ist Dr.House. Ich finde ihn einfach klasse, seine Art, seine Sprüche und seine konsequente Art, wirklich niemals auch nur aus Versehen nett zu sein. Eigenartig, wie man so jemanden mögen kann. Ich mag die Atmosphäre der Serie, den lakonischen Humor, die Beziehungen zwischen den Figuren (in der vierten Staffel übrigens nicht mehr ganz so – wenn Cameron und Chase nicht mehr zum Team gehören und nichts beizutragen haben, sollten sie weg. Ebenso ist Foreman sehr ungeschickt wieder eingeführt worden) und natürlich auch die meist absurden Fälle. Es ist nie Lupus.

Man kann Serien ebenso wie Filme, Musik und Bücher mögen oder eben nicht. Ich mag Dr.House. Aber ich muss etwas gestehen. Ich verstehe es nicht immer. Klar, in keiner Serie wird mit mehr Fachbegriffen um sich geworfen als hier. Manchmal werfen sich die Leute minutenlang Namen von Krankheiten und Körperteilen an den Kopf, ohne dass ich nur den geringsten Schimmer habe, wovon sie sprechen. Egal. Was mir mehr zu schaffen macht, ist, dass ich viele Dialoge nicht verstehe. Dass ich nicht weiß, was House gerade zu sagen versucht. Dass ich nicht weiß, was Wilson, sein einziger Freund, gerade meint. Oder worauf Cuddy hinaus will.

Oft springen die Dialoge im Sekundentakt hin und her. Es geht um den Fall und im nächsten Satz wieder um persönliches, wieder um den Fall, dann eine Beleidigung. Ein Stakkato an Sprüchen, die so oft nicht zusammen passen wollen. Oder erst, wenn ich Zeit hatte, darüber nachzudenken. Das alles ist natürlich sehr cool, weil House sehr cool ist. Umso uncooler ist es, zugeben zu müssen, manchmal recht ratlos da zu sitzen.

Wovon haben die jetzt gesprochen? Wen hat er jetzt gemeint? Wie kam er jetzt darauf? Ich glaube, ich bin zu langsam für die Serie. Oder zu doof. Aber ich mag sie trotzdem. Sehr sogar. Und irgendwann ist es bestimmt doch Lupus.

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Alles Erzählt

Instantgetraenk mit Apfelaroma

Meine Leute, die aus ihrem Türkei-Urlaub zurück sind, haben mich und die damalige Freundin reich beschenkt. Heute kam ein Paket in dem sich unter anderem eine merkwürdige kleine Packung befand. Akdeniz Apple Flavoured Instant Drink. Ich habe keine Ahnung, weshalb meine Mum mir das schickte. Weil sie denkt, dass es mir schmeckt? Oder weil Apple drauf steht? Oder weil der Text am Rand der Packung so witzig ist? Der lautet nämlich folgendermaßen:

Warm: Giessen Sie zwei Teelöflel aus Apfel in ein Teeglas mit vollem Heisswasser ein und mischen Sie es.

Kalt: Giessen Sie ein Esslöffel aus Apfel in ein Glas mit vollem Kaltwasser ein und mischen Sie es ganz gut. Sie können unser Produkt "Aromatisierter Apfel" zur Herstellung von Königskucken, Tortenstück, Gelee, Speisseeis und Pudding gebaruchen.

Inhalt: Zucker, Zitronensaure, Naturahniche aromatizierte Apfel, Klumpen Sperrende (Tri kalzium Phosphat), Vitamin C, Farbe (Karamel E150a)

Gut, ich frage mich noch, weshalb man für das warme Getränk nur einen Teelöffel braucht, während man das Kaltgetränk mit einem Eßlöffel zubereitet. Aber die Hautpsache ist, es ganz gut zu mischen. Und ich bin schließlich auch froh, dass Klumpen sperrende drin sind. Wer will schon Klumpen. Danke, Mum. Den obigen Text habe ich übrigens richtig falsch abgetippt. Ischwör.

