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Alles Andere

Vom Umziehen vorm Umziehen

Und wieder ist es soweit. Die Kartons stapeln sich, die Wände leeren sich. Ich ziehe um. Aber diesmal nicht allein, denn die damalige Freundin zieht mit. Wir ziehen zusammen, in eine riesige Drei-Zimmer-Wohnung (in der man sich zur Not auch wunderbar aus dem Weg gehen kann), mit Badewanne, trockenem Keller und Edeka auf der anderen Straßenseite. Es geht diesmal in den Süden Duisburgs, fast an die Stadtgrenze zu Düsseldorf und man sagte uns, die Einwohner dieses Stadtteils zählten sich auch eher zur Landeshauptstadt und würden sich als Rheinländer bezeichnen, nicht als Potter. Sehr sympathisch. Ich freu mich riesig.

Seit Wochen steh‘ ich auch etwas neben mir. Selten zuvor hat mich ein Umzug bereits im Vorfeld so gestresst wie dieser hier. Aus vielfachen Gründen, die ich hier gar nicht alle aufzählen kann/darf/will. Morgen kommen die ersten Freunde/Kollegen, wir holen einen Transporter aus einem hiesigen Baumarkt, dann geht es los. Erstmal nur Kartons und Kleinteile. Am Sonntag dann helfen uns zwei kräftige Kollegen/Freunde bei den schweren Sachen wie Küche, Kühlschrank, Waschmaschine etc. Am Montag dann erreicht uns die erste Lieferung neuer Möbel, inklusive wunderbarem neuen Sofa. Auf dem ich garantiert sofort einschlafe, sobald die Folie entfernt ist.

Für mein Onlineleben bedeutet der Umzug natürlich wie immer kürzer treten. Nicht nur, weil mir in den nächsten Tagen die Zeit fehlen wird. Sondern weil es ja Wochen und Monate geht, bis man wieder eine funktionierende Internet- und Telefonleitung hat. Und das obwohl ich mich diesmal nur mit einem Anbieter ärgern muss. 1&1 kündigte an, es könne etwa fünf bis sechs Wochen gehen. Ob ich damit einverstanden sei, hatte die Dame von der Hotline gefragt. Hatte ich denn eine Wahl? Vor zwei Wochen dann ein weiterer Anruf, diesmal beruhigte man mich ein wenig und erklärte, ich könne damit rechnen, spätestens in der zweiten Dezemberwoche wieder online zu sein. Mit voller Geschwindigkeit und Home-Server. Warten wir es ab.

Es wird also erst mal wieder etwas ruhiger hier. Und wie immer gilt: bleibt mir treu, stellt nichts an, wir lesen uns dann. Bis bald.

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Alles Geschaut

Where the Hell is Matt 2008

Matt sollte jedem Internet-Nutzer ein Begriff sein. Denn was Matt veranstaltet, ist einfach wunderbar. Er reist um die Welt um vor beeindruckenden Kulissen, in abgelegenen Orten, an verrückten Plätzen oder schlicht um die Ecke einen lächerlichen Tanz aufzuführen. Immer in der Mitte des Bildschirms, immer schnell weiter zum nächsten Land, dessen Name im Untertitel eingeblendet wird. Dazu spielt jedesmal eine wunderbare Musik. Jetzt hat Matt sein Dancing Video 2008 veröffentlicht und ich finde es das schönste bisher. Lasst euch einfach die nächsten paar Minuten bezaubern.

Gefunden bei sebbi.

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Alles Persönlich

Umzugslicht und Umzugsradio

Schon mal aufgefallen? Licht von unten erinnert immer an Umzugslicht. Radio aus kleinen Transistorgeräten klingt immer wie Umzugsradio. Ihr merkt schon, ich hänge voll drin.

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Alles Erzählt

iPhone-Besitzer und Hunde-Besitzer

Hundebesitzer kommen bei ihren Spaziergängen immer wieder ins Gespräch. Anfangs vielleicht nur mit den Sätzen "Ist das ein Rüde?", "Keine Angst, der will nur spielen." oder "Nehmen Sie gefälligst ihren Scheißköter an die Leine!" Doch mit der Zeit begegnet man sich allnachmittäglich, plaudert, tauscht sich aus und sieht den Hunden zu, wie sie tollen und schnuppern. Mit einem Hund hat man immer Gesprächsstoff und die Besitzer haben sich immer was zu sagen.

Mit iPhone-Besitzern ist das genauso, wie mir neulich im Zug auffiel. Als iPhone-Besitzer gehört man automatisch einer ganz speziellen Gruppe von Menschen an, die sich ebenfalls austauschen und immer Gesprächsthemen finden. Sobald man das iPhone herausholt, werfen einem die Leute Blicke zu, die einen neidisch, die anderen mit wohlwollendem Lächeln, während sie ebenfalls ihr iPhone auspacken. "Kommen Sie mit der Tastatur zurecht?" "Haben Sie schon die neue Firmware-Version?" "Darf ich fragen, wo Sie diese Tasche für ihr iPhone gekauft haben?" Letzte Frage habe ich vorgestern im Zug gestellt und so auf einfache Art und Weise einen Weihnachtswunsch entdeckt.

