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RSS-Feed Umstellung. Bitte neu abonnieren.

Das war natürlich ein taktischer Fehler von mir. Gerade jetzt, da sich mein Blog ohnehin in einer Art Winterschlaf befindet, den RSS Feed umzustellen. Und das, ohne zuvor per altem Feed allen Abonnenten Bescheid zu geben. Viele Leser werden nun ewig auf Updates warten und über Monate denken, mein Blog sei vollkommen erstarrt.

Für alle, die hier noch mitlesen deshalb nun die Information und die Bitte, mein Blog neu zu abonnieren und zwar unter dieser Adresse:

Dies wird ab sofort die alleinige RSS-Feed Adresse von allesroger.net sein. Der Grund für diese Umstellung hat zwei Usprünge. Einerseits beginnt Feedburner, ihre Datenbestände auf Google-Server umzuschichten, was offenbar komplett neue Adressen nötig macht. Außerdem befürchte ich, dass ich viele Abonnenten nicht bei Feedburner habe, sondern über den Feed, den Serendipity anbietet.

Ich versuche gerade herauszufinden, wie ich die alten Feed-Abonnenten informieren kann und wie ich es schaffe, dass Serendipity nur EINEN Feed anbietet. Nämlich den aktuellen, den ihr oben lest und auch mit dem "Abonnieren"-Button rechts erhaltet. Für Tipps bin ich dankbar.

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Alles Persönlich

Das Ende des Dramas mit 1&1 – ein Happy End

In den Kommentaren meines Artikels über den Ärger mit 1&1 habe ich es bereits angedeutet. Und auch die Überschrift dieses Beitrags nimmt die Pointe der Geschichte natürlich schon voraus. Was aber nichts daran ändert, dass die Geschehnisse der letzten Tage mehr als spannend und erkenntnisreich waren. Mit diesem Artikel habe ich mir ein paar Tage Zeit gelassen, weil ich abwarten wollte, ob tatsächlich alles so eintrifft, wie es mir versprochen wurde. Und, um nochmals die Spannung vorwegzunehmen, es traf alles so ein.

Ich habe mir die Freiheit genommen, zwei der Beteiligten mit einem anderen Namen auszustatten, da ich zunächst vermeiden möchte, dass sie von anderen 1&1-Geschädigten belästigt werden. Denn ich weiß, dass es viele Kunden da draußen gibt, die mit 1&1 unzufrieden sind und Hilfe suchen. Ich möchte also daher vorschlagen, dass Leser, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hatten wie ich, sich an mich wenden und ihre Erlebnisse schildern. Ich werde dann gerne eine Fax-Nummer vermitteln, bei der man möglicherweise die Hilfe bekommt, die einem all die Hotline-Mitarbeiter, Rechnungsstellen- und Kunden-Service-Zentrums-Mitarbeiter versagen.

Doch nun zur Geschichte. Diese beginnt genau da, wo die letzte aufgehört hat. Mittlerweile schrieben wir den 17.Januar und ich erwartete eine Antwort auf mein Einschreiben. In diesem setzte ich 1&1 eine 14-tätige Frist, um meinen DSL-Anschluss zu schalten, ansonsten würde ich wegen Nicht erbrachter Leistung den Vertrag stornieren und die Einzugsermächtigung ebenfalls beenden. Außerdem drohte ich mit einem Anwalt und der Veröffentlichung der Geschichte in meinem Blog, beim Heise-Verlag (die „Vorsicht Kunde“-Rubrik in der c‘t) und beim WDR (die Sendung Quintessenz zum Beispiel).

Die Geschichte hatte ich ja bereits veröffentlicht und sie wurde schnell zum meist-aufgerufenen Artikel in meinem derzeit nur selten aktualisiertem Blog. Am Samstag, den 17.Januar also bekam ich eine E-Mail von 1&1, in der man sich wieder für die Unannehmlichkeiten entschuldigte und mir versicherte, dass fieberhaft an dem Problem gearbeitet werden würde. Außerdem müsse man meiner Fristsetzung leider widersprechen. Somit war für mich klar, dass ich mich gleich am Montag mit meiner Rechtsschutzversicherung in Verbindung setzten musste. Und das schon eine Woche vor dem Ende meiner Frist.