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Alles Persönlich

Ich bin ansteckend

Irgendwann wurde ich zum Fanboy. Schleichend, ohne dass ich es bemerkte hätte oder etwas dagegen hätte unternehmen können. Ich schielte schon immer sehnsüchtig zu allen Apple Produkten herüber, versuchte mich immer, mit gesundem Menschenverstand und Logik vom Kauf abzuhalten. Dann erstand ich einen iPod und es war geschehen. Der Weg bis zu meinem Macbook war lange, beschwerlich und leider auch zu oft nervtötend (aus mehreren Gründen). Doch irgendwann war auch er vorbei. Ich war Apple-Jünger. Wobei, nein, ganz so stimmt das nicht. Meine Faszination für Apple Produkte lag noch weit hinter der echter Jünger, hinter echten Fanboys, die alles, aber auch wirklich alles in den Himmel lobten, das Apple produzierte. Ein wahrer Fan steht zu seinem Verein, egal ob er gewinnt oder verliert, so heißt es. Ein echter Apple-Fan tut dies auch. Und wo ich anfangs auch die Negativ-Seiten aufzeigte oder immer wieder versicherte, dass mein Windows Rechner gut funktioniert hätte, so wurde es bald leise. Wie gesagt, es begann schleichend.

Schon wenige Tage nachdem ich mein Macbook zum ersten Mal in den Händen gehalten und benutzt hatte, fing ich an, festzustellen, um wieviel schöner mein (Computer (Nerd))-Leben werden würde.Und ich sollte Recht behalten. Nie zuvor hat es mir soviel Spaß gemacht, am Computer zu arbeiten (und wenn ich sage arbeiten, meine ich all die Sachen, die man außer Spielen oder Filmegucken macht). Das Betriebssystem dachte so schön mit, nahm mir so viel ab, behelligte mich so gut wie nie und lief einfach wie eine Eins. Und dazu war es noch außergewöhnlich schick. Wenn die damalige Freundin nebenan ihren Vista-Rechner aufklappte und wieder stöhnte, weil er ewig zum Starten brauchte, ein Programm immer wieder abstützte, ständige Abfragen nervten und ungewiss war, wo er gewisse Dinge abspeicherte, seufzte ich leise in mich hinein und streichelte den Deckel meines Macs.

Ja, als Apple-Fanboy, -Jünger, -Nutzer ist man der Logik abgewandt. Man entwickelt Emotionales, wenn man einen Mac besitzt. Einen Mac kauft man nicht, weil man ihn braucht, sondern weil man ihn will. Nicht der Kopf kauft ihn, sondern das Herz und der Bauch. Langsam fing ich an, Vista zu verteufeln (wohlgemerkt, nur Vista, was wohl hauptsächlich für den derzeitigen Run auf Apple-Rechner verantwortlich ist). Mehr und mehr wurde mir bewusst, wie grau und trist mein Leben am Computer vorher war. Und ich sagte das. Ich ging hinaus und missionierte. Aber nicht auf eine Zeugen-Jehovas-Art, sondern einfach, indem ich tat, was ich tat. Ich klappte mein Macbook auf, ich demonstrierte und ich erzählte. Ich zeigte, führte vor, so als würde ich Provision oder einen Platz im Himmel bekommen. Und je mehr ich ins Schwärmen geriet, um so mehr fiel mir auf, wie sehr meine Zuhörer aufnahmen, was ich sagte. Sie waren wie leere Gefäße, entnervt und frustriert. Sie hatten Fenster, durch die sie nicht mehr hindurch sehen konnten (Fenster, Windows, haha) und dann kam ich und verschaffte zum ersten Mal Durchblick. In dem ich zeigte, wieviel Spaß es machen kann, einen Computer zu benutzen. Ich steckte an.

Infiziert sind mittlerweile die damalige Freundin, die sich demnächst ein Macbook kauft, eine Freundin, die sich demnächst ein Macbook und vorher womöglich ein iPhone holt und meine Mutter, die sich alsbald einen iMac zulegen wird. Sie alle habe ich nicht überredet, ich habe sie nicht beschworen. Ich habe sie nur angesteckt. Weitere Menschen in meinem Umfeld zeigen erste Symptome, doch ihr Verstand und ihr Geldbeutel wehren sich noch. Ähnliches gilt auch für das iPhone. Kaum jemand, der dem Charme dieses kleinen Gerätes widerstehen kann. Oder mir, der mit leuchtenden Augen vorführt, zeigt, erzählt und strahlt.

Ich bin ansteckend, ich bin krank. Und bin ich auch blind? Denn das muß noch mal gesagt werden, der echte Fan ist blind und blendet Negatives aus. Nein, ich bin nicht blind, ich tu nur so. Auch in meinem Mac fror schonmal was fest, es stürtzte auch schon mal was ab. Ich musste ihn auch mal Kaltstarten. Einmal sponn die Grafik und mehr als einmal findet er beim ersten Aufwachen aus dem Ruhezustand mein WLAN nicht. Es passiert. Auch ein Mac ist nur eine Maschine und keine Maschine funktioniert immer zu 100%. Aber würde ich dergleichen öffentlich zugeben? Nö, mein Mac ist perfekt und funktioniert immer zu 100%. Ebenso mein iPhone (das hin und wieder Probleme beim Telefonieren zeigt, manche Programme abstürzen, die Rechtschreibkorrektur noch immer ein Graus ist und die Akkulaufzeit auch besser sein könnte).