Wenn ich dann doch irgendwann mal einen Hund habe, werde ich dann gar nicht mehr in Ruhe gelassen?

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Alles Gehört

80er Music Video Quiz

Habt ihr früher MTV geguckt? Damals, als das M noch für Music stand und man tatsächlich Musikvideos in diesem Sender sehen konnte. Es ist lange her. So lange, dass ihr gleich mal versuchen könnt, welche Videos aus den Achtzigern euch in Erinnerung geblieben sind. Bei mir sind es immerhin 80%, wobei ich zweimal wirklich dämlich daneben tippte und einmal raten musste. Wer kann mich schlagen?

PS: Mir genügt es schon, besser zu sein als Admartinator und Aptgetupdate, wo ich das Ding auch entdeckt habe.;-)

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Alles Geschrieben

Am Arsch der Welt

Ich habe ihn entdeckt. Den Arsch der Welt. Denn ich war dort. Zwei Tage lang oder besser gesagt knapp 36 Stunden. Es ist ein Land, in dem die Erde rot ist und die Berge schroff. In dem die Einwohner kantig sind und eigenartig sprechen. Ein Land, dass nur aus Industrie zu bestehen scheint oder aus dem Weinanbau, was konträrer kaum sein könnte. Ein Land, in dem Firmen, die Porzellanartikel herstellen, am Eingang in Leuchtschrift verkünden, dass seit 167 Tagen kein Unfall mehr passiert sei (und ich frage mich seitdem, was vor 168 Tagen passiert sein mag – ein Teller runtergefallen? Eine Kloschüssel einen Sprung bekommen?) Ein Land, das man nur durch ein langes, tiefes, gewundenes Tal erreichen kann. Oder von der anderen Seite. Die ich nicht gesehen habe. Es ist ein Land, das trostloser kaum sein könnte und in der Attraktivität Duisburg kaum nachsteht. Es ist … der Arsch der Welt.

Ich kann euch leider nicht sagen, wo sich dieses Land befindet. Aus zwei Gründen. Zum ersten möchte ich mir nicht den Unbill seiner mit Sicherheit freundlichen Einwohner auf mich ziehen. Zum zweiten gibt es in dem ganzen Land weder ein GPRS- oder ein EDGE-Netz, weshalb mir Google Maps meines iPhones gar nicht sagen konnte, wo ich mich befand. Tja, Pech.

Interessiert es euch eigentlich, weshalb ich den Arsch der Welt besuchte? Ich war beruflich dort und bekam die Chance, mir einen der vielen Verkehre unserer Firma anzusehen. Ich stand in einem Stahlwerk, wenige Meter neben einem 5 Meter hohen Kübel voller 1400 Grad heißem, flüssigem Eisen. Ich sah zu, wie dieser aus speziell dafür gefertigten Waggons entladen, oder besser gesagt gekippt wurde. Ich ließ mir erklären, welche Gefahren diese Transporte bergen und in welch genauem Zeitfenster all das geschehen muss. Ich nahm an einer Übergabefahrt teil von der Eisenhütte zum Stahlwerk. Und ich lernte einige der Kollegen kennen, die ich sonst nur am Telefon höre.

Faszinierend war das Ganze auf jeden Fall. Leider durfte ich keine Fotos schießen (ich könnte diese ja an die Chinesen verkaufen, die noch immer nicht wissen, wie man die Qualität deutschen Stahls nach macht), also müsst ihr mir einfach vertrauen, wenn ich euch erzähle, dass das alles sehr groß, sehr heiß und sehr schmutzig ist.

Übrigens verkündete die Leuchtschrift bei der Rückreise heute mittag 168 Tage Unfallfrei. Und der Arsch der Welt hat übrigens kein Geweih. Ah jooo.

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Alles Geschaut

Beowulf ab 12 Jahren – Reprise

Vor gut einem dreiviertel Jahr hatte ich mich hier etwas über einen Film namens "Beowulf" echauffiert. Doch nicht die Qualität des Streifens an sich brachte mich zur Weißglut, sondern die Tatsache, dass der Film bereits ab 12 Jahren freigeben war. In einer Zeit, in der Politiker und gewisse Medien immer lauter nach Verboten schreien, nach Zensur und der obligatorischen Schnittschere, war diese Entscheidung der FSK wie ein Schlag ins Gesicht für mich. Denn selten zuvor habe ich einen Film gesehen, der einem Kind so offensichtliche und übertriebene Gewalt und Blut entgegen wirft, wie Beowulf. 