Am gleichen Tag tippte ich noch einen kleinen Dankes-Beitrag in mein Blog. Auf meinem Bett sitzend und das Macbook immer in Richtung des Nachbar-WLAN haltend, schrieb ich über die Solidarität, die mir in anderen Blogs und bei Twitter entgegen gebracht wurde. Ich ahnte noch nicht, welche Auswirkungen diese Solidarität haben würde.

Am Montag den 19.Januar begann ich, alle E-Mails von 1&1 auszudrucken und die Einzelverbindungsnachweise meines Mobilfunkanbieters durchzuforsten. Ich setzte einen Brief auf, in dem ich all die offenen Rechnungen auflistete und den ich am gleichen Abend zu 1&1 faxen wollte. Dann suchte ich die Nummer meiner Versicherung heraus um diese nach dem Mittagessen zu kontaktieren. So hockte ich im Schlafzimmer an die Wand gelehnt und bekam drei E-Mails. Absender unbekannt, Inhalt zunächst etwas kryptisch. Es waren weiter- und nochmals weitergeleitete Mails und ich hatte Schwierigkeiten heraus zu finden, wer sich hier eigentlich mit wem unterhielt und von wem diese Konversation gestartet worden war.

Irgendwann kristallisierte sich folgendes heraus. Ein gewisser Herr König (der Name ist wie gesagt geändert worden), der den Herr Waidele kannte, las in dessen Blog den Appell an 1&1 und kam dadurch auf meinen Blogartikel. Offenbar kannte Herr König jemanden bei 1&1, verfasste eine Mail, in der er die beiden Artikel verlinkte und darum bat, eine Lösung zu finden und sich mit mir in Verbindung zu setzen. Dieser jemand bei 1&1 schien sich auch prompt dafür zu interessieren und fragte bei Herrn König nach einem Namen, einer Kundennummer und einer Möglichkeit der Kontaktaufnahme. Herr König verwies auf mein Impressum.

Ich war mehr als verdutzt. Und ich hatte mit einem Mal hundert Fragen im Kopf. Die erste, wer ist dieser Herr König? Und wie kam es zu dieser Mail-Konversation? Ich antwortete ihm und bedankte mich schon im Voraus für sein Eingreifen, nicht ohne einen bunten Strauß an Fragen zu stellen. Seine Antwort kam nicht mal eine Minute später: Wir sollten telefonieren. Also rief ich ihn an.

Das Gespräch dauerte eine gute Viertelstunde, in der mir Herr König grob seine Person und den ganzen bisherigen Hergang umriss. Er kannte den Herrn Waidele nur flüchtig über ein Touristen-Camp, las aber immer wieder dessen Blog und schätzte auch sonst die sozialen Netzwerke, die einem das Internet mittlerweile bieten. Das Thema Netz, Vernetzung und Technik faszinierten ihn so sehr, dass er dazu eine Vielzahl von Artikeln geschrieben hatte, die zum Beispiel bei Capital, Focus oder der FAZ veröffentlicht worden waren.  Durch diese Tätigkeit kannte Herr König auch einige Pressesprecher verschiedener Internet-Anbieter. Unter anderem auch den von 1&1. An diesen schickte er eine Mail, schilderte kurz den Sachverhalt und bat darum, schnellstmöglich eine Lösung zu finden.

Der Pressesprecher von 1&1 handelte sofort, gab das Anliegen an eine „Mitarbeiterin“ weiter, die sich ab sofort der Sache annahm und von Herrn König Details wissen wollte. Das Wort „Mitarbeiterin“ schreibe ich deshalb in Anführungszeichen, weil ich davon ausgehen kann, dass es nicht nur irgendeine Mitarbeiterin ist, sondern jemand, der Dinge bewegen und stoppen kann. Also nicht nur eine kleine Kundenservice-Mitarbeiterin, die ihre Karte stempeln muss, wenn sie für drei Minuten den Platz verlässt, um auf die Toilette zu gehen. Ich habe übrigens bis jetzt auch nicht heraus gefunden, welche Position diese Frau bei 1&1 hat. Aber sie ist definitiv hoch genug.