Also hütet euch vor mir. Lasst euch nicht anstecken. Fragt mich nicht und lasst euch nichts von mir zeigen. Außer ihr seid schon infiziert (ha, ich weiß, wer gleich kommentieren wird) oder vollkommen resistent (ha, ich weiß, wer gleich kommentieren wird).

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Alles Gespielt

MTV Game One

Noch nie habe ich es verstanden, weshalb das Thema PC- und Konsolenspiele im Fernsehen so stiefmütterlich behandelt wird. Schließlich spielt mittlerweile fast jeder, egal ob am Rechner, am Fernseher, oder mobil. Und mit Games werden nachweislich mehr Dollar umgesetzt als in der Filmindustrie. Dennoch gibt es im deutschen Fernsehen nur eine Sendung, die regelmäßig über Neues und Interessantes auf dem Spielemarkt informiert. MTVs Game One.

Woran liegt das? Ist es wirklich nur mangelndes Interesse der Zuschauer? Oder hat da das Internet mittlerweile weit die Nase voraus? Ist das passive Medium Fernsehen einfach nicht geeignet, um aktive Unterhaltung wie Spiele an den Mann zu bringen? Aber wieso gibt es dann soviel mehr Game-Zeitschriften? (Wobei auch hier der Markt rückläufig ist). Oder sind Spiele in den Augen der Senderchefs entweder Kinderkram oder gefährliche Ego-Shooter-Massenmörder-Inspirationen? Und um nochmal den Vergleich zur Filmindustrie heranzuziehen: Es gibt auch keine vernünftige Sendung über Kino. So gesehen scheint das deutsche TV alles zu ignorieren, was man jenseits des Fernsehkonsums zum Zeitvertreib tun kann. (Selbst Elke Heidenreich liest nicht mehr)

Doch zurück zu Game One auf MTV. Auch diese Sendung hat es nicht leicht. In wunderbarer Regelmäßigkeit wird ihre Länge verändert. Oder der Sendeplatz. Was dazu führt, dass ich mehr Folgen verpasse, als mir lieb ist. Denn ich mag die Sendung. Und ich mag die beiden Moderatoren. Simon Krätschmer und Daniel Budimann führen durch das Programm, stellen neue Spiele für alle Systeme vor, führen Interviews und zeigen auch Hintergrundberichte. Und dazwischen machen sie viel Quatsch. Da werden mit Green-Screen und Außenaufnahmen kleine Einspieler produziert, da wird teils plumper Humor benutzt oder Filmschnipsel werden eingestreut. Eine Menge Aufwand und stets an der Grenze zum kindischen und zur Lächerlichkeit. Aber irgendwie charmant. Die beiden Jungs machen das alles mit soviel Witz und Spaß an der Sache, dass auch der Zuschauer seine Freude hat.

Und dann kommt noch dazu, dass sie fundiertes Wissen und kritische Bewertung an den Tag legen, die weit abseits von McDonalds-Spiele-Promotions liegt. So wird beispielsweise nicht nur erzählt und gezeigt, dass ein neuer Call-of-Duty-Teil auf dem Markt ist. Nein, man spricht öffentlich über die moralischen Bedenken, zeigt Spieleszenen, die grenzwertig sind und gibt dem Titel mutig einen faden Beigeschmack. Was dem Zuschauer wieder beweist, dass Spiele auf dem Bildschirm eben nicht nur aus Schießen und Töten bestehen sollen. Game One geht mit dem Thema tatsächlich auch differenziert um.

Diese Mischung aus plumpem Klamauk, kritischem Betrachten und den sympathischen Moderatoren macht für mich den Reiz der Sendung aus. Denn jenseits des Gaga Giga-Programms (zu 95% nur für unter 16-Jährige zu ertragen) ist Game One die letzte Bastion der Spieleberichterstattung im Fernsehen.