Ich bekam einige Kommentare auf diesen Artikel. Der interessanteste davon stammte von Christian Eberle, der mit mir einer Meinung war und diese der FSK kund tat. Und siehe da, sie antworteten auch. Christian veröffentlichte das Antwortschreiben ebenfalls in den Kommentaren. Da ich aber befürchte, dass es dort etwas untergeht, möchte ich es hier noch einmal aufgreifen. Und zwar weitestgehend kommentarlos von meiner Seite. Denn ich denke, der Brief spricht genug für sich, zeigt deutlich, wie die FSK arbeitet, wie es zu solchen Beurteilungen und Feststellungen kommt und was man selbst als mündiger Bürger und Kunde davon halten sollte. 

Lest also selbst und teilt mir mit, was ihr davon haltet. Auf dass euch genauso die Spucke weg bleibt, wie mir.

"Sehr geehrter Herr Eberle,

bevor wir näher auf den genannten Film eingehen, lassen Sie uns einige
Informationen zu unserer Arbeit vorausschicken: Die FSK ist im Auftrag der
Obersten Landesjugendbehörden für die Freigaben von Kinofilmen, Videos und
vergleichbaren Bildträgern sowie auch von Trailern und Werbefilmen
zuständig. Sie vertritt damit den gesetzlichen Jugendschutz im Bereich
audiovisueller Medien. Die Entscheidungen treffen pluralistisch
zusammengesetzte Ausschüsse, deren Prüferinnen und Prüfer von der
Öffentlichen Hand sowie Bundes- und Länderministerien bzw. von der Film- und
Videowirtschaft entsandt werden und ca. 3 Wochen pro Jahr bei der FSK
ehrenamtlich tätig sind. Die Ständigen Vertreter der Obersten
Landesjugendbehörden haben in den Arbeitsausschüssen den Vorsitz.

Die Fantasy-Heldensaga über Beowulf versetzt den Zuschauer in eine auf
Perfektion ausgerichtete, computeranimierte mittelalterliche Welt. Die
erzählte Geschichte wirkt schlicht bezüglich ihrer inhaltlichen Gestaltung.
Auch die filmischen Figuren, abgefilmte und in Computertechnik präsentierte
prominente Darsteller, bleiben in ihrer Zeichnung blass. Der Ausschuss war
der Meinung, dass im Film keine Identifikationsfiguren für die Altersgruppe
der 12-Jährigen angeboten werden. Beowulf ist ein ambivalenter Held, ein
starker Kämpfer, doch ohne Erfüllung in sozialer Hinsicht. Prägend für die
Rezeption des Fantasyspektakels ist nach Auffassung der Ausschussmitglieder
die filmische Umsetzung: Opulente Bilder, die eine mittelalterliche Welt
perfekt inszenieren, aufwendig gestaltete Kulissen und Kostüme, eine
beeindruckende Farb- und Lichtdramaturgie und eine auf Effekte ausgerichtete
Ton- und Musikuntermalung. Als problematisch im Sinne einer Übererregung und
Ängstigung 12-Jähriger diskutierte der Ausschuss die drastisch in Szene
gesetzten Gewalt- und Tötungsszenen. Insbesondere die Eingangskampfszene, in
der Grendel vorgestellt wird, zeigt drastische Gewaltbilder, wie das
Zerreißen von Menschen. Da im Fortgang des Films diese explizite Darstellung
von Gewalt einer stärker auf Action ausgerichteten, temporeichen und einer
fantastischen Welt zuzuordnenden Kämpfinszenierung weicht, konnten die
Ausschussmitglieder für eine Freigebe des Films für 12-jährige Mädchen und
Jungen votieren. Dieser Altersgruppe ist zuzutrauen, dass sie das Tempo, die
Geräuschkulisse und die gewaltgeprägte fantastische Welt verkraften und die
nötige Distanz zu den Protagonisten und deren gewalttätigem Vorgehen
aufbauen.

Hierbei ist allerdings zu sagen, dass die FSK-Kennzeichnungen keine
pädagogischen Empfehlungen sind sondern lediglich sicherstellen sollen, dass
das körperliche, geistige oder seelische Wohl von Kindern und Jugendlichen
einer bestimmten Altersgruppe nicht beeinträchtigt wird. Die Ausschüsse der
FSK, die unter anderem aus Jugendamtsleitern, Jugendbildungsreferenten,
Lehrern, Kinderärzten, Psychologen, die natürlich auch Eltern sind,
bestehen, versuchen mit großer Sorgfalt die mögliche Wirkung eines jeden
Filmes zu beurteilen. Eine letztlich "objektive richtige" Freigabe
kann es
nicht geben. Zu unterschiedlich sind die Filme, zu unterschiedlich sind die
Rezeptionsbedingungen und -möglichkeiten von Kindern und Jugendlichen. Die
Prüferinnen und Prüfer versuchen dies zu berücksichtigen.

Mit freundlichen Grüßen

T…
Assistent der
Ständigen Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden bei der FSK
Kreuzberger Ring 56
65205 Wiesbaden"