Herr König und ich plauderten über den Vorfall, über das Internet, über Internet-Anbieter im Allgemeinen. Wobei ich gestehen muss, dass er mehr plauderte als ich. Denn ich war noch immer überrumpelt. Abschließend schlug er vor, ich solle besagter Frau Schmidt (auch hier ist der Name geändert) eine Mail schreiben, in der ich ihr nochmals in Kurzform alles erkläre und ihr sage, wie man mich kontaktieren könnte. Ich bedankte mich bei ihm, wir legten auf und ich nahm mein Macbook zur Hand, um eine Mail an Frau Schmidt zu schreiben.

Ich kam bis zum zweiten Satz, da klingelte mein Handy. Es begrüßte mich eine Frau Schmidt von 1&1. Ich sagte, wiederum verdutzt, dass ich gerade dabei sei, eine Mail an sie zu schreiben. Sie sagte, dass sei schön, sie habe auch schon eine Mail von Herrn König und von Herrn Waidele bekommen. Ob es denn noch immer mein Wunsch sei, von dem Vertrag zurück zu treten?  Natürlich war es das. Sie sagte, dass könne sie voll und ganz verstehen. Sie habe sich meinen Blogartikel durchgelesen und entschuldigte sich für die ganzen Vorkommnisse. Außerdem habe sie erfahren, dass ich ein Einschreiben mit einer Fristsetzung geschickt hätte. Und ich sei mit dieser Fristsetzung auch vollkommen im Recht! Fakt sei es nämlich, dass 1&1 es auch bis zum 26.Januar nicht schaffen würde, meinen DSL-Anschluss freizuschalten. Weshalb, erfuhr ich nie.

„Dann sind Sie hiermit aus dem Vertrag raus, Herr Graf“, sagte Frau Schmidt und mir blieb kurz die Spucke weg. „Wie? Einfach so? Brauchen Sie nicht noch etwas schriftliches?“ fragte ich. Ja, einfach so, antwortete sie. Ich solle nur noch eine Bestätigung per Fax schicken, dass meine zum Vertrag gehörende Domain gelöscht werden könnte oder einen Umzug der Domain beauftragen. Nun, auf die Domain konnte ich verzichten. „Der Vertrag endet somit am 20.Januar. Also morgen.“

Ich muss hier einmal betonen, dass vom ersten Lesen der E-Mail Konversation bis zu diesem Satz von Frau Schmidt noch keine dreiviertel Stunde vergangen war. Und es war noch immer Montag morgen. Nach gut zwei Monaten schier endlosem Ärger hatte sich mit einem Male alles innerhalb von Minuten aufgelöst.

Ich sprach die ganzen offenen Rechnungen an und fragte, ob ich das Geld denn zurück überwiesen bekommen würde. Sie las sich wahrscheinlich ihre Notizen durch und sagte dann „Sie haben die Grundgebühr für den Dezember bereits überwiesen bekommen. Wir werden Ihnen die zweite Grundgebühr ebenfalls erstatten. Die Techniker-Gebühr bekommen Sie ebenfalls überwiesen.“ Was denn mit den Handy Rechnungen sei, wollte ich wissen. „Immerhin sind das allein im Dezember 74 Euro gewesen, nur für Gespräche mit Ihrer Hotline. Und im Januar kommen da noch ein paar dazu“, erklärte ich. Diesmal überlegte sie nicht und schlug folgendes vor: „Sind Sie mit 100 Euro pauschal einverstanden?“

Das war ich. Bedankte mich. Versprach, ihr noch am gleichen Abend das Fax mit der Bestätigung zu schicken. Bedankte mich wieder. Und verabschiedete mich. Und merkte dann erst, wie sehr mein Herz klopfte. Ich war wieder frei.

Zumindest fürs Erste. Denn ich traute dem Frieden noch nicht ganz. Bereits am nächsten Tag hatte ich eine Mail im Postfach. 1&1 bedauerte meine Entscheidung, bestätigte aber hiermit meine Kündigung des Vertrages auf den 20.Januar. Und am Abend des 20. loggte ich mich versuchsweise unter meiner Kundennummer ein und konnte feststellen, dass jegliche Verträge, Pakete und Domains beendet und entfernt waren.