Wer, wie ich, immer wieder die Folgen verpasst, kann sie natürlich auch online sehen, was mich zu meiner anfänglichen Frage bringt: Ist das Internet in Sachen Spiele weiter und vielleicht auch geeigneter? Schwer zu sagen, denn interessanterweise macht Game One im Netz nicht so viel Spaß. Im Netz suche ich gezielt nach Informationen, da will und kann ich mich nicht berieseln lassen. Da will ich auch keinen Klamauk, da will ich Szenen aus dem Spiel, eine Bewertung und die Frage beantwortet haben, ob ich es kaufen kann. Lässig auf dem Sofa liegend, macht es viel mehr Spaß, eine Show zu sehen, gut gelaunte Leute vor der Kamera und witzige Ideen.

In Sachen Spiele ist MTV ja glücklicherweise noch sehr engagiert. Die MTV Game Awards stehen an. Diese werden zwar nie den Stellenwert eines EMA bekommen, aber immerhin. Und sagte ich eben "noch"? Nun, wie man allerorten lesen kann, ist MTV (und die Tochtersender Viva und Comedy Central) in argen Geldnöten. Sendungen werden gestrichen, VJs ihres Jobs beraubt.

Bitte MTV, lasst Game One nicht sterben. Kürzt es auch nicht wieder. Seid mutig und zeigt Game One prominenter. Ihr habt da wirklich eine kleine Perle, die eine komplett brachliegende Nische nutzt. Bitte füllt euer Programm nicht nur mit weiteren Kuppel- und Castingshows und anderem Mist (By the Way: Zeigt ihr eigentlich überhaupt noch Musikvideos? Wenn ja, wann?).

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Alles Lustig

Dieser alte Gag

Gestern rief ich das türkische Hotel an, in dem meine Familie derzeit ihren Urlaub verbringt, mit dem Ziel, meinem Stiefvater zu seinem sechzigsten Geburtstag zu gratulieren. Ein türkischer Rezeptionist meldet sich, ich verstehe natürlich kein Wort. Deshalb lautet meine erste Frage: "Verstehen Sie auch Deutsch?" Und natürlich, natürlich antwortet er: "Nein." Ja, ne, is klar.

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Alles Geschaut

Young@Heart

Dies ist ein dot-friends.com Review.

Nein, die Band, die den Song geschrieben hat, heißt nicht Crash. Und die CD muss so in den Player gelegt werden, dass die spiegelnde Seite nach unten zeigt. So manches ist den Senioren fremd, die sich mehrmals die Woche treffen, um ihren nächsten großen Auftritt zu proben. Sie alle gehören zum Ensemble des Young@Heart-Chors. Kaum einer der Mitglieder ist unter 80 Jahren alt. Doch das ist nicht das erstaunliche an dem Chor. Sondern die Auswahl der Songs, die sie vortragen. Eigentlich nicht ihrer Altersklasse entsprechend, studieren sie Rock- und Pop-Songs ein, Punk und Soul ist ihnen ebenfalls nicht fremd. Obwohl – eigentlich ist ihnen das alles so fremd, dass die Auftritte erfrischend anders, schräg aber doch wundervoll authentisch klingen.

Stephen Walker begleitete und filmte den äußerst erfolgreichen Chor mehrere Wochen bei den Proben. In dieser Zeit probten die Senioren für den nächsten Auftritt in ihrer Heimatstadt und die Kamera ist von Anfang an dabei, wenn Bob, der Chorleiter die neuen Songs vorstellt, die es zu lernen gilt. Im Laufe des Films lernt man einige der Sänger näher kennen. Estelle, die ehemalige Stripperin oder Joe, der jeden Text innerhalb eines Nachmittags auswendig kann. Jeder von ihnen ist ein herrliches Original. Ihnen allen gemein ist die Liebe und die Begeisterung für das Singen. Kaum einer von ihnen kann es wirklich gut, aber dafür mit umso mehr Inbrunst.

Walker begleitet den Chor, lässt seine Hauptpersonen im Interview zu Wort kommen und entlockt ihnen so manches Bonmot und wunderbare Anekdoten. Sie erzählen, wie wichtig es ihnen ist, Mitglied des Chors zu sein, welche Kraft ihnen das gibt. Sie zeigen sich teils fast jugendlich verspielt und übermütig. Sehr schnell gewinnt man als Zuschauer jeden Einzelnen lieb. Was auch gewisse Gefahren birgt.

Denn nicht nur die Leidenschaft für den Chor ist den Senioren gemein, sondern auch die unumgängliche Nähe zum Tod. So trifft es einen bis ins Mark, wenn Bob Silvani nach langem, schwerem Kampf letztlich doch verstirbt. Und man kann sich der Tränen spätestens dann nicht mehr erwehren, wenn der Chor eine Stunde nach Erhalt der Nachricht über den Tod ihres Freundes in einem Gefängnis den Häftlingen "Forever Young" von Bob Dylan vorsingt. Und die Knackis wie versteinert dreinblicken.