Wieder tags darauf konnte ich erfreut feststellen, dass mir 1&1 die Grundgebühr für Dezember, die 100 Euro für Handyrechnungen und die 32  Euro Techniker-Gebühr bereits überwiesen hatten. Dazu erhielt ich ein Schreiben von Frau Schmidt, in dem sie nochmals bestätigte, dass mein Vertrag beendet sei und ich mich auf die Suche nach einem neuen Anbieter machen könnte.

So einfach war das.

Würde ich gerne sagen. Denn so einfach war es natürlich nicht. Dieses schnelle Eingreifen, diese letztendlich doch schnelle Hilfe verdanke ich ganz allein der Solidarität und der Vernetzung in der Blogosphäre, dem glücklichen Umstand, dass jemand mit Kontakten aufmerksam wurde und sich engagierte und letztlich auch dem Umstand, dass ich als Blogger solche Geschichten öffentlich machen kann. Viele andere Kunden haben weder das Glück noch die Möglichkeiten wie ich.

Ich bin in der deutschen Blogosphäre nur ein kleines Licht, aber dennoch offensichtlich hell genug, um etwas Aufmerksamkeit zu erregen. Was mich ehrlich gesagt, immer noch fasziniert (und auch immer wird). Außerdem zeigt sich mir zum ersten Mal deutlich, wie wichtig und praktisch soziale Netze sein können. Das Vernetzten in Communities, bei Twitter, unter Bloggern, in Netzwerken wie Xing und Facebook. Mit etwas Glück findet man  jemanden, der einem aus der Patsche helfen kann.

Ich kann Herrn König und Herrn Waidele nicht genug danken für ihre Hilfe. Ohne sie würde ich garantiert noch immer in dem Vertrag stecken und mich auf einen Prozess vorbereiten müssen. Ich wüsste, dass ich noch lange würde streiten müssen, um mein Recht zu bekommen.

Bin ich nun mit 1&1 wieder versöhnt? Ein klares Nein. So sehr ich Frau Schmidt auch dankbar bin (und das bin ich wirklich), so muss ich doch die Frage stellen, weshalb man nicht früher reagiert hat? Weshalb war ein so langer Kampf vonnöten? Weshalb wurde erst etwas getan, als man an den Pressesprecher heran trat? Wieso bekommt man keine klaren Antworten, wird vertröstet, hingehalten und herein gelegt? Wieso ist niemand imstande, sich der Sache gezielt anzunehmen, Lösungen zu finden? Wieso befassen sich so viele verschiedene Stellen mit dem Problem, ohne sich abzusprechen? Wieso weiß Links nicht, was Rechts tut und umgekehrt? Dieses Happy End verdanke ich nicht dem vorbildlichen Umgang mit Kunden bei 1&1, sondern einzig dem Eingreifen von jemandem, der jemanden kennt, der etwas bewegen kann.

Wie erwähnt, weiß ich nicht, welche Position Frau Schmidt bei 1&1 (übrigens in Karlsruhe und nicht in Montabaur) inne hat und wie sehr man ihr dort zuhört. Doch ein klein wenig hoffe ich, dass diese Geschichte vielleicht aufgenommen wird und als schlechtes Beispiel dient, wie Kunden, die ein Problem haben, bei 1&1 behandelt und im Stich gelassen werden. So kann ich allen Geschädigten, die mit ihren Problemen nicht weiter kommen nur folgende Tipps mit auf den Weg geben: Vergesst die Hotline, dort werden Eure Probleme zwar angehört und vielleicht sogar aufgenommen und möglicherweise sogar weiter geleitet. Aber sie verlaufen stets im Sande. Macht soviel schriftlich wie möglich und spart euch das Geld für teuere Anrufe. Sucht euch Hilfe, wendet euch an Foren und Communities, oder, falls ihr ein Blog oder ähnliches habt, berichtet. Gebt den Firmen eine gewisse Zeit, das Problem in den Griff zu bekommen, scheut euch aber nicht davor, irgendwann eine Frist zu setzen und einen Anwalt einzuschalten. Das ist euer gutes Recht. Aber auf alle Fälle, geht damit an die Öffentlichkeit. Es war noch nie so leicht wie heutzutage.

Ich wünsche allen, die gerade mit 1&1 oder einem anderen Anbieter zu kämpfen haben, viel Glück. Am besten soviel Glück, wie ich es jetzt hatte. Ich suche mir nun einen neuen Anbieter, damit ich bald wieder regelmäßiger bloggen kann.