Die Dokumentation bietet überraschend viele solcher Momente, in denen sich die Stimmung schlagartig ändert. Teils weiß man gar nicht mehr, ob man aus Trauer weint, oder weil man so entzückt ist ,oder weil wieder etwas so unfassbar lustiges passiert ist. Ich habe es schon so oft geschrieben, dieses Zitat "der hat kein Herz" aber ich nutze es gerne wieder. Wer spätestens bei Coldplays "Fix You", das eigentlich ein Duett hätte sein sollen, nicht weint, der hat kein Herz.

Irgendwann sagt Joe, es sei der Gesang, der ihn so lange am Leben gehalten hätte. Dieses Ziel, wieder auf der Bühne zu stehen und dort das Publikum zu verzücken. Die Kamera entfernt sich dabei von ihm, während er seine sechste Bluttransfusion erhält und man bereits weiß, dass der Krebs wieder da ist. Für einen Moment bleibt alles still.

Young@Heart ist ein wunderbarer Film, nicht nur über einen Chor von Senioren. Er ist eine Ode an die Leidenschaft, ein Lobgesang auf das Älterwerden mit Freude und Lust. Ein Denkmal gegen das Aufgeben und für die Begeisterung für das Leben an sich. Am Ende sagt eine der Zuschauerin: "Ich werde mich nie wieder darüber beklagen, älter zu werden oder mich müde zu fühlen." Dem kann ich nur zustimmen. Alt werden ist nach diesem Film nur noch halb so schlimm.

Genau so sollen Kinofilme sein. Sie sollen interessante Geschichten erzählen, mit interessanten Darstellern und sie sollen einen zum lachen und zum weinen bringen. Manchmal glaube ich doch daran, dass Kino nicht verloren ist. Übrigens fand ich es sehr begrüßenswert, dass lediglich die Stimme des Erzählers synchronisiert und die Dialoge, Interviews und Gesänge im englischen (untertitelten) Original belassen wurden.

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Alles Persönlich

Mir ist kalt

Ich gebe zu, ich mag es warm. Mir ist der Sommer um einiges lieber als der Winter. Wenn ich die Wahl hätte, ob ich lieber schwitze oder friere, würde ich das Schwitzen wählen. Auch wenn dies ebenfalls unangenehm ist – ich bin weit schneller abgekühlt als aufgewärmt. Ja, das Aufwärmen braucht bei mir eine Zeit. Im Winter gehe ich auch oft mit kalten Füßen ins Bett. Und nein, ich bin keine Frau. Genau da liegt aber das Problem. Bei uns im Büro herrscht ständiger Sauerstoffmangel. Dieser wird nicht dadurch ausgeglichen, dass man hin und wieder einmal die Fenster öffnet und Stoß lüftet, so wie alle Umweltschutz- und Energiesparpäpste es predigen. Bei uns bleiben die Fenster geöffnet. Manchmal denke ich sogar, man hat die Scheiben einfach heraus genommen und auf’m Flohmarkt verscherbelt. Im Sommer mag das noch angehen. Nur bei Außentemperaturen von knapp über zehn Grad finde ich es übertrieben. Denn ganz schnell herrschen auch INNEN nur zehn Grad.

So weit, so hässlich. Ganz schlimm wird es für mich aber, wenn ich auf diesen Umstand hinweise und bitte, die Balkontür zu schließen. Dann bekomme ich folgendes zu hören: "Mein Gott, is’ ihm wieder kalt. Bist du weibisch. Bist du ein Warmduscher. Bist du ein Schwächling." Wenn man mir die Sprüche an den Kopf wirft, ist das aber immer noch nicht schlimm genug. Besonders ätzend finde ich es, wenn man in der dritten Person von mir spricht: "Du willst doch wohl nicht raus zum rauchen, oder? Du kannst jetzt nicht auf den Balkon, die Tür muss geschlossen bleiben, weil sonst der Roger erfriert."

Ja, ich habe es gerne kuschelig. Und auf der Arbeit habe ich es gerne wohltemperiert. Und damit meine ich die üblichen 20 Grad Celsius. Eine Schande, dass ich mich offenbar dafür schämen muss. Klimawandel und Erderwärmung, wo seid ihr, wenn man euch mal braucht?

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