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Die Blogosphäre zeigt sich solidarisch

Wie schön. Bei Twitter werden bereits Sammlungen veranstaltet und gefragt, wer ein Tässchen Internet für mich übrige hat. Man bietet mir auch an, Internet-Pornos für die Internetlose Zeit auszudrucken. Man gibt mir, wie auch hier in den Kommentaren, Tipps, wie ich am besten vorgehen sollte, um bald wieder im Netz zu sein. Und nun gibt es sogar einen ersten Blogeintrag mit einem offenen Appell an 1&1. Danke Stefan. Die Idee mit dem Button gefällt mir. Kann ich darauf zurück kommen, wenn 1&1 mich nicht heraus lässt?

Update: Auch die Zentrale der Macht steht voll hinter mir. Danke dafür. Damit sollte sich doch nun wirklich was tun.

Ich fühle mich ein klein wenig wie Nelson Mandela. Oder wie die Ukraine, während 1&1 mein Gazprom ist. Oder so. Okay, ich drehe langsam durch…

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Noch mehr Ärger mit 1&1

Den folgenden Artikel habe ich schon einmal geschrieben. Bis zur Hälfte. Dann musste ich leider feststellen, dass er viel zu lang werden würde, denn das Thema wollte und wollte einfach kein Ende nehmen. Es geht um 1&1, um meinen Umzug, um die Unfähigkeit dieser Firma, meinen DSL-Anschluss freizuschalten und um noch viele weitere Unfälle die folgten. Um niemanden zu übermüden oder zu langweilen, hier also „Bisher bei: Ärger mit 1&1“ in Kurzform:

Anfang, vielleicht Mitte November rufe ich bei der Umzugshotline  von 1&1 an und gebe meine neue Adresse durch. Diese Umzugshotline ist übrigens die einzige Möglichkeit, seinen Umzug mitzuteilen. Die Frau am Telefon sagt mir, dass es gut fünf Wochen gehen könnte und mich 49 Euro kostet, meinen DSL-Anschluss umzuziehen. Ich gebe mich damit zufrieden und harre der Dinge, die da kommen.

Ein paar Tage später bekomme ich einen Anruf von 1&1. Der Mann am Telefon sagt mir, ich habe einen neuen Vertrag bekommen. Ich bin etwas erstaunt und hake  nach. Offenbar ist das die neue Geschäftspraktik bei Umzügen. Man würde mich ab sofort wie einen Neukunden behandeln, inklusive neuem Router (Home Server), inklusive 150 Euro Begrüßungsgeld und inklusive weiteren 24 Monaten Laufzeit. Zugegeben, ich ließ mich blenden. Neue Hardware, Geld, klar wieso nicht? Bisher (10 Jahre in etwa) hatte ich nicht soooo viel Ärger mit 1&1 und auch nicht vor zu wechseln. Also nehme ich auch die 24 Monate und den neuen Vertrag in Kauf.

Am 1.Dezember ziehe ich in die neue Wohnung und schließe wenige Tage später versuchsweise meinen alten Router an. Er funktioniert. Mit meinen bisherigen Anschlussdaten komme ich tatsächlich ins Netz. Wenn auch ohne Telefon. Erstaunlich.

Am 4.Dezember kommt die E-Mail mit der Bestätigung meines Umzugs und dem Termin für den Technikerbesuch. Am 17.12 würde dieser bei mir erscheinen, ich müsse dafür auf alle Fälle zuhause sein und sollte bitte Bescheid geben, wenn ich den Termin nicht wahrnehmen könnte. Der Techniker würde zwischen 8 und 14 Uhr vorbei kommen.

Mittlerweile bin ich komplett im Umzugsstress und bekomme den neuen Router geliefert.

Am 10.12 rufe ich bei der Hotline an, um den Termin zu ändern, da ich am 17.12 Frühschicht habe und nicht zuhause bin. Die Hotline Mitarbeiterin sagt mir, dies sei nicht möglich, ich hätte das bis zum 9.12 sagen müssen. Nun könnte man den Termin nicht mehr ändern. Die Frage, wo denn das stünde, will sie nicht beantworten. Weiteres Fragen und Betteln nützt nichts, der Termin steht.

Tags darauf gehe ich zu meinem Chef und beantragte Urlaub für diesen Tag. Es gibt keine andere Möglichkeit. Sonst bucht mir 1&1 60 Euro Gebühr ab, wenn der Techniker mich nicht antrifft.

In der Nacht vom 16. auf den 17.Dezember hört mein DSL-Anschluss auf zu funktionieren. Als ich um 7 Uhr aufstehe, blinkt der Router. Keine Verbindung mehr möglich. Dann stehe ich bis um 14 Uhr am Fenster und warte. Es kommt kein Techniker. Ein weiterer Anruf bei der Hotline. Ich solle Tags darauf anrufen, denn man müsse die Rückmeldung des Technikers abwarten.

Am nächsten Tag weiß die Hotline noch immer nichts Neues. Man werde es an die entsprechende Stelle weiter leiten. Ach und übrigens erfahre ich auch, dass der Techniker gar nicht in meine Wohnung hätte kommen müssen. Ach und da fällt gerade auf, dass der Techniker für den 16.12 bestellt worden sei. Das sei ja komisch.

Ich sollte zwischendurch erwähnen, dass all diese Gespräche nicht so kurz und nüchtern vonstatten gingen. Teilweise hing ich bis zu 7 Minuten in der Warteschleife, bis ich mit einem Menschen sprechen konnte. Meist wurde ich weiter verbunden und wieder in Warteschleifen geschickt. Ich hörte unzählige Melodien und Songs. Jedesmal sprach ich mit einem neuen Mitarbeiter, der stets von neuem ins Bild gesetzt erden musste. Keiner wusste Bescheid. Dafür bekam ich Entschuldigungen und Versprechungen. Eine Mitarbeiterin schrie mich, als mir nach 45 Minuten des Weiterverbindens der Kragen platzte.

Noch am gleichen Tag bin ich an meinem Kontoauszugsdrucker und entdecke zwei Abbuchungen, die am nächsten Tag als Rechnung ins Haus flattern. Zum einen hat mir 1&1 die Umzugsgebühr von 49 Euro abgebucht. Zum anderen aber auch 32 Euro Netto für einen Technikerbesuch. Und zwar noch bevor der Techniker überhaupt da war. Der Anruf bei der Hotline bestätigt mir, dass dies wohl ein Fehler war. Natürlich ist die Technikergebühr schon in der Umzugsgebühr enthalten. Ich habe also doppelt für einen Techniker bezahlt, der nie gekommen ist. Man werde das an die entsprechenden Bearbeiter weiter leiten.

Habe ich schon erwähnt, dass all diese Gespräche per Handy stattfanden, da mein Telefon ja nicht funktionierte? Und habe ich eigentlich auch erwähnt, dass ich zwischen diesen Anrufen auch Mails verschickte? Viele Mails. Meine Nachbarn ließen mich in ihr WLAN-Netz und wenn ich mich eng an die Schlafzimmerwand drücke, kann ich tatsächlich etwas Internet abbekommen. Genug, um die Mails herauszuschicken.

Und um auf die 1&1 Homepage zu gelangen. Dort dann der neue Schock. Ich bin plötzlich im Besitz von 4 Verträgen. 2 DSL-Flatrate-Komplett Verträge und jeweils 2 Entertainment Verträge (dieses unsägliche Maxdome). Und der Mitarbeiter an der Hotline behauptet auch noch, ich selbst hätte diesen neuen Vertrag abgeschlossen. Warum auch immer. Wieder platzt mir der Kragen. Ich will sofort mit der zuständigen Stelle verbunden werden. Die entschuldigen sich und versichern, den alten Vertrag alsbald zu stornieren.

Kurz darauf bekomme ich eine E-Mail, in der bestätigt wird, dass der alte Vertrag zum 31.12 storniert wird. Da fällt mir wieder etwas auf und ich kontrolliere es auf der 1&1 Homepage. Ich bin noch überall mit der alten Adresse gelistet. Der Umzugsservice hat nirgendwo meine neue Adresse hinterlegt. Selbst der neue Vertrag, den man mir ohne mein Wissen und ohne Zustimmung aufgedrückt hat, läuft auf die alte Adresse. Mir geht ein Licht auf, weshalb man den Fehler nicht findet. Der Fehler wird an der falschen Adresse gesucht.

Ich teile der Hotline meine neue Adresse mit. Schon wieder. Ich höre Entschuldigungen. Schon wieder. Und man verspricht mir alles mögliche. Schon wieder.

Viele Tage später muss ich die Adresse dennoch selbst im 1&1-Control-Center ändern und ab sofort sind die Mitarbeiter bei jedem meiner Anrufe verwirrt und fragen mich, wo ich derzeit wohne. Ich bin mit meinen Nerven langsam am Ende.

Am 20.Dezember telefoniere ich wieder mit der Hotline. Man sei dabei, den Fehler herauszufinden. Mit Sicherheit würde alles in den nächsten Tage behoben sein. Obwohl, da komme ja das Wochenende, ach und dann ja Weihnachten, naja, aber dann. Ich fahre am gleichen Tag zu meiner Familie, verbringe Weihnachten weit weg in der Heimat und komme am 26.Dezember zurück. Der Router blinkt noch immer.

Ich bekomme einen Anruf von einem Techniker (natürlich auf mein Handy). Er hätte gehört, mein DSL würde nicht funktionieren. Ich solle mir keine Sorgen machen, man würde einen Techniker an die Verbindungsstelle schicken, der würde sich das anschauen und in spätestes 2 Tagen hätte ich Internet. Zum Abschied nennt er mich Herr Johannson und ich weiß, dass ich auf keine Wunder hoffen darf.

Dann kommt die Rechnung. Die Internet-Flat-Rechnung vom Dezember. Sie beläuft sich auf über 70 Euro. Es ist der 30.Dezember. Die Mitarbeiterin in der Hotline kann sich das nicht erklären. Ich aber schon. Bestimmt hat man mir beide Verträge berechnet. Ich verlange die Rücküberweisung des zuviel gezahlten Betrages. Das kann die Mitarbeiterin aber nicht. Sie werde es weiter leiten. Ich schreibe eine Mail und bekomme die Antwort, dass man sich darum kümmern und aus Kulanz (wirklich, das stand da) die Rechnung in ausgedruckter Form zusenden würde. Dort lese ich genau das. Im Dezember 2008 bezahlte ich zwei DSL-Verträge, die nicht funktionieren.

Habe ich eigentlich erwähnt, dass man mir mittlerweile entweder mit größtem Mitleid oder Häme begegnet, mich entweder tröstet oder aufzieht, was das Internet angeht? Für mich bedeutet 1&1 mittlerweile ein Mittelfinger und noch ein Mittelfinger als Antwort.

Es folgen weitere Mails, die mir alle versprechen, die noch immer ausstehenden 32 Euro (zwar netto, aber ich nehme sie mittlerweile auch so) baldmöglichst zu überweisen. Und mir natürlich den doppelt bezahlten Vertrag zurück zu überweisen, bzw. mit der nächsten Rechnung zu verrechnen. (25 Euro und ein paar Zerquetschte, da ja der neue Vertrag erst am 10.Dezember startete)

Das neue Jahr beginnt. Hallo 2009.

Am 2.Januar ruft mich 1&1 an. Da sei wohl noch eine Störung meines DSL-Anschlusses. Ob ich am 7.Januar zuhause sei. Man würde einen Techniker zu mir nach Hause schicken, denn offenbar muss das Problem doch bei mir in der Wohnung bestehen. Der Techniker würde alles in Ordnung bringen.

Immerhin – mittlerweile bin ich den zweiten Vertrag los und ich konnte auch die beiden Entertainment Pakte kündigen. Ich habe nun also nur noch einen Vertrag, Laufzeit bis Dezember 2010 und noch immer keinen Internetanschluss. Es ist der 5.Januar 2009.

Es ist der 7.Januar. Und es kommt kein Techniker. Ich schreibe spät Abends im Bett noch eine Mail, die um 4:30 Uhr des 8.Januar beantwortet wird. Man kümmert sich bereits intensiv um meine Angelegenheit.

Am 10.Januar mache ich meinen letzten Anruf bei der Hotline. Der Mitarbeiter ist einigermaßen überrascht, dass der Techniker nicht kam. Dann ist er einigermaßen überrascht, dass ich offensichtlich umgezogen bin. Der Techniker war nämlich zur alten Adresse geschickt worden. Schon wieder. Bis dahin hat das Gespräch wieder sage und schreibe 20 Minuten gedauert. Und nun drohe ich.

Am 12.Januar schreibe ich einen Brief. Ein Einschreiben. Darin zähle ich all die Verfehlungen auf, die falschen Rechnungen und den noch immer bestehenden Status, des nicht vorhandenen DSL. Ich setze 1&1 eine Frist von 14 Tagen, das Problem in den Griff zu bekommen und mir die Leistungen zur Verfügung zu stellen, für die ich bereits bezahlt habe. Ansonsten werde ich am 26.Januar den Vertrag wegen nicht erbrachter Leistung stornieren und die Einzugsermächtigung beenden.

Am 13.Januar bekomme ich wie zum Hohn eine Mail von 1&1, in der man mir freudig mitteilt, dass man die Störung behoben habe und mein DSL nun einwandfrei funktioniert.

Was nicht der Fall ist.

Es ist der 15.Januar und ich bin ohne Internet und ohne Telefon. Meine Handykosten belaufen sich im Dezember auf genau 100 Euro, 74 davon waren für die Hotline-Gespräche. Außerdem warte ich noch immer auf die 32 Euro Technikergebühr, die mittlerweile versprochenen 25 Euro für den doppelten Vertrag im Dezember und die 150 Euro Startguthaben (auf die ich gerne verzichte, wenn ich nur heraus komme, ebenso wie auf den neuen Router).

Ich verzichte nun auch absichtlich auf ein Fazit oder weitere Deutungen und Anmerkungen. Die Geschichte steht nun erst einmal so wie sie ist. Zu gegebener Zeit werde ich noch etwas Abschließendes zu diesem Drama schreiben. Vorerst erwarte ich den 26.Januar und hoffe inständig, dass 1&1 die Vertragskündigung akzeptiert und ich endlich diese Hölle verlassen kann.

Update: Die Geschichte hat mittlerweile ein gutes Ende genommen. Bitte hier die spannende Geschichte bis zum Happy End lesen.

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Das Internet mag mich nicht mehr

So kommt es mir zumindest grade vor. Nicht nur, dass ich selbst noch immer kein vernünftiges Internet zu Hause habe und es nicht absehbar ist, wann 1&1 das geregelt bekommt, nun spinnt auch noch mein Blog herum. In den letzten drei Nächten war es nicht zu erreichen, wofür ich mich hier bei allen potentiellen Lesern entschuldigen möchte. Schuld war offenbar eine falsche Konfiguration oder ein Bug bei meinem Webhoster. Mein Blog übersprang die 500MB Marke, woraufhin der Server sagte: Das ist zuviel und einfach abschaltete. Jetzt sollte es aber wieder funktionieren.

Mittlerweile sind meine Besucherzahlen natürlich arg in den Keller gerutscht: Keine neuen Artikel, keine Möglichkeit, das Blog aufzurufen. Schmerzlich sehe ich auf meine Statistiken und erkenne, dass ganz schnell alles verloren ist, was ich in den letzten Monaten erreicht hatte.

Doch Besserung ist in Sicht. In den nächsten Tagen werde ich zu einem neuen Anbieter wechseln. Und auch dort wird es dann in den nächsten Wochen noch ein paar Veränderungen geben, was wieder bedeutet, dass mein Blog für bestimmte Zeit nicht erreichbar sein wird. Und sobald ich wieder richtig am Netz bin, wird es auch wieder mehr Artikel geben. Versprochen.

Mein Ziel ist es definitv, mein Blog im Jahr 2009 so gut und erfolgreich zu machen, wie nie zuvor.

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Hallo 2009!

Ich bin noch da. Und ich möchte euch allen ein schönes neues Jahr wünschen. Ein erfolgreiches, tolles, wunderbares Jahr 2009. Derzeit drücke ich mein Macbook noch immer gegen die Schlafzimmerwand, um immerhin etwas von Nachbars WLAN abzubekommen. Und vielleicht, ja vielleicht ist 1&1 auch gewillt mir dieses Jahr mein Internet wieder zurück zu geben. Die Chancen sind klein, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Bleibt mir treu und drückt mir die Daumen.

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